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Neubau Burgmuseum Reichenstein

Johann Siegl

DI Harlad Weiss

Geounit
 

Reichenstein / Tragwein (Oberösterreich), August 2012. - Am 23. April 2012 haben auf der Burg Reichenstein die Bauarbeiten zum Neubau des OÖ Burgenmuseums Reichenstein begonnen. Es ist dies der Spatenstich für die Errichtung eines Gebäudes, welches die Dauerausstellungen und die Büroinfrastruktur das OÖ Burgenmuseum Reichenstein beherbergen wird. Nach einer Planungszeit von mehreren Varianten in fast 6 Jahren begann die Umsetzung der Pläne vom Architektenteam, das mit dem Bau betraut wurde.

Zu Beginn der Planungen wurden aufgrund der vorhandenen Topografie und der Anforderungen an einen modernen Museumsbau im Nahbereich des Burgenensembles, mehrere Varianten durchgespielt. Die Idee, das Gebäude in einer Art zu platzieren, die den Burghof erweitert, führte schließlich zu einer Situierung an der südwestseitigen Hangkante, in den Burghof eingeschoben und vom Hofbelag flächenmäßig überdeckt. Somit kann der neu entstandene und erweiterte Burghof wiederum für Großveranstaltungen genutzt werden. Außerdem erfolgt die Erschließung des Museumsneubaues auf der unteren Ebene barrierefrei. Dieser Weg zum Eingang des Museums  ist überdies in einen geplanten Rundweg um die Burg eingebunden.

Der neue Bauteil nimmt die Kontur der historischen Burg in zurückhaltender Form auf und schließt gleichzeitig als modernes Element das Ensemble. Der Baukörper hat eine Länge von ca. 45m, eine Breite von ca. 10m und eine Höhe von 3-5m, wobei er in einer unterirdischen Anbindung an das historische sogenannte Pfarrerstöckl mündet. Aufgrund der stützenfreien Ausstellungsfläche ist eine große Flexibilität hinsichtlich der Ausstellungsgestaltung gegeben. Der Neubau gewährleistet eine Ausstellungsfläche von rund 400 m2, mit einem Eingangsbereich, Infos-Desk, Shop und für eine von außen zugänglicher Sanitärzone. Rund 50m² stehen für Büro, Archiv und Depotmöglichkeiten zur Verfügung. Der Innenraum ist schlicht und neutral gehalten, für Bürozwecke wurde eine Zwischendecke eingezogen, die vorgesetzte Fassade wird in Holzbauweise errichtet und ist als Abschluss des Burghofes in Form einer Brüstung hochgezogen.

Der Baukörper selbst wird in Stahlbetonbauweise errichtet und nach Süden hin mit Belichtungsöffnungen versehen, welche einen herrlichen Ausblick und auch bei geschlossenem Museumsbetrieb Einblicke gewähren. Das Gebäude wird aufgrund des saisonalen Museumsbetriebes sommertauglich hergestellt, allerdings wird außerhalb der Betriebszeiten eine frostfreie Mindesttemperatur mit konstanter Luftfeuchtigkeit gewährleistet. Für diverse Veranstaltungen im auf mehr als 1000m² erweiterten Burghof werden an drei Stellen Versorgungspunkte mit Infrastruktur eingerichtet. Auf dem Burghof wird eine wassergebundene Kiesdecke aufgetragen, außerdem erfolgt die Anpassung und Verbreiterung der bestehenden Zufahrt in den Hof.

Ein wesentlicher Kostenfaktor ist auch die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Befundung durch ein begleitendes Team von Archäologen und die erforderliche Rücksichtnahme auf die vorhandene historische Bausubstanz. Die freigelegten alten Mauerreste werden behutsam in das neue Museumsgebäude integriert, so dass ein Teil der alten Mauersubstanz in den Ausstellungsräumen betrachtet werden kann, da sie ins Ausstellungskonzept inhaltlich integriert werden.

Da das Areal im Bereich der Burg Reichenstein unter Denkmalschutz steht, sind archäologische Grabungen zwingend vorgeschrieben. Deswegen müssen die Erdarbeiten für das neue Museumsgebäude von Anfang an von archäologischen Untersuchungen begleitet werden.

Neubau Burgmuseum Reichenstein
Werbung / Fotos: zVg
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