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Schloss Ebreichsdorf: Neuer Dachstuhl und Neueindeckung
Schloss Ebreichsdorf: Neuer Dachstuhl und Neueindeckung

Schloss Ebreichsdorf: Neuer Dachstuhl und Neueindeckung

Greil Reinhard Kirchturmrenovierung

 

Ebreichsdorf (Niederösterreich), Mai 2012. - Der nachgewiesene Ursprung dieser alten, in Sümpfen strategisch geschützt gelegenen Festung geht auf die späte Babenbergerzeit um die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Damals waren es gerade die Mongolen, die von Osten her die Reichsgrenzen überrannten und bis vor Wien drangen. Auch in späteren Jahrhunderten war das Grenzland zu  Ungarn Schaulatz wiederholter Eroberungszüge aus dem Osten.
Die Feste Ebreichsdorf musste sich dem Ungarnkönig  Matthias  Corvinus im Jahre 1480 ebenso ergeben wie im Jahre 1529 den türkischen Heerscharen Suleiman des Prächtigen.

Die danach erfolgte Wiederherstellung verwandelte die Burg in eine Renaissanceschlossanlage, und fortan diente sie als fester Wohnsitz für manch einflussreiche Familie am Kaiserhof in Wien.
Zweimal noch sollte sie allerdings fast Opfer fremder Truppen werden. Die Türken belagerten die Burg im Jahre 1683, doch schlossen die Besitzer noch rechtzeitig vor der drohenden Vernichtung einen Neutralitätsvertrag und somit entging Ebreichsdorf dem Schicksal so vieler anderer Festungen und Städte in den von den Türken devastierten Ländern.
Aber auch in unserem Jahrhundert musste das Schloss Ebreichsdorf die Pforten Eindringlingen aus dem Osten öffnen: Die rote Armee beschlagnahmte das Schloss und benützte es 10 Jahre als Kaserne. In diese Zeit fällt auch ein gefährlicher Brand in einem der Türme, der nur durch hunderte freiwillige Helfer aus der Bevölkerung gelöscht werden konnte. Ein für die Gegend wichtiges kulturhistorisches Monument wurde gerettet.

Als Schloss und Herrschaft Ebreichsdorf zu Beginn des Jahrhunderts vom Urgroßvater des derzeitigen Inhabers, Dr. Richard Freiherr von Drasche-Wartinberg, anlässlich der Hochzeit seines Sohnes erworben wurden, kam Ebreichsdorf die Rolle eines zeitweiligen Sommerlandsitzes zu. Heute hingegen befinden sich hier Hauptwohnsitz und Zentrum der Familie Drasche und Ihrer Interessen.
Neben den traditionellen land- und forstwirtschaftlichen Bereichen des Gutes, wurde in den letzten 20 Jahren ein konsequenter Weg des Aufbaues von – dem heutigen Trend entsprechenden – Freizeitanlagen beschritten. So sind in Ebreichsdorf der Reitsport in all seinen Disziplinen und dabei als neueste Ergänzung das Polospiel ebenso beheimatet wie der Golfsport auf einer großzügig angelegten 18-Loch Anlage mit dem bereits über die Landesgrenzen hinaus bekannten – von Hans Hollein erbauten – Golfclubhaus.

Die wachsende Zahl der Besucher, die diese Sportarten mittlerweile nach Ebreichsdorf bringen und in Zukunft noch mehr anziehen werden haben in Österreich eine Freizeit- und Tourismusentwicklung eingeleitet, deren Wachstumspotential vielversprechend ist. Höhepunkt dieser Entwicklung war die Durchführung der VIII. FIP Polo Europameisterschaft, die von 2. – 12. September 2010 im Poloclub Schloss Ebreichsdorf ausgetragen wurde. Über 8.000 Zuschauer haben die aufregenden Spiele mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Kulturelles Herzstück ist und bleibt allerdings das Schloss, welches zwar der Öffentlichkeit nicht generell zugänglich ist, aber bei einer Vielzahl von Veranstaltungen über die Jahre einem größeren Kreis geöffnet wurde; und wenn es nach dem Hausherrn geht, soll es auch in Zukunft so bleiben.

Natürlich hat der Zahn der Zeit seine Spuren am Schloss hinterlassen. Aktuell wird das Dach saniert. Mit der Dachsanierung (neuer Dachstuhl + Neueindeckung) wurde die Firma Reinhard Greil aus Dölsach in Kärnten beauftragt.
Die Neueindeckung der Dachflächen wird so originalgetreu wie möglich durchgeführt.
2011 wurde der Nordwestteil und Nordturm saniert, 2012 der Nordostteil sowie der Südturm, 2013 folgt der Südteil.
Die Dachsanierung wird mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes und des Landes Niederösterreich durchgeführt.

 
Werbung / Fotos:zVg.
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