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Europäisches Vorzeigeprojekt: Logistikzentrum Wiener Neustadt
Europäisches Vorzeigeprojekt: Logistikzentrum Wiener Neustadt

Eröffneten das neue Logistikzentrum am Standort Wiener Neustadt v.l. Bgm. Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger, Landesrat Mag. Karl Wilfing und der Leiter des Logistikzentrums Dipl.-BW Horst Cubert, MBA

Eröffneten das neue Logistikzentrum am Standort Wiener Neustadt v.l. Bgm. Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger, Landesrat Mag. Karl Wilfing und der Leiter des Logistikzentrums Dipl.-BW Horst Cubert, MBA

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Wiener Neustadt, November 2015. - Das europäische Vorzeigeprojekt der NÖ Landeskliniken-Holding wurde im Oktober eröffnet. Das Logistikzentrum am Standort Wiener Neustadt übernimmt die Versorgung der Landeskliniken Baden-Mödling, Hainburg, Hochegg, Neunkirchen und Wiener Neustadt. Damit im Klinikbetrieb alles rund läuft, braucht es im Hintergrund eine ausgeklügelte Technik und eine Menge logistisches Know-How.

„Das neue Logistikzentrum in Wiener Neustadt ist innovativ und europaweit einzigartig. Die NÖ Landeskliniken profitieren durch die zentrale Logistik, weil sich einerseits die Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter voll auf die Arbeit an den Patientinnen und Patienten konzentrieren können und andererseits wenigerLagerflächen in den Klinikennotwendigsind. Medizinische Produkte - auch Medikamente die schnell ablaufen - brauchen nicht mehr in sechs einzelnen Kliniken vorrätig sein, sondern nur im Logistikzentrum. Von dort aus werden sie direkt an die Stationen geliefert und die teure Zwischenlagerung fällt weg. Im Klartext bedeutet das eine Ersparnis von rund 1,6 Millionen Euro jährlich. Geld das wir weiter nutzen können, um in die Gesundheit und Versorgung der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu investieren“, erklärt Landesrat Mag. Karl Wilfing.

„In Wiener Neustadt entsteht in der Civitas Nova gerade ein überregionales Gesundheitszentrum. Mit dem neuen Logistikzentrum, dem Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum MedAustron und dem geplanten Neubau des Landesklinikums Wiener Neustadt wird hier in Zukunft Spitzenmedizin angeboten. Dies sichert den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur eine optimale Gesundheitsversorgung, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze in der Region“, betont Bgm. Klubobmann Mag. Klaus Schneeberger. Ein weiterer Punkt der für eine zentrale Logistik spricht, ist die steigende Effizienz. Hier kann durch Planung, sowie Kalkulation, in großen Mengen zu besseren Konditionen bestellt werden. Besonders herausragend ist, dass durch diese zentrale Logistik ein erweitertes Angebot für die Kliniken entsteht. Sie können so, von vielen Produkten, ein genau für sie Passendes wählen. Ein weiteres Highlight ergibt sich durch die Medikamentenversorgung. Hier profitiert man durch optimale Produktions-, Raum- und Lagerbedingungen. Um sich auf die verschiedenen Kernkompetenzen konzentrieren zu können, gibt es im Logistikzentrum vier Leistungsbereiche: die Materialwirtschaft, das Apothekenlager, die Produktionsapotheke und die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP).

„Durch die Konzentration auf unsere Kernkompetenzen und die Kooperation der einzelnen Teilbereiche, ist es uns möglich, mit niedrigeren Kosten eine noch bessere Qualität zu erzielen als jemals zuvor. Durch das Eröffnungsevent wird nun auch die Gesellschaft darüber informiert, was im Hintergrund für die Aufrechterhaltung der Gesundheit in der Region geleistet wird“, so Dipl.-BW Horst Cubert, MBA, Leiter des Logistikzentrums.

Auch der Medizinische Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding Dr. Robert Griessner zeigt sich sichtlich begeistert und erfreut: „Das Logistikzentrum in Wiener Neustadt übernimmt nun schrittweise die Versorgung der Kliniken in der Region. Der Vollbetrieb wird voraussichtlich bis 2017 erreicht. Vor allem das große Interesse der Gäste bei der Eröffnung zeigt deutlich, dass das Thema Logistik ein Zukunftsthema ist. Ich bin sehr stolz, dass die NÖ Landeskliniken-Holding hier mit den Logistikzentren Wiener Neustadt und St. Pölten Vorreiter auf diesem Gebiet ist.“

Vom neuen Logistikzentrum Wiener Neustadt aus werden alle Kliniken der Thermenregion und das Landesklinikum Hainburg auf einer Nutzfläche von knapp 7.000 m2 inklusive Ladehof zentral versorgt. In den großzügig angelegten Warenumschlags- bzw. Manipulationshallen werden die angelieferten Container von qualifizierten Mitarbeitern sortiert. Die Mitarbeiter arbeiten in den vier Hauptbereichen Materialwirtschaft, Apothekenlager, Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte und Produktionsapotheke eng zusammen:

In der Materialwirtschaft werden Verbrauchsgüter im Hochregal- und Fachbodenlager aufbewahrt. Durch die zentrale Lagerung kann auf die Errichtung großer Lagerflächen in neuen Kliniken verzichtet und in größeren Mengen bestellt werden. Das spart den einzelnen Kliniken hohe Kosten.

Im Apothekenlager werden bis zu 2.500 Medikamente unter kontrollierten Bedingungen gelagert und einerseits mittels Barcodescan, andererseits mit Hilfe eines Halbautomaten kommissioniert. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine eindeutige, fehlerfreie Zuordnung der Medikamente zu den richtigen Adressaten. Dieser Kommissionierung gehen die elektronische Anforderung durch die Kliniken und die darauffolgende Plausibilitätsprüfung durch Apotheker und pharmazeutisch kaufmännische Assistenten voraus. Über diese Tätigkeiten hinaus werden zusätzliche Beratungen in allen pharmazeutischen Belangen von den hausbetreuenden Apothekern angeboten.

Im angrenzenden AEMP-Bereich (Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte) werden OP-Sets nach dem Einsatz angeliefert, gereinigt, gewartet, desinfiziert und sterilisiert. Das hochmoderne System garantiert, dass die Ärzte in den Kliniken exakt die für spezielle OPs vorgesehenen Sets passend zusammengestellt und blitzsauber wieder angeliefert bekommen.

Im ersten Stock des Logistikzentrums befindet sich neben Büros und Seminarräumen die Produktionsapotheke. Hier werden in zutrittskontrollierten Räumen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und höchsten Standards an Raumbedingungen, wie Partikelanzahl, Luftwechsel, Temperatur und mikrobielle Belastung, an modernen Werkbänken spezielle Medikamente, wie zum Beispiel Zytostatika für Krebspatienten, hergestellt. Die einzelnen Bereiche sind klar voneinander getrennt, und sofort erkennbar - verschiedene Farben kennzeichnen die Reinraumklassen. In der Produktionsapotheke finden sich Reinraumklassen aller Stufen - von "D", der galenischen Zubereitung, bis hin zu "A" und "B", wo Werkbänke stehen, die zur Herstellung von Produkten unter den höchsten Anforderungen an Reinheit und Patientensicherheit herangezogen werden.

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