VKI: Zusatzkrankenversicherungen – Versicherer versprechen zu viel
Der Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zu Wartezeiten auf einen Operationstermin (KONSUMENT 9/2011) hat Staub aufgewirbelt. Die Tatsache, dass Patienten mit einer Zusatzversicherung deutlich rascher einen notwendigen Operationstermin erhalten hätten als Kassenpatienten, sorgte für Aufregung. Zahlreiche Reaktionen zeigten zugleich, dass viele Privatversicherte ihre Polizzen offenbar in der festen Meinung abschließen, sich damit Vorteile im medizinischen Bereich zu erkaufen. Der VKI hat daraufhin den Internetauftritt und konkrete Angebote der sieben in Österreich tätigen Anbieter analysiert (Allianz, Donau, Generali, Merkur, Muki, Wiener Städtische und Uniqa). Bis auf einige Ausnahmen versprachen diese mehr, als sie eigentlich dürften. Details zur Erhebung gibt es auf www.konsument.at sowie ab dem 26.1. in der Februarausgabe des Testmagazins KONSUMENT. „Die Werbeargumente einiger Versicherer verleiten zu der Annahme, dass der Abschluss einer Zusatzkrankenversicherung eine bessere und raschere Behandlung mit sich bringt“, resümiert VKI-Projektleiterin Gabi Kreindl. „Eine Zusatzkrankenversicherung bietet laut Gesetz erhöhten Komfort bei der Unterbringung im Spital und bringt Vorteile bei der Arztwahl. Diese erstreckt sich aber nicht auf die Qualität der medizinischen Versorgung, diese muss für alle Patientinnen und Patienten gleich sein.“ Nichtsdestotrotz fanden sich bereits bei der Analyse des Internetauftrittes u.a. folgende Darstellungen: „keine Wartezeit bei wichtigen Operationen“, “Sie bekommen schneller wichtige Behandlungstermine”, „Sie können den Zeitpunkt Ihrer Behandlung oder einer nicht akuten Operation mitbeeinflussen“. Lediglich Merkur und Muki stellten hier keine bessere medizinische Versorgung und raschere Spitalstermine in Aussicht. Darüber hinaus holten jeweils vier Testpersonen per E-Mail bei jedem Versicherer ein Angebot ein (gesamt: 28 Anfragen).
In 18 Fällen wurde ein Angebot unterbreitet. Hier fanden sich bei rund einem Drittel nicht gesetzeskonforme Versprechungen, die eine bessere medizinische Versorgung vermuten lassen, z.B.: „... der wichtigste Vorteil ist, dass Sie enorm verkürzte Wartezeiten bei dringenden und notwendigen Behandlungen haben. Des Weiteren haben Sie in Vertragskrankenhäusern freie Arztwahl, 2-Bett-Zimmer und vor allem den besten Zugang zur besten Medizin.“ Korrekt verhielten sich die Berater der Wiener Städtischen. In keinem der vier unterbreiteten Angebote fand sich ein Hinweis auf eine bessere medizinische Versorgung. Ebenfalls in Ordnung waren die drei Rückmeldungen von der Muki-Versicherung sowie das Angebot von Merkur. In drei Fällen reagierte letztere allerdings nicht auf die E-Mail-Anfrage.
„Versprechungen, dass der Abschluss einer Zusatzkrankenversicherung die Wartezeiten auf OP-Termine verkürzt, sind unseriös. Das Krankenversicherungssystem in Österreich sieht diesbezüglich keine Vorteile für privatversicherte Patientinnen und Patienten vor. Wie unsere Erhebung zeigt, ist hier definitiv noch Handlungsbedarf gegeben“, so Kreindl.
Eingeschneite Verkehrszeichen – was gilt?
Inzwischen hat der Winter in ganz Österreich Einzug gehalten. Eine von vielen unangenehmen Nebenerscheinungen der derzeitigen Wettersituation sind eingeschneite Verkehrszeichen und Bodenmarkierungen. "Nicht identifizierbare runde Verkehrszeichen verlieren bei Schnee ihre Gültigkeit. Insbesondere 'Vorrang geben' sowie 'Halt'-Schilder behalten ihre Gültigkeit aber auch dann, wenn sie von Schnee bedeckt sind. Sie sind an ihrer äußeren Form eindeutig zu erkennen und müssen daher auch bei Schneefall beachtet werden", stellt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer klar.
Ähnlich verhält es sich mit Bodenmarkierungen, die durch Schnee unsichtbar werden. Auch sie sind bei Schnee prinzipiell ungültig. Kurzparkzonen gelten aber auch bei nicht sichtbaren Bodenmarkierungen, da sie durch Verkehrszeichen kundgemacht sind. "Ist auch das Verkehrszeichen aufgrund der Schneelage unkenntlich, kann im Falle einer Strafe auf fehlendes Verschulden aufgrund mangelnder Erkennbarkeit plädiert werden. Die Beweislage ist in diesem Fall allerdings sehr schwierig, da der Schnee natürlich auch rasch wieder schmelzen kann und somit schwer nachzuweisen ist, dass ein Verkehrszeichen tatsächlich nicht zu erkennen war", weiß der ÖAMTC-Experte. Er rät deshalb, das entsprechende Schild gleich nach einer Beanstandung zu fotografieren.
Grundsätzlich sind bei von Schnee bedeckten Bodenmarkierungen die allgemeinen Straßenverkehrsregeln, vor allem betreffend die Fahrbahnmitte, anzuwenden. "Auf der äußerst linken bzw. rechten Spur einer Richtungsfahrbahn darf nach links bzw. rechts abgebogen werden. Auf der mittleren Spur muss gerade aus weitergefahren werden", erklärt der ÖAMTC-Jurist. Prinzipiell ist in derartigen Ausnahmefällen verstärkt Rücksicht zu nehmen – insbesondere natürlich auf ortsfremde Personen.
Bei Stopptafeln oder Ampeln ist unbedingt anzuhalten, wenn die Haltelinien nicht erkennbar sind. "Danach kann man sich langsam in die Kreuzung vortasten, bis ausreichend Sicht für eine gefahrlose Weiterfahrt besteht", rät der ÖAMTC-Experte.
Schnee auf einer Busspur oder einem Schutzweg ist kein Freibrief zur Nutzung durch Autofahrer. Hinweiszeichen oder gelb blinkende Lichter zur Kennzeichnung des Fußgängerübergangs sind unbedingt auch bei Schneechaos zu beachten. Fußgänger sollten aber auch verstärkte Aufmerksamkeit an den Tag legen und Schutzwege nur dann betreten, wenn Fahrzeuge noch weit genug entfernt sind, sodass sie rechtzeitig anhalten können. Auch hier ist verstärkte Rücksichtnahme gefragt.
Vorsicht ist auch bei Hauseinfahrten geboten. Auch wenn Gehsteig-Abschrägungen durch Schnee bedeckt sind, darf das Auto nicht vor Hauseinfahrten abgestellt werden. "Eine Besitzstörungsklage kann drohen", warnt der ÖAMTC-Experte.
Polizeigewerkschaft: BeamtInnensteuer ist Schnapsidee
"Und die nächste Schnapsidee. Die Einsparungsvorschläge werden immer absurder", kann der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Hermann Greylinger, einer Steuer auf "einen sicheren Arbeitsplatz im Öffentlichen Dienst" nichts abgewinnen. Ganz im Gegenteil: "Das ist eine Einkommenskürzung unter einem anderen Namen und offenbart, dass die Leistungen der Beamtinnen und Beamten, insbesondere der Exekutivebeamtinnen und -beamten nicht geschätzt werden".
"PolizistInnen riskieren täglich ihr Leben für die Sicherheit der Bevölkerung, sie sind es auch, die dafür sorgen, dass Touristen Österreich als sicheres Land schätzen, und sie tragen damit auch dazu bei, dass unser Land als Wirtschaftsstandort gefragt ist." Und nur so am Rande sei erwähnt, dass sie für die unzähligen angeordneten Überstunden einen Pensionsbeitrag leisten müssen, der ihnen bei der Pensionsbemessung nur teilweise abgegolten werde, so der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft.
Greylinger abschließend: "PolizistInnen werden im Dienst oft beschimpft, beleidigt, manchmal bespuckt und verletzt. Angesichts dieser Tatsachen ist es verständlich, dass sie sich nach diesem absurden Vorschlag vor den Kopf gestoßen fühlen."
Olivenöl – Kein Verlass auf den Preis
Die Bilanz, die der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nach einem Olivenöltest in KONSUMENT 11/2011 ziehen mussten, war bitter: Von 15 getesteten extra nativen Ölen fielen vier durch. Bei zwei weiteren bestand der Verdacht, dass mit einer verbotenen Wärmebehandlung nachgeholfen worden war, um eine bessere Qualität vorzutäuschen. Auf Anfrage von Konsumentinnen und Konsumenten testete der VKI fünf weitere nativ extra Olivenöle.
Die Testergebnisse fielen etwas besser aus als bei der letzten Untersuchung vor drei Monaten: Bei keinem der getesteten Öle bestand der Verdacht auf unerlaubte Wärmebehandlung und lediglich im Trasimeno s.p.a. Natives Olivenöl extra wurden Weichmacher gefunden. Beim Test auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wurden zwar auch dieses Mal keine Grenzwerte überschritten, dennoch enthielten die Öle vier bis sechs verschiedene PAK.
Wie zuletzt hatte auch dieses Mal ein Diskonter das vergleichsweise beste Öl im Regal: Kloster Toplou, erhältlich bei Hofer um rund acht Euro pro Liter. Ein in einem Wiener Fachgeschäft um 24 Euro pro Liter gekauftes spanisches Öl, Don Carlos, fiel bei der Expertenverkostung hingegen aufgrund fehlerhafter Qualität durch. Fazit: Der Preis ist auch bei Olivenöl nicht unbedingt ein Garant für Qualität.
Niederösterreich war auf der „e-mobility" Konferenz in Graz vertreten
Bürgermeister von Graz, Mag. Siegfried Nagl und Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav Niederösterreich und Graz arbeiten seit dem Jahr 2010 beim Thema Elektromobilität zusammen. Daher war Niederösterreich auch prominent bei der „e-mobility conference" in Graz vertreten, die am 25. und 26. Jänner über die Bühne ging. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesminister DI Nikolaus Berlakovich, Landesrat Siegfried Schrittwieser, dem Grazer Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl und DI Wolfgang Malik, Vorstand der Holding Graz, betonte Wirtschafts-Landesrätin Dr. Petra Bohuslav die Bedeutung des Themas für Niederösterreich: „Wir forcieren den Einsatz moderner Umwelttechnologien, weil die Zukunft in einer sinnvollen Verbindung von Ökologie und Wirtschaft liegt."
Niederösterreich war bei dieser Tagung gleich mehrfach vertreten: Am Informationsstand von „e-mobil in niederösterreich" erwartete die Besucherinnen und Besucher eine Leistungsschau heimischer Projekte und technologischer Entwicklungen zum Thema Elektromobilität. Weiters fungiert Dr. Werner Rom, der in Niederösterreich die Elektromobilitätsinitiative umsetzt, beim Kongress als Moderator und Diskussionsleiter.
Landesrätin Bohuslav konkretisierte in ihrem Eröffnungsstatement die Aufgaben für Niederösterreich: „Unser Ziel ist es, bis 2020 den Anteil von Elektromobilität am Gesamtverkehrsaufkommen merklich zu steigern. Mit der Landesinitiative ‚e-mobil in niederösterreich' schaffen wir die Grundlage für eine erfolgreiche Gesamtentwicklung und eröffnen niederösterreichischen Betrieben den Zugang zu neuen Märkten und innovativen Technologien. Zahlreiche Projekte und Aktivitäten sind bereits in Umsetzung und bilden einen weiteren Schritt zur Vision, Niederösterreich als bedeutende Testregion für Innovationen und Entwicklungen zum Thema Elektromobilität in Europa zu etablieren." Dabei sollen unterschiedliche Mobilitätsbereiche wie Tourismus, Alltagsmobilität, öffentlicher Personennahverkehr oder gewerbliche Mobilität eingebunden werden. Eine weitere wesentliche Stoßrichtung liegt in der Entwicklung von spezifischen Modell-Lösungen, die dann auf größere Regionen ausgerollt werden können.
Hinter der Landesinitiative „e-mobil in niederösterreich" stehen das Umwelt- und das Wirtschaftsreferat der Niederösterreichischen Landesregierung. Mit der Umsetzung ist ecoplus, die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, betraut.
"profil"-Umfrage: Regierungsparteien legen zu - FPÖ verliert, ist aber weiter auf Platz zwei
"profil"-Umfrage: Regierungsparteien legen zu - FPÖ verliert, ist aber weiter auf Platz zwei Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, legen die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP in den Umfragen leicht zu. Würde am Sonntag der Nationalrat gewählt, käme die SPÖ laut der vom Institut Karmasin Motivforschung für "profil" durchgeführten Umfrage mit 29% auf Platz eins. Die Kanzlerpartei hat gegenüber dem Vormonat zwei Prozentpunkte gewonnen. Die ÖVP konnte einen Prozentpunkt zulegen und landet mit 25% auf Platz drei. Die FPÖ verliert einen Prozentpunkt, kann sich aber knapp an zweiter Stelle halten. Die Grünen stagnierten bei Nationalratswahlen auf 14%, das BZÖ auf 4%.
In der Kanzlerfrage kann Werner Faymann um einen Prozentpunkt zulegen und kommt auf 20%, ÖVP-Obmann Spindelegger auf 16%. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache fällt um zwei Prozentpunkte auf 13% zurück. Grünen-Chefin Eva Glawischnig verliert im Vergleich zum Vormonat einen Prozentpunkt und kommt auf 5%.
Bei der Frage, welcher Partei die Österreicher in der Krise am meisten vertrauen, gewinnt eindeutig die ÖVP. Mit 23 Prozent liegt sie vor der SPÖ mit 19%, die FPÖ kommt nur auf 11%. Die Grünen (6%) sind wie das BZÖ (2%) weit abgeschlagen.
UDO JÜRGENS & das Orchester Pepe Lienhard "Der ganz normale Wahnsinn" TOURNEE 2012
Im Februar 2012 startet Udo Jürgens mit dem Orchester Pepe Lienhard unter dem Motto "Der ganz normale Wahnsinn" zur 40-Stationen Konzerttournee. Zwar nimmt das Tournee-Motto Bezug auf den gleichnamigen, satirischen Titelsong der aktuellen CD, aber man könnte es mit Fug und Recht genau so gut als Wahnsinn bezeichnen, auf welch stabiler Erfolgswelle der Sänger und Vollblutmusiker seit über fünfzig Jahren im schnelllebigen Unterhaltungsgeschäft zu reiten vermag.
Mit 76 Jahren ist Udo Jürgens noch immer ein kreativer Schwerarbeiter, der Musikfans aller Altersklassen zu faszinieren vermag. Mit seinem Spagat zwischen satirischen Popsongs und sinfonischer Dichtkunst hat er längst Kultstatus erreicht.
Der exzellente Musiker und Komponist, stilvolle Charmeur und schalkhafte Entertainer sorgt auch in seinem "zweiten Leben" jenseits von 66 Jahren seit über zehn Jahren regelmäßig für Begeisterung und Aufsehen!
13.3.2012, 19:30 - WIEN Wr. Stadthalle, Halle D
Aufgrund des großen Erfolges kehrt Udo Jürgens mit dem Orchester Pepe Lienhard im Herbst 2012 für weitere Konzerte unter dem Motto "Der ganz normale Wahnsinn" zurück nach Österreich.
30.10.2012, 20:00 - GRAZ, Stadthalle
31.10.2012, 19:30 - WIEN, Wr. Stadthalle, Halle D
Kartenvorverkauf: Österreichweit in allen Ö-Ticket Verkaufsstellen, Ö-Ticket Hotline 01 / 96096, in allen Raiffeisenbanken, Wiener Stadthalle Ticket-Service 01 / 79 999 79 und den lokalen Vorverkaufsstellen sowie direkt bei SCHRÖDER KONZERTE 0732 / 22 15 23 und den bekannten Vorverkaufsstellen.
"Mehr Landwirtschaft um weniger Geld ist ein Widerspruch"
"Europa steckt in einer Banken- und Schuldenkrise. Jede Krise bringt vor allem einen klaren Produktionsauftrag für die Landwirtschaft mit sich. Die Versorgung mit regional produzierten Lebensmitteln muss sichergestellt sein. Regional und nicht industriell - lautet die Devise. Dieser Verantwortung können die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich nur nachkommen, wenn die nächste EU-Agrarreform die Weichen richtig stellt. Weltweit verdoppelt sich bis 2050 der Bedarf an Nahrungsmitteln. Das Bevölkerungswachstum schafft Realitäten, die es umso wichtiger und notwendiger machen, diesem Versorgungsauftrag langfristig nachzukommen." Mit diesen Worten sprach sich Bauernbund-Präsident Jakob Auer heute auf der "Grünen Woche" in Berlin deutlich für den Erhalt einer flächendeckenden, bäuerlichen Landwirtschaft aus.
Damit gibt es drei Hauptziele, die von der Agrarreform aus Sicht der österreichischen Landwirtschaft eingelöst werden müssen: "Erstens die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, die Stärkung der Investitionskraft und eine neue offensive Zusammenarbeit zwischen Bauern, Verbänden und Genossenschaften", forderte Auer in Berlin. "Global brauchen wir laufend mehr Landwirtschaft, die Welt verlangt nach mehr Produktion, nach mehr Lebensmitteln, nach Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Aber mehr Landwirtschaft um weniger Geld kann es nicht geben. Beim derzeit herrschenden Preisniveau ist das ein völliger Widerspruch", stellte Auer klar, dass die Gelder für die bäuerliche Produktion gesichert werden müssen.
Kritisch sieht der Bauernbund-Präsident in diesem Zusammenhang die EU-Konzepte zur Flächenstilllegung. Die Vorzeichen seien völlig klar. "Wir brauchen eine produzierende und keine stillgelegte Landwirtschaft. Österreich ist dank seines vorbildlichen ÖPUL-Umweltprogramms, für das wir jahrelang von Brüssel gelobt wurden, grüner als es andere Mitgliedstaaten es je sein können", erinnerte Auer an die naturnahe Produktion. Gerade in Österreich, wo die Landwirtschaft kleinstrukturiert und die Biodiversität hoch sei, würden derartige Greening-Maßnahmen keinen Sinn machen. "Der Hunger nach Energie- und Eiweißpflanzen steigt an, hier sehe ich eine Produktionsnische, die wiederum zur Ökologisierung beiträgt", sagte Auer. Gut abgestimmt mit Verbündeten in Frankreich, Deutschland und den Vertretern im EU-Parlament werde man sich gegen überzogenes "Greening" in den Verhandlungen mit Brüssel zur Wehr setzen.
"Wenn die Säule 'Ländliche Entwicklung' in der EU-Agrarpolitik zur Gänze wegfiele, dann würde die Wertschöpfung der österreichischen Volkswirtschaft um EUR 1,4 Mrd. schrumpfen und 23.000 Jobs gingen verloren. Die landwirtschaftliche Wertschöpfung sinkt dann um 13%, das entspricht einem Gegenwert von EUR 2,7 Mrd. Allein die Bio-Anbaufläche ginge um 25% zurück, der landwirtschaftliche Umsatz fiele um 15%", zitierte Auer Studien des WIFO, um die hohe Umwegrentabilität der EU-Mittel für die Landwirtschaft zu verdeutlichen.
Bei wachsenden Produktionsanforderungen sieht Auer aber auch die Aufrechterhaltung von Qualitätsstandards bei den Lebensmitteln als sein zentrales Anliegen, er strich dabei den Zusammenhang zwischen Herkunft und Qualität hervor. "Wo Österreich draufsteht, muss Österreich drinnen sein - auch bei verarbeiteten Erzeugnissen. Der Konsument will lückenlos informiert werden. Zweifelhafte und irreführende Produktaufschriften und Herkunftsangaben gehören unterbunden. Österreichische Lebensmittel können nicht importiert werden - sie können nur im Inland produziert werden", hielt der Bauernbund-Präsident vor Medienvertretern in Berlin fest.
Schon jetzt den Frühling genießen - beim Naturgartenfest der Aktion „Natur im Garten“
Der 28. Jänner 2012 steht schon ganz im Zeichen des Frühlings. Bei freiem Eintritt warten im Landesmuseum Niederösterreich von 11.00 bis 18.00 Uhr Vorträge von Gartenprofis, Beratung, Verkostung, Verkauf und ein abwechslungsreiches Kinderprogramm.
Rund um den Naturgarten hat dieses Fest Einiges zu bieten. Die Expertinnen und Experten am „Natur im Garten“-Infostand und bei den Partnerbetrieben der Aktion geben Ihnen Tipps für Ihren grünen Daumen. Die ORF-Gartenprofis Karl Ploberger, Johannes Käfer und Kräuterpfarrer Benedikt laden Sie bei ihren Vorträgen in die wunderbare Gartenwelt ein. Als einen Höhepunkt des Tages feiert Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka gemeinsam mit Ihnen die mittlerweile 10.000 NÖ Gartenplaketten, die von „Natur im Garten“ vergeben wurden.
Lassen Sie sich inspirieren und nutzen Sie die Gelegenheit zu verkosten und zu stöbern. Beim Gestecke-Workshop haben Sie die Möglichkeit, Ihre kreative Seite zu zeigen. Spiel und Spaß für Kinder kommt bei diesem Fest auch nicht zu kurz: Mit Kindermusiktheater, Spiel- und Bastelstationen und dem Mikrolabor wartet auf die „kleinen“ Besucher große Unterhaltung.
Schauen Sie vorbei!
Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf www.naturimgarten.at und bekommen Sie beim NÖ Gartentelefon 02742 / 74 333.
Triple-A-Verlust: Strache will Neuwahlen
Triple-A-Verlust: Strache will Neuwahlen "Noch vor wenigen Wochen bin ich von Regierungsvertretern als Schwarzmaler bezeichnet worden, weil ich den Verlust des Triple-A auf Basis der Faktenlage angekündigt habe. Heute ist die Herabstufung Österreichs bittere Wahrheit", sagte der freiheitliche Bundesparteiobmann HC Strache, in einer ersten Reaktion auf den Verlust der höchsten Bonitätsstufe für Österreich.
Es sei völlig klar, dass die Aufrechterhaltung der Fehlkonstruktion des Euro, die darin bestehe, schwache und starke Volkswirtschaften in ein Währungskorsett zu zwängen und dieses trotz des offenkundigen Scheiterns ohne Wenn und Aber aufrecht erhalten zu wollen, eine optimale Voraussetzung für jene seien, die dieses System von Außen spekulativ angreifen wollen, sagte Strache. Genau das zeige sich jetzt.
"Eine klare Antwort auf die Herabstufung Österreichs durch die Ratingagentur S&P;wäre die Ausschreibung sofortiger Neuwahlen", sagte der freiheitliche Bundesparteiobmann HC Strache. Wenn Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger als erste Reaktion darauf nichts anderes einfällt, als ihr "Unverständnis" zu äußern, dann ist es höchste Zeit diese Herrschaften in die Wüste zu schicken", betonte Strache.
Er, Strache, warne bereits seit Monaten vor einer Herabstufung Österreichs durch Ratingagenturen, ohne dass die Bundesregierung geeignete Maßnahmen setze. Statt endlich tiefgreifende Struktur- und Bürokratiereformen anzugehen und Einsparungspotenziale zu heben, diskutiere die Bundesregierung lieber über Steuererhöhungen und Mehrbelastungen, kritisierte Strache. Damit hätten Faymann und Spindelegger deutlich gezeigt, dass sie nicht in der Lage seien, Österreich aus der Krise zu führen, sondern nur am eignen Machterhalt interessiert seien. Dies dürfte auch S&P;so sehen, denn neben der Herabstufung Österreichs sei auch der Ausblick auf "negativ" gesetzt worden, so Strache, der einen Vertrauensverlust für die Proporzregierung auf allen Ebenen konstatiert.
"Die FPÖ hat einmal mehr die Ernsthaftigkeit der Lage nicht erkannt und stellt parteipolitische Interessen vor die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher", stellt ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch fest. "Wenn das alles ist, was der Opposition einfällt, dann gute Nacht", so Rauch weiter. Der ÖVP-General sieht ein "Armutszeugnis und einen eklatanten Mangel an staatspolitischer Verantwortung". Im Gegensatz zur Opposition hat die Regierung schon längst die richtigen Schritte eingeleitet und arbeitet mit Hochdruck an der Absicherung nachfolgender Generationen.
WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Burn-out und die Rolle des Chefs
Führungskräfte spielen bei Burn-out eine große Rolle Was Burn-out nicht ist: Burn-out ist keine Gaudi. Burn-out von 9 bis 16 Uhr - komischerweise nur in der Arbeit, danach wieder alles easy -, das gibt es zum Beispiel nicht. Burn-out ist auch nicht mit Depression gleichzusetzen, auch nicht mit Tachinieren. Auch Burn-out-Experten - eine Spezies, die in letzter Zeit immer häufiger auftritt - sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Wie hieß es in der Guttenberg-Affäre rund um seinen EU-Beraterjob in Sachen Internetfreiheit so schön: "Wenn ich mich mitten auf die Straße stelle und von einem Auto angefahren werde, heißt das nicht, dass ich Automechaniker bin." Burn-out-Experte ist man auch nicht dadurch, indem man einmal davon betroffen war. Was Burn-out ist: Eine ernsthafte Erkrankung - auch wenn dies noch nicht als Krankheit klassifiziert ist -, über die die Öffentlichkeit schlecht informiert ist. Auch ist kaum bekannt, wohin man sich im Ernstfall wenden kann. Der neu gegründete Verein "Burn Aut" - bei dessen Namen es sich nicht um einen Rechtschreibfehler handelt - versucht Know-how zu kanalisieren, den Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten und für Prävention zu sorgen.
In der Praxis kann dem aber bereits vorher begegnet werden. Wie sich herausgestellt hat, ist nicht die Arbeitsquantität, sondern die Arbeitsqualität eine der Hauptursachen für Burn-out. Das bedeutet, dass die Führungskräfte bei der Entstehung der Krankheit eine entscheidende Rolle spielen. Augenscheinlich wird das, wenn in einem Team mehrere Mitarbeiter betroffen sind. Die Frage, wie viele Führungskräfte ihren Job gut machen und tatsächlich führen können - klare Vorgaben machen, richtig Feedback geben oder jemals an einem Mitarbeiterführungsseminar teilgenommen haben -, sei an dieser Stelle dahingestellt. Laut Experten soll es sich jedenfalls nicht um die überwiegende Mehrheit handeln (Zynismus gilt übrigens als eines der ersten Symptome für Burn-out).
Was aber alle Arbeitgeber und Führungskräfte machen können, ist, sich zu informieren, wie sie betroffenen Mitarbeitern helfen können. Oder noch besser dafür sorgen, dass es gar nicht so weit kommt. Und das heißt, Seminare besuchen und sich Know-how über Burn-out anzueignen. Denn man kann ja ruhig ein schlechter Chef sein, solange man dabei nicht gleich seine Mitarbeiter verheizt - denn nicht selten reißen diese ihre schlechten Vorgesetzten im Arbeitsalltag heraus. Vor allem aber wird die Schlagkraft des Unternehmens erhöht. In jedem Fall haben beide etwas davon.
"Kleine Zeitung" Kommentar: "Lasst das Parlament in Ruhe... kontrollieren"
"Lasst das Parlament in Ruhe... kontrollieren" Es ist ja lobenswert, wenn der steirische Landeschef Franz Voves via "Pressestunde" seine Spargesinnung auch dem Bund überstülpen will. Doch sein Vorschlag, ähnlich dem nächsten steirischen Landtag auch gleich den Nationalrat um zehn Prozent zu verkleinern, ist gefährlich. Und er wird um nichts harmloser, wenn ihn jetzt auch der Landeshauptmann Niederösterreichs, Erwin Pröll, oder der Vorarlbergs, Markus Wallner, nachplappern. Es werden sich weitere finden, die das Parlament reduzieren wollen und glauben, damit beim Wähler als Sparmeister durchzugehen.
Bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Ziel, statt 183 nur noch 165 Abgeordnete haben zu wollen, so schnöde vier bis fünf Millionen Euro einzusparen und in die Zeit vor der Wahlrechtsreform Kreiskys in den 70ern zurückzukehren, als doppelt fragwürdig: Dahinter steckt entweder purer Populismus - oder Ahnungslosigkeit.
Auf Letzteres deutet hin, dass die Wortführer des neuen demokratischen Minimalismus Landtage und Nationalrat stets in einem Aufwasch' gemeinsam verkleinern wollen. Dass Landtage eine Verschlankung vertragen können, mag stimmen. Das werden die Landeshauptleute aus eigener Erfahrung wohl präzis beurteilen können.
Doch der Nationalrat ist anders aufgestellt und scheint für Voves, Pröll & Co. Teil eines Hohen Hauses mit sieben Siegeln sein. Vielleicht hilft dem ein Kurzporträt ab: In dieser Abgeordnetenkammer werden schon noch Gesetze gemacht. Im Vorjahr waren es 121 an 47 Plenartagen. Daran arbeiten 38 Ausschüsse mit meist 26 Abgeordneten, die jährlich in etwa 200 Sitzungen verhandeln.
Schon dieser Aufwand überfordert kleinere Parteien, die eine reduzierte Abgeordnetenschar wohl endgültig überlastete. Fast jeder Abgeordnete kann überdies ein Lied davon singen, wie sehr die Arbeit seit Österreichs EU-Beitritt zugenommen hat, weil auch EU-Recht in die nationale Gesetzgebung zu übernehmen ist.
Außerdem wachsen die Kontrollaufgaben etwa durch das neue Haushaltsrecht des Bundes, weshalb im Parlament derzeit ein eigener, achtköpfiger Budgetdienst aufgebaut wird. Er soll dazu beitragen, dass Abgeordnete in Finanzfragen endlich mit Finanzministern auf Augenhöhe mitreden können.
Das alles ist mit weniger Personal nicht vernünftig zu machen. Abgesehen davon, dass weniger Abgeordnete weniger Kontakt zu den Wählern heißt. Wenn Politiker sparen wollen, bitte gern: bei ihren Gehältern oder Nobelschlitten. Aber nicht durch Einschnitte in die Demokratie durch weniger Kontrollore.
Scheiben von Eis befreien – aber richtig
Im Winter steht für all jene Autofahrer, die weder über Garage noch eine Standheizung im Auto verfügen, allmorgendliches Eiskratzen am Programm. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten zum Enteisen der Autoscheiben – auch fragwürdige Methoden sind weit verbreitet. "Heißes Wasser eignet sich definitiv nicht zum Enteisen der Scheiben. Im Gegenteil – bedingt durch die großen Temperaturunterschiede droht sogar das Springen der Scheiben", warnt ÖAMTC-Techniker Thomas Stix. Auch das Zweckentfremden von CD-Hüllen oder Scheckkarten zu Eiskratzern hält der ÖAMTC-Experte für ungeeignet. Stattdessen rät er, auf altbewährte Methoden zurückzugreifen:
* Eiskratzer: Der klassische Eiskratzer ist laut ÖAMTC-Techniker nach wie vor die beste Methode, um Scheiben eisfrei zu bekommen. Inzwischen gibt es viele Modelle, die das Eiskratzen sehr komfortabel gestalten. So sind manche Eiskratzer etwa in wärmende Handschuhe integriert. Beim Eiskratzen sollte man jedoch mit Vorsicht vorgehen. "Wird die an der rechten oberen Ecke der Windschutzscheibe angebrachte § 57a-Überprüfungsplaktte beschädigt, muss unter Vorlage des Gutachtens auf eigene Kosten ein neues Pickerl besorgt werden", warnt der ÖAMTC-Techniker vor allzu ungestümen Kratzmanövern.
* Enteisungssprays: Der Einsatz von Enteisungssprays kann als echte Alternative zum Eiskratzer gesehen werden. Bei starkem Eis wirkt eine Kombination aus Eiskratzer und Enteisungsspray am besten. Dabei sollte aber aus Rücksicht auf die Umwelt unbedingt ein Pumpspray verwendet werden. "Häufig wird auch konzentrierter Scheibenreiniger auf die vereiste Scheibe geleert. Diese Methode ist zwar wirksam, aber auf Dauer sehr teuer", erklärt der ÖAMTC-Experte.
* Thermodecke: Ist mit Eis zu rechnen, können rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden. "Das Abdecken der Frontscheibe mit einer Thermodecke am Vorabend beugt vereisten Scheiben vor", weiß der Clubexperte. Allerdings sollte nicht auf Heck- und Seitenscheiben vergessen werden. Diese müssen trotzdem noch zusätzlich von Eis befreit werden. "Zudem sollte die steif gefrorene Decke nicht im Auto verwahrt werden. Durch die Feuchtigkeit können Scheiben leicht anlaufen", erklärt der ÖAMTC-Techniker.
Zuletzt verweist Stix auf das Verbot, den Motor am Stand laufen zu lassen. "Viele Autofahrer sind der Meinung, ein laufender Motor würde helfen, rascher zu eisfreien Scheiben zu kommen. Dem ist nicht so. Dieses Verhalten ist uneffektiv, strafbar und noch dazu extrem umweltschädlich", appelliert der ÖAMTC-Techniker abschließend an das Verantwortungsbewusstsein der Autofahrer.
VKI setzt Schadenersatz für falsche Anlageberatung gerichtlich durch
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in drei Musterprozessen gegen verschiedene Anlageberater - geführt im Auftrag des Konsumentenschutz-ministeriums - Recht bekommen. Zwei Urteile sind rechtskräftig. In allen Fällen wurden KleinanlegerInnen riskante Produkte bzw. Kreditkonstruktionen als "sicher" verkauft und über die innewohnenden Risiken nicht aufgeklärt.
Die "EFS Euro Finanz Service Vermittlungs AG" in Salzburg und die "Contectum Investment-Consulting GmbH" in Graz haben Kleinanlegern, die einem Risiko völlig abgeneigt waren, MEL-Zertifikate als "sicheres" Investment angeboten. Das jeder Einzelaktie innewohnende Risiko von Kursverlusten bis hin zu einem Totalverlust wurde geflissentlich verschwiegen. In schriftlichen Unterlagen fanden sich zwar entsprechende Hinweise, doch diese Unterlagen wurden nur als "Formalität" abgetan und von den KonsumentInnen ungelesen unterzeichnet. Nach den Kursverlusten hat der VKI - nach Abtretung der Ansprüche - Schadenersatz gegen die Berater eingeklagt. Daraufhin kam - wie in solchen Fällen stets - das Argument, dass die Beratenen bereits zu einem früheren Zeitpunkt die falsche Beratung durchschauen hätten müssen und Schadenersatzansprüche daher verjährt seien. Die Gerichte entschieden im Sinn der geschädigten AnlegerInnen: Das Verschweigen von Risiken ist schuldhafte falsche Anlageberatung, wofür die Beratungsunternehmen haften. Die Falschberatungen seien erst im Augenblick der Kursabstürze erkennbar gewesen, die Klagen daher nicht verjährt. Die Gerichte sprachen Schadenersatz zu. Das Urteil gegen EFS ist rechtskräftig.
Im dritten - ebenfalls sehr typischen Fall - vermittelte der Vermögensberater Isamberth aus Graz zwei zwanzigjährigen Salzburgerinnen, die ursprünglich einen Kredit für einen Wohnungskauf aufnehmen wollten, einen Fremdwährungskredit weit über der benötigten Summe und überredete die Konsumentinnen, das angesparte Kapital als Einmalerlag in Lebensversicherungen - zum Teil mit einer Laufzeit von 75 Jahren (!) - zu investieren. Auch hier dasselbe Bild: Konservativen und unerfahrenen Anlegerinnen wird ein riskantes Gesamtfinanzierungskonzept vorgeschlagen, ohne die Risiken im Detail darzustellen. Auch hier wurde - vom OLG Linz bestätigt - rechtskräftig Schadenersatz zuerkannt.
Auch die rund 2.500 TeilnehmerInnen an den Sammelklagen gegen den AWD - hier steht der Vorwurf der systematischen Fehlberatung bei Immobilienaktien im Raum - schildern ähnliche Erlebnisse. Diese Verfahren werden erst in den nächsten Jahren von den Gerichten entschieden.
"Aus den zahlreichen Fällen rund um die Vermittlung von MEL-Zertifikaten, Immobilienaktien und Fremdwährungskrediten zeigt sich eines ganz klar: Die von den jeweiligen Produkt-Emittenten bezahlten Provisionen treiben die Vermittler - im finanziellen Eigeninteresse - dazu, den Kunden Produkte als sicher darzustellen und Gefahren zu verschweigen, nur um Provisionen zu verdienen. Eine anlegergerechte Beratung bleibt da sehr oft auf der Strecke", kritisiert Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI. "Daher müsste - will man aus den Schadensfällen lernen - eine Abkehr von der Provisionsberatung hin zu einer Honorar-beratung erfolgen."
Buchpräsentation zu Gedenkstättenpädagogik in Österreich
Mit "Erinnern an das Vergessen" hat Univ.Prof. Dr. Peter Gstettner das erste umfassende und theoretisch begründete Werk zur österreichischen Gedenkstättenpädagogik vorgelegt. Es wird diesen Donnerstag im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) präsentiert.
Der Autor, Universitätsprofessor für Erziehungswissenschaft in Klagenfurt und Vorstandsmitglied des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), arbeitet in diesem Buch seine Erfahrungen mit der Rekonstruktion der NS-Geschichte in Österreich auf, speziell vor dem Hintergrund seines antifaschistischen Engagements in Kärnten. Peter Gstettner entdeckt vielfältige und erhaltenswerte Zeugnisse der NS-Geschichte in Mauthausen und seinen Außenlagern, in Lebensgeschichten und Hinterlassenschaften von NS-Opfern, in den Institutionen der Tätergesellschaft und des Widerstandes. Seine praktische Gedenkstättenarbeit mündet in dem Versuch, das kollektive Schweigen zu brechen und die Erinnerung an die Opfer zu bewahren.
Das Buch hat auch Bedeutung im Zusammenhang mit dem neuen Revisionismus und den rechtsextremen Entwicklungen in der heutigen österreichischen Gesellschaft. "Die Erfahrungen des Autors sind ein Beleg dafür," so der Vorsitzende des MKÖ, Willi Mernyi, "dass alle Bemühungen der Politischen Bildung darauf zu richten sind, dass die verwischten Spuren von NS-Verbrechen und die dazu gehörenden 'vergessenen Orte' wieder für eine Erziehung zur Demokratie und Toleranz fruchtbar gemacht werden."
Schnarchfrei mit der Gaumenspange
Schnarchfrei mit der Gaumenspange Vor fast zwei Jahren wurde das Schweizer Produkt die "Gaumenspange Velumount" gegen Schnarchen und leichte Atemaussetzer in Österreich präsentiert. Nach einem sehr erfolgreichen Start eröffnet die Firma nun weitere Institute, wo die Spange erhältlich ist.
Neben der Zentrale in 1130 Wien ist ab Februar 2012 auch in St. Pölten, Linz, Salzburg, Klagenfurt ein eigener Standort verfügbar. Graz und Innsbruck sind in Vorbereitung.
"Die Velumount(R) Schnarchspange ist ein effektives Medizinalinstrument gegen Schnarchen und Atempausen im Schlaf, das in der Schweiz bereits zu den etablierten Behandlungsmethoden gehört. Die mechanische Schienung der Weichteile in den oberen Atemwegen und/oder im Zungenbereich verhindert dass es nachts zu einer gesundheitsgefährdenden Verengung kommt. Die Spange wird individuell angeformt und nur nachts getragen. Nach kurzer Eingewöhnung ist die Gaumenspange kaum spürbar. Sprechen und Schlucken ist problemlos mit eingelegter Spange möglich." so der Hersteller.
"Als selbst Betroffener habe ich vor zehn Jahren eine einfache und zugleich wirksame Methode gegen das Schnarchen entdeckt", sagt der Erfinder der Velumount-Methode, der Schweizer, Arthur Wyss. "Die Methode ist durch wissenschaftliche Studien belegt."
DIE SEER Open Air 2012 - Wörtherseebühne
DIE SEER LIVE - das steht für Leben auf der Bühne, für den genauen Gegensatz zur „Konserve“. Die Musik der SEER lebt. Neun (!) Musiker agieren auf der Bühne. Neun Individualisten, zum Ensemble zusammengeschweißt. „Künstler“, die auf der Bühne ihr Bestes geben, die den direkten Draht zum Publikum suchen und finden. Eine stimmungsvoll „seerische“ Show, die einen emotionalen Bogen entstehen lässt. Musik und Musiker werden spürbar.
Die SEER sind eine der stärksten Livebands des Landes. Ihre Erfolge in den Hitparaden, ihre Präsenz in den Medien sind nur ein Gradmesser dafür, dass Text, Musik und musikalische Darbietung schon auf CD bewiesen haben, dass das ‚Seerische‘ mehr als bloße Unterhaltung ist. Es ist eine Lebenseinstellung, die in Noten, Wörter und Arrangements gepackt und auf die Reise zu den Ohren der Zuhörer geschickt wurde. Mit Erfolg. Die SEER sind – gemessen am CD Verkauf – eine der erfolgreichsten österreichischen Bands der letzten Jahre. Ihre großen Hits - wie Wilds Wossa, Junischnee, Über'n Berg, Aufwind, 1 Tag, Oma - verkauften sich wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“!
Dies kam nicht von ungefähr, sondern hatte Zeit zu wachsen. Kein Retortenbaby, sondern über die Jahre zu dem geworden, was es ist. Das ist vor allem auch bei den Konzerten spürbar.
Ein Konzert der Band ist wie ein großes Treffen von Freunden und diese kommen in Scharen. Man(n) ist sich dessen bewusst. Mann ist Fred Jaklitsch. Kopf und Mastermind der SEER. Mit viel Gespür baut er jede Show so auf, wie wenn sie ein einzigartiges Ereignis wäre. "Ich denke, dass es einfach wichtig ist, sensibel mit den Empfindungen der Zuhörer umzugehen. Texte verhallen nicht wirkungslos in den Köpfen der Menschen. Hat man diese einmal erreicht, dann hat das auch viel mit Verantwortung zu tun", erklärt Jaklitsch. Verantwortung steht dafür, die Arbeit auf der Bühne nicht als typischen Konzertbetrieb zu sehen. "Konzertbetrieb - schon das Wort klingt so emotionslos", sagt er und trifft damit den Nagel auf den Kopf. "Unmittelbar nachdem die Musik uns in Richtung Publikum verlassen hat, ist sie im Grunde schon wieder Vergangenheit und daher ist jedes Konzert, jeder Bühnenauftritt für uns wieder etwas ganz Neues", so Jaklitsch. Dieser Einsatz zahlt sich aus und wer je ein Konzert der Seer gesehen hat, weiß, wovon die Rede ist. Freude am musikalischen Handwerk. Echte Live-Musik.
Das SEER OPEN AIR 2012 wird, wie auch 2011, der Treffpunkt und das Highlight der großen SEER Fangemeinde im unvergleichlichen Ambiente der Wörtherseebühne. Mit einer geballten Ladung der großen SEER Hits, von ‚Wilds Wossa’ bis ‚Bist du’s’ und natürlich den neuen Liedern der im Juni 2012 erscheinenden, neuen CD kommt die Kultband aus dem Salzkammergut auch 2012 nach Klagenfurt.
Konzertkritiken können nur zum Teil wiedergeben, was "SEER Live" bedeutet. Man muss es selbst sehen und hören, dann kommen "SPÜREN" und "FÜHLEN" von ganz allein. Hat man das erlebt, dann weiß man auch, was "SEERISCH" ist ...
In diesem Sinn: „Sche wars, wennst do warst!“
11. August 2012, 20 Uhr - Klagenfurt, Wörtherseebühne
Kartenvorverkauf: Ruefa Reisen 0463 / 564 000, Villacher Kartenbüro 04242 / 273 41, Reisebüro Springer, Ö-Ticket Verkaufsstellen, Ö-Ticket Hotline 01 / 96 0 96 sowie direkt bei SCHRÖDER KONZERTE 0732 / 22 15 23.
CHINESISCHER NATIONALCIRCUS "Seidenstraße" Tour 2012
Die neue Show des Chinesischen Nationalcircus nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise über die SEIDENSTRASSE - den alten Karawanenstrom ins Reich der Mitte und bietet so, ummantelt von Weltklasseakrobatik, die Ansicht von unbekannten Kulturen und Traditionen des Fernen Ostens mit einer neuen Perspektive und zeigt damit sowohl die interessanten Kulturunterschiede auf als auch unterstreicht sie gekonnt mit Staunen, Leidenschaft und Humor die tiefen menschlichen Gemeinsamkeiten der Völker an diesem Weg.
Nach 22 erfolgreichen Jahren in Europa zeigt der Chinesische Nationalcircus erstmals den Weg zu seinen geographischen, historischen und mentalen Wurzeln indem er erneut einen spannenden Mix aus spektakulärer Artistik, der gelebten Einheit von Körper, Geist & Seele und der überwältigenden Faszination einer fremden Hochkultur präsentiert. Folgen Sie auch in diesem Jahr den besten Artisten der Welt in einer zweistündigen Reise über diesen Weg. Denn dann werden sie gemeinsam mit diesen Ausnahmekünstlern erleben, dass dieser Weg garantiert das Ziel ist!
16.3.2012 - 20 Uhr - KLAGENFURT - Messearena
17.4.2012 - 19:30 Uhr - AMSTETTEN - Eishalle
18.4.2012 - 20 Uhr - WIEN - Wr. Stadthalle, Halle F
19.4.2012 - 20 Uhr - LINZ - TipsArena
20.4.2012 - 20 Uhr - GRAZ - Helmut-List-Halle
21.4.2012 - 20 Uhr - SALZBURG - Sporthalle Alpenstraße
22.4.2012 - 20 Uhr - INNSBRUCK - Congress Innsbruck, Dogana
Karten: Österreichweit in allen Ö-Ticket Verkaufsstellen, Ö-Ticket Hotline 01 / 96096, Wiener Stadthalle Ticket-Service 01 / 79 999 79, Linzer Kartenbüro 0732 / 778800, LIVA 0732 / 775230, Kultur- & Tourismusbüro Rathaushof Amstetten 07472 / 601-454 und den lokalen Vorverkaufsstellen sowie direkt bei SCHRÖDER KONZERTE 0732 / 22 15 23.
"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Daham mit Islam"
Kopftuch, Minarette, Scharia - diese Reizworte fallen in Österreich am häufigsten, wenn vom Islam die Rede ist. Von dort ist es nicht mehr weit zum Islamismus und den bewaffneten Kämpfern, die vorgeben, im Namen Allahs zu morden. Blaue Hassprediger bestreiten mit dem Amalgam aus Angst und Unwissen ganze Wahlkämpfe ("Daham statt Islam"). Vermintes Gelände also, das Regierungspolitiker gern großräumig meiden. Der neue Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der junge Integrations-Staatssekretär wollen diese No-go-Area nun einer vernünftigen Debatte erschließen. Das ist erfreulich und war überfällig.
Der deutsche Innenminister sorgte jüngst bei den Muslim-Repräsentanten für Unmut, als er ihnen eine "Sicherheitspartnerschaft" anbot - der Islamismus lässt grüßen. Der heimische Staatssekretär geht die hochsensible Causa betont extra dry an (Seite 3). Sebastian Kurz ist mit der unterkühlten Politik der kleinen Schritte bislang doppelt gut gefahren. Persönlich: Mr. "Geilomat" aus dem Wien-Wahlkampf mutiert zum Vorzeige-Talent der Koalition. Und in der Sache: Reizthemen wie Islam werden hierzulande nicht mehr allein schrillen Hetzern überlassen. Das ist noch lange nicht die Lösung, aber ein guter Anfang.
Landeshauptleute treffen sich am Rande des Nightrace
LH-Vize Hermann Schützenhöfer, LH Erwin Pröll, LH Michael Häupl und LH Franz Voves Im Zuge des „Nightrace" in Schladming haben sich heute die Landeshauptmänner Erwin Pröll (Niederösterreich) und Michael Häupl (Wien) mit den steirischen Landeshauptleuten Franz Voves und Hermann Schützenhöfer getroffen. Bei diesem informellen Treffen wurden unter anderem auch wichtige anstehende Fragen der österreichischen Innenpolitik angesprochen. Für die Steiermark führt ja derzeit Landeshauptmann Voves als Vorsitzender die Landeshauptleute-Konferenz.
„Das heutige Treffen ist auch als symbolisches Zeichen zu verstehen, dass die Ski-WM 2013 in Schladming ein Sportgroßereignis aller Österreicher wird", so LH Voves. LH-Vize Schützenhöfer ergänzte: „Wir wollen die Reformpartnerschaft auf ganz Österreich ausdehnen und haben dazu die zwei wichtigsten Landeshauptleute im Boot."
Dieses Treffen in gemütlich steirischer Atmosphäre fand abseits des Trubels in der WM-Stadt Schladming auf der „Holzhackerstubn" auf 1050 Meter Seehöhe an der Weltcup-Strecke auf der Planai statt. Im Anschluss werden sich die Landeshauptleute gemeinsam das traditionelle Rennen ansehen und den heimischen Fahrern die Daumen drücken.
Getönte Gesichtscremen: Teure Cremen teils nur mittelmäßig - preisgünstige Cremen punkten
Getönte Gesichtscremen: Teure Cremen teils nur mittelmäßig - preisgünstige Cremen punkten Getönte Tagescremen versprechen einen frischen, ebenmäßigen, gepflegten Teint sowie Pflege für die Haut. Sechs von zehn getesteten Cremen erfüllen dieses Versprechen "gut". Die Hautverträglichkeit wurde sogar bei allen Produkten als sehr gut bewertet. Wie schon bei vielen Kosmetik-Tests, zeigte sich aber auch diesmal, dass ein hoher Preis kein Garant für Top-Qualität ist. Die teuren Cremen von Douglas (37,90 Euro/100 ml), Vichy (56,83 Euro/100 ml) und Shiseido (73 Euro/ 100 ml) heimsten jeweils nur ein "durchschnittlich" ein. Der Grund: Diese - durchaus hochpreisigen - Gesichtscremen waren entweder in kosmetischer oder in pflegender Hinsicht günstigeren Produkten deutlich unterlegen. Die besten Ergebnisse erzielte Nivea Visage Getönte Feuchtigkeitscreme, erhältlich um 18,40 Euro pro 100 Milliliter. Ebenfalls gut, aber noch preiswerter sind die getesteten Gesichtscremen von dm/Balea und Müller/Terra Naturi.
Die besten Pflegeeigenschaften wies Olaz Complete Touch of Foundation (20,60 Euro/100 ml) im Test auf. Für die Verpackung kassierte die Creme allerdings ein fettes "nicht zufriedenstel-lend": Diese täuscht bei Weitem mehr Inhalt vor als tatsächlich vorhanden ist. Ebenso stecken die Cremen von Müller/Terra Naturi, Bebe Young Care und Vichy in klassischen Mogelpackungen.
Als einziges Produkt wurde Dr. Hauschka Tönungs Pflegecreme mit "nicht zufriedenstellend" bewertet. Diese erzielte zwar bei den meisten Prüfpunkten gute Noten, bestand jedoch den Konservierungs-Belastungstest nicht. "Werden Cremen etwa mit nicht ganz sauberen Fingern benutzt, können Keime eingetragen werden", erläutert VKI-Experte Konrad Brunnhofer. Doch selbst in Produkten ohne Konservierungsstoffe - wie es etwa bei Dr. Hauschka der Fall ist - sollten potenzielle Krankheitserreger bald wieder absterben. Das war allerdings nicht der Fall. Die Keimzahl stieg während des Tests sogar an.
DER STANDARD-KOMMENTAR: "Sparen an der Demokratie"
Politische Reformen können nicht nur unter dem Kostenaspekt gesehen werden Den Bundespräsidenten abschaffen, den Nationalrat verkleinern, die Landtage umbauen, den Bundesrat anders beschicken. Es mangelt nicht an Vorschlägen, wie die Instrumente der Volksvertretung neu gestaltet werden könnten. Das ist gut. Und gleichzeitig ganz schlecht. Gut deshalb, weil tatsächlich Reformbedarf besteht und eine solches Vorhaben auch den Druck der öffentlichen Debatte braucht. Ganz schlecht deshalb, weil die Diskussion nicht die Notwendigkeit einer Veränderung widerspiegelt, sondern von der Politik nur unter dem Eindruck des Sparpakets geführt wird. An der Demokratie sparen zu wollen, ist aber gefährlich. Demokratie muss auch etwas wert sein, und es muss Politiker geben, die in ihren Wahlkreisen auch mit der Bevölkerung in direkten Kontakt treten können. Die gleichen, die jetzt Politiker abschaffen oder reduzieren wollen, werfen diesen oft genug vor, abgehoben zu sein. Richtig ist: Der Bundesrat ist unnütz. Er hat keine vernünftige Funktion mehr, er gehört abgeschafft. Im Kontext mit dem Sparpaket, das auf die Österreicher zukommt, ist das auch eine symbolische Frage. Den Bundesrat aufzulösen bringt zwar keine große Kostenersparnis, würde aber zumindest theoretisch den Sparwillen der Regierung unterstreichen. Da die Länder mit dem Bundesrat faktisch aber eine Möglichkeit haben, in allen Angelegenheiten, die sie direkt betreffen, ein Veto einzulegen, wird der Bundesrat wohl nicht aufgelöst, sondern nur anders beschickt werden - mit Landtagsabgeordneten. Damit spart man sich zwar 62 Bundesratsgehälter, aber letztendlich illustriert diese halbherzige Lösung nur die Unentschlossenheit der Regierung. Gleich dazu den Bundespräsidenten abschaffen und den Nationalrat verkleinern zu wollen ist aber zu weit gegriffen. Über manches Zeremoniell kann man streiten, aber tatsächlich hat der Bundespräsident in Österreich nicht nur eine Rolle (die er gerne mit großer Sorge und ernster Miene spielt), sondern auch eine Funktion. Er kann bei der Regierungsbildung zumindest mitreden - und theoretisch könnte er eine Regierung auch entlassen.
Selbst dem repräsentativen Selbstverständnis kann man etwas abgewinnen. Und die Direktwahl durch das Volk ist allemal besser als der Politpoker in Deutschland, mit dem Figuren wie Christian Wulff ins Amt gehievt werden. Natürlich gibt es faule Abgeordnete, die sich gerne in die Rolle als willfähriges Abstimmvieh fügen - unter den 183 Abgeordneten im Nationalrat aber die Minderzahl. Auch wenn die Gesetze nach wie vor woanders, nämlich in den Ministerien, gemacht und dem Parlament schließlich oktroyiert werden, ist die Arbeit der Abgeordneten mehr geworden, was sich auch an der Zahl der Ausschüsse zeigt. Wenn man den Begriff Volksvertreter ernst nimmt, muss man diesen zugestehen, sich auch bei ihren Wählern blicken zu lassen. Derzeit kommen auf ein Mandat im Schnitt 26.700 gültige Stimmen. Das kann man so lassen. Eine Reform braucht es aber jedenfalls, und zwar eine in Richtung Persönlichkeitswahlrecht.
Das Parlament braucht mündige und selbstbewusste Abgeordnete, nicht bloß brave und abhängige Parteisoldaten. Darüber sollte man dringend reden. Aber erst, wenn das Sparpaket endlich unter Dach und Fach und der Kopf wieder frei ist für eine nüchterne Diskussion abseits politischer und populistischer Tausch- und Tagesgeschäfte.
Semesterferien: Jeder elfte Österreicher macht Winterurlaub
Neun Prozent der österreichischen Bevölkerung planen, die kommenden Semesterferien für ihren Winterurlaub zu nutzen. Das ist das Ergebnis einer Onlinebefragung von 1000 Internetnutzern zwischen 18 und 65 Jahren des Marktforschungsinstitutes INTEGRAL. Dabei sind es vor allem die finanziell besser gestellten Milieus, die sich eine Auszeit vom Alltag gönnen.
So zeigt die Analyse der zehn Sinus-Milieus(R), die die österreichische Gesellschaft nach ihrer Wertorientierung und ihrer Lebenseinstellung gruppieren, dass vor allem die leistungsorientierten "Performer" mit 23% und die gebildeten "Postmateriellen" mit 18% in den Semesterferien zum Winterurlaub aufbrechen werden.
Die beliebteste Reisezeit liegt allerdings zwischen Dezember und Ostern außerhalb der klassischen Ferienzeiten. Denn 20% der Befragten nutzen diese Zwischensaison für ihren Winterurlaub. Am wenigsten gefragt sind die Osterferien, nur 4% geben an, in dieser Zeit verreisen zu wollen.
Insgesamt zieht es im Winter 29% der Befragten in den Urlaub, auch hier überwiegen die finanziell besser gestellten Milieus. 48% der "Performer", 41% der "Postmateriellen" und 40% der weltoffenen und statusorientierten "Etablierten" hegen Urlaubsabsichten für die kalte Jahreszeit.
Kaum Reisepläne schmieden die junge, unterhaltungsorientierte Mitte der "Adaptiv-Pragmatischen" und die "Bürgerliche Mitte". Allerdings haben diese Milieus, die eher im ländlichen Raum angesiedelt sind, die Skigebiete meist direkt vor der Haustüre und unternehmen daher primär Tagesausflüge. Auch die sportbegeisterten "Digitalen Individualisten" neigen stark zu spontanen Urlauben und auch budgetschonenden Ski- oder Snowboard-Ausflügen.
Was die aktive Ausübung des Skisports betrifft, ist das junge Milieu der "Digitalen Individualisten" Spitzenreiter. 40% der "Digitalen Individualisten fahren aktiv Ski. Wintersportlich geht es auch bei den "Hedonisten" zur Sache. 26% dieser abenteuersuchenden unteren Mittelschicht stehen zumindest gelegentlich auf den Brettern, 8% fahren Snowboard.
Gesamt gesehen wedeln 23% der Österreicherinnen und Österreicher die Piste hinunter. Damit ist in der Skination der alpine Skisport weit weniger beliebt als Schwimmen oder Radfahren. Diese beiden Sportarten werden von 51% bzw. 48% der Bevölkerung aktiv betrieben.
Richtig gerecht wird Österreich seinem Ruf als Wintersportnation vor dem Fernseher. Insgesamt verfolgen 58% der Befragten zumindest gelegentlich die Wintersportübertragungen. Dafür finden sich mit 75% der "Konservativen" und 69% der "Bürgerlichen Mitte" vor allem fernseh-affine Gruppierungen vor dem TV-Gerät ein.
"In unsicheren Zeiten verhält man sich bei der Planung von kostenintensiven Winterurlauben zurückhaltend. Für Tourismusregionen und die Freizeitindustrie erscheint es ratsam, bei der gezielten Ansprache von Urlaubern bzw. Tagesausflüglern die Wertorientierungen der Zielgruppen zu berücksichtigen", resümiert Dr. Bertram Barth, Geschäftsführer von INTEGRAL.









