zurück zu den regulären Ausgaben von dbn.at
dbn - Du bist Nachrichten in Niederösterreich, Tirol, Vorarlberg, Burgenland und Oberösterreich
bauen, wohnen, sanieren, renovieren in Oberösterreich
Renovierung Stift Engelszell
Renovierung Stift Engelszell
Abt Marianus Hauseder besichtigt die Baustelle

Renovierung Stift Engelszell

Mitterhauser Stuckhandwerk

Köstner Turmuhranlagen

DI Weilhartner ZT

Haderer Holzbau

Renovierung Stift Engelszell

Realisiert wurde das gesamte Vorhaben von der Stiftsleitung Herrn Abt Marianus Hauseder.

 

Engelhartszell (Oberösterreich), Juni 2012. - Das im Jahr 1293 gegründete Zisterzienserstift Engelszell ist heute das einzige Trappistenkloster in Österreich. Das Donaukloster überdauerte seit Jahrhunderten die wechselvoll, erlebte Geschichte.
Die Stiftskirche selbst mit dem fast 75 m hohen Turm ist eine der stilistisch reinsten Rokoko-Kirchen in Österreich. Die Stiftskirche wurde 1754 bis 1764 neu erbaut und ist mit wertvollen Kunstwerken von Johann Georg Üblher, Joseph Deutschmann, sowie Bartolomeo Altomonte ausgestattet.

Der Baumeister der Stiftskirche ist nicht bekannt. Nach der Sturmbeschädigung wurde die Langhausdecke 1957 mit dem Gemälde von Prof. Fritz Fröhlich in eindrucksvoller Weise modern und neugestaltet Neben Schäden an der gesamten Stiftskirche waren die besonders wertvollen, überlieferten Kuppelgewölbe über dem Chorraum, wegen schwerer Langzeitschäden des darüber befindlichen alten Dachstuhles und der Dachdeckung bereits in großer Gefahr unwiederbringlich zerstört zu werden.
Aus diesem Grund wurde 2008 ein Gesamtkonzept mit 4 aufeinander folgenden Bauetappen mit einem Gesamtvolumen von rund 1 ,20 Mio Euro erarbeitet. Zunächst war die dringlichste und heute bereits durchgeführte Bauetappe 2010 Sicherung Chorraumgewölbe und Dacherneuerung vom Presbyterium mit 450.000 Euro vorgesehen. Die jetzt laufende Etappe 2012 beinhaltet die Restaurierung des Turmes mit der Schaufassade und kostet rund 300.000 Euro.
Die noch folgenden und notwendigen baulichen Maßnahmen der Generalsanierung der Stiftskirche Engelszell mit ihren kunsthistorischen Werten erfordern weitere hohe Investitionen.
Vor allem das Langhaus als geplante Bauetappe 2014, sowie die Kuppelinnenbereiche stehen in den nächsten Jahren noch zur Sanierung an.

Schlosser Schöndorfer, Bauleitung Gabriel, Abt Marianus und Zimmermeister Haderer
(v.l.n.r.) Schlosser Schöndorfer, Bauleitung Gabriel, Abt Marianus und Zimmermeister Haderer

Aktuelle Sanierung Bauetappe 2012 - Turm und Westfassade Der fast 75 Meter hohe, reich gegliederte Turm ist aus Naturstein, Teilen des Vorgängerbaues und Ziegelsteinen gemauert und stellt mit der barocken Westfassade eine sogenannte Schaufassade dar. Auf dem Sockel befinden sich toskanische Pilaster mit darüber liegendem Gebälk.

ln der Mitte ein Dreiecksgiebel, darüber geschwungene Attika, deren Gesimse in der Mitte aufgebogen sind. Seitlich leiten konkav, geschweifte Attikaaufmauerungen mit auf Ihr sitzenden Vasen von den Flügelwänden zum Turm über. Der Sockel des Turmes mit seinem Kordongesimseund den Pfeifenkapitälen besitzt je ein verkröpftes Gebälk, das in der Mitte über der Uhr einen Bogen bildet. Der reich profilierte Turmhelm in Kupfer krönt mit dem Kreuz das Bauwerk.

Die barocke Fassade wurde zuletzt 1984 durch den früher ansässigen, ausführenden Baumeister Roithner renoviert. Bei der heurigen Sanierung werden neben den umfangreichen Baumeisterverputzarbeiten und den intensiven und aufwändigen Malerarbeiten, auch alle bereits schwer beschädigten Fenster saniert. Die Fenster bestehen in diesem Bereich aus annähernd quadratisch gegliederten zierlichen, aber sehr großen Holzfenstern mit mundgeblasenen Echtantikgläsern. Schwierige Steinrestaurierungsarbeiten an den Steingliederungen der Kapitäle, und der auf der Attika stehenden Natursteinvasen sind bereits dringend erforderlich, weil die Witterung schon die Substanz massiv angegriffen hat.

Renovierung Stift Engelszell

Eine besondere Herausforderung sind auch die bestehenden zahlreichen Kupferverblechungen, die zum Teil Einrisse aufweisen, aber groBteils erhalten werden können. Die Kupferbleche haften auf sogenannten Hafterblechen, welche in früherer Zeit aus minderwertigem Blech, wiederum auf eingemauerten Holzunterkonstruktionen befestigt wurden. Diese Unterkonstruktionen sind zum Großteil bereits altersbedingt zerstört und müssen gegen neue Hafterbleche aus Kupfer ausgetauscht werden. Zudem wird in allen Bereichen die gute Fassadenwasserführung zu erhalten und zu verbessernversucht Die 4 Uhrblätter am Kirchturm sind mit einer Größe von etwa 300cm x 300cm ebenfalls zu restaurieren.

Schwere Feuchtigkeits- und Putzschäden an der Fassade der Kirche, sowie Risse im Mauerwerk, und daraus resultierende Frostschäden über dem Eingang, dem Vorplatz und den Gehwegen müssen hier, nicht zuletzt wegen der Gefahr von herabfallenden Putzteilen instandgesetzt werden. Der komplette Blitzschutz ist zu erneuern. Neben der Erneuerung von Teilen der großen Turmschallfenster sind auch Tischlerrestaurierungen der Holzfenster durchzuführen. Der Turm aus Naturstein und Ziegeln gemauert, wies bereits sehr schwere Schäden auf. Die gesamte Schaufassade mit zum Teil durchgehenden Rissbildungen in den Gesimsen muß nach intensiven Untersuchungen nun einer Reihe von Restaurierungsmaßnahmen unterzogen werden.

Renovierung Stift Engelszell

Die vielen Gesimse mit den zahlreichen und allesamt schadhaften Verblechungen müssen alle restauriert und teils erneuert werden. Den Abschluss der laufenden 2. Bauetappe bildet die feierlicheTurmkreuzsteckung des restaurierten Turmkreuzesam 30. September 2012. Alle Arbeiten werden unter sehr guter restauratorischer Begleitung des Bundesdenkmalamtes Linz hinsichtlich kosten-, qualitäts- und wertoptimierter, nachhaltiger Gesichtspunkte, mit einerseits dem denkmalpflegerischem Blick in die historisch, überlieferte Vergangenheit gerichtet, um Gutes zu bewahren und andererseits den Blick auf die Lebensdauer erhöhende Maßnahmen, gemeinsam mit dem Bauherren und den Handwerkern besprochen, geplant und abgewickelt. Die noch folgenden und notwendigen baulichen Maßnahmen der gesamten Generalsanierung der Stiftskirche Engelszell mit ihren kunsthistorischen Werten erfordern weitere hohe Investitionen.

Das Langhaus als geplante Bauetappe 2014, sowie die Kuppelinnenbereiche stehen in den nächsten Jahren noch zur Sanierung an. Die dringend notwendige Generalsanierung der Stiftskirche Engelszell konnte begonnen werden und geht gut im Rahmen der Kostenvorgabe voran.

Mit Ihrer Hilfe und der Hilfe aus Förderungen des Landes Oberösterreich, sowie des Bundes, aus Eigenmitteln des Stiftes und den Spenden der Bevölkerung, sowie von Kunden und Mitarbeitern von Raiffeisen OÖ im Rahmen der Spendenaktion "Retten wir gemeinsam die Stiftskirche Engelszell!" kann nun auch die zweite Bauetappe 2012 wie geplant bestritten werden.

Werbung / Fotos: zVg
© 2008 - 2012 dbn - Du bist Nachrichten. Alle Rechte vorbehalten.