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Stift Klosterneuburg:Kirchendach - ein wichtiger Teil der Generalrenovierung

Stift Klosterneuburg: Generalrenovierung

Ecker Stein

Bausache ZT

 

Klosterneuburg (Niederösterreich), Mai 2012. - Die Generalrenovierung des Stiftes Klosterneuburg wurde Ende der 1990er Jahre begonnen und dient zur Erhaltung eines bedeutenden Kulturerbes Europas. Zur 900-Jahr-Feier des Stiftes im Jahr 2014 soll die Generalrenovierung abgeschlossen sein.

Mit dem Bau der Stiftskirche wurde 1114 begonnen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich bereits die Burg des Markgrafen sowie ein Festes Haus aus der Zeit vor den Babenbergern auf dem Areal, wo sich bereits eine Grenzfestung des römischen Limes befunden hatte.
Von der Stiftsgründung an wurden praktisch bis auf den heutigen Tag – also durch 900 Jahre hindurch – andauernd Erweiterungen, Umbauten, Adaptierungen durchgeführt; besonders einschneidend geschah dies 1730-40 mit der Errichtung des barocken Kaisertraktes, dessen Bau 1740 eingestellt ein Torso blieb. Erst 100 Jahre später wurde wenigstens einer von vier Höfen vollendet. Die letzten großen Bauarbeiten waren 2001-2006 die Errichtung einer unterirdischen Bio-Masse-Heizung und einer Tiefgarage und die Adaptierung der Sala terrena als neuer Besucherzugang.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde eine Renovierung der Stiftskirche und des Kreuzganges verbunden mit einer Regotisierung der Kirchtürme durchgeführt. Eine oberflächliche Renovierung der Gesamtanlage erfolgte in den Jahren 1974-1985 als Vorbereitung für die Landesausstellung1985.
Ende der 1990er Jahre wurde mit einer fundierten Gesamtrenovierung begonnen. Ein Kuratorium aus Stiftsangehörigen und externen Fachleuten (Bundesdenkmalamt, Baudirektor der Erzdiözese etc.) und unter dem Vorsitz des NÖ-Landeshauptmannes bestimmt die jeweils nächsten Abschnitte und organisiert die Finanzierung.

Allein für das Dach werden 185.000 Ziegel benötigt. Um diese Flächen allgemein verständlich zu machen: Kuppeln und Dach des Barocktraktes entsprechen in etwa der Dachfläche von 60 Einfamilienhäusern, doch ist dies nur etwas mehr als ein Drittel des ganzen Stiftes.

Bis 2010 betrug der Gesamtaufwand für die Generalrenovierung 22,5 Millionen Euro, wovon allein für die Innen- und Außenrenovierung der Stiftskirche ein Anteil von rund 7 Millionen zum Tragen kam.
Für den letzten Teil der Generalrenovierung sind 9,6 Millionen Euro veranschlagt, wobei durch die Reduzierung der Bauzeit bis 2014 die Kosten um € 600.000,– gegenüber einer ersten Planung reduziert werden konnten. Die Finanzierung wird allerdings – durch das Stift vorfinanziert - bis 2018 andauern.

Renovierungsarbeiten gelten als einer der personalintensivsten Bereiche der ganzen Baubranche, wobei zum überwiegenden Teil Firmen aus Wien und Niederösterreich beschäftigt sind:
Der Aufwand von € 9,6 Millionen finanziert rund 150.000 Arbeitsstunden, was insgesamt 90 Arbeitsjahren gleichkommt!
Aufgeteilt auf die vier Jahre Bauzeit ergibt dies für die Jahre 2011-2013 mehr als 22 feste Arbeitsplätze für Wiener und niederösterreichische Firmen.

Xervon

 
Werbung / Fotos: Ing. Walter Schlenkert (Tondach), Stiftsbaumeister Niklas Göttersdorfer, Abtprimas
Propst Bernhard Backovsky, Gerhard Hohl und Gattin Gabriela
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