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Freitag 22.10.2021 11:49
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22.10.2021

Wenn der Kleine zum Großen wird

Werner Kogler trug das alles mit – zum Ärger von Grün-Funktionären und -Wählern. Werner Kogler trug das alles mit – zum Ärger von Grün-Funktionären und -Wählern.

Ob der ÖVP-Affäre haben sich die Machtverhältnisse in der Regierung gedreht. Von den Grünen sind die Türkisen nun abhängig. Den Bruch der Koalition kann sich die Kanzlerpartei politisch nicht leisten.

Von der außerparlamentarischen Opposition in die Regierung. Das hat auch die Grünen nach der vergangenen Nationalratswahl überrascht. Politisch verbündet hat sich die Öko-Partei mit der Nummer 1 an Zuspruch, den Türkisen. Und dieser Pakt bekam ihr lange nicht. Aus dem „Besten aus beiden Welten“ wurde das Beste im Sinne der ÖVP. Zuvorderst flüchtlings- und asylpolitisch. Der einst mundflinke und Sebastian-Kurz-kritische Werner Kogler trug das alles mit – zum Ärger von Grün-Funktionären und -Wählern. Steter „Umfaller“ der Posten wegen ziehen sie ihn.

Dann kam die ÖVP-Affäre. „Saubere Politik“ ist neben jener in Sachen Klima ein Grundsatz der Grünen. Zu handeln galt es, um die Glaubwürdigkeit nicht gänzlich zu verlieren. Kogler machte Druck auf Kurz. Verstärkt von den ÖVP-Landesoberen, die ein Bündnis im Bund ohne ihre Partei fürchteten, wirkte dieser. Kurz dankte ab.

Das macht die Grünen selbstbewusst: Regierung gerettet, dem eigenen Anspruch treu geblieben. Und so ist vorerst Schluss mit der Unterwerfung. Den von SPÖ, FPÖ und NEOS initiierten U-Ausschuss zu den Korruptionsvorwürfen gegen die ÖVP unterstützen sie, Wolfgang Sobotka wird selbst von Kogler öffentlich geraten, dem parlamentarischen Prüf-Gremium diesmal nicht vorzusitzen. Eine neue Situation für die machtbewussten und -gewohnten ÖVPler. Schwieriger wird die koalitionäre Kooperation ob dessen fortan sein. Die Türkisen grollen, weil die Grünen Kurz als Regierungs­chef „abgeschossen“ haben. Der ist nun als Klubobmann im Parlament – und soll die Regierungsvorhaben mittragen. Rache für Koglers Tun statt Reue wegen des eigenen steht im Raum. Diese Gefühle auszuleben, würde der ÖVP nicht gut bekommen. Bei einer baldigen Wahl stiege sie wohl schlecht aus. Sie hätte keinen Strahlemann mehr, mit dem sie in eine solche gehen könnte. Kurz fiele als erneuter Heilsbringer ja aus – auch wenn die strafrechtliche Klärung noch lange dauern wird. Das moralische Attest liegt schon vor. Und zum dritten Mal eine Koalition vor der regulären Zeit zu Fall zu bringen, würde auch nicht beklatscht, erst recht nicht während einer Pandemie mit all ihren Folgen. Strategisch kommod ist das für die Grünen. Profilieren können sie sich. Etwa mit einem Polit-Hygiene-Paket, befüllt mit einer Neuregelung der Vorgaben für die Parteienfinanzierung, für Presseförderung und Inserate. Da zu blockieren, kann sich die ÖVP nicht leisten – wegen der publik gewordenen Chats. Gedreht haben sich die Verhältnisse. Der kleine Partner ist zum großen geworden.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von KARIN LEITNER
22.10.2021

Motorrad und Roller in der kalten Jahreszeit einwintern oder durchfahren?

Motorrad und Roller in der kalten Jahreszeit einwintern oder durchfahren? Motorrad und Roller in der kalten Jahreszeit einwintern oder durchfahren?

Viele Motorrad- und Rollerfahrer:innen dürften sich aktuell die Frage stellen, ob sie ihr Fahrzeug aufgrund tageweiser guter Bedingungen weiter nutzen, oder das Fahrzeug gleich einwintern sollen. Die Vorteile weiterzufahren, insbesondere in der Stadt, liegen auf der Hand: keine lästige Parkplatzsuche oder Parkgebühren und weniger Stau. Die kalte Jahreszeit kann für Biker jedoch gefährlich sein: "Im Ortsgebiet, wo man mit niedriger Geschwindigkeit unterwegs ist und die Straßen geräumt sind, kann man mit Motorrad und Roller auch im Winter fahren. Wichtig ist dabei, die richtige Schutzbekleidung zu tragen und natürlich stets konzentriert zu sein und vorausschauend zu fahren", erklärt Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Bei Schnee lässt man Motorrad oder Roller jedoch am besten stehen, zu hoch ist die Unfallgefahr.

Motorrad- und Rollerfahren im Winter – worauf es zu achten gilt

Motorrad und Roller haben keine Knautschzone. Je früher gefährliche Situationen erkannt werden, desto mehr Zeit bleibt für die richtige Reaktion. "Bei winterlichen Bedingungen ist es wichtiger denn je, nie am Limit zu fahren", rät Scheiblauer und fügt hinzu: "Man muss sicher mit dem Bike fahren können und sollte auch auf Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer rechtzeitig reagieren können. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass die Reifen auf kaltem Asphalt eine schlechtere Haftung haben und man somit schneller ins Rutschen kommen kann. Das muss man imstande sein abzufangen." Mehr Grip bei kalten Temperaturen bieten Winterreifen für Motorräder und Roller. "Zwar gilt die Winterreifenpflicht für Motorräder und Roller in Österreich nicht, wir empfehlen die Nutzung aber dringend", mahnt der Fahrsicherheitsexperte. Bei einspurigen Fahrzeugen und Straßenglätte oder Schnee gilt auch mit Winterreifen ein erhöhtes Unfallrisiko. "Freilich helfen Winterreifen nur, wenn auch die Fahrweise entsprechend angepasst wird. Auch sind Reflektoren für eine bessere Sichtbarkeit unverzichtbar", so Scheiblauer.

Eine weitere, nicht zu unterschätzende Gefahr, die in der dunklen Jahreshälfte auch für Zweiradfahrer:innen droht, ist die eingeschränkte Sichtbarkeit am Morgen und späten Nachmittag. "Besonders wichtig ist es im Herbst helle Schutzbekleidung zu tragen, am besten mit Reflektoren. Außerdem sollte man einen gut sichtbaren Helm tragen, um nicht so leicht von anderen übersehen zu werden", mahnt der Fahrsicherheits-Profi.

Einwintern von Motorrad und Roller – fachgerechte Tipps

* Reinigen. Das Bike muss gründlich gereinigt werden. "Danach sollte man die Kette schmieren", rät der Motorradexperte der ÖAMTC Fahrtechnik.

* Volltanken. Um Korrosionsschäden bei Blechtanks vorzubeugen, empfiehlt der Experte, das Motorrad vollgetankt einzuwintern. Bei Kunststofftanks ist das nicht notwendig.

* Batterie abklemmen. "Um die Funktionstüchtigkeit der Batterie über den Winter zu erhalten, sollte man die Batterie abklemmen oder – noch besser – ausbauen und an ein Ladegerät anschließen", rät Scheiblauer.

* Luftdruck erhöhen. Vor dem Abstellen den Reifendruck etwas erhöhen und das Motorrad auf den Hauptständer stellen oder aufbocken, damit sich die Reifen nicht platt stehen.

* Witterungsschutz. Motorrad und Roller sollten möglichst vor Schnee, Salz und Rollsplitt geschützt werden. "Wer selbst keine witterungsgeschützte Abstellmöglichkeit hat, kann eventuell einen Garagenplatz anmieten. Auch spezielle Abdeckungen bieten einen gewissen Schutz für das Zweirad", so Scheiblauer. Parkt das Motorrad im Winter auf der Straße, sollte man regelmäßig kontrollieren, ob das Fahrzeug noch sicher steht. So können beispielsweise temporäre Halteverbote ein Umstellen notwendig machen.

* Stilllegen. "Wer sicher ist, dass er sein Motorrad in den Wintermonaten nicht nutzen möchte, kann das Kennzeichen bei der Kfz-Zulassungsstelle seiner Versicherung hinterlegen und so das Geld für die Versicherungsprämie sparen", so der abschließende Tipp des Motorrad-Chefinstruktors der ÖAMTC Fahrtechnik.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
22.10.2021

Die Pandemie drückt auf Optimismus und Zuversicht

Die Pandemie drückt auf Optimismus und Zuversicht Die Pandemie drückt auf Optimismus und Zuversicht

Das eigene Leben selbst zu gestalten und frei entscheiden zu können, gehört zu den universellen menschlichen Bedürfnissen. Selbstbestimmung und Unabhängigkeit führen zudem zu mehr Zufriedenheit und finanzieller Zuversicht. Swiss Life hat daher im Rahmen des Selbstbestimmungsbarometers erneut nachgefragt, wie verbreitet dieses positive Gefühl ist und welche Veränderungen ein weiteres Jahr Pandemie auf die Menschen hatte.

Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer Österreich 2021: die wichtigsten Erkenntnisse

Die Rückkehr ins selbstbestimmte Leben lässt weiter auf sich warten – Durch die Beibehaltung vieler Schutzmaßnahmen fühlen sich die Österreicherinnen und Österreicher weniger selbstbestimmt als im Vorjahr: 62% geben an, ein selbstbestimmtes Leben zu führen (vs. 64% in 2020). Für beinahe jeden zweiten Menschen in Österreich ist jedoch Selbstbestimmung und Unabhängigkeit im Leben in den letzten Monaten wichtiger geworden.

Wiedergewonnene Freiheiten im Privatleben, weniger Selbstbestimmung im Berufsleben – Private Treffen, Restaurantbesuche, und gemeinsame Ferien lassen die gefühlte Selbstbestimmung im Privatleben steigen. Demgegenüber fühlen sich nur noch 42% der Berufstätigen aktuell im Beruf selbstbestimmt (-4%Pkt.). Offenbar haben die Erfahrungen während des Lockdowns die Erwartungen in Bezug auf flexible Arbeitsmodelle geweckt: einige möchten wieder zurück an den Arbeitsplatz, andere wiederum möchten eine gute Mischung zwischen Homeoffice und Bürozeiten oder sogar gänzlich von zu Hause aus zu arbeiten.

Aufbruchsstimmung in Ballungsräumen– Am stärksten gestiegen ist die wahrgenommene Selbstbestimmung in Ballungsräumen (60%, +5%Pkt.); auf dem Land hingegen ist sie gesunken (64%, -4%Pkt.).

Optimismus leidet unter Pandemie – Nur noch 31% der Österreicherinnen und Österreicher (48% in 2020) blicken vorbehaltlos optimistisch in die Zukunft. Die Anzahl der Menschen, die sich oft gestresst und unter Druck fühlen hat sich mehr als verdoppelt (29% vs. 12%). Damit sinkt auch die finanzielle Zuversicht: Nur noch 46% sehen ihre finanzielle Situation zum Zeitpunkt der Pensionierung positiv (vs. 65% in 2020).

Frauen sind eher um ihre Finanzen besorgt – Frauen (52%) haben deutlich häufiger Angst davor, nicht genügend Geld für ein selbstbestimmtes Leben zu haben als Männer (44%). Zudem sind Frauen seltener der Meinung, dass ihre Vorsorge im Alter ein selbstbestimmtes Leben erlaubt (31% vs. 36%) und dass der Ruhestand bereits gut geplant sei (30% vs. 39%). Zudem sind Frauen in Bezug auf ihre Pensionierung pessimistischer als Männer. So erwarten aktuell 38% der Frauen, zum Zeitpunkt der Pensionierung finanziell schlechter dazustehen als heute (Männer 27%).

Finanzwissen fördert Unabhängigkeit – Menschen, die ihre Finanzen geplant haben und über ein fundiertes Finanzwissen verfügen, fühlen sich deutlich selbstbestimmter als auch mit dem Leben zufriedener als solche ohne einen entsprechenden Plan oder Wissen. 73% mit guten Finanzkenntnissen und 77% mit einer entsprechenden Planung fühlen sich selbstbestimmt, ohne diese Kenntnisse sind es nur 59% Prozent (44%). Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Möglichkeit zu sparen.

Teilzeitarbeit erschwert die Vorsorge – Das Arbeitspensum hat Auswirkungen auf die finanzielle Situation und die Altersvorsorge: Teilzeitbeschäftigte (36%) in Österreich haben seltener das Gefühl, dass ihr Haushalt finanziell gut abgesichert ist (Vollzeit 40%) und dass ihre staatliche wie auch private Vorsorge es ihnen ermöglicht im Alter ein selbstbestimmtes Leben zu führen (27% vs. 32%).

Selbstbestimmung heißt immer eine Wahl zu haben – die drei wichtigsten Aspekte für ein selbstbestimmtes Leben sind selbst entscheiden zu können (55%), nicht eingeschränkt zu bleiben (36%) und finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen (35%). Die größten Ängste der Österreicherinnen und Österreicher sind schwere Erkrankungen (66%), pflegebedürftig zu sein (63%) und nicht mehr selbst entscheiden zu können (58%). Bei Frauen ist die Angst, nicht genügend Geld zu haben deutlich ausgeprägter als bei Männern (52% vs. 44%).

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22.10.2021

AK-Präsident Kalliauer: Frauen schauen bei der angeblich „größten Steuerreform“ durch die Finger

Frauen schauen bei der angeblich „größten Steuerreform“ durch die Finger Frauen schauen bei der angeblich „größten Steuerreform“ durch die Finger

Die „größte Steuerreform“ aller Zeiten ist nicht nur ein riesiges Steuergeschenk an Großkonzerne, sie diskriminiert auch innerhalb der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Sowohl die Ausweitung des Familienbonus als auch die Tarifstufensenkung kommen berufstätigen Männern deutlich stärker zugute als Frauen. „Zuerst haben uns die Pflegerinnen, Reinigungskräfte und Kassiererinnen durch die Krise getragen – und jetzt schauen sie bei der Steuerreform durch die Finger“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Der Applaus war ihnen gewiss, den Frauen in der Pflege, in der Reinigung, in den Gesundheitsberufen, den Pädagoginnen und den Handelsangestellten, die uns mit ihrer systemrelevanten, aber oftmals schlecht bezahlten Arbeit durch die Krise gebracht haben. Im Jahr 2019 haben sie knapp neun Mrd. Euro zum Lohnsteueraufkommen beigetragen. Nebenbei erledigen sie auch noch den Großteil der unbezahlten Arbeit in der Kinderbetreuung, der Altenpflege und im Haushalt. Alles spräche dafür, Frauen bei einer Steuerreform besonders zu entlasten. Aber ihr geringes Einkommen, auch aufgrund der hohen Teilzeitquote, lässt die Frauen auch bei der türkis-grünen Tarifreform durch die Finger schauen.

Von der Ausweitung des Familienbonus profitieren (gutverdienende) Männer in deutlich stärkerem Ausmaß als Frauen: Um beim neuen Tarif den erhöhten Familienbonus voll ausschöpfen zu können, ist bei einem Kind ein Monatsbrutto von rund 2.000 Euro notwendig. Für viele Frauen, insbesondere wenn sie Teilzeit arbeiten, ist ein derart hohes Einkommen leider völlig illusorisch. Bezieherinnen von Mindestsicherung und Arbeitslose gehen beim Familienbonus gänzlich leer aus. Somit werden rund 180.000 Kinder nicht vom Familienbonus profitieren können.

Auch die Senkung der zweiten und dritten Tarifstufe vergisst auf Teilzeitbeschäftigte und Frauen mit geringen Einkommen. Von diesem Teil der Steuerreform profitieren ebenfalls Männer viel stärker als Frauen. Vom gesamten Kuchen des Entlastungsvolumens erhalten Männer 61 Prozent und Frauen 39 Prozent. Für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer ist daher klar: „Diese angeblich ‚größte Steuerreform‘ aller Zeiten setzt völlig falsche Prioritäten. Frauen, die in den vergangenen beiden Jahren – noch mehr als je zuvor – unser Land und das gesellschaftliche Leben am Laufen gehalten haben, schauen wieder einmal durch die Finger.“ Im Gegensatz dazu dürfen sich Großkonzerne, die schon während der Krise mit reichlich staatlichem Geld unterstützt worden waren, ein weiteres Mal über großzügige Steuergeschenke freuen.

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20.09.2021

Kaum Verbesserung bei Plastikverpackungsquote von Obst und Gemüse

Kaum Verbesserung bei Plastikverpackungsquote von Obst und Gemüse Kaum Verbesserung bei Plastikverpackungsquote von Obst und Gemüse

Vor zwei Jahren hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) erstmals die Plastikverpackungsquote bei ausgewählten Obst- und Gemüsesorten in Supermärkten und Diskontern erhoben. Das Ergebnis der damaligen Stichprobe: Im Durchschnitt fiel bei rund 61 Prozent der Ware Plastikmüll an. Auffällig hoch gestaltete sich der Plastikanteil bei den Diskontern. Seitdem erhebt der VKI jährlich die Plastikverpackungsquote im Bereich Obst und Gemüse. Doch obwohl Händler und Hersteller Verbesserung gelobten, liegt der aktuell erfasste Plastikanteil nach wie vor bei 57 Prozent. Eine wahrnehmbare Reduktion gab es lediglich bei 4 von 13 untersuchten Playern des Lebensmitteleinzelhandels. Ausführliche Informationen zur Erhebung gibt es ab 23. September im Magazin KONSUMENT und ab sofort auf www.konsument.at.

Für die aktuelle Untersuchung wurde – wie in den Erhebungen zuvor – die Plastikverpackungsquote bei Äpfeln, Gurken, Karotten, Paprika und Tomaten erhoben. Insgesamt wurden rund 1.700 Artikel aus 56 Filialen von 13 Lebensmittelketten in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg geprüft. Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren ist das „Plastikgefälle" zwischen den jeweiligen Händlern enorm. Die Plastikquote reicht von 14 Prozent beim Bio-Anbieter denn's bis hin zu 76 Prozent beim Schlusslicht Penny.

Positiv ist, dass zwei Handelsunternehmen ihr Plastikquote seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019 merklich verringert haben: Interspar (von 65 auf 48 Prozent) und Nah & Frisch (von 55 auf 41 Prozent). Auch bei Hofer und Lidl ist eine Verbesserung sichtbar: bei Lidl von 77 auf 65 Prozent, bei Hofer von 79 auf 70. Allerdings befindet sich die Plastikquote bei beiden Diskontern nach wie vor auf hohem Niveau. Wenig oder keine Veränderung gab es dagegen bei ADEG, Billa, Billa Plus (Merkur), Penny und Unimarkt, deren Plastikquote zwischen 58 und 76 Prozent liegt. Eine deutliche Zunahme an Plastikmüll gab es dagegen bei Etsan (um 9 Prozentpunkte auf 47 Prozent).

„Es ist erfreulich, dass es zumindest bei einigen Unternehmen eine spürbare Verringerung des Plastikanteils bei Obst- und Gemüseverpackungen gibt“, resümiert VKI-Projektleiterin Birgit Beck. „Doch letztlich ist das eine Minderheit. Es ist bedauerlich, wenn Unternehmen zwar Besserung bei der Reduktion von Plastikmüll geloben, die Fakten aber eine andere Sprache sprechen. Dabei wäre es angesichts der immer dringlicher werdenden Klima- und Umweltkrise wichtig, das Aufkommen an Plastikmüll weitestgehend zu reduzierend und angekündigten Maßnahmen endlich Taten folgen zu lassen.“

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08.09.2021

Ausmisten, verschönern oder gar umbauen stehen hoch im Kurs

Ausmisten, verschönern oder gar umbauen stehen hoch im Kurs Ausmisten, verschönern oder gar umbauen stehen hoch im Kurs

Corona hat das Thema Wohnen für viele Österreicher:innen in den Fokus gerückt. Welche Verschönerungsaktionen, Umbauarbeiten und Renovierungen in den eigenen vier Wänden umgesetzt wurden, dem ist die aktuelle Trendstudie unter 1.000 Befragten im Auftrag von ImmoScout24 nachgegangen.

Entrümpeln wurde zum Volkssport

Mehr Zeit – vor allem mehr Zeit in den eigenen vier Wänden – hat viele Österreicher:innen offenbar dazu gebracht, sich die eigenen Besitztümer einmal näher anzusehen. So hat mehr als die Hälfte der Österreicher:innen die Pandemie dazu genutzt, sich von Dingen zu lösen, die nicht mehr gebraucht werden. 53 Prozent geben an, bereits ausgemistet zu haben, weitere 18 Prozent planen, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Die Entrümpelungs-Hochburgen sind Salzburg, hier haben sieben von zehn ordentlich ausgemistet, Vorarlberg (67 Prozent) und das Burgenland (59 Prozent).

Auch wer Kinder hat, hat die Zeit eher dazu genutzt, nicht mehr Benötigtes loszuwerden. Haushalte mit mehr als 2 Kindern haben überdurchschnittliches Gefallen am Entrümpeln gefunden (62 Prozent). Auch die Wohnungsgröße hatte Auswirkungen darauf, ob für mehr Ordnung gesorgt wurde oder nicht. Allerdings haben Haushalte mit mehr Wohnfläche die Zeit eher zum Ausmisten genutzt als Bewohner kleinerer Wohnungen, die nicht überdurchschnittlich anfällig dafür waren, sich von Dingen zu trennen.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Auch die Motivation, etwas Hand an der Wohnung anzulegen und sie zu verschönern, war in der Pandemie gegeben. Mehr als ein Drittel der Befragten hat mit neuen Heimtextilien, etwas Farbe oder Deko-Elementen dafür gesorgt, die Wohnsituation umzugestalten. Überdurchschnittlich oft haben Bewohner von Städten und Mietwohnungen diese Maßnahmen ergriffen. Weiter gegangen ist etwas mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der Befragten. Sie haben die Gelegenheit genutzt und gleich neue Möbel angeschafft. „Wenn mehr Zeit zuhause verbracht wird, wird Verbesserungspotenzial meist deutlicher. So ist es nicht verwunderlich, dass Wohnraum an die eigenen Bedürfnisse angepasst oder einfach verschönert wurde“, erläutert Markus Dejmek, Österreich-Chef von ImmoScout24, die Situation.

Hör mal wer da hämmert

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass in der Pandemie nicht nur mit kleinen, eher einfachen Maßnahmen versucht wurde, das Wohngefühl zu verbessern. Ein Viertel der Befragten gibt an, größere Umbau- oder Renovierungsprojekte begonnen oder zumindest geplant zu haben. Unter Hausbewohner:innen ist es sogar ein Drittel, das sich mit kleinen Verschönerungen nicht zufrieden gegeben hat. Umgebaut wurden bzw. werden vor allem Wohnzimmer (44 Prozent), Küchen (37 Prozent), Bäder und WCs (34 Prozent) und Schlafzimmer (32 Prozent), gefolgt von Essbereichen (28 Prozent) und Arbeitszimmern (23 Prozent).

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13.08.2021

Bierdosen eignen sich nicht zum Grillen!

Bierdosen eignen sich nicht zum Grillen! Bierdosen eignen sich nicht zum Grillen!

Zurzeit häufen sich Kochrezepte, die das Grillen eines Huhns auf einer Bierdose beschreiben. Bei dieser Art der Zubereitung werden besonders die Einfachheit der Vorgehensweise und der Übergang von Bieraromen in das Hühnerfleisch beworben, jedoch wird aus fachlicher Sicht von dieser Zubereitungsart dringend abgeraten.

Das tatsächliche Gefahrenpotenzial ist derzeit schwer abschätzbar. Fest steht, dass die Druckfarben und Lacke auf der Dosen-Außenseite nicht für Lebensmittel geeignet sein müssen und auch die Doseninnenbeschichtung nur für die vorhergesehene Verwendung als Getränkeverpackung überprüft und zulässig ist. Bei den hohen Zubereitungstemperaturen können sich bisher nicht untersuchte und sogar gesundheitsschädliche Stoffe bilden. Durch diese zweckfremde Verwendung von Bierdosen gehen nicht nur die erwünschten Aromen, sondern möglicherweise auch Schadstoffe direkt in das Grillfleisch über.

Jenen, die auf diese Zubereitungsform nicht verzichten wollen, werden sogenannte „Hähnchengriller“ empfohlen. Diese haben die gleiche Funktion, bestehen aus geeignetem Material (z.B. Edelstahl) und sind überdies auch wieder verwendbar.

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13.01.2021

Bundesjugendvertretung: Schulen müssen endlich wieder öffnen!

Die BJV kritisiert das planlose Vorgehen der Regierung und fordert, Kindern und Jugendlichen endlich Priorität einzuräumen. Die BJV kritisiert das planlose Vorgehen der Regierung und fordert, Kindern und Jugendlichen endlich Priorität einzuräumen.

Anlässlich der aktuellsten Meldungen über eine mögliche Verlängerung der Schulschließungen appelliert die Bundesjugendvertretung (BJV), den Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler wieder in Betrieb zu nehmen: „Erneut droht ein Rückschlag für Österreichs Schülerinnen und Schüler. Statt mit Präventionskonzepten und niederschwelligen Teststrategien die Schuleröffnung zu ermöglichen, werden Schülerinnen und Schüler von der Bundesregierung weiter unter Druck gesetzt. Kinder und Jugendliche dürfen für das Fehlverhalten der Politik nicht büßen“, betont BJV-Vorsitzender Derai Al Nuaimi und fordert die rasche Öffnung von Schulen.

Die BJV verweist auf die aktuellste Gesundheitsstudie unter 13.000 Schülerinnen und Schülern: „Österreichweit leiden Kinder und Jugendliche an den Folgen von Distance Learning. Überforderung, Leistungsdruck und Zukunftsängste begleiten den Alltag junger Menschen, hinzu kommt der fehlende soziale Kontakt zu Mitschülerinnnen und Mitschülern sowie Freunden, worunter Kinder und Jugendliche besonders leiden“, erklärt Al Nuaimi. Obwohl die außerschulische Jugendarbeit während der Coronavirus-Pandemie ein wichtiges Auffangnetz für junge Menschen ist, darf auch diese momentan nicht stattfinden, während überfüllte Skipisten geduldet werden. Die BJV kritisiert das planlose Vorgehen der Regierung und fordert, Kindern und Jugendlichen endlich Priorität einzuräumen.

„Kinder und Jugendliche werden seit Beginn der Pandemie großteils außer Acht gelassen. Das Vorgehen im Bildungsbereich ist eine Zumutung – sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch Lehrpersonen und Eltern. Die Regierung muss nun endlich Klarheit schaffen, anstatt die Betroffenen erneut zu belasten“, so Al Nuaimi abschließend.

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12.04.2021

„Comebackplan“: Nicht eine konkrete Maßnahme, wie Jobs geschaffen werden können

„Wenn die Bundesregierung nach einem Jahr Krise draufkommt, dass unsere Wirtschaft am Boden liegt, dann sagt alleine das viel über ihre Kompetenz aus. Seit Monaten tut sie nichts, um die Wirtschaft anzukurbeln. Auch bei MAN hat Türkis-Grün keinen einzigen Finger gerührt, obwohl die kolportierte Schließung seit einem Jahr bekannt ist. Dass diese Regierung nun eine weitere Ankündigungs-Pressekonferenz macht, bei der keine einzige konkrete Maßnahme genannt wird, wie Jobs geschaffen werden können, schlägt dem Fass aber den Boden aus!“, so SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter als Reaktion auf den wirtschaftlichen „Comebackplan“ der Regierung heute, Samstag, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Matznetter erinnert an das Versagen der Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie und deren Folgen: „Österreich weist bei der Wirtschaftsleistung einen der stärksten Einbrüche in ganz Europa auf und auch die Arbeitslosigkeit ist doppelt so stark gestiegen wie in Deutschland.“ Gründe dafür gibt es mehrere. Die „Hilfen“ der Regierung waren vielfach nicht nur zu gering, sondern sind auch zu spät oder gar nicht angekommen - noch immer warten viele Unternehmen. Auch die EU-Milliarden wurden bislang einfach liegen gelassen, weil kein konkreter Plan auf den Tisch gelegt worden ist. „Mit Ankündigungen alleine lässt sich diese Krise nicht meistern! Doch die Regierung verkauft uns zum wiederholten Male für dumm und ist der Ansicht, dass diesen leeren Versprechungen noch irgendwer glaubt. In Wahrheit glaubt dieser Regierung niemand mehr und so etwas haben sich die Österreicherinnen und Österreicher auch nicht verdient!“, so Matznetter abschließend.

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13.01.2021

Jahresrückblick 2020: Gebrauchtwagenpreise im europäischen Ländervergleich

Im EU-Durchschnitt haben die Gebrauchtwagenpreise im Jahr der Corona-Pandemie 2020 noch einmal zugelegt Im EU-Durchschnitt haben die Gebrauchtwagenpreise im Jahr der Corona-Pandemie 2020 noch einmal zugelegt

Im EU-Durchschnitt haben die Gebrauchtwagenpreise im Jahr der Corona-Pandemie 2020 noch einmal zugelegt, allerdings in einem insgesamt geringeren Umfang als noch im Jahr zuvor. AutoScout24 hat die Preise für gebrauchte Autos in sechs europäischen Ländern analysiert und kam dabei zu teils überraschenden Ergebnissen: In Österreich ist der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis im Vergleich zu 2019 geringfügig angestiegen, in Deutschland haben sich die Preise nur minimal verändert und in Belgien und Frankreich fand der größte Preissprung nach oben statt.

Gebrauchtwagenpreise: Frankreich einsamer Spitzenreiter, Italien hat die Günstigsten

Wie in den Vorjahren, belegt Frankreich auch 2020 den ersten Platz, wenn es um die höchsten Gebrauchtwagenpreise geht. Durchschnittlich 24.090 Euro kostete ein gebrauchtes Auto in Frankreich. Das sind außerdem 4,3 Prozent mehr als noch im letzten Jahr. Deutlich dahinter und trotzdem noch auf dem zweiten Platz liegen Gebrauchtwagen aus Deutschland, die mit durchschnittlich 20.851 Euro nur um 0,4 Prozent angestiegen sind. Knapp dahinter folgt Österreich und belegt damit Platz 3 im Europa-Ranking: Mit durchschnittlich 20.279 Euro sind die Gebrauchtwagenpreise hierzulande um 0,8 Prozent im Vergleich zu 2019 gestiegen. Derweil wurden Gebrauchtwagen in Belgien abermals um satte 4,3 Prozent und durchschnittlich 750 Euro teurer: Ein Auto aus Vorbesitz kostete hier 17.991 Euro. Dahinter folgen die Niederlande mit durchschnittlich 16.705 Euro und Italien, dem Land der Schnäppchenkäufer: Trotz Preisanstieg um etwa 3 Prozent kosteten hier die Gebrauchtwagen mit durchschnittlich 16.463 Euro im EU-weiten Vergleich am wenigsten.

Luxussegment: Extreme Preisdifferenzen im Ländervergleich / Sportwagen deutlich teurer als im Vorjahr

Betrachtet man die Fahrzeugsegmente in Europa, lässt sich ein ähnliches Muster feststellen. Zwar haben die Preise 2020 in nahezu sämtlichen Segmenten zugelegt, doch sind hierdurch die Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Ländern auch noch deutlicher geworden. Am einfachsten wird dies in den Luxussegmenten der gebrauchten Oberklassefahrzeuge und Sportwagen deutlich. So wurden Gebrauchte der Oberklasse in Italien durchschnittlich zu einem Preis von 44.902 Euro angeboten, was den günstigsten Angebotspreis im EU-weiten Vergleich darstellt. Kosteten diese Autos in Österreich 2020 durchschnittlich schon 45.969 Euro, wurden sie in Frankreich für 65.568 Euro angeboten. Auch die Sportwagen legten preislich in allen Ländern außer den Niederlanden deutlich zu. Insbesondere in Österreich stiegen die Preise gebrauchter Sportwagen von ehemals 51.936 Euro auf nunmehr 54.630 Euro an. In Deutschland kosteten diese mit 55.733 Euro ebenfalls mehr als 2019.

SUVs: Durchschnittspreise in allen Ländern angestiegen

In allen Ländern gab es einen Preisanstieg im Segment der SUVs – in Österreich war der Anstieg von 28.225 im Jahr 2019 auf 28.252 Euro im Jahr 2020 jedoch am geringsten. Deutschland hält sich mit durchschnittlichen 27.831 Euro im Mittelfeld; Frankreich (28.796 Euro), Österreich und die Niederlande (28.436 Euro) weisen aber insgesamt die höchsten Durchschnittspreise gebrauchter SUVs auf.

Kompaktklasse: Deutschland und Frankreich mit höchsten Durchschnittspreisen

Doch auch in der Kompaktklasse werden die europäischen Preisdifferenzen sichtbar: Wurden Gebrauchte dieser Klasse in Frankreich im Schnitt für 17.850 Euro gehandelt, kosteten sie in Deutschland 16.042 Euro, in Österreich 14.979 Euro, in Italien nur rund 13.700 Euro und den Niederlanden 13.757 Euro. Für österreichische Privatkäufer dürfte sich der gelegentliche Blick zum südlichen Nachbarn lohnen: So waren in Italien beispielsweise gebrauchte Geländewagen mit durchschnittlich 21.526 Euro mehr als 7.500 Euro günstiger als in Österreich mit durchschnittlich 29.114 Euro.

Jahreswagen: Niederlande hat die Teuersten

Jahreswagen waren 2020 in den Niederlanden am teuersten und kosteten durchschnittlich 36.644 Euro, während man sie in Frankreich um nur 32.325 Euro und in Österreich um 31.604 Euro im Durchschnitt erwerben konnte. Italien nimmt auch hier erneut die Rolle des Schnäppchenanbieters ein (durchschnittlich 26.189 Euro für einen Jahreswagen).

Youngtimer-Preise europaweit gesunken, Oldtimer teils teurer

Betrachtet man ältere Fahrzeuge zwischen 20 und 30 Jahren, so fallen die länderübergreifend gesunkenen Preise deutlich auf. In den Niederlanden gab es im Vorjahr mit 5.675 Euro die günstigsten Youngtimer. Österreich fällt von einem 2019er Durchschnittspreis von 6.623 Euro auf einen aktuellen Durchschnittspreis von 6.447 Euro geringfügig zurück. Bei den über 30 Jahre alten Autos ergibt sich ein durchwachseneres Bild. Demnach gab es in Österreich eine leichte Preisreduktion auf durchschnittlich 21.597 Euro. Die günstigsten Oldtimer gab es 2020 in Italien: Hier kostete ein gebrauchtes Fahrzeug von über 30 Jahren im Durchschnitt nur 19.468 Euro.

“Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für Gebrauchtwagen 2020 zwar EU-weit leicht angestiegen, haben sich aber einigermaßen nivelliert”, kommentiert André Eckert, Country Manager von AutoScout24 in Österreich. “Österreich hält sich weiterhin im oberen Mittelfeld, was den Preis angeht. Wer hierzulande verkauft, wird also in der Regel keinen schlechten Preis erzielen.“

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
19.11.2020

Bloße Erhöhungen der Autosteuern lösen Klimafrage nicht

 Im Übrigen ist der Politik offenbar nicht bewusst, dass der Pkw-Verkehr in Österreich lediglich für rund 15 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich zeichnet. Im Übrigen ist der Politik offenbar nicht bewusst, dass der Pkw-Verkehr in Österreich lediglich für rund 15 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich zeichnet.

Anlässlich der heute erhobenen Forderungen nach weiteren Steuererhöhungen für den Straßenverkehr durch das Ökobüro und die kolportierten neuen Pläne der Regierung, die Pkw-Besteuerung mit dem Argument des Klimaschutzes nochmals zu erhöhen, stellt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung klar: "Es steht außer Frage, dass der Verkehr seinen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten muss. Permanent unter dem Titel des Klimaschutzes an der Steuerschraube zu drehen, ist jedoch abzulehnen." In Summe braucht es aus Sicht des Mobilitätsclubs ein Bündel an Maßnahmen, um die CO2-Emissionen im Verkehrsbereich zu reduzieren, darunter die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, die Förderung von E-Mobilität, die Erhöhung des Pkw-Besetzungsgrades, die Schaffung eines Wettbewerbsmarktes für Mobilitätsdienstleistungen, mehr Mikro-ÖV-Angebote wie Ruf-Taxis oder Gemeindebusse, aber auch den vermehrten Einsatz von alternativen Kraftstoffen.

Im Übrigen ist der Politik offenbar nicht bewusst, dass der Pkw-Verkehr in Österreich lediglich für rund 15 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich zeichnet. Bei weitem führend sind die Sektoren Energie und Industrie mit etwa 43 Prozent. Dies wird gerne von Politik und NGOs übersehen, weil sich die Industrie über den Emissionshandel freikaufen kann. Mit der Mineralölsteuer (MöSt) existiert bereits jetzt eine treffsichere CO2-Steuer für den Straßenverkehr, die bis zu 9-mal höher ist als der Preis, den Industrieunternehmen derzeit für die Tonne CO2 auf Europaebene zahlen. Zudem ist festzuhalten, dass seit Anfang Oktober sämtliche Auto-Steuern von den CO2-Emissionen abhängen.

Letzte Steuererhöhung unter dem Titel "Ökologisierung" erst im Oktober

Bereits im Herbst 2019 wurde ein Steuererhöhungs-Automatismus bei der NoVA beschlossen, der ab kommendem Jahr rund die Hälfte aller Neuwagen teurer machen würde. Dem Vernehmen nach plant die Regierung nun dennoch im Eilverfahren und ohne Begutachtung weitere Verschärfungen. "Die letzte Steuererhöhung mit dem Argument der Ökologisierung der Pkw-Besteuerung ist noch nicht einmal zwei Monate in Kraft, schon denkt die Politik über weitere Erhöhungen nach", kritisiert Wiesinger. Die Politik hat es nicht einmal geschafft, den Konsumenten transparent vor Augen zu führen, welchen Effekt die erst kürzlich in Kraft getretene Änderung im Steuersystem hatte. Sie hat auch nicht die Geduld, den Effekt dieser Maßnahmen abzuwarten. "Offensichtlich ist die Erhöhung der Steuerlast alles, was zählt", so der ÖAMTC-Interessenvertreter abschließend.

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22.10.2021

Medienförderung muss reformiert werden

Seit Jahren zeichnet sich in zahlreichen Studiendaten und Publikationen ab, dass enorme Summen öffentlichen Geldes in einer höchst problematischen Vergabepraxis vor allem in den Boulevard fließen. Helga Schwarzwald, Geschäftsführerin des Verbandes Freier Rundfunk Österreich: „Daraus hat sich schon in den vergangenen Jahrzehnten eine „wer zahlt, schafft an“ Medienkultur entwickelt, die zu einem echten Problem für die Unabhängigkeit der Medien und auch die Demokratie geworden ist.“ Ursache dafür ist, dass die eigentliche Medienförderung, wie etwa die Presse- und Rundfunkförderung mit rund 30 Millionen Euro nur einen Bruchteil des Geldes beträgt, das über die Inseratenvergabe der Bundes-, Landes- und Stadtregierungen in Medien fließt. Schwarzwald: „Gleichzeitig verhungern nicht-kommerzielle Medien, die einen großen Beitrag zur Medienvielfalt in Österreich leisten am vollen Futtertrog, weil sie unbequem, werbefrei und korruptions-immun sind.“

Freie Medien brauchen mehr Geld

Es braucht jetzt dringend eine Aufstockung des „Fonds zur Förderung des nichtkommerziellen Rundfunks“. Grund: Die 17 Freien Rundfunksender haben ein jährliches Gesamtbudget von drei Millionen Euro. Gleichzeitig arbeiten rund 3000 Menschen journalistisch bei den Freien Rundfunksendern mit und produzieren regionale Nachrichten, sind eine wichtige Plattform für die Kultur und leisten seit über 20 Jahren Medienbildung in Österreich. Schwarzwald: „Gleichzeitig zeigt sich alleine im Personalbereich in der gerade abgeschlossenen Erhebung des Fair Pay Gaps im nicht-kommerziellen Rundfunk, dass ein Fehlbetrag von 1,3 Millionen Euro besteht, und das bei dem ohnehin viel zu geringen Personalstand von insgesamt nur 77 Vollzeitäquivalenten bei 17 Sendern. Mit einer Aufstockung des Fonds zur Förderung des nichtkommerziellen Rundfunks kann auch die seit mehr als 20 Jahren geleistete kritische Medienbildung anerkannt und ausgebaut werden.“ Derzeit besteht ein Ungleichgewicht zu Lasten des nichtkommerziellen Rundfunks von fast 1:7 (3 Mio. zu 20 Mio.). Das Verhältnis soll mit einem gesetzlich verankerten Verteilungsschlüssel von höchstens 1:3 gesenkt werden. Auch bei der Förderung der digitalen Transformation besteht dringender Handlungsbedarf. Schwarzwald: „Hier muss ebenfalls verstärkt der Logik gemeinnütziger Medienunternehmen Rechnung getragen werden und darf nicht ausschließlich als Wirtschaftsförderung für gewinnorientierte Unternehmen funktionieren.“

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22.10.2021

Ärztekammer blitzt mit Disziplinarverfahren gegen maßnahmenkritische Ärzte ab

Ärztekammer blitzt mit Disziplinarverfahren gegen maßnahmenkritische Ärzte ab Ärztekammer blitzt mit Disziplinarverfahren gegen maßnahmenkritische Ärzte ab

Der Disziplinarrat der Ärztekammer Wien hatte den Leiter der Abteilung für Allgemeinmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien, Univ. Prof. Andreas Sönnichsen, in einer nichtöffentlichen Verhandlung zu EUR 5.000.- verurteilt, weil dieser im Rahmen einer ICI-Pressekonferenz über die COVID-19-Pandemie sprach. Sönnichsen hatte gesagt, die Gefährlichkeit von Covid-19 werde überschätzt, die Todesraten wären auch auf Lebensumstände der Patientinnen zurückzuführen, auf die statistische Zählweise und auch auf die Funktionalität des Gesundheitswesens. Insbesondere sei die Erkrankung für Kinder in den allermeisten Fällen ungefährlich. Er sagte auch, der verordnete Mund-Nasen-Schutz bringe so, wie er von den meisten Menschen angewandt würde, mehr Schaden als Nutzen und die einzig sinnvolle Maßnahme zum Schutz vor COVID-19 sei Händehygiene, Hust- und Niesetikette sowie Abstand von Erkrankten. Überdies seien die Impfstoffe hinsichtlich Langzeiteffektivität und –sicherheit nicht ausreichend geprüft worden.

Freiheit der Meinungsäußerung und Wissenschaft - auf faktischer Grundlage

Gegen seine Verurteilung hat Univ. Prof. Andreas Sönnichsen eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht Wien eingelegt, die erfolgreich war. Das VWG Wien hält dazu fest: „Die vom Disziplinarbeschuldigten getätigten inkriminierten Äußerungen, die er als solche nicht bestreitet, stellen Werturteile dar, die auf einer faktischen Grundlage beruhen. Diese Äußerungen unterfallen daher sowohl der verfassungsgesetzlich gewährleisteten Freiheit der Meinungsäußerung (Artikel 10 EMRK) als auch der Freiheit der Wissenschaft (Artikel 17 StGG).“

Notfallärztin nannte Impfung “Dreck”

Wie willkürlich die Disziplinarkommission der Ärztekammer agiert, zeigt auch der Fall einer steirischen Notfallärztin. Sie hatte sich nach der erfolgreichen Behandlung zweier lebensbedrohlicher Impfnotfälle im Affekt kritisch über die Covid Impfung geäußert und wurde danach bei der Ärztekammer Steiermark vernadert und von ihrem Arbeitgeber entlassen. Die Ärztin wurde hier jedoch von der ÄK-Diziplinarkommission „freigesprochen“. Vernadert wurde die Ärztin offensichtlich von einem SPÖ-Landtagsabgeordneten und Gewerkschafter in jener Einrichtung, in welcher zwei Impfnotfälle gleichzeitig aufgetreten waren. Er hätte der Notärztin gegenüber auch dankbar sein können, dass sie zwei Impfopfer in jener Einrichtung, wo er selbst Betriebsrat ist, vor dem Schlimmsten gerettet hatte. Die steirische Disziplinar-Kommission der ÄK hielt fest, dass es sich bei der angeklagten Notfallärztin um eine sehr gute Ärztin handelt und sie die Behandlung der Impf-Notfälle lege artis durchgeführt hat. Ein Mitglied hielt die Reaktion der Notfallärztin „angesichts der gegebenen Umstände für nachempfindbar“. Das arbeitsrechtliche Verfahren bzgl. der Kündigung ist noch anhängig.

Inquisitionsprozess?

Disziplinarrechtliche Verfahren vor der Ärztekammer entsprechen nicht annähernd rechtsstaatlichen Standards, wie sie etwa vor Gericht garantiert sind. So etwa verlangt die Ärztekammer den Ausschluss der Öffentlichkeit. Medizinische Gutachten werden nicht zugelassen und die Anklagebehörde fungiert gleichzeitig auch als beurteilende Behörde – was an Inqusitionsprozesse erinnert. Inkriminierte Ärzte müssen außerdem für ihre Kosten selbst aufkommen – egal wie das Verfahren ausgeht. Deswegen lässt Sönnichsen jetzt ein strafrechtliches Vorgehen gegen die Entscheidungsträger der Disziplinarkommission der Ärztekammer prüfen und behält sich Schadensersatzansprüche gegen diese Einrichtung vor.

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30.08.2021

"Raserpaket" tritt mit 1. September in Kraft

Am 1. September 2021 tritt die Gesetzesnovelle zum "Raserpaket" in Kraft. Am 1. September 2021 tritt die Gesetzesnovelle zum "Raserpaket" in Kraft.

Am 1. September 2021 tritt die Gesetzesnovelle zum "Raserpaket" in Kraft. Die Änderungen in der Straßenverkehrsordnung und im Führerscheingesetz beziehen sich vor allem auf die massive Überschreitung der gesetzlichen Tempolimits im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen und den damit verbundenen Strafen und Führerscheinmaßnahmen. "Und es geht auch darum, wirksam gegen illegale Straßenrennen vorgehen zu können. Diese wurden in vielen Gemeinden zur immer größeren Belastung und Gefahrenquelle", weiß ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer über die Hintergründe.

Bekanntmachung der Verschärfung ist gut – Kontrollen entscheidend

"Für eine abschreckende Wirkung der Strafen bei extremer Raserei ist es wichtig, dass diese Maßnahmen ausreichend kommuniziert werden, das war mit ein Grund für diese Novelle. Generell begrüßen wir, dass nun mehr gegen rücksichtslose Rowdys unternommen werden kann. Entscheidend sind aber die Dichte und Qualität der Überwachung durch die Exekutive, denn nur die Strafdrohungen allein schrecken echte Raser nicht ab", meint Hoffer. Um bei so schwerwiegenden Strafmaßnahmen Rechtssicherheit zu gewährleisten, plädiert der Mobilitätsclub dafür, dass bei Lasermessungen eine entsprechende Fotodokumentation der Geschwindigkeit und des Kennzeichens stattfindet, um Ablesefehler zu vermeiden.

Führerscheinentzugsdauer und Strafhöchstmaß verdoppelt

Wer künftig die vorgeschriebenen Geschwindigkeitslimits im Ortsgebiet oder Freiland massiv überschreitet, muss ab September mit einem deutlich längeren Führerscheinentzug rechnen. Der Chefjurist nennt Beispiele: "Drohte bisher bei erstmaliger Übertretung um 41 bis 60 km/h im Ortsgebiet ein Führerscheinentzug von zwei Wochen, so ist es jetzt ein Monat. Wiederholt sich das Vergehen, drohen drei Monate. Mit jeder weiteren Überschreitung sind es, je nach Schwere, drei bis sechs Monate." Ist eine Übertretung begangen, läuft der Vermerk im Führerscheinregister erst nach vier Jahren ab. Danach gilt eine gleichartige Übertretung wieder als "erstmalig". Zusätzlich wurden die Strafen bei schweren Übertretungen teilweise mehr als verdoppelt, etwa das Höchstmaß von 2.180 auf 5.000 Euro. Die im Zuge des "Raserpakets" ebenfalls diskutierte Beschlagnahmung von Fahrzeugen dürfte in den nächsten Monaten konkretisiert werden.

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08.09.2021

Vignette wird teurer und "Marille"

Vignette wird teurer und "Marille" Vignette wird teurer und "Marille"

Gemäß den gesetzlichen Vorgaben werden die Vignettentarife jährlich an den harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) angepasst und für 2022 um 1,4 Prozent angehoben. Somit wird die Pkw-Jahresvignette im kommenden Jahr 93,80 Euro und jene für Motorräder 37,20 Euro kosten. Die neue Vignette wird wie immer rechtzeitig in den letzten Novembertagen bei rund 6.000 ASFINAG-Vignettenvertriebspartnern im In- und Ausland erhältlich sein und ist ab 1. Dezember 2021 gültig. Das neue Klebe-Vignettenjahr 2022 trägt übrigens die Farbe Marille.

Neue Tarife 2022 für Pkw (bzw. alle zweispurigen Kfz bis 3,5t hzG):

10-Tages-Vignette: EUR 9,60

2-Monats-Vignette: EUR 28,20

Jahresvignette: EUR 93,80

Neue Tarife 2022 für Motorräder (einspurige Kfz):

10-Tages-Vignette: EUR 5,60

2-Monats-Vignette: EUR 14,10

Jahresvignette: EUR 37,20

Kontaktloses Bezahlen mit Digitaler Vignette und Streckenmaut

Gerade in Zeiten von Corona ist kontaktloses Bezahlen nicht nur im Supermarkt eine sichere Alternative. Die ASFINAG bietet im Webshop unter shop.asfinag.at und über die ASFINAG App zahlreiche Produkte an, die eine optimale Vorbereitung auf Reisen mit dem Auto darstellen. Die Digitale Vignette gibt es in drei Modellen: Zehn-Tages, Zwei-Monats- oder Jahresvignette. Diese kann online gekauft werden, mit der Registrierung des Kennzeichens fällt das Kleben und Abkratzen weg.

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30.08.2021

Monogamie, offene Beziehung, Fremdgehen - was trennt?

Monogamie, offene Beziehung, Fremdgehen - was trennt? Monogamie, offene Beziehung, Fremdgehen - was trennt?

Eine Untersuchung der Kennenlernplattform Gleichklang zeigt, dass Fremdgehen ein starker Risikofaktor für eine partnerschaftliche Trennung ist. Demgegenüber ist das Trennungsrisiko in nicht-monogamen offenen Beziehungen und in monogamen Beziehungen, wo die Vereinbarung zur sexuellen Treue eingehalten wird, gering. Verzicht auf Sex beeinflusst die Trennungswahrscheinlichkeit nicht.

Fragestellungen

Untersucht wurden Monogamie, konsensuelle Nicht-Monogamie (offene Beziehungen), Fremdgehen und der komplette Verzicht auf Sexualität.

Bei einer monogamen Beziehung wird sexuelle Treue zwischen Beziehungspartnern vereinbart und eingehalten.

Bei der konsensuelle Nicht-Monogamie sind sexuelle Kontakte zu anderen Personen erlaubt.

Von Fremdgehen wird gesprochen, wenn eine Vereinbarung zur Monogamie besteht, aber Beziehungspartner diese Vereinbarung brechen.

Kein Sex bedeutet, dass beide Beziehungspartner auf Sex verzichten und auch kein Sex mit anderen Personen stattfindet.

Die Fragestellung der Untersuchung lautete, wie sich Monogamie, konsensuelle Nicht-Monogamie, Fremdgehen und Verzicht auf Sex auf die Trennungswahrscheinlichkeit auswirken.

Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurde die Häufigkeit dieser vier verschiedenen Konstellationen zwischen fortbestehenden und zwischenzeitlich aufgelösten Beziehungen verglichen.

Hauptergebnisse

Vereinbarte Monogamie

Bei 285 von 330 Befragten (86,4 %) mit fortbestehenden Beziehungen gaben die Befragten an, dass Monogamie vereinbart worden sei. Bei den getrennten Beziehungen war diese Vereinbarung bei 59 von 70 Beziehungen (84,3 % ) getroffen worden.

Wurden diejenigen einbezogen, die keinen Sex in der Beziehung, aber auch keinen Sex mit anderen hatten, stieg die Anzahl derjenigen mit vereinbarter Monogamie auf 300 (90,9 %) bei den fortbestehenden Beziehungen und auf 64 (91,4 %) bei den getrennten Beziehungen.

Alle diese Unterschiede zwischen fortbestehenden und getrennten Beziehungen waren statistisch nicht signifikant.

Konsensuelle Nicht-Monogamie

30 von 330 Befragten (9,1 %) in einer fortbestehenden Beziehung gaben an, dass die Beziehung eine offene Beziehung sei, wo vereinbarungsgemäß auch Sex mit anderen Personen außerhalb der Beziehung stattfinde. Bei den getrennten Beziehungen war dies bei 6 von 70 Befragten (8,6 %) der Fall.

Dieser Unterschied zwischen fortbestehenden und getrennten Beziehungen war statistisch nicht signifikant.

Kein Sex

In den fortbestehenden Beziehungen gaben 15 von 330 Befragten an (4,5 %), dass es in ihrer Beziehung keinen Sex gebe, aber auch keine sexuellen Kontakte zu anderen Personen stattfänden. Bei den getrennten Beziehungen wurde diese Angabe von 5 von 70 Befragten (7,1 %) getätigt.

Dieser Unterschied zwischen fortbestehenden und getrennten Beziehungen war statistisch nicht signifikant.

Fremdgehen

Vier von 330 Befragten (1,2 %) in einer fortbestehenden Beziehung berichteten von Fremdgehen in ihrer Beziehung durch sie selbst, den Beziehungspartner oder beide. Bei den getrennten Beziehungen gaben demgegenüber 10 von 70 Befragten (14,3 %) Fremdgehen an.

Dieser Unterschied zwischen fortbestehenden und getrennten Beziehungen war statistisch signifikant.

Trennungsraten

Dies sind die absteigend sortierten direkten Trennungsraten für die unterschiedlichen Konstellationen:

Nicht eingehaltene Monogamie (Fremdgehen): 71,42 %Kein Sex: 25 %Konsensuelle Nicht-Monogamie (offene Beziehung): 16,66 %Eingehaltene Monogamie: 14,84 %

Die Trennungsrate bei Fremdgehen war signifikant höher als die Trennungsraten aller anderen Konstellationen. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den anderen Konstellationen gab es nicht.

Schlussfolgerungen

Fremdgehen trat in den getrennten Beziehungen mehr als 10-fach häufiger auf als in den fortbestehenden Beziehungen.

Die Trennungsrate bei vorliegendem Fremdgehen betrug 71,42 % und war damit mehr als 4-fach höher als die Trennungsrate bei eingehaltener Monogamie oder bei einer offenen Beziehung.

Die Untersuchung zeigt damit, dass Fremdgehen der entscheidende Risikofaktor für eine Trennung ist.

Die Untersuchungsbefunde zeigen ebenfalls, dass die große Mehrheit der Befragten mit ihren Beziehungspartnern das traditionelle Modell der Zweierbeziehung mit sexueller Treue vereinbart hatte.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass dieses Modell der vereinbarten Monogamie gut funktionieren kann, wenn es eingehalten wird. Wurde sexuelle Treue eingehalten, ergab sich eine Trennungsrate von lediglich 14,84 %, die statistisch vergleichbar war mit der Trennungsrate von 16,66 % bei konsensueller Nicht-Monogamie (offene Beziehung).

Vereinbarte Monogamie ist damit weder ein Schutzfaktor noch ein Risikofaktor für eine Trennung, wenn sie eingehalten wird.

Wird vereinbarte Monogamie aber nicht eingehalten, wird sie zum Risikofaktor und führt zu einer drastischen Erhöhung der Trennungswahrscheinlichkeit.

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen zudem, dass auch die konsensuelle Nicht-Monogamie (offene Beziehung) ein tragfähiges Beziehungsmodell ist:

Wenn Paare vereinbarten, dass sexuelle Kontakte zu anderen Personen außerhalb der Beziehung erlaubt waren, verminderte dies nicht die Stabilität ihrer partnerschaftlichen Beziehung.

Mögliche Befürchtungen, dass sich offene Beziehungen durch den Einfluss Dritter destabilisierend auf den Fortbestand von Beziehungen auswirken könnten, wurden in dieser Untersuchung nicht bestätigt.

Vereinbarte Monogamie und konsensuelle Nicht-Monogamie zeigten sich vielmehr als zwei alternative Beziehungsmodelle, die beide in gleichem Ausmaß zu einer stabilen Beziehung führen können.

Der komplette Verzicht auf Sex ging in dieser Untersuchung tendenziell mit einer häufigeren Trennung von Paaren einher. Allerdings war dieser Effekt nur moderat ausgeprägt und verfehlte die statistische Signifikanz.

Verzicht auf Sex ließ sich letztlich nicht als Risikofaktor für eine reduzierte Beziehungsstabilität identifizieren.

Psychologische Empfehlungen

Psychologe Gebauer fasst die Ergebnisse dahingehend zusammen, dass die Nicht-Einhaltung vereinbarter sexueller Treue ein starker Risikofaktor für das Scheitern einer partnerschaftlichen Beziehung sei.

Leider lasse sich beobachten, dass selbst Personen, die eine Neigung zum Fremdgehen haben, sich immer wieder monogame Beziehungen suchten, die nachfolgend oft erneut scheiterten. Die große Anzahl an Ehen so mancher Prominenter sei hierfür ein besonders gut sichtbares Beispiel.

Dies sei eine unnötige Entwicklung, weil mit der konsensuellen Nicht-Monogamie ein alternatives Beziehungsmodell zur Verfügung stehe, welches für diese Personen wesentlich aussichtsreicher sei.

Personen, die aufgrund ihrer vorherigen Beziehungserfahrungen und ihrer sexuellen Neigungen von vornherein wüssten, dass sie nicht in der Lage oder nicht bereit seien, sich an eine Vereinbarung zur sexuellen Treue in einer Beziehung tatsächlich dauerhaft zu halten, sei daher zu empfehlen, künftig keine Vereinbarung mehr zur Monogamie treffen.

Die Funktion nicht-monogamer Beziehungsmodelle liege allerdings nicht nur in der Beseitigung des Fremdgehens als Vertrauensbruch, sondern auch in der stärkeren Bereitstellung von Möglichkeiten zur Befriedigung sexueller Erlebensbedürfnisse, die insbesondere im Verlauf der Jahre bei monogamen Beziehungen nicht selten unerfüllt blieben.

Es sei daher sinnvoll, sich möglichst noch vor Partnerwahl und Beziehungaufbau mit der Thematik auseinandersetzten und das Beziehungsmodell zu wählen, welches den eigenen Verhaltensgewohnheiten und Erlebensbedürfnissen am besten entspreche.

Was aber könne getan werden, wenn Fremdgehen bereits stattgefunden habe?

Selbst wenn Fremdgehen in einer Beziehung bereits eingetreten sei, bestehe die Möglichkeit zu einem offenen Gespräch der Beziehungspartner untereinander, um gegebenenfalls von einer Beziehung mit nicht eingehaltener Monogamie zu einer sexuell offenen Beziehung zu wechseln. Dies sei insbesondere dann zu raten, wenn deutlich werde, dass ein dauerhafter Verzicht auf sexuelle Kontakte außerhalb der Beziehung unwahrscheinlich oder unerwünscht sei und es stattdessen beiden Seiten gelinge, sich auf das Modell der offenen Beziehung zu einigen.

Gemeinsame Sexualität mit anderen Personen könne in so einem Fall womöglich die partnerschaftliche Sexualität sogar verbessern oder wiederbeleben.

Die Angst, dass solch eine offene Beziehung mit erhöhter Wahrscheinlichkeit instabil sein werde, sei unbegründet, wie die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung belegten.

Das eigentliche Problem des Fremdgehens sei der Vertrauensbruch. Ein solcher Vertrauensbruch könne die Tragfähigkeit von Beziehungen tiefgreifend erschüttern.

Bei konsensueller Nicht-Monogamie träten Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz an die Stelle von Verheimlichung und Vertrauensbruch. Dies könne sogar zur Heilung beitragen, wenn der Vertrauensbruch bereits stattgefunden habe.

Die Untersuchung zeige, dass viele Paare tatsächlich in einer monogamen Beziehung glücklich werden können, es aber andererseits auch eine nicht unbedeutende Anzahl an Paaren gebe, wo die monogame Konstellation scheitere.

Die Vereinbarung von Monogamie bei in Wirklichkeit nicht monogamem Verhalten führe mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu schmerzhaften Zerwürfnissen, Vertrauensbruch und Trennungen.

Gebauer vermutet, dass es nach wie vor der normative Druck der Gesellschaft zur Monogamie sei, der Partnersuchenden und auch Personen, die bereits in Beziehungen lebten, den Blick auf Alternativen zur Monogamie verstelle. Deshalb sei Fremdgehen häufiger als die Vereinbarung konsensueller Nicht-Monogamie, obwohl diese kein Vertrauensbruch sei und zu einer hohen Beziehungsstabilität führen könne.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Gleichklang Limited
21.10.2021

Night of the Dance - Tour 2022

Fotocredit Pura Vida Fotocredit Pura Vida

Die schönsten Tanz- und Akrobatikszenen im Stil von Riverdance, Lord of the Dance, Stomp, Dirty Dancing, Feet of Flames, Cirque du Soleil uvm.

2022 erobert Night of the Dance wieder die großen Bühnen Österreichs. Die Tanzshow der Superlative ist geprägt durch pure Energie, Leidenschaft und vollendete Perfektion.

Das international besetzte Ensemble, bestehend aus 20 der weltbesten Profitänzer, überzeugt bei jeder Show durch sein meisterhaftes Können und seine unglaubliche körperliche Ausdauer. Fantastische Körperbeherrschung, Lässigkeit im Ausdruck - trotz äußerster Präzision; großartige Eleganz und unterschiedliche Tempi zeichnen die verschiedenen Choreographien aus.

Der beeindruckende irische Stepptanz ist an diesem Abend wichtiger Bestandteil des über 90-minütigen-Programms. Aber auch völlig neue und einzigartige Choreographien werden mit klassischem Stepp kombiniert. Schwindelerregende Akrobatikeinlagen der südamerikanischen Artistengruppe „Pura Vida“ und rasante, vielfältige Tanzstile fordern den Künstlern Höchstleistungen ab.

Lateinamerikanischen Klänge und das unverwechselbare, synchrone Klacken der Steppschuhe entführen die Besucher für einen Abend in andere Kulturen. Der mitreißende Rhythmus und die rasanten Bewegungen sorgen für Begeisterungsstürme und Staunen.

Hohe tänzerische Qualität, gepaart mit spektakulären Darbietungen, einer hervorragenden Lichtshow und rhythmischer Musik, heben die Einzigartigkeit der Tanzstile hervor und fließen zu einer glanzvollen Show zusammen. Die perfekte Mischung für eine Reise durch die vielfältige Welt der Tanzgeschichte.

03.01.2022, 20:00 Uhr, LINZ, Brucknerhaus, Großer Saal

Link zum Impressionsvideo von 2020: https://www.youtube.com/watch?v=tCHpTcAPwHs

KARTENVORVERKAUF:

LIVA 0732 / 775230, in allen Raiffeisenbanken, Sparkassen, oeticket.com, Trafikplus Verkaufsstellen, sowie bei SCHRÖDER KONZERTE 0732 / 221523, Webshop: www.kdschroeder.at

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20.07.2021

"Wunsch nach unentgeltlicher Leistung zeigt fehlende Wertschätzung gegenüber der Ärzteschaft"

„Österreich kämpft bereits jetzt mit einem massiven Ärztemangel im Kassenbereich. Wenn man von den Kassenärztinnen und -ärzten nun auch noch erwartet, dass sie gratis arbeiten, wird man dieses Problem weiter verschärfen“ „Österreich kämpft bereits jetzt mit einem massiven Ärztemangel im Kassenbereich. Wenn man von den Kassenärztinnen und -ärzten nun auch noch erwartet, dass sie gratis arbeiten, wird man dieses Problem weiter verschärfen“

Derzeit sind bei den meisten Österreicherinnen und Österreichern nur ein oder zwei Stiche der Corona-Schutzimpfung in den elektronischen Impfpass eingetragen. Dies soll sich in nächster Zeit durch die digitale Erfassung aller anderen Impfungen ändern.

Der vom Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in einem Interview am 17.7.2021 geäußerte Wunsch, die Nachtragung von Impfungen in den e-Impfpass solle für die Menschen kostenlos sein, ist im Sinne der Patientinnen und Patienten durchaus nachvollziehbar. Allerdings sieht die Ärztekammer für Niederösterreich hierfür die Sozialversicherung in der Pflicht, wie deren Präsident Dr. Christoph Reisner, MSc betont: „Der Ärztekammer NÖ gefällt es überhaupt nicht, dass die ÖGK erwartet, dass Ärztinnen und Ärzte kostenlos arbeiten. Es kann kein Geschäftsmodell der ÖGK sein, darauf zu hoffen, dass Ärztinnen und Ärzte unentgeltlich Leistungen erbringen, die von der öffentlichen Hand nicht bezahlt werden, bei denen diese aber gleichzeitig nicht zulässt, dass sie als Privatleistungen erbracht werden.“

„Österreich kämpft bereits jetzt mit einem massiven Ärztemangel im Kassenbereich. Wenn man von den Kassenärztinnen und -ärzten nun auch noch erwartet, dass sie gratis arbeiten, wird man dieses Problem weiter verschärfen“, empört sich MR Dr. Dietmar Baumgartner, Vizepräsident der Ärztekammer für Niederösterreich und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, über den Vorschlag von ÖGK-Obmann Andreas Huss. „Wir Ärztinnen und Ärzte geben täglich unser Bestes für die Patientinnen und Patienten. Das Ansinnen, uns nun ohne Honorierung Leistungen erbringen zu lassen, zeigt einmal mehr die fehlende Wertschätzung gegenüber unserem Berufstand“, macht Reisner seinem Ärger Luft.

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07.06.2021

Erster Erfolg gegen Steuerflucht

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Finanzminister der G7-Staaten (wohl auch unter dem Druck der leeren Corona-Kassen) jetzt endlich darauf geeinigt, einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen anzustreben. Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Finanzminister der G7-Staaten (wohl auch unter dem Druck der leeren Corona-Kassen) jetzt endlich darauf geeinigt, einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen anzustreben.

Die G7-Staaten wollen einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen von 15 Prozent. Ein noch zögerlicher, aber doch wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Die Praktiken von Großkonzernen, die trotz utopisch hoher Gewinne kaum Steuern zahlen, weil sie eben diese Gewinne rechnerisch in Steueroasen wie die Kanalinseln Jersey und Guernsey, die Bahamas oder die Vereinigten Arabischen Emirate, aber auch Irland, Bulgarien, Ungarn, Luxemburg oder Malta verschieben: All diese Tricks waren seit Jahren bekannt – und sie wurden geduldet, zum Schaden aller in vielen Ländern, wo die Giganten auch dank dieser Vorteile andere, vielfach auch regionale Firmen an die Wand spielen konnten und wo in den öffentlichen Kassen Geld etwa für Soziales fehlt.

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Finanzminister der G7-Staaten (wohl auch unter dem Druck der leeren Corona-Kassen) jetzt endlich darauf geeinigt, einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen anzustreben. Die Mindeststeuer soll bei 15 Prozent liegen und auch dort anfallen, wo die Gewinne erwirtschaftet wurden. Laut Experten könnte die neue Steuer neben Giganten wie Amazon, Apple, Google oder Facebook für 10.000 Großunternehmen gelten und Steuern von bis zu 100 Mrd. Euro auslösen. Noch fehlen viele Details, zudem ist die Steuer bescheiden tief angesetzt – es könnte aber doch ein erster echter Schritt zu mehr Steuergerechtigkeit sein.

Wie auch beim Klimaschutz scheint nach dem Amtsantritt von Joe Biden jetzt einiges hin zum Positiven in Bewegung zu kommen. Auch weil Biden, statt sich wie Vorgänger Donald Trump wie ein Elefant im Porzellanladen aufzuführen, Allianzen gerade auch mit Europa sucht. Diese braucht es auch, um etwa fairere Handelsregeln durchzusetzen – gerade auch im Wettlauf mit China.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel von Alois Vahrner
19.11.2020

Corona-Virus wird uns noch Jahre begleiten. Wie wir lernen, damit zu leben

Die Autoren Elisabeth Tschachler und Kurt Langbein Die Autoren Elisabeth Tschachler und Kurt Langbein

Nach dem 7. Dezember wird das Virus nicht verschwunden sein, und auch die Impfstoffe im nächsten Jahr werden es nicht ausrotten. Deshalb müssen wir vielmehr darüber sprechen, wie das Zusammenleben trotz des Virus in größtmöglicher Freiheit stattfinden kann. Das fordern Kurt Langbein und Elisabeth Tschachler, Autoren des vor kurzem im Molden Verlag erschienenen Buchs „Das Virus in uns“ in einem Positionspapier.

Sie plädieren dafür, auf Vertrauen und Solidarität statt auf Spaltung und Polarisation zu setzen, auf verständliche Kommunikation und Gebote anstelle von Verboten, auf Eigenverantwortung statt Bevormundung. Denn eine informierte Zivilgesellschaft kann das Leben mit dem Virus lernen, gut ausgestattete Gesundheits- und Sozialdienste können das Infektionsgeschehen eindämmen, vulnerable Gruppen schützen und die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Folgen mindern.

Klar ist: Die Aneinanderreihung von Lockdowns ist keine nachhaltige Strategie und entspricht nicht der Logik einer modernen Zivilgesellschaft. Vielmehr gilt es, von anderen Ländern, die bisher gut durch die Krise gekommen sind, zu lernen. Japan hat mit einer modellhaften, extrem schnellen Verfolgung der Kontaktpersonen mit dem höchsten Verbreitungsrisiko nicht einmal zehn Prozent der Infektionen, die bei uns verzeichnet werden. Südkorea und Taiwan haben ausreichend Personal für das Contact-Tracing rekrutiert. Finnland hat die herbstliche Infektionswelle bisher mit äußerst geringen Infektionszahlen fast ausschließlich auf der Basis von Empfehlungen und regional fein abgestimmten Maßnahmen bestritten.

COVID-19 ist eine ernsthafte Gesundheitsgefahr. Deshalb müssen vor allem Personen mit einem erhöhten Risiko geschützt werden – etwa mit einem massiven Ausbau der Betreuungsdienste. Prävention ist bisher in der Pandemiebekämpfung zu kurz gekommen und sollte mit entsprechenden Programmen und gut aufgebauter Information ausgebaut werden.

Mit der richtigen Strategie und Planung ist es möglich, das Erkrankungs- und Sterbegeschehen durch COVID-19 erträglich zu halten, ohne dass dabei die Kollateralschäden unverhältnismäßig groß werden. Und damit zu verhindern, dass nach dem Lockdown vor dem Lockdown heißt.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Langbein&Partner;

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