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Mehr als 12 Jahre nach ihrer letzten Nutzung: Sofiensäle neu

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Wien, Jänner 2014. - Die historischen Sofiensäle im 3. Wiener Gemeindebezirk blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück, in der sie die Stadt als Dampfbadeanstalt, Schwimmhalle, Ballsaal, wichtigstes Aufnahmestudio (in den 1950er-Jahren, in dem unter anderem die erste Studio- Gesamteinspielung von Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" mit den Wiener Philharmonikern unter Georg Solti produziert wurde, die noch heute als Sternstunde der Schallplattengeschichte gilt), Konzerthalle und zuletzt als Clubbing-Location bereicherten.

Am 16. August 2001 zerstörte ein Feuer die Anlage nahezu komplett.

Mehr als 12 Jahre nach ihrer letzten Nutzung: Sofiensäle neu

Seit 2011 wurde das Baujuwel unter strengen Auflagen des Bundesdenkmalschutzes renoviert und im Dezember 2013 neu eröffnet.

Auf einer Nutzfläche von 12.000m² entstanden auf dem Areal der Sofiensäle zusätzlich zum originalgetreu wieder her gestellten Festsaal 68 Wohnungen, ein Gastronomiebetrieb, ein Hotel, ein Fitness-Center, bestens ausgestattete und vielseitig verwendbare Veranstaltungsräume sowie 128 Tiefgaragenplätze. Die Kosten der Neugestaltung beliefen sich auf rund 50 Millionen Euro.

Mehr als zwölf Jahre nach ihrer letzten Nutzung agiert "Sofie neu" in einem veränderten kulturellen und urbanen Umfeld. Das Feuer hat nicht nur den Raum, sondern auch die gewachsene Strukturen und das kulturelle Erbe zerstört, die den Betrieb der Sofiensäle prägten. Im Gegensatz zu den architektonischen Rahmenbedingungen lassen sich aber die kontextuellen sich nicht einfach rekonstruieren.

Gleich einer Katharsis eröffnet es aber die Chance auf einen Neuanfang.

Phase 1: Die Rückeroberung des Raumes

soart@sofie steht daher auch für einen Neubeginn ihrer Nutzung als Kunst- und Kulturraum. Soart möchte bewusst kein fertiges Bespielungskonzept vorgeben, das dem Raum die Möglichkeit nehmen würde, sich neu zu finden – im Zentrum der Überlegungen steht vielmehr die Idee oder Notwendigkeit, sich zuerst sehr offen dem Raum zu nähern. In einer ersten Phase geht es daher vor allem darum, den renovierten Raum inhaltlich zurückerobern, ihn neu zu erschließen.

Künstler, Designer, Architekten, Historiker, Literaten werden eingeladen, den Raum zu hinterfragen, zu intervenieren und sich in unterschiedlichen Formaten mit ihm auseinanderzusetzen. Dabei soll ein innovativer Austausch zwischen den Disziplinen gefördert und ein Netzwerk von Partnern etabliert werden, mit denen weitere Zusammenarbeiten realisiert werden können.

Architektur, Denkmalschutz, Stadtgeschichte und Social Design

Themenschwerpunkte, die in diesem Kontext im Vordergrund des Interesses von soart stehen, sind die Bereiche Architektur und Denkmalschutz, Stadtgeschichte und Social Design als Untersuchung der Herausforderung and die urbanen Sozialsysteme.

Mehr als 12 Jahre nach ihrer letzten Nutzung: Sofiensäle neu

Es ist geplant, zu diesen Themen – in Kooperation mit universitären und institutionellen Einrichtungen – Vorträge und Symposien zu veranstalten, in denen die Geschichte der Sofiensäle und internationaler Beispiele revitalisierter Architektur aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden.

Literatur

In ihrer bewegten Geschichte boten die Sofiensäle nicht nur Musikern, sondern auch Schriftstellern ein Podium. Unter anderem hielt dort 1912 Karl May kurz vor seinem Tod seinen letzten öffentlichen Vortrag.

Nun soll der Raum für die Literatur (wieder)geöffnet werden, und für Lesungen etablierter Autoren sowie vor allem für jüngere Literaturschaffende (z.B. Poetry Slams) zur Verfügung stehen.

Präsentationsplattform

Als dritten Schwerpunkt dieser ersten Phase ist vorgesehen, dass soart@sofie als Präsentationsplattform für Kunstinstitutionen aus den Bundesländern fungiert. Non-profit Kunstvereine könnten hier ihre Programme präsentieren und in einen Austausch mit dem Wiener Publikum treten.

Auftragsarbeiten

Die Beauftragung von künstlerischen Arbeiten, die eigens für den Komplex der Sofiensäle kreiert werden, soll in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Ausgangspunkt dabei sind die Auseinandersetzung mit der architektonischen, kulturhistorischen und politischen Vergangenheit der Sofiensäle, die in den Kunstwerken thematisiert, hinterfragt, neu kontextualisiert werden sollen.

Dazu gibt es bereits konkrete Ideen und Umsatzungsvorschläge die in den nächsten Wochen realisiert werden.

Nussmüller GmbH

Im ersten Stock der Sofiensäle befindet sich der le gendäre Festsaal - der von Musikgrößen wie Johann Strauß und Herbert von Karajan bis Falco bespielt wurden.

Nun wurde der Saal gemäß den behördlichen Auflagen in alter Schönheit renoviert und mit einer modernen Glas-Stahl- Konstruktion überdacht.

Mehr als 12 Jahre nach ihrer letzten Nutzung: Sofiensäle neu

/ Werbung / Fotos: Soravia Service GmbH, schreinerkastler, Christoph Hauser, Tim Stani