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14.12.2017

Mostkost

Koalitionsverhandlungen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Most Koalitionsverhandlungen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Most

Koalitionsverhandlungen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Most: Erst wenn alles ausgegoren ist, weiß man, ob die Sache schmackhaft geworden ist.

Die türkis-blauen Verhandler haben zwar in den letzten Wochen das eine oder andere Detail einer Einigung auf den Tisch gelegt, ein Gesamtbild ergibt das alles aber nicht. Kann es auch nicht, weil mit Fortdauer der Verhandlungen immer mehr nicht autorisierte Vorhaben durchsickerten, auf die man sich angeblich geeinigt hat — siehe zuletzt etwa die Herbstferien. Aber das Warten hat ja allem Anschein nach ein Ende, exakt zwei Monate nach der Nationalratswahl dürfte es eine neue Regierung geben.

Natürlich wird es spannend sein, mit welchen Ansagen die Koalition an den Start geht. Aber ebenso interessant wird sein, wie das, was im Regierungsprogramm steht, begründet wird. Die Menschen wollen erklärt bekommen, warum sich dort und da etwas ändert, warum dort und da alte Strukturen aufgelöst und neue geschaffen werden.

Denn eines darf nicht übersehen werden: Nicht die Regierungsbildung ist das Wesentliche, es zählt vielmehr, was die Regierung vor hat. Um beim Most zu bleiben: Zuerst wird das Obst gepresst, sprich ein Wahlprogramm erstellt. Das wiederum wurde nun in den Koalitionsverhandlungen so eingedickt, dass hoffentlich etwas sehr Ausgegorenes herausgekommen ist. Jetzt ist für die Wähler Mostkost angesagt.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Eva K. on German Wikipedia, CC BY-SA 2.5 / Quelle: Neues Volksblatt: "Mostkost" von Markus EBERT
12.10.2017

Seit 1995 deutlicher Rückgang bei Luftschadstoffen und Treibhausgasen mit Ausnahme von CO2

Seit 1995 deutlicher Rückgang bei Luftschadstoffen und Treibhausgasen mit Ausnahme von CO2 Seit 1995 deutlicher Rückgang bei Luftschadstoffen und Treibhausgasen mit Ausnahme von CO2

Die Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen verringerten sich zwischen 1995 und 2015 zum Teil deutlich, wie die aktuellen Daten der Luftemissionsrechnung von Statistik Austria zeigen. Die höchsten Rückgänge wurden bei Schwefeldioxid (SO2; -66,1%), flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC; -43,2%) sowie bei Kohlenmonoxid (CO; -41,6%) erzielt. Deutlich reduziert erwiesen sich auch die Emissionen betreffend Methan (CH4; -31,7%), Lachgas (N2O; -21,1%), Stickoxide (NOx; -15,7%), Ammoniak (NH3; -3,7%) sowie Feinstaub in Form von PM10 (-16,8%) und PM2.5 (-25,5%). Dabei wurden nur jene Emissionen betrachtet, die von in Österreich ansässigen Unternehmen, Institutionen und privaten Haushalten verursacht wurden. Basis für die Berechnungen ist die Österreichische Luftschadstoff- und Treibhausgas-Inventur des Umweltbundesamtes.

Eine Zunahme im Langzeitvergleich wurde lediglich bei Kohlendioxid (CO2) verzeichnet: Von 1995 bis 2015 nahmen die Emissionen des klimawirksamen CO2 um 4,6% zu, wobei 2015, nach Rückgängen in den Jahren 2010 bis 2014, erstmals wieder ein Anstieg bei den klimawirksamen CO2-Emissionen verzeichnet wurde. Der bisherige Höchstwert wurde mit rund 74 Mio. Tonnen im Jahr 2005 erreicht. Durch den vermehrten Umstieg auf erneuerbare Energien wurde im gleichen Zeitraum (1995 bis 2015) ein Anstieg der klimaneutralen CO2-Emissionen aus biogenen Quellen um 99,2% erzielt (siehe Tabelle 1).

Stärkere Rückgänge bei den privaten Haushalten

Sowohl die privaten Haushalte als auch die Wirtschaft trugen zur Verbesserung der Luftqualität und des Klimas bei. Allerdings senkten die privaten Haushalte den Ausstoß aller beobachteten Luftschadstoffe und Treibhausgase bis auf "CO2 aus sonstigen Quellen", während die Wirtschaft im Jahr 2015 bei Stickoxiden (NOx; +4,3%) und dem klimawirksamen CO2 (+15,8%) über den Werten des Jahres 1995 lag. Die Wirtschaft setzte allerdings vermehrt auf klimaneutrale, erneuerbare Energieträger, deren Emissionen zwischen 1995 und 2015 um 213,0% zunahmen. Dadurch konnte der Anstieg der klimawirksamen CO2-Emissionen zwar nicht vermieden, aber abgeschwächt werden.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
14.12.2017

Neue Immuntherapie verhindert Tumorwachstum

Christian Becker "schneidert" Moleküle für moderne medizinische und biotechnologische Anwendungen Christian Becker "schneidert" Moleküle für moderne medizinische und biotechnologische Anwendungen

Immunonkologische Therapien sind ein neuer Ansatz, dass menschliche Verteidigungssystem gegen Krebserkrankungen, die von körpereigenen Zellen verursacht werden, in Stellung zu bringen. Ein Team um Christian Becker von der Fakultät für Chemie der Universität Wien hat nun eine neue Methode entwickelt, bei der die Krebszellen als Bakterien gekennzeichnet werden. Dies gelingt mit einem vollständig synthetisch hergestellten Molekül, das zur Aktivierung des angeborenen Immunsystems führt, welches wiederum effizient die Entstehung eines Tumors verhindert. Diese Ergebnisse erscheinen aktuell im renommierten Fachmagazin "Scientific Reports".

Die ForscherInnen haben für diese Arbeit zusammen mit der Syntab Therapeutics GmbH und KollegInnen an der Universitätsklinik Aachen ein neues Molekül synthetisiert, welches ein Integrin spezifisch bindet, das besonders häufig bei bestimmten Krebszellen auftritt. Gleichzeitig hat das Molekül ein bakterielles Erkennungssignal, das bestimmte Immunzellen aktiviert. Diese bekämpfen die markierten Krebszellen und verhindern das Entstehen eines Tumors, wie in ersten Versuchen gezeigt werden konnte.

Erfolg durch Kombination von Chemie und Biologie

"Durch die Verknüpfung chemisch-synthetischer Methoden mit den grundlegenden Prozessen der angeborenen Immunität haben wir eine neue Molekülklasse entwickelt, die zwischen den weitverbreiteten Krebstherapeutika angesiedelt ist“, erklärt Christian Becker vom Institut für Biologische Chemie der Universität Wien. Die hohe Flexibilität bei der Synthese solcher Moleküle, die aus einer Mischung aus Peptiden und Polymeren bestehen, ermöglicht die schnelle Abwandlung dieser Immun-Engager auf andere Oberflächenmarker und damit auf andere Krankheitsbilder.

Neue Therapien

Die chemische Synthese der Immun-Engager und die Kombination mit nicht-biologischen Bestandteilen erhöht die biologische Stabilität und ermöglicht – auch aufgrund der geringen Größe im Vergleich zu Antikörpern – eine bessere Gewebedurchdringung. "Es ist ein großer Vorteil, die positiven Eigenschaften von Antikörpern mit jenen von kleinen, chemisch zugänglichen Molekülen zu vereinen", erklärt Becker. Besonders der schnelle synthetische Zugang zu solchen Molekülen und die einfache Anpassung an verschiedenen Zelltypen macht solche Immun-Engager auch für andere Anwendungen interessant, z.B. im Bereich der entzündlichen und Autoimmun-Erkrankungen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Universität Wien
14.12.2017

ASFINAG verzichtet schon seit 2015 freiwillig auf den Einsatz von Glyphosat

Damit das Unkraut entlang der 2.223 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen trotzdem nicht wuchert, setzen die 43 Autobahnmeistereien in ganz Österreich auf Handarbeit. Damit das Unkraut entlang der 2.223 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen trotzdem nicht wuchert, setzen die 43 Autobahnmeistereien in ganz Österreich auf Handarbeit.

Anlässlich der derzeit laufenden Diskussion um die Verwendung von Glyphosat und der möglichen schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit, halten Josef Fiala und Stefan Siegele, die Geschäftsführer der ASFINAG Service Gesellschaft bzw. ASFINAG Alpenstraßen GmbH fest: „Die ASFINAG verwendet bereits seit drei Jahren kein Glyphosat oder andere Chemikalien.

Als nachhaltiger Autobahnbetreiber verzichten wir gänzlich auf Unkraut-Vernichter im Streckennetz, damit kommen wir unserer Verantwortung zum Schutz der Menschen und der Umwelt nach.“

Damit das Unkraut entlang der 2.223 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen trotzdem nicht wuchert, setzen die 43 Autobahnmeistereien in ganz Österreich auf Handarbeit.

Die Mitarbeiter des Autobahnbetriebes sind zumindest zwei Mal im Jahr dafür auf der Strecke unterwegs und beseitigen unerwünschten Bewuchs. Fazit: Das manuelle Entfernen von Pflanzen ist zwar zeitintensiver, dafür aber die umweltfreundlichste und auch nachhaltigste Methode.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
15.05.2017

Die 9. Emsiana zieht nach vier Festivaltagen erfreuliche Bilanz

Rückzug in den Keller? Illusion der Kommunikation, Simonette Scherling und Patrik Kopf – Medienintervention. Rückzug in den Keller? Illusion der Kommunikation, Simonette Scherling und Patrik Kopf – Medienintervention.

Festivalthema „Hohenems.Babylon“ machte die Nibelungenstadt zum Publikumsmagneten

Von Donnerstag bis Sonntag setzte sich das Programm der diesjährigen Emsiana mit Sprache, Sehnsucht, Heimat und Exil zwischen Vergangenheit und Gegenwart auseinander. Das breite kulturelle Angebot – Führungen, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Theater für Kinder – lockte rund 3000 Besucher in die verschiedenen Schauplätze der 9. Emsiana.

Zwischen 11. und 14. Mai verwandelte die Emsiana Hohenems bereits zum neunten Mal in die kleinste Kulturmetropole der Welt. Mit dem zerstreuten Leben zwischen Sprachen und Zeiten beschäftigten sich die teilnehmenden Künstler und präsentierten ihre vielfältigen Arbeiten dazu.

Der deutsch-irakische Autor und Journalist Najem Wali thematisierte in seiner Eröffnungsrede „Vom Segen und Fluch der Vielsprachigkeit“, die Möglichkeiten und Chancen der sprachlichen Vielfalt und setzte so einen markanten Auftakt zum Kulturfest.

Festivalzentrum: Babylonische Antipasteria

Am Salomon-Sulzer-Platz gab es zum ersten Mal mit der babylonischen Antipasteria ein Festivalzentrum. Die Brüder Eugen und Günter Fulterer boten in ihrer offenen Backhütte den Emsiana-Besuchern multikulturelle Gerichte. Die gastrosophische Intervention – so beschreiben die Brüder ihr kulinarisches Projekt – wurde in den vier Tagen des Kulturfestes zu dem Treff- und Kommunikationspunkt für Jung und Alt. Auch nächstes Jahr wird es wieder ein Festivalzentrum geben.

Podium für Vorarlberger KünstlerInnen

Die Emsiana bot dieses Jahr Vorarlberger KünstlerInnen wieder ein großes Podium. Die Installation „Das Babylon“ von Eva Kees sowie die Fotoausstellung „Verborgen“ von Ursula Dünser und Karin Nussbaumer waren dabei besondere Anziehungspunkte. Simonetta Scherling und Patrik Kopf setzten sich in ihrem Projekt „Rückzug in den Keller“ mit der heute vorherrschenden Illusion von Kommunikation auseinander. Vier Vorarlberger Künstler – Hubert Lampert, Roland Adlassnigg, Udo Rabensteiner und Dietmar Fend – haben für den nördlichen Eingang zur Innenstadt Brunnen geplant. Die Entwürfe konnten die Besucher in der Marktstraße 33 begutachten.

Musik spricht alle Sprachen

Die Konzerte zählen stets zu den großen Publikumsmagneten der Emsiana. Auch in der Musik waren die Themen Sprache und Heimat stets präsent. Von Weltmusik (Light in Babylon) über Liedermacherei (Bettina Wegner) zu Jazz (Filippa Gojo Quartett) „Hohenemes.Babylon“ spielte immer mit. Das musikalische Finale fand mit dem Muttertagskonzert des Trio Emsiana, Helia Samadzadeh, Peter Madsen und Dietmar Kirchner statt. Über 1000 Besucher waren bei den Konzerten – alle ausverkauft – dabei.

Was nicht fehlen darf

Führungen durch die Stadt und Museen oder auch auf den Kirchturm sowie Lesungen, Theater für Kinder und die Kulturcafés gehören zum fixen Programm der Emsiana. Die steigenden Besucherzahlen freuten den Veranstalter Markus Schadenbauer-Lacha, der auch bereits das Datum der 10. Emsiana 2018 bekannt gab: „Von 17.-20 Mai 2018 wird Hohenems wieder zur Kulturmetropole.“

Info: www.emsiana.at

Rückfragehinweis für die Redaktionen:

Schadenbauer-Lacha & Partner GmbH Markus Schadenbauer-Lacha, Telefon +43 5576 79214, Mail mail@emsiana.at

Pzwei. Pressearbeit, Mag. Ursula Fehle, Telefon +43 650 9271694, Mail ursula.fehle@pzwei.at

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von Caroline E. / Foto: Lisa Mathis
16.01.2017

Obergrenzen sind zu wenig

TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel"von Alois Vahrner TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel"von Alois Vahrner

Vor zwei Jahren, als die Flüchtlingswelle in ungeahnter Dimension über Europa hereinbrach, scheiterte die EU, nein genauer die Mitgliedsstaaten, an einer halbwegs solidarischen Lösung. Österreich tat sich neben Deutschland und Schweden als besonders human hervor. Die ursprünglich von verschiedener Seite, aber vor allem von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel proklamierte Willkommenskultur wurde rasch von der Einsicht abgelöst, dass sich die offenen Länder selbst überforderten bzw. überfordern würden, wenn der Zustrom nicht kräftig gedrosselt würde.

Österreich mit Außenminister Kurz schloss de facto die Balkanroute und führte nach einem sinnlosen politischen Eiertanz um Namen und genaue Zahl eine Asyl-Obergrenze ein. Ein ähnliches Schauspiel wird uns hoffentlich heuer erspart, zumal eine Einigung nicht fern scheint. Die ÖVP will eine Halbierung, SPÖ-Kanzler Kern ebenfalls eine deutliche Herabsetzung. In Deutschland lehnt Merkels CDU eine Obergrenze vorerst trotz des Drucks der bayrischen CSU ab – was bei der Bundestagswahl nur der extrem rechten AfD nutzen wird.

Soll Integration gelingen (und das ist sie auch bei teils schon sehr lange im Land lebenden Immigranten noch immer nicht) und eine weitere Spaltung der Gesellschaft verhindert werden, dann braucht es Bereitschaft auf beiden Seiten, den Einheimischen, aber noch mehr den Zuwanderern. Und viel klarere, ja ultimative Vorgaben des Staates, was er von Einwanderern verlangt – von Deutschkenntnissen angefangen bis zur wirklichen Akzeptanz aller demokratischen Freiheitswerte bis zur Gleichstellung der Frauen. Und all jenen, die den Rechtsstaat mit Füßen treten und ausnützen, muss der Staat (im Bedarfsfall mit neuen Gesetzen) eine viel entschiedenere Antwort geben.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Ggia - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0 / Quelle:
16.01.2017

EVZ warnt Urlauber vor Autovermietung GOLDCAR

EVZ warnt Urlauber vor Autovermietung GOLDCAR EVZ warnt Urlauber vor Autovermietung GOLDCAR

Das Europäische Verbraucherzentrum Österreich (EVZ) warnt Reisende vor den unlauteren Verkaufspraktiken der Autovermietung GOLDCAR. Die Firma suggeriert ihren Kunden in unzulässiger Weise, dass ein zusätzlicher Versicherungsschutz dringend notwendig sei, da der Kunde sonst die Kosten für eventuelle Schäden am Auto durch Unfall, Diebstahl o.ä. vollständig selbst tragen müsse. Diese Geschäftspraxis wurde von der italienische Wettbewerbsbehörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) als unzulässig bewertet. Die AGCM hat GOLDCAR Italien und GOLDCAR Spanien deshalb mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,7 Millionen Euro belegt. Zudem wurde eine weitere Strafe von 300.000 Euro wegen der Erhebung von Gebühren ohne ausreichende Aufklärung der Kunden verhängt.

Das Unternehmen GOLDCAR fordert beim Abholen eines reservierten Fahrzeugs als Garantie für eventuelle Schäden einen erheblichen Betrag als Kaution, welcher auf der Kreditkarte des Kunden blockiert wird. Nachdem der Kunde seine Kreditkarte an GOLDCAR ausgehändigt hat, weisen die Mitarbeiter aggressiv und beharrlich darauf hin, dass der Kunde den Leihwagen sorglos nutzen und auch die Kaution reduzieren könne, wenn er zusätzliche Produkte – genannt Versicherungspolizzen – erwirbt. Dabei wird dem Kunden weder der Leistungsumfang noch der Preis dieser Produkte klar und deutlich beschrieben. Stattdessen wird der Eindruck erweckt, dass der Kunde die Kosten für eventuelle Schäden am Leihwagen ohne Kauf der Zusatzprodukte vollständig selbst tragen müsse, obwohl durch das bestehende Gebot zur Haftpflichtversicherung höchstens ein Selbstbehalt anfallen könnte.

Die Wettbewerbsbehörde AGCM befand, dass das Unternehmen durch diese Geschäftspraxis die schwächere Position des Verbrauchers beim Abholen eines reservierten Fahrzeugs auf unzulässige Art und Weise ausnutzt und verhängte Geldstrafen von insgesamt 2 Millionen Euro gegen GOLDCAR Italien und GOLDCAR Spanien.

„Wir begrüßen diese Entscheidung“, sagt Andreas Herrmann, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum Österreich. „Es besteht die Hoffnung, dass die verhängten Strafzahlungen eine Signalwirkung haben und abschreckend auf andere schwarze Schafe der Branche wirken.“

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: gemeinfrei
06.05.2017

Sozialistische Jugend fordert Legalisierung und staatlich lizenzierten Handel mit Cannabis

Am heutigen Hanfwandertag in Wien fordert Sozialistische Jugend Legalisierung und staatlich lizenzierten Handel mit Cannabis Am heutigen Hanfwandertag in Wien fordert Sozialistische Jugend Legalisierung und staatlich lizenzierten Handel mit Cannabis

„Das Verbot von Cannabis-Konsum in Österreich führt sich ad absurdum“, so Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, anlässlich des heutigen Hanfwandertages. Eine Studie der MedUni Wien zeigte, dass rund jedeR 5. Studierende regelmäßig Cannabis konsumiert, unter Jugendlichen ist es jedeR 10. „Die aktuelle Politik zwingt KonsumentInnen bloß in den Schwarzmarkt. Das birgt gesundheitliche Gefahren und erhöht die Chancen mit härteren Drogen in Kontakt zu kommen“, mahnt Herr. Die Sozialistische Jugend fordert daher seit Jahren mit ihrer Kampagne „Lieber bekifft ficken als besoffen fahren“ eine Legalisierung.

Für Herr könnten die Gelder, die aktuell in den Kampf gegen den blühenden illegalen Markt für Cannabis gesteckt werden, viel sinnvoller verwendet werden: „Ein Handel über staatlich lizenzierte Stellen garantiert nicht nur eine hohe Qualität, sondern ermöglicht auch zusätzliche Steuereinnahmen!“ Diese Mittel sollten in die Suchtprävention investiert werden. „Prävention hilft hier viel besser als ein Verbot. Außerdem kann so auch dem hohen Alkohol- und Nikotinkonsum entgegengewirkt werden, der österreichweit viel mehr Schaden anrichtet!“, so Herr.

Herr blickt hierzu auch über den Atlantik: in einigen US-Bundesstaaten ist die Legalisierung bereits vollzogen, Kanada zieht bald nach. „Die USA war das Land der Prohibition und hat einst den ‚War on Drugs‘ ausgerufen. Die Folge waren und sind bis heute überfüllte Gefängnisse und zerstörte Familien. Heute haben die ersten Regionen ihre Schlüsse gezogen und gehen einen anderen Weg“, meint Herr und fordert auch von der österreichischen Politik mutige Schritte zu einem neuen, progressiven Umgang mit Drogen. „Es braucht keine Verbote, kein Anheben der Altersgrenze beim Rauchen oder ähnliche restriktive Maßnahmen. Möglichst frühe Aufklärung bringt sich mehr!“, so Herr abschließend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Jorge Barrios - Own work, Public Domain
11.12.2016

Prognosen für alle Fälle

Dass die Nachfrage nach regionalen Wettervorhersagen rasant steigt, zeigt, wo der wunde Punkt liegt. Die Prognosen werden in Zukunft dank einer sich top entwickelnden Technik noch genauer werden. Das wird uns in der Anpassung an den Klimawandel helfen, aber nicht retten. Dass die Nachfrage nach regionalen Wettervorhersagen rasant steigt, zeigt, wo der wunde Punkt liegt. Die Prognosen werden in Zukunft dank einer sich top entwickelnden Technik noch genauer werden. Das wird uns in der Anpassung an den Klimawandel helfen, aber nicht retten.

Wie empfindlich Bevölkerung und Infrastruktur auf den Klimawandel reagieren, zeigt sich bereits in der Tatsache, dass Wetterdienste weltweit extrem boomen.

Es hat nicht nur mit den körperlichen und emotionalen Empfindlichkeiten jedes Einzelnen zu tun, dass sich die Mehrzahl der Menschen fürs Wetter interessiert. Vielmehr ist es so, dass das Wetter unser gesamtes Leben beeinflusst. Die Anpassung an das sich ändernde Klima betrifft maßgebliche Bereiche unserer Gesellschaft:

Wasserversorgung, Land- und Forstwirtschaft, das Wohnen, die Mobilität, die Wirtschaft, die Energieversorgung und nicht zuletzt den Schutz vor Gefahren wie Hochwasser. Deshalb gilt der Klimawandel zu Recht als eine der größten Herausforderungen. Trotz aller Abkommen und Versprechen, egal, ob in Paris oder zuletzt in Marrakesch:

Derzeit sieht es so aus, als würde sich die Erde eher um drei Grad erwärmen als nur um zwei Grad. Das sind keine guten Nachrichten. Optimist ist der, der hofft, dass das Paris-Abkommen trotz Trump, der den Klimawandel als eine Erfindung der Chinesen bezeichnete und dessen Position unklar und wechselnd ist, überleben wird – schlicht aus dem Grund, dass zu viele andere Länder schon zu viel investiert haben. Wie empfindlich die Bevölkerung und Infrastruktur auf den bereits stattfindenden Klimawandel reagieren, wurde bis dato gerne übersehen bzw. verdrängt. Mehr Hitzetage, schrumpfende Gletscher, mehr starke Niederschläge werden die Folgen der globalen Erwärmung für Österreich sein. Der Alpenraum ist von der Klimaänderung dabei doppelt so stark betroffen wie das globale Mittel. Dass die Nachfrage nach regionalen Wettervorhersagen rasant steigt, zeigt, wo der wunde Punkt liegt. Die Prognosen werden in Zukunft dank einer sich top entwickelnden Technik noch genauer werden. Das wird uns in der Anpassung an den Klimawandel helfen, aber nicht retten.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von LIANE PIRCHER
28.12.2016

VCÖ: Spritverbrauch bereits um 42 Prozent höher als angegeben

Spritverbrauch bereits um 42 Prozent höher als angegeben Spritverbrauch bereits um 42 Prozent höher als angegeben

Am Papier werden Neuwagen immer spritsparender und haben stark sinkende CO2-Emissionen. Die Realität auf der Straße schaut jedoch komplett anders aus, wie der heute veröffentlichte T&E;Bericht zeigt. Laut Herstellerangaben verursachten die im Vorjahr in der EU verkauften neuen Diesel-Pkw 119 Gramm CO2 pro Kilometer, tatsächlich emittierten sie beim Fahren auf der Straße 170 Gramm CO2, das sind um 43 Prozent mehr. Statt angegebenen 4,5 Liter pro 100 Kilometer betrug der Durchschnittsverbrauch 6,4 Liter. „Die Diskrepanz zwischen Sein und Schein wird immer größer. Autofahrerinnen und Autofahrer werden hinters Licht geführt, der Umwelt wird zusätzlicher Schaden zugefügt“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Seit dem Jahr 2006 hat sich die Differenz zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Verbrauch von 14 Prozent auf 42 Prozent verdreifacht.

In Österreich wurden im Vorjahr 308.555 Pkw neu zugelassen, davon 179.822 Diesel-Pkw. Der VCÖ verdeutlicht, was die wachsende Differenz zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Verbrauch für Österreich bedeutet. Laut Statistik Austria werden mit einem Diesel-Pkw im Schnitt 14.300 Kilometer pro Jahr gefahren. Ein Mehrverbrauch von 1,9 Liter pro 100 Kilometer bedeutet einen zusätzlichen Spritverbrauch von 270 Liter pro Jahr und für das heurige Jahr zusätzliche Spritkosten von rund 300 Euro. Die Umwelt wird mit zusätzlich 700 Kilogramm CO2 belastet, macht der VCÖ aufmerksam. Auch bei Benzin-Pkw beträgt in der EU die Abweichung im Schnitt 1,9 Liter pro 100 Kilometer. Benzin-Pkw werden in Österreich im Schnitt 9.700 Kilometer pro Jahr gefahren, der jährliche Mehrverbrauch beträgt damit im Schnitt rund 185 Liter, was zusätzlich 430 Kilogramm CO2 und zusätzliche Spritkosten im heurigen Jahr von 220 Euro verursacht.

Auf die im Jahr 2015 in Österreich neu zugelassenen Pkw bezogen, verursacht die Differenz zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Verbrauch zusätzlich rund 180.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Dadurch, dass Hersteller den Verbrauch der Pkw nicht für das Fahren auf der Straße verringern, sondern lediglich für die Tests im Labor, werden viele Klimaschutzmaßnahmen anderer Bereiche wieder zunichte gemacht. „Immer wieder wird versucht, die Schuld für den wachsenden Unterschied zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Spritverbrauch den Autofahrern zu geben. Es liegt aber nicht am Fahrverhalten, dass diese Schere immer weiter auseinander geht, sondern an den Autoherstellern“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Der VCÖ und sein Dachverband Transport & Environment fordern ein verschärftes Vorgehen der Behörden auf EU-Ebene und der einzelnen Mitgliedstaaten. Neben klareren Vorgaben für die Hersteller braucht es auch strengere Kontrollen. „Nachdem Autohersteller offenbar nicht freiwillig den tatsächlichen Spritverbrauch der Fahrzeuge im nötigen Ausmaß reduzieren möchten, muss die Politik mit klareren Vorgaben, Regeln und strengen Kontrollen nachhelfen“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
11.12.2016

Pestizid-Cocktail bei Mandarinen, Orangen und Zitronen gefunden

Zitrusfrüchte gehören zu den Obstsorten mit der höchsten Pestizid-Belastung Zitrusfrüchte gehören zu den Obstsorten mit der höchsten Pestizid-Belastung

Zitrusfrüchte gehören zu den Obstsorten mit der höchsten Pestizid-Belastung. Bei allen getesteten konventionellen Proben wurden Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden, in 95% der Fälle sogar Mehrfachrückstände. Dr. Waltraud Novak, Pestizid-Expertin bei GLOBAL 2000 zu den Test-Ergebnissen: „Das ist ein richtiger Pestizid-Cocktail und über die Wechselwirkungen von Pestiziden ist noch sehr wenig bekannt, die Wirkstoffe können sich gegenseitig beeinflussen und auch verstärken. Zitrusfrüchte können viel sauberer produziert werden.“

Der Großteil der Rückstände befindet sich bei Zitrusfrüchten auf der Schale, welche normalerweise nicht verzehrt wird. Doch gerade in der Advent-Zeit wird die Schale oft doch verwendet, sei es in Keksen, im Punsch oder in Marmeladen.

Wegen dieser speziellen Situation gibt es die gesetzliche Vorschrift, dass Ware, die nach der Ernte mit Pestiziden behandelt wurde, gekennzeichnet werden muss. „Bei vielen der sogenannten Nachernte- oder Schalenbehandlungsmittel gibt es Hinweise, dass sie krebserregend oder fortpflanzungsschädigend sein könnten“, erklärt Novak. „So ist zum Beispiel das am häufigsten gefundene Nacherntebehandlungsmittel Imazalil von der EU als 'wahrscheinlich krebserregend' eingestuft. KonsumentInnen müssen allerdings lange suchen, bis sie vielleicht irgendwo im Kleingedruckten die Aufschrift 'konserviert mit Imazalil, o-Phenylphenol, Propiconazol usw' finden“. Oft ist eine derartige Kennzeichnung aber gar nicht zu finden: Beim GLOBAL 2000 Test wurden in neun Produkten Nacherntebehandlungsmittel nachgewiesen, obwohl weder im Regal noch auf der Verpackung Hinweise auf eine Behandlung nach der Ernte ersichtlich war.

Nur Bio Zitrus-Schalen essen oder verarbeiten!

Auch die Kennzeichnung 'Schale zum Verzehr geeignet' ist noch lange keine Garantie dafür, dass die Schale frei von Pestiziden ist. Denn in der Produktion werden trotzdem Pflanzenschutzmittel eingesetzt, und diese sind dann auch auf der Schale zu finden. So wurden in Früchten, die mit 'Schale zum Verzehr geeignet' oder 'unbehandelt' gekennzeichnet waren, trotzdem bis zu drei verschiedene Pestizid-Wirkstoffe nachgewiesen. Wirklich sicher sind nur Früchte aus biologischem Anbau. „Alle zwölf von uns getesteten Bio-Proben waren völlig frei von Pestizid-Rückständen“ ist Novak erfreut. „In der biologischen Landwirtschaft dürfen keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt werden, deshalb empfehlen wir, wenn die Schale von Zitrusfrüchten zum Kochen und Backen verwendet wird, nur Bio-Früchte zu kaufen“.

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14.12.2017

Früchte des Waldes sind bei KonsumentInnen sehr beliebt

Früchte des Waldes sind bei KonsumentInnen sehr beliebt Früchte des Waldes sind bei KonsumentInnen sehr beliebt

Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) analysiert im Rahmen von europäischen Forschungsprojekten die Bedeutung von Waldprodukten für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Im Rahmen einer Haushaltsbefragung wurden in 25 europäischen Ländern 17.340 Personen zu ihrem Konsumverhalten und den Sammeltätigkeiten für das Bezugsjahr 2015 befragt. Die Auswertungen ermöglichen Aussagen zu 14 detaillierten Produkten der Kategorien Pilze, Nüsse, wildwachsende Pflanzen, wildwachsende Beeren und Dekomaterial. In Fallstudien wurden zudem innovative Produkte und deren Erfolgsfaktoren analysiert:

Waldprodukte erfreuen sich seit längerer Zeit steigender Beliebtheit. Ihre Vielfalt reicht von Nahrungsmitteln über Kunsthandwerk bis zu Kosmetik und Pharmazie. Mittels einer repräsentativen europaweiten Umfrage konnten nun erstmals Informationen über das Sammeln und die Verwendung von Früchten, Beeren, Pilzen und Dekorationsmaterialien durch Haushalte erhoben werden.

89% der europäischen Haushalte konsumieren Waldprodukte in unterschiedlichster Form, fast 60% konsumieren frische Beeren (u.a. Heidelbeeren, Preiselbeeren) und beinahe 70% konsumieren Nüsse (u.a. Kastanien, Walnüsse, Pinienkerne).

Bei über einem Viertel (25.3 %) der europäischen Haushalte sammeln die Mitglieder des Haushalts die Produkte im Wald selbst. Österreich liegt mit 37% im oberen EU-Mittel.

Nichtholzprodukte stellen neben ihrer Bedeutung als Nahrungsquelle auch einen wesentlichen Beitrag für das Haushaltseinkommen der ländlichen Bevölkerung dar. Für 0,5% der Sammlerhaushalte (rund 1,1 Mio Haushalte in Europa) macht das Haushaltseinkommen durch die Waldprodukte mehr als 50% aus.

Aktuelle Trends zeigen eine große Vielfalt: traditionelle und regionale Spezialitäten wie Marmeladen, Säfte, Schnäpse u.ä., handgefertigte Produkte wie Seifen oder Schnitzereien, und erlebnisorientierte Angebote wie Kurse für traditionelles Handwerk und Sammeln, Christbäume selber schneiden, Kochen von Wald und Wiese sowie zahlreiche „Do-It-Yourself-Workshops“.

Durch regionale, handgefertigte oder hochqualitative Produkte in Kombination mit abgestimmten Dienstleistungsangeboten kann die steigende Nachfrage der Konsumenten nach Natürlichkeit und Regionalität angesprochen werden. Durch eine gesteigerte Wertschöpfung mit gezielter Veredelung der Produkte werden auch Einkommensmöglichkeiten für Landwirte und Waldbesitzer erschlossen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
14.12.2017

Erstmals seit zwölf Jahren wieder ansteigende Gesamtschülerzahl

Erstmals seit zwölf Jahren wieder ansteigende Gesamtschülerzahl Erstmals seit zwölf Jahren wieder ansteigende Gesamtschülerzahl

Im abgelaufenen Schuljahr 2016/17 gab es in Österreich über 6.500 Schülerinnen und Schüler mehr als im Jahr davor. Damit wurden laut Statistik Austria erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder ansteigende Besuchszahlen verzeichnet. Zuvor waren rückläufige Gesamtschülerzahlen ab dem Schuljahr 2005/06 die Regel, eine Folge des Geburtenrückgangs seit den frühen 1990er-Jahren. Zuwächse gab es 2016/17 vor allem bei Schulen für Kinder im Pflichtschulalter, bedingt durch die Wanderungsbewegungen in den Jahren 2015 und 2016. Die AHS verzeichnete sowohl in der Unterstufe als auch in der Oberstufe neue Schülerhöchststände.

Volksschulen: Steigende Schülerzahlen durch Zuwanderung

Insgesamt 335.854 Schülerinnen und Schüler besuchten im abgelaufenen Schuljahr 2016/17 Österreichs Volksschulen. Gegenüber dem Schuljahr davor bedeutet das ein Plus von 6.303 Kindern (+1,9%), wobei der Anstieg zum Großteil auf die erhöhte Anzahl außerordentlicher Schülerinnen und Schüler nach den Wanderungsbewegungen der Jahre 2015 und 2016 zurückzuführen ist. Im Zehnjahresvergleich wird zwar noch ein Minus von 11.400 (-3,3%) verzeichnet; unter Berücksichtigung der aktuellen Bevölkerungsprognose kann aber zumindest für die nächsten zehn Jahre mit weiterhin steigenden Schülerzahlen in Volksschulen gerechnet werden.

Sekundarstufe I: Mehr Schülerinnen und Schüler in NMS, Schülerhöchststand in AHS-Unterstufe

Den Hauptschulen und Neuen Mittelschulen (NMS) setzte in den vergangenen Jahren einerseits die rückläufige Anzahl an Volksschulabgängerinnen und -abgängern zu, andererseits war auch der verstärkte Zulauf zur AHS-Unterstufe zu spüren. Trotz der zwischenzeitlichen Einführung der Neuen Mittelschule bedeuteten die 208.045 Schülerinnen und Schüler 2015/16 den niedrigsten Wert in diesen Schultypen seit 50 Jahren. Im vergangenen Schuljahr 2016/17 wurde mit 209.388 Besucherinnen und Besuchern erstmals wieder ein leichtes Plus verzeichnet (+0,6%). Dieser Anstieg ist allerdings auf den Zuwachs bei außerordentlichen Schülerinnen und Schülern aus Herkunftsländern der Asylmigration zurückzuführen.

In der AHS-Unterstufe erreichte die Besuchszahl im Schuljahr 2016/17 mit 117.829 Schülerinnen und Schülern hingegen einen neuen Höchststand, wobei hier das Plus gegenüber dem Jahr davor (+1,9%) nicht durch die Zuwanderung der vergangenen Jahre bedingt ist.

Unterschiedliche Entwicklungen in der Sekundarstufe II

In der Sekundarstufe II hielten in den meisten Schultypen die Trends der letzten Jahre auch 2016/17 an. Berufsschulen und berufsbildende mittlere Schulen (BMS) verzeichnen weiterhin rückläufige Schülerzahlen (-13,7% bzw. -16,1% im Zehnjahresvergleich). Ein ähnliches Bild zeigt sich im Bereich der berufsbildenden höheren Schulen (BHS), vor allem bei den kaufmännischen höheren Schulen (-13,1%). In wirtschaftsberuflichen höheren Schulen ist die Schülerzahl seit dem im Schuljahr 2010/11 erreichten Höchststand von 28.730 ebenfalls im Sinken begriffen (2016/17: 26.740).

An technisch gewerblichen höheren Schulen stiegen die Besuchszahlen in den letzten Jahren stetig an. Nach dem 2015/16 erreichten Höchststand von 64.043 gab es im vorigen Schuljahr erstmals einen Rückgang auf 63.674 Schülerinnen und Schüler. Im Zehnjahresvergleich wird hier aber noch immer ein Plus von 7,1% erreicht. An land- und forstwirtschaftlichen höheren Schulen beträgt der Zuwachs gegenüber 2006/07 9,6% (2016/17: 3.939 Schülerinnen und Schüler).

In der AHS-Oberstufe bedeutete die Besuchszahl von 91.906 im vergangenen Schuljahr 2016/17 einen neuen Rekordwert, mit einem Plus im Zehnjahresvergleich von 5,6%. Bildungsanstalten für Elementarpädagogik bzw. Sozialpädagogik erreichten mit 12.846 Schülerinnen und Schülern ebenfalls einen neuen Höchststand, hier beträgt der Zuwachs in den letzten zehn Jahren sogar 40,9%.

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12.10.2017

"die umweltberatung" gibt Tipps zum Fensterdichten

Das Dichten selber ist einfach - Kante reinigen, Dichtungsband aufkleben und fertig. Das Dichten selber ist einfach - Kante reinigen, Dichtungsband aufkleben und fertig.

Undichte Fenster bringen hohe Energieverluste und die Zugluft senkt den Wohnkomfort enorm. „Sobald wir Zugluft verspüren, brauchen wir viel höhere Raumtemperaturen, um uns wohl zu fühlen. Und höhere Temperaturen bedeuten mehr Heizkosten. Darum ist es wichtig, die Zugluft durch Fenstersanierung zu verringern“, erklärt Sabine Vogel, Energieberaterin von "die umweltberatung".

Window = Windauge

Schon gewusst? Das englische Wort window hat sich aus „vindauga“, also Windauge entwickelt. Das bringt gut zum Ausdruck, dass Fenster die „Augen“ eines Hauses sind – durch sie wird der Blick ins Freie möglich und sie lassen frische Luft und Wind ins Haus.

Fensterdichten selbst gemacht

Wenn die Fenster nicht gut schließen, lässt sich das bei neueren Fenstern oft mit einem Inbusschlüssel selbst einstellen.

Bei den meisten Fenstern ist eine Sanierung mit Dichtungsbändern möglich. Es gibt diese in unterschiedlichen Breiten und Dicken – je nach Fugenbreite und Spalt. Das Dichten selber ist einfach - Kante reinigen, Dichtungsband aufkleben und fertig. Auch bei zugigen Fenstern und Türen zum kühleren Stiegenhaus ist das Abdichten sinnvoll. Türspalten am Boden werden mit Zugluftstoppern oder Türdichtschienen aus dem Baufachhandel abgedichtet. Es hilft auch einfach eine dicke, zusammengerollte Decke davorzulegen.

Kastenfenster: immer innen dichten

Kastenfenster müssen nicht unbedingt getauscht werden. Gut schließend mit einer guten Dichtung sind sie ein gut funktionierendes, bewährtes System. Die Dichtung wird bei Kastenfenstern am Innenflügel angebracht, damit die feuchte Luft zwischen den Fenstern nach außen entweichen kann. Eingesperrte Kondensfeuchte kann das Holz schädigen und zu Schimmel oder Moder führen. Wenn die Außenflügel wegen zu großer Fugen auch abgedichtet werden müssen, sollte diese Dichtung weniger dicht als an den Innenflügeln sein bzw. an einer Kante fehlen. Geringe Feuchtigkeitsmengen können so nach außen entweichen.

Leider halten aufgeklebte Dichtungsbänder nicht ewig und sind daher an stark benutzten Stellen meist jährlich zu erneuern. Länger halten eingefräste Hohlprofildichtungen von Tischlereien, die auf Kastenfenstersanierung spezialisiert sind. Eine weitere langhaltende Lösung ist das Anbringen von Aluschienen mit dauerelastischen Dichtungen. Dieses Dichtungssystem wird an der Fensterlaibung bzw. am Rahmen montiert, statt direkt am Fensterflügel.

Richtig lüften

Je dichter die Fenster sind, desto mehr muss aktiv durch vollständiges Öffnen gelüftet werden. In der Heizsaison die Fenster auf keinen Fall kippen! Im Raum entstehende Luftfeuchtigkeit wird an den kältesten Stellen wieder flüssig – zum Beispiel an der Glasscheibe des Fensters, in Raumecken oder hinter Kästen an Außenwänden. An diesen feuchten Stellen besteht Schimmelgefahr. Um Schimmel vorzubeugen, ist regelmäßiges Lüften bei weit geöffneten Fenstern notwendig. Ein Hygrometer zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit kostet wenig und erinnert an rechtzeitiges Lüften. Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte 60 Prozent nicht übersteigen.

Infoblatt und Energieberatung

Das Infoblatt „Fenstersanierung“ kann auf www.umweltberatung.at/fenstersanierung kostenlos heruntergeladen werden.

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17.01.2017

Weiterbildungsplattform micelab:bodensee geht in die Praxis

Erstkontakt in zweierlei Hinsicht: Beim allerersten micelab:experts in Bregenz lernen die Teilnehmer einander kennen. Erstkontakt in zweierlei Hinsicht: Beim allerersten micelab:experts in Bregenz lernen die Teilnehmer einander kennen.

Erstes Lernmodul micelab:experts fand im Dezember in Bregenz statt

Bregenz, 16. Januar 2017 – Fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Bodenseeregion trafen sich an drei Tagen im Dezember zum ersten micelab:experts. Anhand der hypothetischen Aufgabe einen Traumkongress zu kreieren, testeten sie eine breite Palette verschiedener Kommunikationsmethoden und innovativer Formate. Die neuen Erfahrungen geben die Experten in ihren Veranstaltungshäusern an ihre Kolleginnen und Kollegen weiter.

Nach dem erfolgreichen Start im Herbst ging die Weiterbildungsplattform micelab:bodensee im Dezember in die nächste Runde: Fünfzig Praktiker aus der Veranstaltungs- und Tourismusbranche nahmen im Festspielhaus Bregenz am ersten Lernmodul, dem micelab:experts, teil. „experts“ deshalb, „weil jeder Teilnehmer in seinem Bereich – vom Veranstaltungsmanager über Techniker bis zum Caterer – Experte ist und zum Gelingen eines Kongresses beiträgt“, so die Maxime der Veranstalter von den Netzwerken Bodensee Meeting und der kongress tanzt.

Aufgabe des ersten Tages war, einen Traumkongress zu entwerfen. Dazu setzten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen intensiv mit der Zielklärung auseinander. Warum dies so wichtig ist, vermittelte Veranstaltungsdramaturgin und Kuratorin Tina Gadow: „Auch wenn die Beteiligten glauben, sich zu verstehen, existieren in den Köpfen oft unterschiedliche Bilder.“

Methodisches Fragen hilft, Missverständnisse auszuräumen und zu einem gemeinsam definierten Ziel zu gelangen. So übten die Teilnehmenden etwa in einem Rollenspiel, zirkulär zu fragen: „Was erzählt ein Teilnehmer nach der Veranstaltung begeistert einem Freund?“ Oder lösungsorientiert: „Welches Problem soll die Veranstaltung helfen zu lösen?“

Scheiter heiter

Am zweiten Tag ging die Gruppe der Frage nach, welche Rolle Angst und Vertrauen bei Veranstaltungen spielen – und zwar ganz praktisch. Gast-Coach Roberto Hirche führte die Teilnehmer dazu in die Prinzipien des Improvisationstheaters ein.

Rasch wurde klar: Fast jeder hat Angst zu versagen. Das kann auch passieren, wenn man als Veranstalter Neues ausprobiert. Frei nach dem Motto „Scheiter heiter“ sammelten die Teilnehmer Mut und Vertrauen, auch Fehler zu akzeptieren und diese als Grundlage für neue Ideen heranzunehmen.

Mit Ängsten konfrontiert sind mitunter auch Teilnehmer eines Open Space. Etwa: Man hat ein Thema und keiner kommt. Oder: Der besuchte Workshop ist nicht der richtige. Ein Open Space ist nach bestimmten Prinzipien organisiert, die der Zusammenarbeit eine neue Grundlage geben. Sie helfen, Gewohntes loszulassen und anzunehmen, was ist. „So lädt ‚das Gesetz der zwei Füße‘ ein, einen Workshop zu verlassen und dort hinzugehen, wo es einen gerade hinzieht und man mehr beitragen und mitnehmen kann“, erläuterte Tina Gadow. „Gemeinhin gilt das als unhöflich. Im Open Space ist es das explizit nicht, denn hier darf jeder tun, was für ihn selbst in dem Moment am sinnvollsten ist, oder wo der gegenseitige Nutzen größer ist.“ Dieses Vertrauen in die Teilnehmer, das dem Open Space als Haltung zugrunde liegt, schafft wiederum Vertrauen untereinander.

Formate kennenlernen

Neben Open Space probierten die fünfzig „Experten“ auch die Präsentationstechnik Pecha Kucha, die kommunikativen Murmelrunden, Geh-Spräche und die Diskussionsform Fish Bowl aus. „Es hat Spaß gemacht, verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten kennenzulernen“, meldeten viele Teilnehmer zurück. Auch der Austausch unter Branchenkollegen und Netzwerken ist beim ersten micelab:experts in Bregenz gut angekommen.

Neben vielen neuen Erfahrungen nahmen die Teilnehmenden eine „Hausaufgabe“ mit: Als Teil des micelab:experts sollen sie das Gelernte im eigenen Betrieb anwenden, etwa in internen Workshops mit Kolleginnen und Kollegen. „So agieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Multiplikatoren für eine innovative Kongresskultur“, ist Kurator Michael Gleich überzeugt.

Auf Basis der Rückmeldungen und Evaluierungen des Prototyps entwickeln die Kuratoren das Modul micelab:experts nun weiter. Der nächste experts findet im Frühjahr statt. Termin und Veranstaltungsort werden demnächst auf der Homepage www.micelab-bodensee.com bekanntgegeben.

Über micelab:bodensee

micelab:bodensee ist die erste Weiterbildungsplattform für Veranstalter im deutschsprachigen Raum. Sie wurde von den Netzwerken Bodensee Meeting und der kongress tanzt entwickelt und startete im Oktober 2016. micelab:bodensee umfasst drei Module mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Alle Module des micelab:bodensee haben einen erkundenden Charakter eines Labors. Beim Modul micelab:explorer liegt der Fokus auf der Forschung mit Impulsgebern aus unterschiedlichen Disziplinen. Es ist als Ideenschmiede angelegt. micelab:experts und micelab:experience richten sich an die Praktiker der MICE-Branche, also an Mitarbeiter aller Gewerke in Veranstaltungshäusern, Eventagenturen, Kulturinstitutionen und Marketingverantwortliche von Wirtschaftsbetrieben. Die Plattform ist ein EU-gefördertes Interreg V-Projekt. Als Kuratoren zeichnen die Veranstaltungsdramaturgin Tina Gadow und der Journalist Michael Gleich vom Netzwerk der kongress tanzt verantwortlich.

Infos unter www.micelab-bodensee.com

Rückfragehinweis für die Redaktionen:

Bodensee Meeting, Stefanie Thurner, 0041/7122737-32, stefanie.thurner@st.gallen-bodensee.ch

Pzwei. Pressearbeit, Mag. Daniela Kaulfus, 0043/699/19259195, daniela.kaulfus@pzwei.at

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von Caroline E. / Foto: micelab:bodensee/Anja Köhler
01.12.2016

Symphonieorchester stellt neue CD mit Chefdirigent Gérard Korsten vor

Thomas Heißbauer (Geschäftsführer Symphonieorchester),Gerhard Hamel (Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg), Manfred Schnetzer (Präsident des Symphonieorchesters), Wolfgang Burtscher (Vizepräsident des Symphonieorchesters) (von links nach rechts).  (Copyright: Dietmar Mathis/Symphonieorchester Vorarlberg) Thomas Heißbauer (Geschäftsführer Symphonieorchester),Gerhard Hamel (Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg), Manfred Schnetzer (Präsident des Symphonieorchesters), Wolfgang Burtscher (Vizepräsident des Symphonieorchesters) (von links nach rechts). (Copyright: Dietmar Mathis/Symphonieorchester Vorarlberg)

„Aus der neuen Welt“ und Symphonische Variationen von Antonin Dvorăk

Bregenz/Rankweil, 30. November 2016 – Erfreuliches präsentierte das Symphonieorchester Vorarlberg am Mittwoch in der Volksbank Zentrale Rankweil. Zum einen stellte es die neue CD vor: den ersten Tonträger unter der Leitung von Chefdirigent Gérard Korsten mit Werken von Antonin Dvorăk. Zum anderen gaben das Symphonieorchester und die Volksbank Vorarlberg die Verlängerung ihrer Partnerschaft bis 2020 bekannt.

Als Partner sehen sich das Symphonieorchester Vorarlberg und dessen Hauptsponsor die Volksbank Vorarlberg. Gemeinsam luden deshalb Thomas Heißbauer, Geschäftsführer Symphonieorchester Vorarlberg und Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg, zum Pressegespräch in die Volksbank Zentrale in Rankweil. Die Hauptthemen waren: die Fortsetzung der Sponsoring-Kooperation bis 2020 und die erste CD-Aufnahme des Orchesters unter der Leitung von Chefdirigent Korsten mit Werken von Antonin Dvorăk.

Das Symphonieorchester informierte zudem über die positive Entwicklung der Abonnentenzahlen.

Die Programme der Abokonzerte finden darüber hinaus nicht nur in Vorarlberg regen Anklang. In der Saison 2016/17 gastiert das Symphonieorchester insgesamt viermal im In-und Ausland.

Nachhaltige Partnerschaft

Seit 2009 ist die Volksbank Vorarlberg Partner des Symphonieorchesters. Eine langjährige Kooperation, die für Volksbank Vorstandsvorsitzenden Gerhard Hamel mehr als reines Kultursponsoring ist. „Wir pflegen eine nachhaltige Partnerschaft auf Augenhöhe. Als Genossenschaftsbank leben wir Regionalität, Weitsicht und Respekt. Eine so bedeutende heimische Institution wie das Symphonieorchester zu unterstützen, hat für uns oberste Priorität.“

Geschäftsführer Thomas Heißbauer sieht die Verlängerung des Vertrages ebenso als Zeichen der guten Partnerschaft:„ Das Symphonieorchester hat seit 2009 eine positive Entwicklung in qualitativer und inhaltlicher Hinsicht erfahren. Die Volksbank Vorarlberg honoriert als Hauptsponsor diesen Weg. Mit dieser Unterstützung sind langfristige Planungen möglich.“

Erster Tonträger mit Chefdirigent Gérard Korsten

Gérard Korsten ist seit 2005 Chefdirigent des Symphonieorchesters. Bis dato gab es keine CD-Aufnahme des Orchesters, die unter der Leitung von Korsten entstanden ist. „Es war mir ein Anliegen, mit der Neueinspielung von Antonin Dvorăks Kompositionen Symphonie Nr. 9 – „Aus der neuen Welt“ – und Symphonische Variationen, dieses Versäumnis nachzuholen. Umso größer ist die Freude über das Ergebnis“, führt Heißbauer aus.

Musikalische Schätze bewahren

Bei der Aufnahme handelt es sich um einen Konzertmitschnitt aus dem Montforthaus Feldkirch. Das Programm des zweiten Abokonzertes der Saison 2015/16 wurde an zwei Abenden im vergangenen Dezember in Zusammenarbeit mit dem ORF Vorarlberg aufgezeichnet. Die CD ist beim Musik-Label VMS Musical Treasures erschienen. Seit seiner Gründung im Jahre 2002 sieht sich das Label als Entdecker und Bewahrer von musikalischen Schätzen.

Visitenkarte des Symphonieorchester Vorarlberg

Die beiden Werke Dvorăks sind bewusst gewählt. Sie erlauben den Musikern des Symphonieorchesters ihr ganzes Können zu entfalten. Geschäftsführer Heißbauer sieht die Aufnahme als „Visitenkarte“ des Klangkörpers.

Die Symphonie Nr. 9 (1893) – als „Aus der neuen Welt“ geläufig – verbindet böhmische und amerikanische Melodien mit Polka-Rhythmus und ursprünglichen Tänzen. Dvorăks Symphonische Variationen (1877) war zu seinen Lebzeiten seine best-rezensierte Tonschöpfung. Dennoch gibt es nur wenige Aufnahmen davon.

Abonnenten: positive Entwicklung

Weitere erfreuliche Entwicklungen verzeichnet das Symphonieorchester bei den Abonnentenzahlen. 1041 Abos – 47 mehr als im Vorjahr – konnten für den Konzertzyklus 2016/17 im Festspielhaus Bregenz verbucht werden. Die Abonnentenzahl für die Konzerte im Montforthaus Feldkirch hat mit 876 einen neuen Spitzenwert erreicht.

Rückblick und Vorschau

Ende Oktober begann die Konzertsaison. Neben den Auftritten im Montforthaus Feldkirch und im Festspielhaus Bregenz gab es zum Saisonauftakt Gastspiele im Konzerthaus Klagenfurt und im Angelika-Kauffmann-Saal in Schwarzenberg. Für Klagenfurt gibt es bereits eine Wiedereinladung in zwei Jahren.

2017 stehen weitere Gastspiele auf dem Terminkalender. Gemeinsam mit dem Kammerchor Feldkirch reist das Symphonieorchester am 10. März 2017 in den Kanton Glarus, Schweiz. Unter der Leitung von Benjamin Lack gelangt in Schwanden Haydns „Die Jahreszeiten“ zur Aufführung. Am 18. Mai 2017 tritt das Orchester gemeinsam mit Chefdirigent Gérard Korsten im Teatro Communale in Modena auf. Gespielt werden Werke von Haas, Mozart und Schubert.

Info: www.sov.at

Fact-Box:

Symphonieorchester Vorarlberg • Antonin Dvorăk

Gérard Korsten | Dirigent

Antonin Dvorăk: Symphonie Nr. 9 in e-moll op. 95, „Aus der Neuen Welt“ (1893)

Antonin Dvorăk: Symphonische Variationen op. 78

Live-Mitschnitt aus dem Montforthaus Feldkirch. Aufgenommen am 4. und 5. Dezember 2015

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von Caroline E. / Foto: Dietmar Mathis/Symphonieorchester Vorarlberg
28.12.2016

Neuerungen im österreichischen Straßenverkehr ab 2017

Neuerungen im österreichischen Straßenverkehr ab 2017 Neuerungen im österreichischen Straßenverkehr ab 2017

Alkolocks, Radarfotos für andere Delikte, Änderungen für Führerschein-Neulinge

Mit dem Jahreswechsel wird gerne ins nächste Jahr geblickt. Doch nur wenige Neuerungen für Autofahrer treten definitiv mit dem Jahreswechsel in Kraft. Einige Novellen sind aber schon jetzt bekannt oder absehbar, sodass der ÖAMTC einen Überblick über zu erwartende Änderungen des Jahres 2017 bieten kann. Gleichzeitig ist der Jahreswechsel ein guter Anlass, sich die eine oder andere Neuerung des vergangenen Jahres in Erinnerung zu rufen (Detailinfos unter www.oeamtc.at/recht).

Hier die absehbaren Neuerungen für 2017:

Radarfotos als Beweis für bestimmte Delikte

Ab dem bisher noch unbekannten Tag nach der Kundmachung der 28. StVO-Novelle dürfen Fotos aus bildgebenden Überwachungsverfahren auch für die Bestrafung folgender Delikte verwendet werden: Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung, unerlaubte Personenbeförderung, Nichtanlegen des Sicherheitsgurts, mangelnde Kindersicherung, Nichttragen eines Schutzhelmes, Beförderung einer unzulässigen Anzahl von Personen auf einem Motorrad oder Motorfahrrad.

Verhinderung der Weiterfahrt nach IG-L-Geschwindigkeitsüberschreitungen

Bei Überschreitungen einer nach dem IG-L verordneten Höchstgeschwindigkeit soll es zukünftig Zwangsmaßnahmen zur Verhinderung der Weiterfahrt geben, z. B. Abnahme der Fahrzeugschlüssel oder Anbringung von Radklammern. Ob dafür eine bestimmte Mindestüberschreitung Voraussetzung sein wird, ist noch in Diskussion.

Alkohol-Wegfahrsperre "Alkolocks"

Ein alternatives Bewährungssystem für alkoholauffällige Lenker soll mit 1. September 2017 in einen fünfjährigen Probebetrieb gehen. Wer sich freiwillig ein Alko-Testgerät in sein Fahrzeug einbauen lässt und an Mentoring-Gesprächen teilnimmt, kann sich die Hälfte der Führerschein-Entziehungszeit ersparen.

Änderungen für Führerschein-Neulinge

Ab 1. Juli 2017 dauert die Probezeit für jeden Fahranfänger künftig drei Jahre ab Erteilung der Lenkberechtigung. Das gilt nun auch einheitlich für L17-Fahranfänger. Die Probezeit verlängert sich nun auch um ein Jahr, wenn ein Lenker in der Probezeit wegen der Benützung eines Mobiltelefons beanstandet wird. In dem Fall ist auch eine (kostenpflichtige) Nachschulung zu absolvieren.

Mopedausbildung

Ab 1. März 2017 darf die Mopedausbildung frühestens zwei Monate vor dem 15. Geburtstag begonnen werden (bisher 6 Monate). Der Mopedführerschein ist wie bisher frühestens zum 15. Geburtstag auszustellen. Voraussichtlich ab Jahresmitte soll die Mopedprüfung modernisiert werden – ein Computer-Test wird den Multiple Choice-Test auf dem Papier ersetzen.

Ankaufsförderung für E-Autos

Ab März 2017 können österreichweit Prämien beim Kauf von Elektrofahrzeugen sowie Unterstützungen für den Aufbau von E-Ladestationen beantragt werden. Details unter http://www.oeamtc.at/portal/4-000-euro-ankaufpraemie+2500+1661483

Verlängerung der "Spritpreisverordnungen"

Die beiden Spritpreisverordnungen werden bis zum 31.Dezember 2019 verlängert: Damit sind Preiserhöhungen bei den Kraftstoffen an Tankstellen nur einmal täglich, um 12 Uhr, erlaubt. Preissenkungen sind zu jedem Zeitpunkt möglich. Die Tankstellenbetreiber müssen ihre Preise weiterhin an den offiziellen Spritpreisrechner melden. Konsumenten können sich in der ÖAMTC-App über die günstigsten Tankstellen in ihrer Nähe informieren.

Neuer Testzyklus für Kfz-Typengenehmigungen

Ab 1. September 2017 muss die Typisierung von neuen Pkw nach dem neuen Testzyklus WLTP erfolgen. Demnach wird der gemessene Spritverbrauch nach einem neuen realitätsnäheren Verfahren gemessen (VO (EU) 2016/427). Die Besteuerung soll weiterhin auf den Werten des bisherigen Normverbrauchszyklus NEFZ aufbauen.

Hinzurechnungsbetrag ("Sachbezug") bei Privatnutzung eines Dienstwagens

Ab 1. Jänner 2017 wird der CO2-Grenzwert für neu angeschaffte Dienstwagen, die privat genutzt werden, auf 127g/km gesenkt. Bis zu dieser Grenze sind wie bisher monatlich 1,5 Prozent der Anschaffungskosten (max. 720 Euro) als Sachbezug anzusetzen. Wird der Grenzwert überschritten, sind monatlich 2 Prozent (max. 960 Euro) anzusetzen. Für bestehende Dienstwagen sowie Dienstwagen, die vor 2017 erstmals zum Verkehr zugelassen wurden, gilt weiterhin der Grenzwert von 130g/km.

Sondervorschrift für E-Fahrzeuge

Ab 1. März 2017 können elektrisch betriebene Gütertransporter bis 4.250 kg (wegen schwerer Batterien) mit dem B-Führerschein gelenkt werden (vorerst auf fünf Jahre befristet). Voraussetzung ist die fünfstündige Zusatzausbildung mit Eintrag des Code 120 im Führerschein.

Neue Zusatztafel

Eine Zusatztafel mit dem Symbol eines Steckers besagt, dass an dieser Stelle das Halten und Parken nur für E-Fahrzeuge zum Stromtanken erlaubt ist.

Preiserhöhungen Vignette, Sondermauten, Parkgebühren

Durch die Anpassung an den harmonisierten Verbraucherpreisindex wurden die Preise für die Autobahn-Vignette um 0,8 Prozent erhöht. Inflationsbedingt werden einige Tarife für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht auf den Sondermautstrecken erhöht. In Wien und Klagenfurt steigen die Parkgebühren.

Digitale Vignette bringt auch Vorteile für Wechselkennzeichen

Voraussichtlich bereits ab Dezember 2017 wird die digitale Vignette – wahlweise zur Klebevignette – eingeführt. Aufgrund der automatischen Kennzeichenerfassung entfällt der Kauf einer zweiten Vignette bei Wechselkennzeichen.

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16.01.2017

Plan B zum Mehrheitswahlrecht

Auch der aktuelle Vorstoß von Kanzler Kern für ein mehrheitsförderndes Wahlrecht wird wohl keinen Systemwechsel bringen. Auch der aktuelle Vorstoß von Kanzler Kern für ein mehrheitsförderndes Wahlrecht wird wohl keinen Systemwechsel bringen.

Auch der aktuelle Vorstoß von Kanzler Kern für ein mehrheitsförderndes Wahlrecht wird wohl keinen Systemwechsel bringen. Trotzdem sollte es eine Wahlrechtsreform geben. Aber auf Basis des Verhältniswahlrechts.

Verfassungsfragen sind Machtfragen, das wissen wir seit Ferdinand Lasalle.

Seit zehn Jahren wird immer wieder eine Abkehr vom Verhältniswahlrecht gefordert. Vor zehn Jahren, mit der Rückkehr der immer kleiner werdenden großen Koalition, wurde erneut die Blockade zum Regierungsprinzip erkoren.

Ob nun in reiner Form oder durch eine minderheitenfreundliche Variante wird ein Wechsel zu einem mehrheitsfördernden Wahlrecht als einziger Ausweg gesehen, um die lähmenden Zustände zu beenden. Doch die Chance auf Umsetzung ist gering. Daran dürfte auch der Vorstoß von Kanzler Christian Kern nichts ändern. Eine notwendige Zweidrittelmehrheit und eine wohl wahrscheinliche Volksabstimmung dürften zu große Hürden sein.

Trotzdem sollte Kerns Initiative unbedingt genützt werden. Schließlich ist es erstmals ein regierender Kanzler, der so einen Systemwechsel einfordert. Das Für und Wider beider Wahlrechte ist rasch aufgezählt. Das Verhältniswahlrecht ist allemal gerechter, bildet es doch einigermaßen die Parteienstärke bei den Wahlen im Parlament ab. Das Mehrheitswahlrecht ermöglicht hingegen eine leichtere Bildung von Majoritäten. Auch ein tatsächlicher Machtwechsel, also eine Abwahl einer Regierung, wird erleichtert. Nur zur Erinnerung: In der Zweiten Republik gab es erst einen echten Machtwechsel, und zwar 1970, als die regierende ÖVP abgewählt wurde – und die SPÖ unter Bruno Kreisky auf die Regierungsbank wechselte. Wenn es keine Chance für einen radikalen Wechsel gibt, dann sollte man überlegen, ob das Verhältniswahlrecht nicht weiterentwickelt werden kann. Denn eine Reform ist nötig. Also sollte Kerns Initiative für eine Verfassungsdebatte genützt werden. Dabei könnte man sich in diskursiver Form dem norwegischen Modell annähern. Auch dort kann eine Regierung vorzeitig scheitern, aber dies bedeutet nicht zwangsläufig Neuwahlen. Das Parlament ist schließlich gewählt. Dies würde den Parlamentarismus stärken, Minderheitsregierungen fördern und das Drohpotenzial Neuwahl massiv einschränken.

Zudem sollte dieses Prinzip auch in der Bundesländern umgesetzt werden. So könnte man dann in der Mitte der Legislaturperiode des Nationalrats an einem Super-Wahlsonntag alle Landtage wählen lassen. Dies führt, um noch ein Argument anzuführen, zur Abnahme der Erpressbarkeit durch Länderchefs und für einen größeren Zeitraum zu mehr Reformmut im Bund. Verfassungsfragen sind eben Machtfragen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Michael Sprenger
13.05.2017

Kern attackiert ÖVP und Sebastian Kurz

SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern skizziert im ÖSTERREICH-Interview (Sonntagsausgabe) seine Pläne und kritisiert ÖVP sowie Sebastian Kurz scharf. SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern skizziert im ÖSTERREICH-Interview (Sonntagsausgabe) seine Pläne und kritisiert ÖVP sowie Sebastian Kurz scharf.

Über einen gemeinsamen Neuwahlantrag mit der ÖVP sagt er: „Für mich ist im Moment eines wichtig: Finden wir Mehrheiten für die vereinbarten Maßnahmen. Es steht ja viel an - Bildungsreform, Senkung der Lohnnebenkosten, die 20.000 neuen Jobs für ältere Langzeitarbeitslose, die Steuerentlastung für die Mittelschicht. Da können und werden wir jetzt nicht Monate warten, nur weil Sebastian Kurz nicht mehr will. Die Situation stellt sich ja wie folgt dar:

einer bekommt Neuwahlen - und 350.000 Menschen, die unter 1.500 Euro monatlich verdienen, bekommen keinen Mindestlohn. Einer bekommt Neuwahlen und 20.000 Menschen über 50, die seit einem Jahr oder länger auf einen Job warten, bekommen wieder keine Chance.“

Auf die Frage, ob er bei einem Neuwahlantrag die ÖVP-Minister entlassen werde, meinte Kern: „Ich habe gelernt, dass in der Politik die Dinge etwas anders laufen: in einem Unternehmen wäre es undenkbar, dass ein leitender Angestellter sagt: Ich will hier nicht mehr arbeiten, aber die nächsten fünf Monate will ich weiter alle Benefits - vom Dienstauto zum Sekretariat. Mein Angebot an Sebastian Kurz und die ÖVP war weitreichend. Dieses Angebot wurde ausgeschlagen. Aber hier geht es nicht um einen egoistischen Poker -hier geht es um Österreich. Und mit unserem Land und seinen Menschen spielt man nicht“.

Über eine mögliche Neuauflage von Rot-Schwarz meinte der Kanzler:

„Für mich ist viel vorstellbar - aber entscheidend ist: wem ist das Land das große Anliegen? Da werden wir schauen, wer nach den Wahlen der richtige Partner ist.“.

Empört zeigte sich der Kanzler, dass die ÖVP seinen Sohn Niko Kern scharf angriff: „Die ÖVP hat meinen Sohn zum Regierungs-Stürzer hochhysterisiert und ihn auf das Cover von Zeitungen gezerrt. Ich finde es letztklassig, wenn manche jetzt glauben, im Wahlkampf meine Familie angreifen zu können. Das ist niveaulos und unanständig.“

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: SPÖ Presse und Kommunikation, CC BY-SA 2.0
28.01.2017

Trumps Totenlied auf die liberale Welt

Der neue US-Präsident schwingt die Abrissbirne, die Fundamente der liberalen westlichen Weltordnung geraten ins Wanken. Das vom Brexit und zunehmendem Nationalismus geschwächte Europa wird sich warm anziehen müssen. Der neue US-Präsident schwingt die Abrissbirne, die Fundamente der liberalen westlichen Weltordnung geraten ins Wanken. Das vom Brexit und zunehmendem Nationalismus geschwächte Europa wird sich warm anziehen müssen.

Gestern ging alles noch seinen gewohnten Gang. Und heute? Heute, eine Woche nach dem Amtsantritt des 45. US-Präsidenten – des Immobilientycoons und Showmans Donald Trump – herrschen Unruhe und Nervosität. Die Säulen der etablierten westlich-liberalen Weltordnung sind ins Wanken geraten – jener Weltordnung, die aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges entstanden ist. In seiner ersten Arbeitswoche im Weißen Haus hat Trump die Abrissbirne zum Werkzeug seiner Politik gemacht. Mit seinen präsidialen Anordnungen und seiner Flut an Tweets schickt er sich an, die internationale Ordnung zu zertrümmern. Mit seinem „America first“ lässt er die Verbündeten der USA im Regen stehen. Nicht nur aus Unwissenheit und Ignoranz – wie noch immer einige hoffen –, sondern mit Kalkül. Trump und sein engster Kreis aus Beratern und Strategen haben einen Plan. Einen Plan, der auf nichts anderes als eine Zeitenwende für die westliche Welt hinauslaufen könnte. Die Umrisse des Neuen sind bereits sichtbar.

Trump macht mit dem Mauerbau zu Mexiko Ernst, Trump sagt dem weltweiten Freihandel den Kampf an, Trump pfeift auf den Klimaschutz, Trump erklärt das westliche Verteidigungsbündnis NATO für obsolet und stellt die engen transatlantischen Bindungen zu Europa in Frage, Trump kritisiert die deutsche Kanzlerin Merkel und sieht die EU als gescheitert an, Trump sucht den Konflikt mit China und die Nähe zu Russland. Und: Trump setzt auf Provokation, die feine Klinge ist seine Sache nicht.

Mit der so genannten westlichen Wertegemeinschaft – zugegeben, sie wurde nach Belieben umgedeutet, missbraucht und nur in meist dumpfen Sonntagsreden hochgehalten – kann Trump schlicht nichts anfangen. Nicht auf dem Parkett der Außenpolitik und auch nicht in der innenpolitischen Auseinandersetzung. Der dauer-zwitschernde Trump hat kritischen Medien in den USA den Krieg erklärt, präsentiert lieber „alternative Fakten“ und diskreditiert seine Gegner. Die Weltmacht USA hat den Rückzug angetreten, auch als moralische Macht, die gerade in Europa immer hochgehalten wurde. Das vom Brexit, nationalen Egoismen und triumphierenden Rechtspopulisten geschwächte Europa muss sich auf neue Zeiten einstellen. Wenn es sich weiter kannibalisiert, hat es keine Zukunft. Es muss zu gemeinsamer Stärke finden und den Blick auch in der Außenpolitik nicht nur nach Washington richten. Trumps Slogan „America first“ kann für den alten Kontinent auch ein Weckruf sein. Der Weltuntergang kann noch warten.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: MICHAEL VADON, CC-BY-SA 4.0 / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Christian Jentsch

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