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26.02.2021

Magenta Telekom: Wachstum in allen Bereichen

Magenta Telekom: Wachstum in allen Bereichen Magenta Telekom: Wachstum in allen Bereichen

Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach digitalen Services völlig verändert: Magenta Telekom trotzt der Corona-Krise und kann das Geschäftsjahr 2020 mit Zuwächsen in allen Ergebniskennzahlen abschließen. Der Umsatz legte trotz massiver Rückgänge im Roaming-Geschäft um zwei Prozent auf 1.301,9 Mio. Euro zu (Vorjahreswert: 1.276,2 Mio. Euro). Die Nachfrage nach Internetprodukten und die gute Nachfrage nach 5G-Smartphones sowie das weiterhin gute Wholesale-Segment konnten die Umsatzrückgänge bei Roaming und im Prepaid-Geschäft somit mehr als kompensieren. Das bereinigte EBITDA AL (bereinigt um Sondereffekte und Leasingeffekte gemäß IFRS 16) legte um sechs Prozent von 467,4 Mio. Euro auf 495,8 Mio. Euro zu. Aufgrund der sprunghaft gestiegenen Nachfrage ab März 2019 wurden die Netzinvestitionen deutlich erhöht und teilweise vorgezogen: Somit flossen mit 268,1 Mio. Euro um 11 Prozent mehr Mittel in den 5G-Ausbau und die Gigabit-Upgrades im Glasfaserkabelnetz als im Jahr davor. Mit 5,07 Mio. Mobilfunkkunden ist Magenta inzwischen auch im Mobilfunkbereich – vor allem bei Vertragskunden – weiter gewachsen und mittlerweile mit Abstand der größte Gigabit-Anbieter des Landes mit über 1,4 Mio. technisch verfügbaren Anschlüssen.

„Wir alle sind seit März 2020 im Home-Office, Home-Schooling oder mussten erstmals online einkaufen. Digitale Dienstleistungen waren daher noch nie so wichtig wie heute. Dieser enorme Nachfrageschub hat uns im Vorjahr beflügelt und auch die massiven Roamingverluste kompensiert“, sagt Andreas Bierwirth, CEO von Magenta Telekom. „Für das Jahr 2021 ist es unser Ziel, unseren Kundinnen und Kunden ein noch besseres Erlebnis im Internet zu bieten. Wir haben ein neues Investitionsprogramm gestartet und treiben den österreichweiten Ausbau von 5G voran und werden heuer die letzten 100.000 Haushalten im bestehenden Glasfaserkabelnetze zu Gigabit-Netzen aufrüsten. Damit werden per Jahresende 1,5 Millionen Haushalte und Betriebe in Österreich gigabitfähig sein.“

Erneutes Kundenwachstum bei Breitband und Mobilfunk

Die Kundenzahlen bei Magenta wachsen erneut: Im Jahr 2020 gab es einen Zuwachs von 56.000 Mobilfunkkunden und ein Plus von 24.000 Breitbandkunden. Die Zahl der Mobilfunkkunden im Netz von Magenta Telekom lag somit per Ende 2020 bei 5,07 Millionen SIM-Karten und damit um rund ein Prozent über dem Vorjahreswert von 5,02 Millionen SIM-Karten. Die Zahl der Breitbandkunden (Glasfaserkabel-Internet und DSL) wuchs um knapp vier Prozent auf 635.000 Anschlüsse (2019: 612.000 Anschlüsse). Die Zahl der TV-Kunden ging leicht zurück und reduzierte sich um 2,8 Prozent von 433.000 auf 421.000 Teilnehmer, spürbares Wachstum gab es bei der Zahl der Nutzer der Magenta TV-App.

Neues Milliardenprogramm für den Netzausbau in Österreich

Magenta Telekom hat im Jahr 2020 rund 268 Mio. Euro in die Netzerweiterungen (5G und Gigabit-Anschlüsse) investiert, ein Rekordwert. Mit der aktuellen Investitionsoffensive errichtet Magenta nicht nur ein österreichweites 5G-Netz, sondern wird alle bestehenden Glasfaserkabelnetze zu Gigabit-Netzen aufrüsten und zudem ohne Fördergelder weitere 150.000 neue Gigabit-Anschlüsse errichten. Bereits per Ende 2020 war Magenta Telekom der führende Highspeed-Internet-Anbieter in Österreich. Mit rund 1,4 Millionen Gigabit-Anschlüssen bietet Magenta für rund 32 Prozent aller österreichischen Haushalte und Betriebe eine Versorgung mit Gigabit-Internet, in ganz Österreich sind laut dem im Jänner 2021 vorgestellten Breitbandatlas rund 38 Prozent aller Haushalte mit gigabitfähigen Anschlüssen versorgt. Auch bei der 5G-Versorgung ist Magenta österreichweit führend: Per Ende 2020 war 5G an 1.200 Standorten in über 1000 Gemeinden in ganz Österreich aktiviert. Das entspricht einer Versorgung von rund 40 Prozent der Haushalte und Betriebe. Für 2021 ist ein Ausbau der Versorgung auf rund 50 Prozent geplant. Die Mobilfunkversorgung mit LTE per Ende 2020 lag bei 98,6 Prozent der Bevölkerung in Österreich, zudem ging Ende 2020 auch das neue Maschinennetz LTE-M („Long Term Evolution for Machines“) in Betrieb, welches vollkommen neue Bandbreiten für IoT-Lösungen bietet und 95,3 Prozent der Bevölkerung erreicht. Bereits seit 2018 bietet das österreichweite Maschinennetz Narrowband-IoT eine optimale Versorgung für IoT-Lösungen mit geringem Bandbreitenbedarf, dieses ist österreichweit in 99 Prozent aller Betriebe und Haushalte verfügbar.

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07.04.2020

Weltgesundheitstag: Kein Gesundheitssystem ohne Pflegekräfte

Weltgesundheitstag: Kein Gesundheitssystem ohne Pflegekräfte Weltgesundheitstag: Kein Gesundheitssystem ohne Pflegekräfte

Angesichts der Coronavirus-Pandemie stellt die WHO beim diesjährigen Weltgesundheitstag die Rolle und Verantwortung von Gesundheits- und Krankenpflegekräften in den Vordergrund. Aus PHARMIG-Sicht spielt das Pflegepersonal gerade in der Arzneimittelentwicklung und im Umgang mit Medikamenten eine entscheidende Rolle. Dazu PHARMIG-Generalsekretär Alexander Herzog: "„Das beste Arzneimittel nützt nichts, wenn es nicht korrekt eingenommen wird. Oftmals sind es die Pflegekräfte, die hier wertvolle Arbeit leisten. Ebenso ist ihr Beitrag im Zuge klinischer Arzneimittelprüfungen von unschätzbarem Wert. Daher sagen wir aus Anlass des heutigen Weltgesundheitstages ein großes ‚Danke‘.“"

Ob in Spitälern, Krankenhäusern, Pflegeheimen oder direkt bei Betroffenen daheim, Pflegekräfte sorgen dafür, dass Arzneimittel verschreibungskonform verabreicht werden und können Erfahrungen über die Wirkungsweise von Therapien sammeln, die diese wiederum verbessern helfen. Bei Arzneimittelstudien erfüllen die sogenannten Study Nurses eine wichtige Funktion in deren Organisation und Administration. Dazu Herzog: „Ohne sie wäre die Entwicklung von neuen Therapien nicht möglich. Die Qualität eines assistierenden Studienpersonals wirkt sich auch auf jene der Prüfzentren aus.“

Gerade in Zeiten, in denen die Kapazitäten der globalen Gesundheitssysteme durch COVID-19 auf eine harte Probe gestellt werden, stehen Pflegekräfte engagiert und verantwortungsvoll in der ersten Reihe, um Betroffenen mit ihrem Einsatz zu helfen. „Dafür kann ihnen gar nicht genug gedankt werden“, so Herzog.

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29.02.2020

Corona als Globalisierungs-Bremse

Die Welt, die jahrelang mit Volldampf in Richtung weiterer Globalisierung fuhr, könnte durch Corona wieder eine andere werden. Die Welt, die jahrelang mit Volldampf in Richtung weiterer Globalisierung fuhr, könnte durch Corona wieder eine andere werden.

Die Welt, ein globales Dorf? Die zurzeit offenbar unaufhaltsame Ausbreitung des Coronavirus zeigt eine massive Schattenseite der vor allem wirtschaftlichen Globalisierung – und könnte das Rad nachhaltig zurückdrehen.

Auch so und gerade hier „funktioniert“ Globalisierung: Ende Dezember wurde, vermutlich von einem Tiermarkt in der Millionenstadt Wuhan der chinesischen Provinz Hubei ausgehend, die neuartige Virus-Erkrankung Covid-19 alias Coronavirus entdeckt. Trotz drastischer und hierzulande unvorstellbarer Restriktionen Chinas verbreitet sich Corona scheinbar unaufhaltsam und extrem rasch in alle Welt:

Mittlerweile verzeichneten bereits etwa 50 Länder (die Zahl steigt praktisch täglich weiter an) in Asien, im Nahen und Mittleren Osten, in Europa, in Amerika, in Nordafrika sowie Australien Corona-Erkrankungen. Die Tendenz ist überall steigend. Noch spricht die Weltgesundheitsorganisation WHO von keiner Pandemie, das könnte sich aber bald ändern.

In Zeiten globalen Reisens und einer global arbeitsteiligen Wirtschaft kennt ein Virus keine Landesgrenzen – daher war es nur logisch, dass sich Corona ausbreitet, gerade auch ins Export- und Tourismusland Österreich mit seiner geografischen Lage mitten in Europa.

Politik und Institutionen versuchen auch hierzulande, Corona mit Riesenaufwand bis hin zur jetzt drohenden, massenhaften Absage von Veranstaltungen zumindest in Grenzen zu halten. Wie massiv freilich die kurz- oder auch längerfristigen Auswirkungen auf Tourismus und Wirtschaftsströme sein werden, lässt sich noch nicht abschätzen. An den Börsen jedenfalls rutschten diese Woche wegen der Rezessionsängste die Kurse kräftig ab.

Die Welt, die jahrelang mit Volldampf in Richtung weiterer Globalisierung fuhr, könnte durch Corona wieder eine andere werden. Es ist offensichtlich, wie störungsanfällig globale Lieferketten sind, wenn Fabriken stillgelegt und Grenzen dichtgemacht werden. Und es wird noch klarer, wie wichtig etwa eine gesicherte und damit am besten eigene europäische Versorgung etwa mit Medikamenten ist.

Genau um Versorgungssicherheit geht es aber auch bei vielen anderen Punkten, etwa beim Umstieg auf Elektroautos. Europa ist bei den benötigten seltenen Metallen gegenüber der Konkurrenz in Fernost letztlich gefährlich unterversorgt und abhängig.

Bringt Corona das von manchen Experten bereits prognostizierte Ende der Globalisierung? Das wohl nicht, aber ganz sicher eine Schubumkehr. „Trendsetter“ war hier ganz klar US-Präsident Trump mit seinem leider auch sonst wenig solidarischen „America First“.

Eine Art De-Globalisierung mit wieder mehr Handelsschranken und Einfluss der Politik – auch auf bisher teils ungezügelte Märkte.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: NASA gemeinfrei / Quelle: Tiroler Tageszeitung - Leitartikel von Alois Vahrner
06.09.2020

Anschober: „Derzeit keine hohen Infektionszahlen“

Der Gesundheitsminister glaubt, dass Ausgangsbeschränkungen nie mehr notwendig sein werden. Der Gesundheitsminister glaubt, dass Ausgangsbeschränkungen nie mehr notwendig sein werden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hält die Corona-Situation in Österreich für aktuell nicht bedrohlich. „In Summe haben wir derzeit keine hohen Infektionszahlen“, sagt er im Interview mit dem Nachrichtenmagazin profil. „Wir haben allen Grund zur Annahme, dass wir optimistisch sein können. Wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, wäre ganz falsch.“

Obwohl die Novelle zum Epidemiegesetz Ausgangsbeschränkungen möglich machen würde, glaubt Anschober nicht, dass dergleichen wieder nötig werden könnte: „Das ist die absolut letzte Maßnahme, wenn alles andere versagen würde – und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir sie gegen Corona nie mehr anwenden müssen.“

Um den Kollateralschaden der Virusbekämpfung zu eruieren, hat Anschober eine Gesundheitsfolgenabschätzung in Auftrag gegeben. „Das Ergebnis erwarten wir bis Jahresende. Ich möchte aus dem, was passiert ist, etwas lernen“, sagt Anschober im profil.

Bei der umstrittenen Novelle zum Epidemiegesetz will der Minister aus seine Kritiker zugehen. „Wir haben im Entwurf relativ weich formuliert, welche epidemiologische Situation gewisse Maßnahmen nach sich zieht. Das gehört präzisiert.“

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: bka / Quelle: Profil
09.06.2020

Ferienprogramm „Urlaub am Bauernhof“ liegt heuer voll im Trend

Viele bereits registrierte Online-Buchungen und die steigende Zahl von Direkt-Buchungen bei den Bauernhöfen stimmen Viele bereits registrierte Online-Buchungen und die steigende Zahl von Direkt-Buchungen bei den Bauernhöfen stimmen

Weil viele Österreicher ihre Sommerferien heuer im Inland verbringen wollen, erwarten auch die fast 2.200 Urlaub am Bauernhof-Betriebe – darunter mehr als 600 in Niederösterreich – wieder mehr Gästezuspruch. Für Landwirte und gerade für viele Landwirtinnen stellt dieser Betriebszweig eine wichtige Einnahmequelle dar, die mit Ausbruch der Corona-Krise plötzlich weggebrochen ist. Seit 29. Mai sind nun die meisten Urlaub am Bauernhof-Betriebe wieder geöffnet.

Viele bereits registrierte Online-Buchungen und die steigende Zahl von Direkt-Buchungen bei den Bauernhöfen stimmen die Branche für die kommenden Monate optimistisch. „Die vielen direkten Anfragen bei den Bäuerinnen machen Hoffnung auf einen guten Sommer und somit auf sichere Einkommen“, stellt Bauernbund-Präsident Georg Strasser fest. Mehr als 90% der Corona-bedingten Ausfälle auf „Urlaub am Bauernhof“-Betrieben würden Frauen und deren Einkommen betreffen. Bäuerinnen hätten aufgrund der Corona-Krise eine größere Last zu tragen, „weil sie sich im Familienbetrieb zu allermeist auf dieses Standbein konzentrieren“, sagt der Bauernbund-Präsident.

Eine bundesweite Image-Kampagne soll jetzt für Ferienbauernhöfe kräftig die Werbetrommel rühren. Der „Urlaub am Bauernhof“ folgt verschiedenen Spezialisierungen, so z.B. in Richtung Bio, Gesundheit, Radfahren oder Wein. Die Angebote werden in Katalogen präsentiert, die man im Internet downloaden und durchblättern oder per Post bestellen kann. Darunter finden sich z.B. „Baby- und Kinderbauernhöfe“, „Reiterbauernhöfe“ und „barrierefreier Bauernhof“.

Das Besondere in Niederösterreich ist die Vielfalt. Die Auswahl reicht vom Mostviertler Vierkanter bis zum Haus im Weinviertler Straßendorf oder in der Kellergasse. Im Vorjahr hat „Urlaub am Bauernhof“ in Niederösterreich mehr als 700.000 Nächtigungen verzeichnet.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
26.08.2019

An einem Strang

Die schweren Schäden an der „Grünen Lunge“ der Welt mit noch unabsehbaren Folgen für das weltweite Klima überschatten in der Folge das Treffen der sieben wichtigsten Industrienationen in Frankreich und zwingen auch Brasiliens Präsidenten Bolsonaro zum Einlenken. Die schweren Schäden an der „Grünen Lunge“ der Welt mit noch unabsehbaren Folgen für das weltweite Klima überschatten in der Folge das Treffen der sieben wichtigsten Industrienationen in Frankreich und zwingen auch Brasiliens Präsidenten Bolsonaro zum Einlenken.

Ein Drehbuchschreiber aus Hollywood hätte das nicht besser hingekriegt: Ausgerechnet während Klimaaktivistin Greta Thunberg publicityträchtig über den Altantik nach New York segelt, wo die 16-jährige Schwedin an der UN-Konferenz teilnehmen will, brechen im Amazonas-Gebiet verheerende Waldbrände aus.

Die schweren Schäden an der „Grünen Lunge“ der Welt mit noch unabsehbaren Folgen für das weltweite Klima überschatten in der Folge das Treffen der sieben wichtigsten Industrienationen in Frankreich und zwingen auch Brasiliens Präsidenten Bolsonaro zum Einlenken. Denn von den Feuern angerichtete unvorstellbare Zerstörungen – und damit auch Brandrodungen zur Landgewinnung – sind längst nicht mehr die Angelegenheit einzelner Länder, sie erfordern rasche und entschlossene Hilfe samt Gegenmaßnahmen durch die Weltgemeinschaft.

Erst vor einem Monat hat der Weltklimarat in seinem jüngsten Bericht mehr Schutz für die Wälder eingemahnt – andernfalls ist die Versorgung mit Lebensmitteln ernstlich in Gefahr.

Die Einigkeit von Macron, Merkel & Co. nährt die Hoffnung, dass auch künftig in Sachen Klimaschutz an einem Strang gezogen wird und Maßnahmen zur Umsetzung gelangen, mit denen die Erderwärmung zumindest eingebremst werden kann.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: gemeinfrei / Quelle: Oö. Volksblatt / Heinz WERNITZNIG)
18.11.2019

DEMENZ UND ICH – Wissen und Hilfe für Menschen mit Demenz

Rund 130.000 Menschen leiden in Österreich unter Demenz. Eine oft kaum bewältigbare Herausforderung für die Angehörigen, die in den meisten Fällen die Betreuung übernehmen. Rund 130.000 Menschen leiden in Österreich unter Demenz. Eine oft kaum bewältigbare Herausforderung für die Angehörigen, die in den meisten Fällen die Betreuung übernehmen.

Rund 130.000 Menschen leiden in Österreich unter Demenz. Eine oft kaum bewältigbare Herausforderung für die Angehörigen, die in den meisten Fällen die Betreuung übernehmen. Die Kampagne DEMENZ UND ICH von MINI MED Studium, MAS Alzheimerhilfe und Österreichischer Gesellschaft vom Goldenen Kreuze soll allen Betroffenen Wissen, Unterstützung und Erleichterung bieten.

Demenz ist derzeit ein brisantes Thema. Nicht ohne Grund: Aktuell leiden 130.000 Menschen in Österreich an Demenz. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl laut ExpertInnen auf rund 175.000 steigen, und für 2050 wird gar eine Verdoppelung prognostiziert. Deshalb wird die Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze (ÖGGK) auf diesem Gebiet aktiv und unterstützt als Kooperationspartner das Projekt DEMENZ UND ICH, welches vom MINI MED Studium gemeinsam mit der MAS Alzheimerhilfe ins Leben gerufen wurde.

Das Programm der ÖGGK fokussiert insbesondere auf die Angehörigen von Demenzkranken, um diese in ihrer herausfordernden Aufgabe zu unterstützen. Der Hintergrund: Acht von zehn Menschen mit Demenz werden zu Hause von PartnerInnen oder Familienmitgliedern gepflegt. Und viele der BetreuerInnen gehen dabei psychisch und physisch an ihre Grenzen. Denn Demenzkranke verlieren durch das Absterben von Gehirnzellen wichtige kognitive Fähigkeiten und können ihren Alltag immer weniger selbstständig bewältigen. Auch die emotionalen und sozialen Fähigkeiten verändern sich, und es können sich ungewöhnliche Verhaltensweisen entwickeln. Das erfordert von den betreuenden und pflegenden Personen Einfühlungsvermögen, Geduld, aber auch Wissen über den richtigen Umgang. Durch gezielte Behandlung, individuelle Betreuung und spezielles Training können jedoch die Entwicklung einer Demenzerkrankung verlangsamt und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden.

Schwerpunktveranstaltungen für Angehörige von Demenzkranken

Deshalb bietet die ÖGGK im Rahmen ihres Programms ganz spezielle Schwerpunktveranstaltungen: Im ersten Quartal 2020 ist das etwa ein Gedächtnistraining-Seminar mit der akademischen Gesundheits- und Pflegeberaterin Elisabeth Hahn (meinpflegegeld.at). Weiters findet ein maßgeschneidertes Konzert des Glasscherben Musikvereins statt, da Musik für Menschen mit Demenz nachweislich fördernd wirkt. Selbst wenn Vieles vergessen ist, bleiben Melodien von früher in Erinnerung und helfen dabei, andere Erinnerungen und Fähigkeiten ins Bewusstsein zurückzurufen. Und nicht zuletzt wird eine Spezialführung durch die Ausstellung der tschechischen Outsider-Künstlerin Anna Zemánková organisiert. Kuratorin Angela Stief wird dabei auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Vergesslichkeit bzw. Demenz eingehen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Begleitung der klinischen Seelsorgerin und Psychotherapeutin Katharina Schoene in Anspruch zu nehmen und sich zusätzliche Informationen zu holen.

Mehr über das Projekt DEMENZ UND ICH sowie über Demenz als Erkrankung erfährt man unter www.minimed.at/demenzundich. Auch das rund 80-Seiten-starke Wissensheft „DEMENZ UND ICH – Hilfe für Angehörige“ steht unter diesem Link zum Download zur Verfügung.

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30.03.2020

SPÖ: Härtefonds ist unzureichend

SPÖ: Härtefonds ist unzureichend SPÖ: Härtefonds ist unzureichend

„Der von der Regierung entworfene Härtefonds ist viel zu klein und unzureichend. Die versprochenen 1000 Euro pro Unternehmen reichen vorne und hinten nicht und auf viele Tausend EPUs und Kleinunternehmen wird komplett vergessen“, kritisiert die Nationalratsabgeordnete Oberrauner. Sie fordert sofortige Nachbesserungen: „Wir haben jetzt zum Beispiel viele UnternehmerInnen die zwar voll versicherungspflichtig sind, aber keine Hilfen bekommen, nur weil sie neu gegründet oder investiert haben und daher die festgelegte Umsatzgrenze nicht erreichen. Das kann doch wirklich nicht sein!“, ist die Abgeordnete empört und stellt klar: „Wenn wir die einmalige Wirtschaftsstruktur Österreichs, mit seinen vielen kreativen Kleinunternehmen und Solo-Selbstständigen erhalten wollen, müssen wir die finanziellen Hilfen barrierefrei und unbürokratisch verteilen!".

Sorge bereiten Oberrauner auch die laufenden Betriebskosten für die kleinen Unternehmen: „Ich habe selbst viele Jahre ein kleines Unternehmen geführt. Wenn da von heute auf morgen die Einnahmen wegbrechen und gleichzeitig die Betriebskosten weiterlaufen, dann ist bei Kleinen und Kleinstunternehmen ganz schnell Schluss“, warnt die Abgeordnete. Neben einer höheren Unterstützung aus dem Härtefonds drängt die Abgeordnete daher auch auf ein sofortiges Zahlungsmoratorium für Miete, Strom, Gas und Kreditkarten. Einen entsprechenden Gesetzesantrag habe die SPÖ in der vergangenen Woche eingebracht und werde diesen auch diese Woche wieder vorlegen, in der Hoffnung, dass die Regierungsparteien dieses Mal mitziehen.

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05.12.2019

VfGH entscheidet über Shisha-Lokale - jetzt ist die Politik am Zug

Mit keinem Wort geht der Verfassungsgerichtshof auf die ausführlich dargestellten verfassungsrechtlichen Bedenken der Antragsteller ein, mit welchen dargestellt wurde, dass die Situation für die Shishabarbetreiber völlig anders ist, als für die herkömmliche Gastronomie Mit keinem Wort geht der Verfassungsgerichtshof auf die ausführlich dargestellten verfassungsrechtlichen Bedenken der Antragsteller ein, mit welchen dargestellt wurde, dass die Situation für die Shishabarbetreiber völlig anders ist, als für die herkömmliche Gastronomie

Für den Präsidenten des Verbandes der Shishabar-Betreiber Österreichs (VSBÖ) Jakob Baran ist die Sache klar: „Die Politik ist am Zug!“. Auch der Anwalt des VSBÖ, Dr. Gabriel Lansky, sieht dies so: „Der Verfassungsgerichtshof verweist auf den Gesetzgeber – dieser ist am Zug!“

In einem – wie Baran und Lansky festhalten – außerordentlich enttäuschenden Beschluss des Verfassungsgerichtshofs hat dieser die Individualanträge des VSBÖ mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Regelung, welche tausenden Menschen die Existenz kostet, im Rahmen des rechtspolitischen Ermessungsspielraumes liegen würden.

Mit keinem Wort geht der Verfassungsgerichtshof auf die ausführlich dargestellten verfassungsrechtlichen Bedenken der Antragsteller ein, mit welchen dargestellt wurde, dass die Situation für die Shishabarbetreiber völlig anders ist, als für die herkömmliche Gastronomie. In dem einen Fall wurde nämlich vom Gesetzgeber bloß eine Nebentätigkeit verboten und in dem anderen Fall – völlig undifferenziert – mussten ganze Betriebe schließen. Insbesondere hat der Verfassungsgerichtshof auch darauf verzichtet, die von den Beschwerdeführern ausführlich dargestellten Bedenken gegen die extrem kurze Zeit in der Übergangsregelung (gerade einmal drei Monate) die Verfassungswidrigkeit zu prüfen. Dies hat insbesondere dazu geführt, dass die betroffenen Unternehmer langfristige Verträge kurzfristig auflösen mussten und hohe Investitionen von heute auf morgen verloren gegangen sind.

Der VSBÖ fordert vom österreichischen Gesetzgeber und damit von allen politischen Parteien im Nationalrat, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden und sicherzustellen, dass im Rahmen des nunmehrigen gesetzgeberischen Spielraumes eine faire Lösung gefunden wird, die gleichzeitig dem Nichtraucherschutz und damit dem Gesundheitsanliegen der österreichischen Bevölkerung, wie auch den Interessen der Unternehmen entspricht.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: BlaBerTo, CC BY-SA 3.0
07.10.2019

Breite Mehrheit der ÖsterreicherInnen lehnt auch neue Gentechnik-Verfahren ab

Breite Mehrheit der ÖsterreicherInnen lehnt auch neue Gentechnik-Verfahren ab Breite Mehrheit der ÖsterreicherInnen lehnt auch neue Gentechnik-Verfahren ab

Eine heute veröffentlichte, repräsentative Umfrage zeigt, dass eine breite Mehrheit der ÖsterreicherInnen „neue Gentechnik-Verfahren” für die Produktion von Lebensmitteln ablehnt. In der von der ARGE Gentechnik-frei in Auftrag gegebenen Studie gaben fast 70 Prozent der Befragten an, dass sie keine so veränderten Lebensmittel kaufen würden. Rund 85 Prozent wünschen sich, dass diese genmanipulierten Lebensmittel streng kontrolliert und gekennzeichnet werden müssen. Die Ergebnisse sind aktuell besonders relevant, weil auf europäischer Ebene mehrere Mitgliedstaaten das EU-Gentechnikrecht aufweichen wollen. Greenpeace fordert die nächste österreichische Bundesregierung dazu auf, die bestehenden Schutzstandards auf europäischer Ebene zu verteidigen.

„Die Österreicherinnen und Österreicher wollen keine Gentechnik auf ihren Tellern. Die nächste österreichische Bundesregierung muss daher auch auf europäischer Ebene dafür sorgen, dass die bestehenden Schutzstandards nicht aufgeweicht werden”, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. Mehrere EU-Staaten, wie beispielsweise die Niederlanden oder Finnland, wollen sogenannte „neue Gentechnik-Verfahren” von der bisherigen Gentechnik-Regulierung ausnehmen. Der Begriff „neue Gentechnik“ bezeichnet neue gentechnische Verfahren, mit denen etwa neue Pflanzensorten geschaffen werden. Aber auch an Tieren wird mit diesem neuen Verfahren bereits experimentiert. So gibt es bereits heute Versuche mit Schweinen deren Genom so manipuliert wurde, dass sie besonders viel Fleisch produzieren.

Ebenfalls eine große Mehrheit – rund zwei Drittel der ÖsterreicherInnen – gab bei der Umfrage an, dass ihnen Gentechnikfreiheit bei Fleischprodukten besonders wichtig ist. Das schließt auch mit ein, dass die Tiere keine gentechnisch veränderte Futtermittel zu fressen bekommen. Trotzdem werden auch in Österreich weiterhin rund 90 Prozent aller Schweine mit Gentech-Futter gemästet - sogar jene mit dem AMA-Gütesiegel. „Das Österreichische Parlament könnte das staatliche AMA-Gütesiegel per Beschluss gentechnikfrei machen. Wir fordern von den neu gewählten Abgeordneten, diesem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen”, sagt Theissing-Matei.

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26.02.2021

Gefälschten Corona-Impfstoffe: Betrügerische Angebote an Regierungen auf der ganzen Welt

Die Apothekerkammer warnt vor dem Erwerb vermeintlicher Corona-Impfstoffe von privaten Anbietern oder über das Internet. „Bei derartigen Angeboten handelt es sich eindeutig um Fälschungen. Außerhalb der offiziellen Gesundheitseinrichtungen kursieren keine COVID-19-Impfstoffe“, erklärt Mag. Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.

Das Thema Fälschungen bei Corona-Vakzinen besitzt aktuell große Brisanz, wie Podroschko weiter ausführt: „Weltweit haben Regierungen insgesamt 400 Millionen Dosen Impfstoffe angeboten bekommen, die nicht direkt von den Herstellern stammen. Vertreter der EU-Kommission haben diese Europol-Meldung bestätigt. Der Wert der Fake-Impfstoffe liegt bei rund drei Milliarden Euro.“ Internationale Ermittlungen laufen.

Podroschkos eindringlicher Appell an die Bevölkerung: „Gehen Sie auf keine persönlichen Verkaufsangebote ein und bestellen Sie keinen Corona-Impfstoff über das Internet. Corona-Impfungen werden aktuell nur an offiziellen, von den Bundesländern vorgesehenen Stellen durchgeführt.“ Es handle sich um den bisherigen Höhepunkt derartiger Betrugsversuche, berichtet der Apotheker weiter. Schon mit dem Beginn der Pandemie habe sich ein starker Anstieg von Betrugsversuchen mit geschmuggelten und gefälschten Arzneimitteln feststellen lassen.

Unsicherheit der Menschen erleichtert Kriminellen ihr Werk

Podroschko erklärt die Hintergründe dieser verwerflichen Geschäfte: „Die Menschen wollen möglichst rasch gegen Corona geimpft werden. Daher setzen kriminelle Banden gerade jetzt auf die Verunsicherung und das mangelnde Fachwissen vieler Personen. Die illegalen Händler versuchen neben Corona-Fake-Impfstoffen auch andere, gefälschte, wirkungslose und gesundheitsgefährdende Medikamente, geschmuggelte Schutzmasken sowie Antibiotika abzusetzen. Bei derartigen verbotenen Produkten gibt es keine Qualitäts- und Herkunftskontrolle. Die Kriminellen setzen damit die Gesundheit der Menschen aufs Spiel. Man muss bedenken: Im besten Fall ist ein gefälschtes Medikament für den Betroffenen wirkungslos, im schlimmsten Fall gesundheitsschädigend oder sogar tödlich. Darüber hinaus verursacht der illegale Medikamentenschmuggel volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Hier sind dringend die sichere Lieferkette der Apotheken und die fachkundige Beratung durch eine Apothekerin oder einen Apotheker gefragt.“

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01.11.2020

Jährlich 1.500 Verletzte beim Waldarbeiten

Jährlich müssen in Österreich rund 1.500 Personen aufgrund von Unfällen bei der privaten Waldarbeit im Krankenhaus behandelt werden. Jährlich müssen in Österreich rund 1.500 Personen aufgrund von Unfällen bei der privaten Waldarbeit im Krankenhaus behandelt werden.

Jährlich müssen in Österreich rund 1.500 Personen aufgrund von Unfällen bei der privaten Waldarbeit im Krankenhaus behandelt werden. Zum Vergleich: Im professionellen Bereich ist die Zahl mit rund 800 Verletzten pro Jahr deutlich geringer. Der November ist der Monat mit der größten Unfallgefahr.

Für viele Waldbesitzer bedeutet der Herbst eine arbeitsintensive Zeit. Auch in dieser Saison werden sich dabei allerdings wieder zahlreiche Personen schwere Verletzungen zuziehen. Die Auswertung der Unfalldatenbank des KFV zeigt, dass sich jährlich in Österreich rund 1.500 Personen bei der privaten Waldarbeit so schwer verletzen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei rund 40 Prozent der Unfälle müssen die Verletzten stationär aufgenommen werden. Die häufigsten Unfallursachen bei privaten Waldarbeiten sind Unachtsamkeit (40 Prozent) und Fehleinschätzung (22 Prozent) – Berufs-Waldarbeiter nennen Ablenkung dagegen seltener.

3 von 4 Personen verzichten auf den Schutzhelm

Besonders häufig treten bei der Waldarbeit Frakturen auf (ca. 46 Prozent). Die am häufigsten betroffenen Körperteile sind Unterschenkel, Finger und Fußgelenk/Knöchel. Eine Schutzausrüstung wird zwar auch im Rahmen von privaten Wald- und Holzarbeiten großteils getragen, allgemeiner Standard ist sie jedoch nicht. Gerade beim Tragen von Arbeitshandschuhen und Helmen ist Nachholbedarf gegeben.

„Ein Blick auf die Helmtragequote zeigt ein ernüchterndes Bild: Etwa 3 von 4 Personen verzichten beim privaten Waldarbeiten auf das Tragen eines Schutzhelmes. Hier ist ohne Zweifel noch viel bewusstseinsbildende Aufklärungsarbeit zu leisten“, erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. „Während für die gewerbliche Wald- und Holzarbeit klare Regeln und Schutzvorkehrungen gelten, liegt es im privaten Bereich in der Verantwortung jedes Einzelnen, sich angemessen zu schützen und auf die Arbeit im Wald vorzubereiten. Durch eine fachgerechte Vorbereitung und gute Schutzausrüstung kann das Unfallrisiko deutlich verringert werden.“

Tipps für die sichere Waldarbeit:

• Arbeiten Sie nicht alleine

• Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Waldarbeit und vermeiden Sie Zeitdruck

• Das Tragen von Schutzausrüstung ist dringend zu empfehlen

• Arbeiten Sie in Hanglagen niemals über- bzw. untereinander

• Erste Hilfe Ausrüstung sollte immer griffbereit sein

• Eine gute Ausbildung und Erfahrung erhöhen die Arbeitssicherheit

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06.09.2020

SPÖ und FPÖ werden neues Covid-Gesetz im Bundesrat blockieren

Das Chaos um die Corona-Ampel wird immer größer Das Chaos um die Corona-Ampel wird immer größer

Das Chaos um die Corona-Ampel wird immer größer: Wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer Sonntagsausgabe berichtet, wird sich das Covid-Gesetz, das für die Umsetzung der Corona-Ampel-Maßnahmen eine Voraussetzung ist, bis mindestens Mitte Oktober verzögern. Sowohl SPÖ als auch FPÖ kündigen in ÖSTERREICH an, das Gesetz im Bundesrat zu blockieren.

„Wir werden dem Covid-Gesetz in der zur Begutachtung vorgelegten Form nicht zustimmen. Und wir haben im National- und Bundesrat immer ein konsequentes Abstimmungsverhalten“, erklärt der stellvertretende SPÖ-Klubobmann Jörg Leichtfried in ÖSTERREICH. Leichtfried weiter:

„Die Art und Weise, wie diese Ampel gehandhabt wird, ist chaotisch und überhaupt nicht nachvollziehbar. Das würde sich auch mit dem vorgelegten Covid-Gesetz nicht ändern, dort kommt die Ampel nicht vor. Verordnungen ohne gesetzliche Deckung und auf intransparenter Basis würde der Verfassungsgerichtshof wohl wieder aufheben.“

Auch aus dem Büro von FPÖ-Parteichef Norbert Hofer heißt es gegenüber ÖSTERREICH, dass die FPÖ im Bundesrat gegen das Gesetz stimmen wird.

Damit wird das Covid-Gesetz bei der Bundesratssitzung am 8. Oktober mit einer Mehrheit von SPÖ und FPÖ abgelehnt werden. Der Nationalrat müsste im Anschluss daran einen Beharrungsbeschluss fassen, damit das Gesetz in Kraft tritt. Das wird aber frühestens Mitte Oktober der Fall sein können.

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26.02.2021

AK startet die Offensive Arbeitsmarkt

AK startet die Offensive Arbeitsmarkt AK startet die Offensive Arbeitsmarkt

Österreich hat über eine halbe Million Arbeitslose. Ohne Kurzarbeit wären es nochmals so viele zusätzlich. Die Arbeiterkammer (AK) fordert: Jobs, Jobs, Jobs! Wenn Unternehmen keine Arbeitsplätze schaffen können, muss die öffentliche Hand einspringen. Investitionen in den Sozialstaat, die jetzt getätigt werden, legen ein Fundament für die Zukunft. Der strukturelle und demografische Wandel macht es notwendig, dass ein Fokus auf Zukunftsbranchen liegt. Neben Green Jobs sind hier besonders Pflege- und Gesundheitsberufe sowie die Elementarpädagogik im Fokus.

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig unser Gesundheitssystem ist. Doch es fehlen Fachkräfte: Bis 2030 braucht es 76.000 zusätzliche Pflegekräfte, um die derzeitige Versorgung aufrecht zu erhalten. Die AK hat ein Pflegepaket vorgeschlagen, dass nochmals 39.000 Jobs schafft. Nur so lässt sich die hohe Qualität im Gesundheitsbereich erhalten. Eine gut ausgebaute Kinderbetreuung schafft nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze in der Elementarpädagogik, sondern hilft doppelt: Eltern können wieder arbeiten gehen. Bis zu 50.000 Menschen würden dadurch Arbeit finden. Ebenfalls ein wichtiger Faktor ist die Öffentliche Verwaltung: Mehr Arbeitsplätze im AMS sowie in Behörden.

Das ist angesichts der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt auch dringen notwendig. Ganz besonders schwer haben es neben jungen Menschen ArbeitnehmerInnen über 45. Die AK hat dazu ein Modell entwickelt, die Chance45. Für Menschen die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben – etwa ältere Langzeitarbeitslose – sollen über 40.000 Jobs geschaffen werden.

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26.02.2021

Kostenlose Corona-Selbsttests in Apotheken

Das kostenlose Testangebot wird ab 1. März schrittweise mit Gratis-Selbsttest in Apotheken ausgebaut. Pro Person und Monat sollen bis zu fünf kostenlose Tests zur Verfügung stehen. Die Apotheken werden sukzessive mit Testkits beliefert, sodass im Idealfall in der ersten Woche in etwa 500.000 Menschen mit Selbsttests versorgt werden können.

„Die Abgabe der Gratis-Wohnzimmertests durch die Apotheken ist ein langfristig angelegtes Projekt. Die Apotheken werden laufend mit neuen Tests beliefert. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann daher davon ausgehen, ein Testkit zu bekommen – aber eben erst nach und nach“, erklärt Mag. pharm. Thoma Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Oberösterreich. „Ich bitte daher, nicht gleich am ersten Tag in die Apotheken zu stürmen, um die kostenlosen Selbsttests abzuholen. Mitte März werden schon wesentlich mehr Tests zur Verfügung stehen als zu Beginn der Aktion.“

Für die erste Woche werden rund drei Millionen Einzeltests an die Apotheken geliefert. Zeitlich und organisatorisch ist das sehr herausfordernd, da die Einzeltests von den Apotheken zu Fünf-Stück-Paketen mit erklärendem Informationsmaterial erst noch vorbereitet werden müssen, damit die Tests überhaupt an die Menschen weitergegeben werden können. „Die Apothekerinnen und Apotheker tun alles in ihrer Macht Stehende, damit so viele Wohnzimmertests wie möglich, so schnell wie möglich an die Bevölkerung ausgeteilt werden. Am liebsten würden wir jedem Kunden, der in eine Apotheke kommt, die gewünschten Wohnzimmertests übergeben. Aber wir können leider auch nur das verteilen, was wir rechtzeitig bekommen“, so Mag. pharm. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer OÖ. Spätestens ab dem 15. März soll das Angebot flächendeckend in ganz Österreich verfügbar sein.

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19.11.2020

Corona-Virus wird uns noch Jahre begleiten. Wie wir lernen, damit zu leben

Die Autoren Elisabeth Tschachler und Kurt Langbein Die Autoren Elisabeth Tschachler und Kurt Langbein

Nach dem 7. Dezember wird das Virus nicht verschwunden sein, und auch die Impfstoffe im nächsten Jahr werden es nicht ausrotten. Deshalb müssen wir vielmehr darüber sprechen, wie das Zusammenleben trotz des Virus in größtmöglicher Freiheit stattfinden kann. Das fordern Kurt Langbein und Elisabeth Tschachler, Autoren des vor kurzem im Molden Verlag erschienenen Buchs „Das Virus in uns“ in einem Positionspapier.

Sie plädieren dafür, auf Vertrauen und Solidarität statt auf Spaltung und Polarisation zu setzen, auf verständliche Kommunikation und Gebote anstelle von Verboten, auf Eigenverantwortung statt Bevormundung. Denn eine informierte Zivilgesellschaft kann das Leben mit dem Virus lernen, gut ausgestattete Gesundheits- und Sozialdienste können das Infektionsgeschehen eindämmen, vulnerable Gruppen schützen und die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Folgen mindern.

Klar ist: Die Aneinanderreihung von Lockdowns ist keine nachhaltige Strategie und entspricht nicht der Logik einer modernen Zivilgesellschaft. Vielmehr gilt es, von anderen Ländern, die bisher gut durch die Krise gekommen sind, zu lernen. Japan hat mit einer modellhaften, extrem schnellen Verfolgung der Kontaktpersonen mit dem höchsten Verbreitungsrisiko nicht einmal zehn Prozent der Infektionen, die bei uns verzeichnet werden. Südkorea und Taiwan haben ausreichend Personal für das Contact-Tracing rekrutiert. Finnland hat die herbstliche Infektionswelle bisher mit äußerst geringen Infektionszahlen fast ausschließlich auf der Basis von Empfehlungen und regional fein abgestimmten Maßnahmen bestritten.

COVID-19 ist eine ernsthafte Gesundheitsgefahr. Deshalb müssen vor allem Personen mit einem erhöhten Risiko geschützt werden – etwa mit einem massiven Ausbau der Betreuungsdienste. Prävention ist bisher in der Pandemiebekämpfung zu kurz gekommen und sollte mit entsprechenden Programmen und gut aufgebauter Information ausgebaut werden.

Mit der richtigen Strategie und Planung ist es möglich, das Erkrankungs- und Sterbegeschehen durch COVID-19 erträglich zu halten, ohne dass dabei die Kollateralschäden unverhältnismäßig groß werden. Und damit zu verhindern, dass nach dem Lockdown vor dem Lockdown heißt.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Langbein&Partner;
17.05.2020

Die Jungen im toten Winkel

Die Schulen starten, Lehrstellen fehlen: Wir haben den jungen Menschen in der Corona-Krise viel abverlangt. Jetzt sollte die Regierung sie nicht aus den Augen verlieren. Die Schulen starten, Lehrstellen fehlen: Wir haben den jungen Menschen in der Corona-Krise viel abverlangt. Jetzt sollte die Regierung sie nicht aus den Augen verlieren.

Im Nachhinein sind alle klüger, heißt es jetzt so oft. Nach Ischgl. Nach dem Kleinwalsertal. Retrospektiv betrachtet lässt sich vieles schnell auf den Punkt bringen und erklären, welche Maßnahmen richtig und welche falsch waren.

Auch wenn ein Großteil der Bevölkerung der Meinung ist, dass gesundheitspolitisch vieles von der Regierung bis dato richtig gemacht worden ist, um das Coronavirus möglichst gut einzudämmen, wird man eine wirklich ernstzunehmende Bilanz frühestens im Jahresverlauf ziehen können, wenn die Übersterblichkeit zu sehen ist. Umso wichtiger ist es jetzt, damit zu beginnen, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen langsam, aber sicher viel breiter und lauter zu diskutieren. Dazu gehört ein ordentlicher Fokus auf die Jungen gelegt.

Wenn das AMS warnt, dass ein gutes Drittel der Lehrstellen in Österreich in Gefahr ist (statt 30.000 gibt es nur noch 20.000) und es allein in Tirol im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent weniger offene Lehrstellen gibt, dann müssen alle Alarmglocken schrillen. Hier darf man nicht erst im Nachhinein klüger sein und draufkommen, dass man eine ganze Generation „verloren“ hat. Es darf nicht passieren, dass man erst reagiert, wenn es fast schon zu spät für eine Schadensbegrenzung ist.

So wie bei der Kultur, wo die Regierung erst einen Fahrplan präsentierte, als es nicht mehr anders ging. Die Jungen haben, obwohl ihr Risiko, an Corona schwer zu erkranken, gering ist, sehr empathisch und im Sinne einer Solidargemeinschaft alle Maßnahmen mutig mitgetragen. Im Home-Schooling leisteten sie Großartiges, wie im Übrigen auch viele Schulen.

Die Jüngsten kehren am Montag zu Tausenden in die Klassen zurück, im Vertrauen darauf, dass alles gut wird. Für alle gilt eine gesetzliche Ausbildungspflicht bis 18 Jahre. Diese Chance sollte nicht vertan werden.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel von Liane Pircher
29.12.2019

Österreicher wollen 2020 mehr sparen

Österreicher wollen 2020 mehr sparen Österreicher wollen 2020 mehr sparen

Dass „mehr sparen“ die Liste der Finanzvorsätze für 2020 anführt, ist wenig überraschend. Dass „einen günstigeren Anbieter suchen“ gleich auf Platz zwei folgt eher schon – ein starkes Signal für erhöhte Wechselbereitschaft der sonst eher unbeweglichen Österreicher, wie die aktuelle Umfrage der ING in Österreich (www.ing.at) zeigt.

40% der repräsentativ Befragten wollen mehr auf die Seite legen. 25% wollen einen günstigeren Anbieter für Energie, Versicherung oder Telefon suchen. 12% zu einer Bank mit günstigeren Konditionen wechseln.

„Es kommt zusehends mehr Bewegung in den Markt – langsam, aber doch“, stellt auch ING Österreich CEO Barbaros Uygun fest. Stärker als je zuvor, würden Konsumenten Einsparungspotenziale nutzen wollen, sagt er.

2020 scheint einen nächsten Höhepunkt beim Anbieterwechsel zu bringen.

(siehe Infografik - Anhang)

Jeder Dritte hat keinen Plan

30% der Befragten gaben an, sich nicht mit den Finanzen zu beschäftigen bzw. es einfach auf sich zukommen lassen zu wollen. Nur 16% erstellen ein Haushaltsbudget.

„Egal wie die persönliche Ausgangslage ist – sich nicht ausreichend mit den Finanzen zu beschäftigen, halte ich für einen Fehler“, meint Uygun. Allein im Bereich des Bankings gäbe es eine Vielzahl an Optimierungs- und Einsparungsmöglichkeiten. „Es ist so einfach, seine private Bilanz zu verbessern, z.B. durch Gratiskonten, günstigere Kredite oder Anlagevarianten mit höherer Rendite“, so der ING Österreich-Chef.

Positiv ins Finanzjahr 2020

Insgesamt 40% der Österreicher gehen von einer guten persönlichen Finanzlage im neuen Jahr aus.

38% erwarten sich weder Verbesserungen noch Verschlechterungen.

Besonders positiv gehen die Tiroler ins neue Jahr. Hier sind es ganze 53%, die von einem guten Finanzjahr 2020 ausgehen. Auch die Vorarlberger und Wiener blicken mit je 47% hoffnungsfroh auf ihre persönliche Geldlage – was man von den Oberösterreichern und Burgenländern nicht behaupten kann. In Oberösterreich geben sich nur 32% klar optimistisch und im Burgenland sehen nur 27% ein gutes Finanzjahr vor sich, wobei sich hier auch ganze 47% weder Verbesserungen noch Verschlechterungen erwarten.

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30.11.2020

Corona-Politik im Sandkasten

Die Bundesregierung will diese Woche entscheiden, welche Corona-Regeln nach dem kommenden Wochenende gelten. Es geht darum, die Infektionen zu begrenzen – aber auch darum, das Vertrauen der Menschen nicht zu missbrauchen. Die Bundesregierung will diese Woche entscheiden, welche Corona-Regeln nach dem kommenden Wochenende gelten. Es geht darum, die Infektionen zu begrenzen – aber auch darum, das Vertrauen der Menschen nicht zu missbrauchen.

Wieder steht uns eine Woche der Entscheidung bevor – die wievielte eigentlich schon seit Ausbruch der Pandemie im März? Wieder werden wir gebannt auf die täglichen Infektionszahlen blicken: Gehen diese endlich so weit hinunter, wie wir uns das nach fast vier Wochen leichtem und hartem Lockdown wünschen würden? Gehen sie so weit hinunter, dass wir im internationalen Vergleich die Einstufung als Hochrisikozone hinter uns lassen können? Schaffen wir mit niedrigen Zahlen die Voraussetzungen für eine Öffnung, die nicht von vornherein die Basis für den nächsten Lockdown legt?

Regeln hin oder her: Die vergangenen Wochen waren anders als der erste Lockdown im Frühjahr. Sie waren nicht mehr von der Schreckensstarre geprägt, die viele zu Hause gehalten hat. Stattdessen kehrte Pragmatismus ein, die Grenzen zwischen Vernunft und Leichtsinn sind fließend. Die nächsten Tage werden zeigen, was das Virus dazu sagt.

Wieder werden wir in dieser Woche der Entscheidung aber auch auf die Politik blicken, in erster Linie auf die Bundesregierung: Welche Bereiche werden als erste aufsperren? Was passiert mit den Schulen? Gibt es sogar noch kurze Weih­nachtsmärk­te? Und was ist mit dem Skifahren?

Und wieder werden wir in dieser Woche nur darauf warten, wo die ersten Meinungsverschiedenheiten in der Politik auftauchen. Natürlich hat die Debatte einen Platz, welche Maßnahmen richtig sind, welche sinnvoll und welche nur dazu da sind, Aktivität vorzuspiegeln. Diese Debatte muss ihren Platz haben, wenn das Virus nicht auch die Grundfesten unserer freien Gesellschaft angreifen soll.

Keinen Platz hat aber die Sandkistenpolitik. Wer hat wen wann informiert? Wer hat von welcher Ansicht erst aus den Medien erfahren? Wenn die einen den Test vorziehen, ziehen wir ihn gleich noch mehr vor. Wer hat mein Schauferl genommen? Dafür ist die Sache zu ernst. Die Bundesregierung will am Mittwoch verkünden, in welchen Schritten die Öffnung nach dem Lockdown vor sich gehen soll und welche Corona-Regeln nach dem kommenden Wochenende gelten sollen.

Für das Vertrauen der Bevölkerung in diese Regeln wäre es gut, wenn Sebas­tian Kurz und Co. auch eine Diskussion darüber zulassen würden – mit Ländern, Sozialpartnern und auch der Opposition. Umgekehrt müssten dann diese freilich eines beherzigen: Mitreden heißt auch Mitverantwortung tragen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung Leitartikel von Wolfgang Sablatnig
13.01.2021

Großflächige Netzstörung: Frequenzabfall zeigt Versorgungssicherheit ist höchstes Gut

Großflächige Netzstörung: Frequenzabfall zeigt Versorgungssicherheit ist höchstes Gut Großflächige Netzstörung: Frequenzabfall zeigt Versorgungssicherheit ist höchstes Gut

Noch läuft die Analyse der Daten durch die Vereinigung der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E und die Suche nach dem Auslöser für den massiven Frequenzabfall, der das europäische Stromnetz am Freitag an seine Grenzen gebracht hatte. Der Vorfall hat aber jedenfalls gezeigt, dass die europäische Zusammenarbeit auch im Ernstfall funktioniert und die Schutzmechanismen gegriffen haben. Nur durch automatische Schutzeinrichtungen und das Zusammenwirken der wesentlichen Marktakteure konnte die kritische Situation rasch beherrscht und eine Stunde nach dem Vorfall das normale Betriebsniveau wieder erreicht werden. Wesentliche Grundvoraussetzung für die Bewältigung der Störung waren die ausreichend vorhandenen Reservekapazitäten. Die EU-Vorgabe 70 Prozent der grenzüberschreitenden Kapazitäten für den Handel zu reservieren ist in diesem Zusammenhang problematisch.

„Der letzte Störfall hat gezeigt, dass die Sicherheitsvorkehrungen schnell und zuverlässig wirken, aber auch, dass es Versorgungssicherheit nicht zum Nulltarif gibt. Weitere erhebliche Investitionen in den nationalen und europäischen Netzausbau, in Speicherkapazitäten, systemische Kraftwerkskapazitäten und weitere Flexibilitätsoptionen für den Krisenfall sind unabdingbar“, erklärt Michael Strugl, Präsident der Interessenvertretung Oesterreichs Energie.

Auch die Anforderung von Seiten der europäischen Ebene, dass 70 Prozent der österreichischen Grenzkapazitäten dem Stromhandel zur Verfügung gestellt werden müssen, sieht Strugl kritisch: „Durch seine geographische Lage ist Österreich eine wichtige Drehscheibe im europäischen Stromsystem – mit dieser Vorgabe müssen wir unsere Leitungskapazitäten ausreizen sodass wenig Reserven für Krisenfälle zur Verfügung stehen.“

„Auch wenn der Störfall nicht im ursächlichen Zusammenhang mit dem Erneuerbaren Ausbau steht, erfordert die Transformation des Energiesystems in Richtung erneuerbare Energieträger umso mehr den Ausbau der Netzinfrastruktur und der Speicherkapazitäten sowie von Kraftwerksreserven um Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“, so Strugl.

Enormer volkswirtschaftlicher Schaden möglich

Im Jahr 2019 lag die durchschnittliche ungeplante Nichtverfügbarkeit von Elektrizität im österreichischen Stromnetz bei rund 25,14 Minuten pro Kunde. Damit ist eine Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent für Österreich gewährleistet. Ein längerer großflächiger Ausfall würde einen enormen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Schätzungen zufolge belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten für einen großflächigen Stromausfall in Österreich auf 1,18 Mrd. Euro pro Tag. „Auch deshalb ist es wichtig, dass die Ausbaupläne im Netzentwicklungsplan breit mitgetragen werden und an einer Schärfung des Problembewusstseins und einer Verbesserung der Akzeptanz für diese Projekte in Österreich gearbeitet wird. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe“, so Strugl.

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