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Montag 18.06.2018 15:44
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Politik

18.06.2018

Situationselastisch

Die Arbeitszeitflexibilisierung ist auf Schiene. Die Arbeitszeitflexibilisierung ist auf Schiene.

Was die Sozialpartner auf Druck einiger Gewerkschafter vor einem Jahr einfach nicht auf die Reihe kriegten, hat jetzt die Regierung in Angriff genommen und auch prompt erledigt: Die Arbeitszeitflexibilisierung ist auf Schiene.

Und sofort schreien eben die damaligen Verhinderer aus der Gewerkschaft laut auf, entrüsten sich über Begriffe wie flexibel und freiwillig – und sie drohen unverhohlen mit Streiks, also mit Arbeitskampf pur. Dabei kam gerade von Arbeitnehmerseite oft auch der Wunsch nach mehr Freizügigkeit bei der Arbeitszeit, Themen wie Gleitzeit etc. waren stets willkommen.

Es war ein SPÖ-Politiker namens Klug, der 2014 in mit dem Begriff „situationselastisch“ das Wort des Jahres kreierte – vereinfacht ausgedrückt könnte man ja auch flexibel dazu sagen. Nichts anderes soll mit flexibler Arbeitszeit realisiert werden. Es ist logisch, dass beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, davon profitieren sollen. Wer etwas anderes behauptet, hat sich mit dem beruflichen Alltag in manchen Branchen nicht auseinandergesetzt.

Die Gewerkschaft selbst nimmt es mit der Dienstzeit anscheinend auch nicht so genau und setzte am vergangenen Wochenende – am Samstag – eine Pressekonferenz an, um ihre Geschütze gegen die Arbeitszeitflexibilisierung aufzufahren. Da hatten im Hintergrund sicher einige Leute außerhalb ihrer regulären Dienstzeit mitzuarbeiten – irgendwie ein schlechtes Timing.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Neues Volksblatt von Harald ENGELSBERGER
18.06.2018

Ein Spionage-Skandal unter „Freunden“

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat offenbar lange Zeit systematisch zentrale Einrichtungen auch in Österreich ausgespäht und überwacht. Nach diesem Skandal darf nicht zur Tagesordnung übergegangen werden. Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat offenbar lange Zeit systematisch zentrale Einrichtungen auch in Österreich ausgespäht und überwacht. Nach diesem Skandal darf nicht zur Tagesordnung übergegangen werden.

Wie war doch die Aufregung in Deutschland groß, als Edward Snowden die Praktiken des US-Geheimdienstes NSA in aller Welt enthüllte. Eine der Betroffenen der US-Lauschangriffe war, wie damals auch publik wurde, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel: Die Amerikaner hatten ihr eigenes Handy ausspioniert. Merkels damalige Reaktion in Richtung des damaligen US-Präsidenten Barack Obama lautete: „Ausspähen unter Freunden – das geht gar nicht!“

Genau das aber hat Deutschland selbst praktiziert, wie aus der jetzt im profil und Standard publizierten Spionagedatei hervorgeht:

Demnach hat der BND in den Jahren 1999 bis 2006 insgesamt 2000 Telefon-, Fax- und Mobilanschlüsse sowie E-Mail-Adressen in Österreich in Visier genommen: darunter Ministerien, Behörden, internationale Organisationen, außerdem Unternehmen (wie auch die Swarovski Optik) und heimische Medien. Die Befürchtung liegt nicht gerade ferne, dass dabei auch Wirtschaftsspionage begangen wurde. Bereits 2015 war bekannt geworden, dass der BND auch „befreundete Länder“ gezielt ausspioniert haben soll, das jetzt bekannt gewordene Ausmaß allein im kleinen, neutralen Österreich ist aber absolut skandalös.

Merkel selbst hatte nach Auffliegen der US-Überwachung zwar Kritik geübt, schlussendlich blieb die Reaktion Deutschlands aber schaumgebremst. Wohl aus schlechtem Gewissen, weil man ja selbst im Glashaus saß und befürchtete, dass die eigenen Praktiken auffliegen könnten. Österreich, das hoffentlich diesbezüglich mit weißerer Weste agierte, kann nicht zur Tagesordnung übergehen und muss von Deutschland umfassende Aufklärung einfordern. Auch darüber, ob und wann die skandalösen deutschen Praktiken eingestellt wurden. Die Vorgaben wurden ja erst 2016 verschärft. Ob dies aber mittlerweile eingehalten wird, weiß niemand.

Dass es immer häufiger Enthüllungen über das durch die neuen technischen Möglichkeiten (bis hin zu Späh-Attacken auf Smartphones, Fernseher und andere Geräte) noch erleichterte Treiben von Geheimdiensten gibt, ist positiv – und beängs­tigend zugleich. Die Großmächte und wohl auch etliche andere verfügen heute über hochgerüstete Cyber-Armeen – die bis hin zu Spionage, Sabotage und Desinformation ein reiches Arsenal im Köcher haben sollen. Genau das haben sich etwa die USA, Russ­land oder China gegenseitig vorgeworfen. Zumindest die demokratische Welt muss aber in der Beziehung zueinander und zu den Bürgern dringend neue Grenzen ziehen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Bjs - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0 / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von Alois Vahrner
11.06.2018

Altherren-Club

Die Moralapostel-Partei wirkt nur mehr scheinheilig, ein Altherren-Club mit junger Damenbegleitung. Die Moralapostel-Partei wirkt nur mehr scheinheilig, ein Altherren-Club mit junger Damenbegleitung.

Seit Monaten steckt die Liste Pilz in einem Strudel und sie hat sich erneuert tiefer hineinmanövriert. Der derzeitige Klubchef Bruno Rossmann konnte mit seinem „Befreiungsschlag“ – der Offenlegung seiner monatlichen Einkünfte – auch nicht punkten. Denn bei einer Durchschnittspension von 1635 Euro ist man mit 5100 Euro durchaus privilegiert. Hinzu kommt noch, dass das Politik-Hobby rund 12.000 Euro monatlich bringt - mit einem solchen Salär soziale Gerechtigkeit einzufordern, ist ein bisschen dreist.

Zweitens wird die Affäre Bißmann immer verworrener - Transparenz sollte man auch parteiintern vorleben. Außerdem soll mit Johannes Voggenhuber als Spitzenkandidat für die EU-Wahl der nächste Polit-Pensionär aus der grünen Mottenkiste geholt werden - auch kein Signal für die Zukunft. Wenn man sich permanent über die Splitter in den Augen der anderen mokiert und selbst solche Balken in den eigenen Augen ignoriert, dann hat man ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Steht doch schon im Alten Testament: „Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!“

Die Moralapostel-Partei wirkt nur mehr scheinheilig, ein Altherren-Club mit junger Damenbegleitung.

Heute zieht Listengründer Pilz wieder ins Parlament ein und er wird bald wieder das Ruder übernehmen — wieder herumreißen wird er es wohl nicht können.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Neues Volksblatt von Herbert SCHICHO
16.10.2017

PULS 4 NEWS Reporter bei FPÖ-Wahlfeier körperlich angegriffen?

PULS 4 NEWS Reporter bei FP-Wahlfeier körperlich angegriffen? PULS 4 NEWS Reporter bei FP-Wahlfeier körperlich angegriffen?

"Bei der gestrigen FPÖ-Wahlfeier wurde PULS 4 NEWS Reporter Arman Behpournia körperlich angegriffen. Der Angriff war leider eindeutig rassistisch motiviert. Die PULS 4 NEWS Redaktion wird heute Anzeige bei der Polizei erstatten.", so die PULS 4 NEWS Redaktion in einer Presseaussendung.

"Wir sind stolz darauf, dass in unserer Redaktion Journalistinnen und Journalisten mit ganz unterschiedlichen Backgrounds arbeiten. Diese Diversität trägt zu zur Qualität und zum Erfolg unserer Sendungen bei. Wir werden rassistischen oder sexistischen Angriffen auf Mitglieder unserer Redaktion immer entschlossen entgegentreten."

"Wir zählen darauf, dass uns die FPÖ bei der Ausforschung des Täters unterstützt.", so die PULS 4 NEWS Redaktion abschließend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
14.12.2017

Mostkost

Koalitionsverhandlungen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Most Koalitionsverhandlungen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Most

Koalitionsverhandlungen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Most: Erst wenn alles ausgegoren ist, weiß man, ob die Sache schmackhaft geworden ist.

Die türkis-blauen Verhandler haben zwar in den letzten Wochen das eine oder andere Detail einer Einigung auf den Tisch gelegt, ein Gesamtbild ergibt das alles aber nicht. Kann es auch nicht, weil mit Fortdauer der Verhandlungen immer mehr nicht autorisierte Vorhaben durchsickerten, auf die man sich angeblich geeinigt hat — siehe zuletzt etwa die Herbstferien. Aber das Warten hat ja allem Anschein nach ein Ende, exakt zwei Monate nach der Nationalratswahl dürfte es eine neue Regierung geben.

Natürlich wird es spannend sein, mit welchen Ansagen die Koalition an den Start geht. Aber ebenso interessant wird sein, wie das, was im Regierungsprogramm steht, begründet wird. Die Menschen wollen erklärt bekommen, warum sich dort und da etwas ändert, warum dort und da alte Strukturen aufgelöst und neue geschaffen werden.

Denn eines darf nicht übersehen werden: Nicht die Regierungsbildung ist das Wesentliche, es zählt vielmehr, was die Regierung vor hat. Um beim Most zu bleiben: Zuerst wird das Obst gepresst, sprich ein Wahlprogramm erstellt. Das wiederum wurde nun in den Koalitionsverhandlungen so eingedickt, dass hoffentlich etwas sehr Ausgegorenes herausgekommen ist. Jetzt ist für die Wähler Mostkost angesagt.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Eva K. on German Wikipedia, CC BY-SA 2.5 / Quelle: Neues Volksblatt: "Mostkost" von Markus EBERT
07.05.2018

NEOS-Chef Strolz tritt zurück

Matthias Strolz wird im Frühsommer seine Funktion als Vorsitzender von NEOS an seine Nachfolge übergeben. Matthias Strolz wird im Frühsommer seine Funktion als Vorsitzender von NEOS an seine Nachfolge übergeben.

Matthias Strolz wird im Frühsommer seine Funktion als Vorsitzender von NEOS an seine Nachfolge übergeben. Eine Mitgliederversammlung für die Wahl der/des neuen Vorsitzenden ist für Ende Juni geplant. In einem weiteren Schritt werde er im Herbst auch die Funktion des Klubobmanns übergeben. Dies kündigte Matthias Strolz heute Mittag nach einer Besprechung mit dem NEOS-Vorstand in einer öffentlichen Mitteilung an.

„Mit der Salzburg-Wahl vor gut zwei Wochen haben wir unsere Startup-Phase erfolgreich abgeschlossen. Alles was wir ab jetzt machen, tun wir nicht mehr zum ersten Mal. NEOS ist als Bewegung gut gewachsen. Es ist uns vieles gelungen, manches nicht und überall gibt es Luft nach oben. Wir sind nach Abschluss dieser Pionierphase für das Land und die Menschen sehr positiv und kraftvoll im Tun. Seit Jahresbeginn habe ich zunehmend Klarheit darüber bekommen, dass 2018 das Jahr meiner Amtsübergabe sein wird. So wie mich mein Herz in die Aufgabe einer Parteigründung gerufen hat, so sagt mir die Stimme meines Herzen nun, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die Führungsverantwortung zu übergeben. Die Pionierphase ist erfolgreich abgeschlossen. Diese anzuführen war meine Aufgabe, meine Berufung. Für die nächste Wachstumsetappe von NEOS ist es gut und wichtig, dass eine neue, frische Führung anpackt.“, meint Strolz.

"Die parlamentarische Zusammenarbeit mit Matthias Strolz war stets von einem offenen Dialog geprägt", so ÖVP-Klubobmann August Wöginger zum heute bekanntgegebenen schrittweisen Rückzug von Strolz von der Funktion des Neos-Parteivorsitzenden und in weiterer Folge dann auch als Neos-Klubobmann und Nationalratsabgeordneter.

„Mit Matthias Strolz verlieren die NEOS, aber auch die Opposition insgesamt, einen wortgewaltigen Politiker, der zu bewegen wusste,“ sagt Peter Kolba, Klubobmann der Liste Pilz.

„Matthias Strolz hat mit seinem erfrischenden und konstruktivem Auftreten einen wichtigen Beitrag für Österreichs Politik geleistet.“ so der Bundessprecher der Grünen, Werner Kogler.

Für FPÖ-Klubobmann NAbg. Walter Rosenkranz kommt der schrittweise politische Rückzug von Matthias Strolz überraschend. „Ich wünsche ihm für seine persönliche und berufliche Zukunft alles Gute. An Leidenschaft wird es bei ihm wohl nicht mangeln.“

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Franz Johann Morgenbesser CC-BY-SA-2.0
18.09.2017

Grüne Zitterpartie

Die Grünen sind, wenn man so will, Opfer ihrer eigenen Inhomogenität geworden. Die Grünen sind, wenn man so will, Opfer ihrer eigenen Inhomogenität geworden.

Während Kern, Kurz und Strache sich bei ihren Auftritten von Tausenden Anhängern feiern lassen, kommt der grüne Wahlkampf nicht auf Touren. Es scheint, als fehlten der Partei sowohl Kraft als auch Geld für einen Neustart.

Was für ein Jahr für Österreichs Grüne. Nach dem vielumjubelten, in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten Sieg Alexander Van der Bellens über seinen freiheitlichen Kontrahenten Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl sahen viele die Umweltschützer schon auf der Siegerstraße. Monate später steht die Partei vor einem nie dagewesenen Scherbenhaufen, muss im schlechtesten Fall sogar ernsthaft um den Verbleib im Parlament ringen.

Die Grünen sind, wenn man so will, Opfer ihrer eigenen Inhomogenität geworden. Mit selbstauferlegten basisdemokratischen Zwängen, vor allem aber durch interne Querelen haben sie sich das Leben schwer gemacht. Das war schon unter Van der Bellen so und nahm unter dessen Nachfolgerin Eva Glawischnig so richtig Fahrt auf. Die Kärntnerin war zwar die erfolgreichste Bundessprecherin, führte die Grünen bei den Nationalratswahlen 2013 zu bisher unerreichten 12,4 Prozent der Stimmen, nahm aber nach neun Jahren an der Spitze entnervt und körperlich angeschlagen den Hut. Zuvor hatte sie sich noch heftige Scharmützel mit den jungen Grünen und mit Partei-Evergreen Peter Pilz geliefert, der seit Jahren einen eigenen Weg geht.

Der erhoffte Aufschwung durch die Rochade an der Spitze blieb indes aus. Im Gegenteil: Seit Glawischnigs Rückzug bringen die Grünen kein Bein mehr auf den Boden. Während SPÖ-Chef Christian Kern, sein VP-Gegenüber Sebastian Kurz und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache sich bei ihren Wahlkampfauftritten von Tausenden Anhängern feiern lassen, dümpelt der grüne Wahlkampf eher gemächlich vor sich hin. Die Zweiteilung an der Spitze – Ingrid Felipe ist Bundessprecherin, Ulrike Lunacek Spitzenkandidatin – verstärkt lediglich den Eindruck, der sich Außenstehenden seit Wochen bietet: Den Grünen fehlen nach dem intensiven Präsidentschaftswahlkampf sowohl die Kraft als auch das Geld für einen Neustart.

Weil parallel dazu die NEOS finanziell wie personell aus dem Vollen schöpfen können und Grünen-Urgestein Peter Pilz seiner früheren Partei mit einer eigenen Liste das Leben mehr als schwer macht – aktuelle Umfragen sehen Grüne, NEOS und Pilz gleichauf –, rückt Lunaceks angestrebte Regierungsbeteiligung in weite Ferne. Das dürfte sich auch auf die grüne Regierungsbeteiligung in Tirol auswirken. Denn mit einer deutlichen Niederlage auf Bundesebene im Gepäck müssten Ingrid Felipe und Co. mit einer satten Hypothek in den Landtagswahlkampf 2018 starten.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: GuentherZ - Eigenes Werk, CC BY 3.0 / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Mario Zenhäusern
12.03.2018

Regierung hat Luft nach oben

Knapp drei Monate ist die neue schwarz-blaue Bundesregierung im Amt. Ein erstes Zwischenfazit fällt eher bescheiden aus. Knapp drei Monate ist die neue schwarz-blaue Bundesregierung im Amt. Ein erstes Zwischenfazit fällt eher bescheiden aus.

Knapp drei Monate ist die neue schwarz-blaue Bundesregierung im Amt. Ein erstes Zwischenfazit fällt eher bescheiden aus.

Vor 83 Tagen wurde die neue Regierung angelobt. Eine Koalition von zwei Wahlsiegern, die schon im Wahlkampf in vielen Punkten ähnliche inhaltliche Positionen vertraten. Nach Jahren völlig unsinniger und nervender Streitereien sowie Blockaden zwischen SPÖ und ÖVP wurde das Ende des politischen Stillstands ebenso versprochen wie ein neuer, team- statt misstrauens­orientierter Stil.

Es wurden erste, teils durchaus heftig diskutierte Reformen auf den Weg geschickt. Weit mehr von sich reden machte die Koalition aber mit selbst verschuldeten Aufregern, die es dann zu kalmieren galt. Man denke an den höchst verzichtbaren FPÖ-Vorstoß gegen einen Gesamtstaat Bosnien-Herzegowina und eine unabhängige Republik Srpska. Mühsam geglättet werden mussten auch die Wogen mit Italien rund um die geforderte Doppelstaatsbürgerschaft für die Südtiroler. Dazu kamen die Aufregungen um ultrarechte Burschenschafter, Angriffe gegen ORF-Journalisten wie Armin Wolf, massive Umfärbungen etwa im ÖBB-Aufsichtsrat und vor allem auch das Justament-Beharren auf das Aus für ein Rauchverbot in Lokalen.

Die FPÖ scheint den Wechsel von der Opposition(in der sie vieles auch zu Recht kritisiert hatte) in die Verantwortung noch nicht ganz verdaut zu haben, die ÖVP unter Kanzler Kurz steht dem ratlos gegenüber. Noch sind (siehe Wahlen in Niederöster­reich, Tirol und Kärnten) die Folgen überschaubar: Aber die siegreichen schwarzen und roten Landeshauptleute siegten auch mit ihrer Abgrenzung zur FPÖ. Diese legte zwar auch zu, blieb aber doch überall unter den Erwartungen.

Letzteres gilt eben leider auch für die Bundesregierung. Gemessen gerade auch an ihren eigenen Ansagen war die Performance von Schwarz-Blau bisher wenig berauschend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: gemeinfrei / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von Alois Vahrner
08.08.2017

FPÖ-Kickl zu Barbara Rosenkranz: Gekränkte Eitelkeit ist kein Programm für Österreich

Barbara Rosenkranz verläßt die FPÖ Barbara Rosenkranz verläßt die FPÖ

„Gekränkte Eitelkeit gepaart mit verletztem Stolz ist noch lange kein politisches Programm und passt deshalb besser ins Anforderungsprofil von Karl Schnell als zum Anspruch, in Österreich das rot-schwarze System im Interesse der Bevölkerung überwindern zu wollen“, kommentierte der freiheitliche Generalsekretär NAbg. Herbert Kickl die Zurücklegung der FPÖ-Mitgliedschaft durch Barbara Rosenkranz und ihren kolportierten Antritt für die so genannte Liste Schnell.

"Barbara Rosenkranz wäre ohnehin für keine Liste der FPÖ bei den kommenden Wahlen vorgesehen gewesen", gab Kickl bekannt. Ihr Ausschluss mit sofortiger Wirkung aus dem freiheitlichen Parlamentsklub werde seitens der FPÖ umgehend an Nationalratspräsidentin Bures gemeldet.

Als „unrühmlich“ bezeichnet der Freiheitliche Landesparteiobmann und Spitzenkandidat für die Nationalratswahl, Dr. Walter Rosenkranz das Überlaufen von Barbara Rosenkranz, mit der er weder verwandt oder verschwägert ist, zur Liste Schnell.

"Mit ihrem Überlaufen zu Karl Schnell, dem sie immer freundschaftlich verbunden war, zerstört sie sich nun ihr politisches Lebenswerk und tut es somit Peter Pilz gleich. Wir Freiheitliche nehmen ihre Entscheidung nun zur Kenntnis, haken diese Angelegenheit ab und tun das, was wir schon immer getan haben, wir arbeiten für unsere Landsleute!“, so Walter Rosenkranz.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Franz Johann Morgenbesser CC BY-SA 2.0
14.05.2018

Spannend

Man kann es sich kaum vorstellen, dass es erst ein Jahr her ist, dass Sebastian Kurz die ÖVP übernahm Man kann es sich kaum vorstellen, dass es erst ein Jahr her ist, dass Sebastian Kurz die ÖVP übernahm

Man kann es sich kaum vorstellen, dass es erst ein Jahr her ist, dass Sebastian Kurz die ÖVP übernahm und damit für einen Umbau der politischen Szene sorgte. Mittlerweile sitzen er im Kanzleramt, die FPÖ auf der Regierungsbank und die Grünen gar nicht mehr im Parlament. Die SPÖ samt Vorfeldorganisationen üben die Fundamentaloppositionsrolle, die Neos suchen einen neuen Hauptdarsteller und bei der Liste Pilz plant der Namensgeber sein Comeback auf der politischen Bühne.

Auch in näherer Zukunft dürfte es nicht langweilig werden, denn der Wähler hat der ÖVP-FPÖ-Regierung den Auftrag für Reformen erteilt und diese ist auch gewillt, Reformen durchzuziehen. Obwohl Kurz weiß, dass er mit zum Teil heftigen Widerstand rechnen muss — von gewissen Bedenkenträgern werden prophylaktisch schon Ängste geschürt und Panik verbreitet, bisher allerdings ohne rechten Erfolg bei der Bevölkerung.

Denn die Diagnose des steirischen Ex-SPÖ-Chefs Voves gilt nicht nur für seine Partei, sondern für viele Bereiche des staat- und halbstaatlichen Bereiches: Es sei zwar etwas Schönes, wenn „sich der Apparat wohlfühlt, aber damit gewinnst du die Bevölkerung mit ihren heutigen Problemen überhaupt nicht mehr“. Und man wird wohl an mehreren Schrauben drehen müssen, damit dieser Apparat wieder auf Hochtouren laufen kann und nicht in der Wohlfühlzone langsam verrostet.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Dragan Tatic, CC BY 2.0 / Quelle: Neues Volksblatt: "Spannend" von Herbert SCHICHO
12.03.2018

Die Affäre

Was ist bloß los in der Republik? Der oberste Staatsschützer wird als Beschuldigter geführt, Hausdurchsuchung im Bundesamt für Verfassungsschutz. Wortkarge Erklärungen als Antwort reichen da nicht aus. Aufklärung ist gefordert! Was ist bloß los in der Republik? Der oberste Staatsschützer wird als Beschuldigter geführt, Hausdurchsuchung im Bundesamt für Verfassungsschutz. Wortkarge Erklärungen als Antwort reichen da nicht aus. Aufklärung ist gefordert!

Was ist bloß los in der Republik? Der oberste Staatsschützer wird als Beschuldigter geführt, Hausdurchsuchung im Bundesamt für Verfassungsschutz. Wortkarge Erklärungen als Antwort reichen da nicht aus. Aufklärung ist gefordert!

Verschlusssache! Die Korruptionsstaatsanwaltschaft darf keine Auskunft geben. Es handelt sich um eine sensible Angelegenheit. Die Causa wird zur Verschlusssache erklärt. Der blaue Innenminister Herbert Kickl sieht sich als „falscher Ansprechpartner“, um dann Stunden später den Einsatz zu verteidigen. Das Kanzleramt schweigt anfangs. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) fordert dann knapp „volle Aufklärung und Transparenz aller beteiligten Ministerien“. Bundespräsident Alexander Van der Bellen nennt zuvor die Vorgänge „höchst irritierend“. Der Generalsekretär im Innenministerium, Peter Goldgruber, bezeichnet die Berichte der Journalisten zur Affäre pauschal als „Fake News“. Alles nur konstruiert! Was ist bloß los in der Republik?

Die bekannten und handfesten Fakten rund um die Affäre des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) sind jedenfalls atemberaubend. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Amtsmissbrauchs. Peter Gridling, der oberste Staatsschützer, wird von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigter geführt. In der Vorwoche stürmte eine schwer bewaffnete Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität, sie hört auf das Kommando eines FPÖ-Funktionärs, die Zentrale des BVT. Auch in Privatwohnungen kommt es zu Durchsuchungen. Zahlreiche Unterlagen werden mitgenommen. Dass sich darunter eine Festplatte mit Ermittlungsdaten über die rechten Identitären und Burschenschafter befindet, wurde vom Justizministerium später in Abrede gestellt.

Doch was fehlt, ist Auskunft über die Hintergründe, die zu den Ermittlungen und zur Hausdurchsuchung überhaupt führten. Bekannt ist ein reich mit Vorwürfen gespicktes Dossier aus dem Vorjahr. Die Mutmaßungen reichen von einer Intrige gegen Gridling und den Führungsstab im BVT, von Sexaffären und illegalen Geldgeschäften, von einem angeblichen Machtkampf zwischen ÖVP und FPÖ bis hin zu geplanten Umfärbungen im Staatsschutz oder üblen Verstrickungen mit anderen Geheimdiensten.

Was ist bloß los in der Republik? Für die Korruptionsstaatsanwaltschaft handelt es sich um eine Verschlusssache, weil sensibel. Kann sein, mag stimmen. In diesem Fall geht es aber um nichts weniger als um eine tragende Säule der Republik, um die Glaubwürdigkeit ihrer zentralen Institutionen. Wortkarge Meldungen der politischen Verantwortungsträger reichen da nicht aus. Aufklärung ist das Gebot der Stunde.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von Michael Sprenger
08.01.2018

Gefährliche Reformwut

Die neue österreichische Bundesregierung legt ein gewaltiges Tempo vor. Obwohl erst wenige Tage im Amt, haben Sebastian Kurz und Co. bereits zahlreiche Reformen angekündigt beziehungsweise sogar auf den Weg gebracht. Die neue österreichische Bundesregierung legt ein gewaltiges Tempo vor. Obwohl erst wenige Tage im Amt, haben Sebastian Kurz und Co. bereits zahlreiche Reformen angekündigt beziehungsweise sogar auf den Weg gebracht.

Kurz und Strache wollen das Land rasch verändern. Das erinnert an die Ära Schüssel und die Fehler, die damals gemacht wurden.

Die neue Bundesregierung hat sich viel vorgenommen. Sie sollte sich jetzt die Zeit nehmen, Reformen ordentlich vorzubereiten.

Die neue österreichische Bundesregierung legt ein gewaltiges Tempo vor. Obwohl erst wenige Tage im Amt, haben Sebastian Kurz und Co. bereits zahlreiche Reformen angekündigt beziehungsweise sogar auf den Weg gebracht. Die Blockadepolitik der vergangenen Jahre scheint tatsächlich ausgedient zu haben.

Allerdings erinnert dieser unbändige Wille zur Veränderung fatal an die erste schwarz-blaue Regierung unter Wolfgang Schüssel. Auch damals legten die Minister eine bis dahin nicht gekannte Reformwut an den Tag. Bereits in den ersten Wochen nach der Angelobung schickten sie eine Reihe von Gesetzen auf die Reise, darunter zum Beispiel das Privatisierungsgesetz, die Basis für den späteren Verkauf von Staatseigentum.

Der damalige ÖVP-Clubchef Andreas Khol prägte in dieser Phase den Begriff „speed kills“. Er sollte in zweifacher Hinsicht Recht behalten. Tatsächlich machte das von Schwarz-Blau vorgelegte Tempo die Opposition ziemlich schmähstad. Allerdings, und das ist die Kehrseite der Medaille, ging die Geschwindigkeit oft auch auf Kosten der Sorgfalt. Die Folge waren von Höchstgerichten gekippte Gesetze (Ambulanzgebühr), Korruptionsvorwürfe (Telekom) sowie etliche Gerichtsverfahren, die zum Teil heute noch andauern (Buwog-Affäre). Auf diese Weise erhielt die Bilanz einer an und für sich produktiven Ära, in der noch heute nachwirkende Maßnahmen wie das Kinderbetreuungsgeld oder eine Pensionsreform beschlossen wurden, einen mehr als schalen Beigeschmack.

Die neue Regierung unter Kanzler Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache ist also gut beraten, sich für die geplanten und auch dringend notwendigen Veränderungsprozesse ausreichend Zeit zu nehmen. Schnellschüsse haben nämlich den Makel mangelnder Treffgenauigkeit.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dr / pixelio.de / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel von Mario Zenhäusern
11.12.2017

Umfrage: 69% für den Ausbau der direkten Demokratie

Umfrage: 69% für den Ausbau der direkten Demokratie Umfrage: 69% für den Ausbau der direkten Demokratie

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wünschen sich 69% der Österreicher mehr politisches Mitspracherecht.

23% der Befragten halten laut der vom Meinungsforschungsinstitut Unique research für „profil“ durchgeführten Umfrage den Ausbau der direkten Demokratie hingegen für nicht notwendig.

9% der Befragten hatten dazu keine Meinung.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
16.10.2017

Opposition als Regeneration

Die einstige Arbeiterpartei hat nun viel zu arbeiten – vor allem an sich selbst. Die einstige Arbeiterpartei hat nun viel zu arbeiten – vor allem an sich selbst.

Christian Kern ist gekommen, um für die SPÖ bei der Wahl erneut das zu holen, was ihr – aus ihrer Sicht – zusteht: das Kanzleramt. Anfänglich hatte es gut für die Genossen ausgeschaut. Der Neue an der Spitze von Partei und Regierung zog. Mit dem „Plan A“ konnte er punkten. Was dann kam, ist bekannt. Die Folgen sind es nun auch: Platz 1 für die Roten ist perdu; sie werden dorthin müssen, wo sie zuletzt von 2000 bis 2006 waren – in die Opposition. Kern soll sie auch da führen; die SPÖ-Granden stellen sich demonstrativ hinter ihn. Wohl auch, weil sich niemand um den höchsten Parteiposten reißt. Vorbei ist es mit den Annehmlichkeiten einer Kanzlerpartei, dem Prestige, der Macht, damit dem Sagen in staatlichen Institutionen. Die Sozialdemokraten haben sich nun anderem zu widmen. „Die SPÖ muss sich inhaltlich und strukturell neu erfinden“, hat Ex-Parteichef Franz Vranitzky kürzlich via TT befunden. In der Tat. Etwas, das sie längst vor Kerns Amtsantritt hätte tun müssen. Stattdessen gab es Lagerkämpfe und internen Streit.

Kern konnte das zudecken. Eine Zeitlang. Dann zeigte sich – Stichwort Silberstein –, dass er nicht wusste, was in seiner Truppe vor sich geht. Der Wahlkampf wurde zum Desaster. Kern hat es verabsäumt, die Partei an Schlüsselstellen personell nach seinem Gusto zu formen, als er sie übernahm. Fans seines Vorgängers Werner Faymann saßen nach wie vor in solchen. Das rächt sich.

Die einstige Arbeiterpartei hat nun viel zu arbeiten – vor allem an sich selbst.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: SPÖ Presse und Kommunikation CC BY-SA 2.0 / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG: Kommentar von Karin Leitner
16.07.2017

Umfrage: 62% lehnen Kanzler Strache ab

Umfrage: 62% lehnen Kanzler Strache ab Umfrage: 62% lehnen Kanzler Strache ab

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, lehnen 62% der Österreicher FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als möglichen Bundeskanzler ab. 28% würden es begrüßen, wenn Strache Regierungschef werden sollte. Laut der vom Meinungsforschungsinstitut Unique research für „profil“ durchgeführten Umfrage würden 41% die FPÖ gern als Juniorpartner in einer Regierung sehen. 48% lehnen dies ab. (n=500, Schwankungsbreite: +/- 4,6 Prozentpunkte)

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
inhalt
08.05.2018

Dunst übergibt Zepter an Eisenkopf

V.l.: Neo-Frauenlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf, LRin Verena Dunst V.l.: Neo-Frauenlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf, LRin Verena Dunst

Nach 18 Jahren übergab Landesrätin Verena Dunst am Montag, 7. Mai 2018, die Frauenagenden im Burgenland offiziell an Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf. Die Schaffung eines Frauenbüros – seit 2016 „Referat für Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung“ – und von Frauenberatungsstellen in jedem Bezirk, eines Frauenhauses sowie zahlreiche Frauen- und Mädchenprojekte bezeichnet Dunst als die wichtigsten Erfolge in diesem Bereich. Eisenkopf will künftig „die Frauen in ihren Lebensrealitäten abholen, bei der Gestaltung der Frauenpolitik auch die Männer ins Boot holen, auf faire Bedingungen hinarbeiten und noch mehr Gewicht auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legen“. Sie will Rahmenbedingungen dafür schaffen, „dass Frauen eine Wahlmöglichkeit haben, wie sie ihren Lebensweg gestalten“.

„Guter Mix in der Frauenpolitik“

Eisenkopf freut sich auf ihre neuen Agenden, „weil es sich beim Frauenreferat um ein Ressort handelt, bei dem man sehr viel gestalten und wirklich greifbare Projekte umsetzen kann“. Sie pflege grundsätzlich einen pragmatischen Zugang bei politischen Fragen, „aber in der Frauenpolitik muss man natürlich auch Genderdebatten führen, darf diese aber nicht überstrapazieren“. Es gehe um einen „guten Mix in der Frauenpolitik“.

Frauenarmut bekämpfen

Großen Wert will Eisenkopf auf die Bekämpfung der Frauenarmut legen. „Wir müssen jenen Frauen helfen, die wirklich unsere Hilfe und unsere Unterstützung brauchen“. Das Ansteigen der Frauen-Erwerbsquote im Burgenland (2016: 65,9 %) sei in erster Linie auf den starken Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen, die 2016 im Burgenland bei Frauen bei rund 48 %, bei Männern lediglich bei rund 7,5 % gelegen sei. „Für Frauen ist es wichtig, unabhängig zu sein und selbstbestimmt und vor allem von ihrem Einkommen leben zu können, ohne sich dabei auf andere verlassen zu müssen“. Frauenpolitik müsse gemeinsam mit den Männern gemacht werden. „Erst dann wird Frauenpolitik auch von den Männern akzeptiert werden“. Sie lade daher alle Männer zur Mitarbeit ein.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten

ESF-Frauenbeschäftigungsprojekte werden auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Frauenarbeit im Burgenland sein. In der Förderperiode von 2014–2020 stehen 2,4 Mio. Euro zur Verfügung, davon 1,7 Mio. Euro für Frauenarmutsbekämpfung und für Vereinbarkeit von Familie und Beruf 700.000 Euro. „Hier wird es wichtig sein, die Gelder auch über 2020 hinaus sicherzustellen“.

Häusliche Gewalt weiter bekämpfen, Frauenberatungsstellen ausbauen

Eisenkopf will einen starken Fokus auf die Bekämpfung häuslicher Gewalt legen, die Frauenberatungsstellen bekannter machen und besser aufstellen – etwa durch die Erweiterung um die Frauengesundheitszentren. Ihr gehe es auch um die „Wahlfreiheit, ihren Lebensweg nach ihren Wünschen zu gestalten“. Diese könne nur durch das gesetzlich verankerte Recht auf Kinderbetreuung gewährleistet werden.

Frauen und Jugend seien eine Querschnittsmaterie und ergänzten sich sehr gut. Deshalb solle ein Schwerpunkt auf Mädchenprojekten liegen. „Es gilt, diesen Bereich weiter auszubauen und mit relevanten Themen junge Mädchen anzusprechen – dazu gehören auch Tabuthemen wie Cybermobbing oder Sexualität. Das Selbstbewusstsein von jungen Mädchen muss gestärkt werden“, mahnt Eisenkopf. Ihr ist es auch „ein besonderes Anliegen, Frauen zu ermutigen, sich einzubringen und an politischen Prozessen zu beteiligen“.

18 Jahre Frauenpolitik mit Leidenschaft

Am 28.12.2000 war Verena Dunst von Landeshauptmann Hans Niessl in die Regierung geholt und mit den Frauenagenden betraut worden – „eine Aufgabe, die ich sehr gerne angenommen und mit großer Freude und ganzer Energie wahrgenommen habe“, so Dunst.

Eigenes „Frauenbüro“ als Meilenstein

Bis 2000 war die Frauenarbeit im Burgenland im Referat für Familie und Frauen angesiedelt. Um Frauen effizienter zu unterstützen, rief Dunst 2001 das „Frauenbüro“ ins Leben – „eine Entscheidung von gesellschaftlichem Symbolcharakter, ein Meilenstein in der burgenländischen Frauenarbeit“, so Dunst. Betrug das Gesamtbudget anfangs 59.000 Euro für Frauen und Familien, stehen für 2018 dem Referat für Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung knapp 320.000 Euro allein für Frauenangelegenheiten zur Verfügung. Hinzu kommen ESF Mittel in Höhe von 2,48 Mio Euro für die Förderperiode 2014 bis 2020. In den folgenden Jahren wurde die Frauenberatung flächendeckend im Burgenland etabliert. Heute steht in jedem Bezirk eine Frauenberatungsstelle zur Verfügung: „Das gibt es sonst in keinem Bundesland“, so Dunst. 2002 erfolgte die Eröffnung eines Frauenhauses, 2006 der Aufbau der kostenfreien juristischen Erstberatung in den Frauenberatungsstellen.

Frauen vor den Vorhang

Mit dem Rosa Jochmann-Preis, dem Frauenkunsthandwerksmarkt „Unbeschreiblich weiblich“ oder dem “Frauen.Kunst.Raum“, bei dem Dunst Künstlerinnen ihre Räumlichkeiten für Ausstellungen zur Verfügung stellt, werden besondere Leistungen und das Können der Frauen vor den Vorhang geholt.

Gesundheit im Fokus

Als Erfolgsgeschichte hat sich auch der Burgenländische Frauenlauf erwiesen. 2013 mit 350 Läuferinnen begonnen, hat sich der Frauenlauf mit zuletzt mehr als 1.000 Teilnehmerinnen zur größten Laufveranstaltung des Landes entwickelt. Frauengesundheit war Dunst stets ein großes Anliegen: 2011 wurde ein Brustkrebsvorsorge-Programm gestartet, und 2014 und 2015 fand im Kulturzentrum Eisenstadt eine Gesundheitsmesse für Frauen statt.

Den Politikerinnenlehrgang „Gscheite Frauen wissen mehr“, erstmals 2017 durchgeführt, das Symposium „Frauen/Leben/Burgenland“ rund um das Thema Armutsbekämpfung bei Frauen und die Kampagne „TpyIsCH“, das sich dem Aufbrechen von Geschlechterstereotypen widmet, nennt Dunst als weitere Meilensteine.

Frauenarbeit auf Mädchen ausgeweitet

Standen anfangs Frauenprojekte im Fokus, so wurden im Lauf der Jahre vermehrt auch Mädchenprojekte durchgeführt. MonA-Net (2003), die Bildungs- und Berufsfindungsmesse (BiBi; 2004), der „Girls Day (2001) mit bisher fast 6.000 Teilnehmerinnen und der „Girls Day Mini“ (2016) oder „Roberta – Mädchen in die Technik“ sind nur einige der zahlreichen Projekte für Mädchen, die von Dunst im Burgenland gestartet wurden.

EU-Förderprogramme für Frauenbeschäftigung

Großen Wert legte Dunst stets auf die Verbesserung der Erwerbssituation der Frauen im Burgenland. Mit Hilfe von ESF- Mitteln wurden eine Vielzahl an Initiativen umgesetzt und Frauen in Beschäftigung gebracht, unter anderem durch Gründerinnenprojekte.

Dunst werde sich nun „mit voller Kraft auf das riesengroße Agrarressort“ konzentrieren. „Durch meine Zuständigkeit im Agrarbereich tut sich eine neue Perspektive auf. Ich sehe noch viele Chancen und Potential für Frauen im Burgenland etwa durch Direktvermarktung von regionalen Produkten“. Für Ende Mai kündigt Dunst die Installierung eines Frauengesundheitszentrums an.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Bgld. Landesmedienservice Hans-Christian Siess
28.05.2018

Ein Strohhalm gegen die Plastik-Flut

Die EU will offenbar mit Verboten und stärkerem finanziellen Druck gegen die Plastikmüll-Flut vorgehen. Die Ideen sind löblich, können aber nur ein Anfang sein – und sie finden in der Folge hoffentlich auch weltweit Nachahmer. Die EU will offenbar mit Verboten und stärkerem finanziellen Druck gegen die Plastikmüll-Flut vorgehen. Die Ideen sind löblich, können aber nur ein Anfang sein – und sie finden in der Folge hoffentlich auch weltweit Nachahmer.

Der globale Siegeszug von Plastik war alles andere als Zufall: Kein anderer Werkstoff ist so billig herzustellen, so leicht zu formen und deshalb so flexibel einzusetzen wie Kunststoffe. Wegen dieser Vorteile sind sie bei Industrie und Konsumenten gleichermaßen beliebt. In den etwa 100 Jahren seit ihrer Erfindung wurden laut Greenpeace bisher aus Erdöl acht Mrd. Tonnen Plastik produziert, im Vorjahr sollen es 200 Mio. Tonnen gewesen sein.

Weil Plastikprodukte aber so billig sind, ist es meist leichter und vor allem billiger, sie neu zu produzieren, als sie wiederzuverwerten – und auch das ist zuweilen technisch nicht so einfach, weil viele Produkte nicht sortenrein hergestellt werden. Die Folge: Riesige Mengen werden deponiert oder verbrannt, und leider gelangen gewaltige Mengen an Kunststoff-Abfällen in die Natur und da vor allem in die Meere. In jedem Quadratkilometer der Meere schwimmen Hunderttausende Teile an zudem auch noch extrem haltbarem Plastikmüll. Verschmutzte Strände sind eine sichtbare unappetitliche Sache. Weit gefährlicher sind aber die Folgen für Tiere, die Plastikteile mit Nahrung verwechseln und daran verenden, und letztlich für die Menschen selbst. Mikroplastik und andere umweltschädliche Stoffe gelangen über Fisch künftig wohl immer stärker auch in die menschliche Nahrungskette – mit unabsehbaren Folgen.

Die EU-Kommission, die bereits eine (leider wegen vieler Widerstände zu wenig ambitionierte) Initiative gegen Plastiksackerln durchgesetzt hat, will offenbar heute ein neues Maßnahmenpaket im Kampf gegen die Plastik-Flut vorlegen – mit Verboten für Einmal-Plastikgeschirr, Plastikbesteck, Strohhalme aus Plastik, Wattestäbchen und Plastikhalterungen von Luftballons. Und auch eine Plastikmüllabgabe, eine Art Strafsteuer für nicht wiederverwertete Kunststoffe, soll kommen.

Die Pläne Brüssels kommen sehr spät und zaghaft, aber doch. Inhaltlich gehen sie jedenfalls in die richtige Richtung. Zu lange wurde dem immer größer werdenden Problem rat- und tatenlos zugeschaut. Im Sinne des Umwelt- und Gesundheitsschutzes ist nämlich längst Feuer am Dach. Um den weiter wachsenden Plastikbergen in der Natur beizukommen, wird es aber noch weit tiefgreifendere Schritte brauchen: klare Vorgaben für sortenreinere Produkte an die Industrie, viel mehr Recycling und die Aufrechnung aller Umwelt- und Gesundheits-Folgekosten. Es braucht sowohl Verbote als auch kräftige finanzielle Eingriffe, um Plastikmüll (bis hin zum Wust an Verpackungen) massiv zu reduzieren. Und das hoffentlich weltweit.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Horia Varlan cc-by-2.0 / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von ALOIS VAHRNER
11.06.2018

Den Leuten aufs Maul schauen

Der Aktionismus von Türkis-Blau erinnert an die Regierung Wolfgang Schüssel. „Speed kills“, hatte es damals in der ÖVP geheißen. Heute nicht mehr. Mit viel Tempo, aber wenig Profundem sollen nun Deutschförderklassen umgesetzt werden. Der Aktionismus von Türkis-Blau erinnert an die Regierung Wolfgang Schüssel. „Speed kills“, hatte es damals in der ÖVP geheißen. Heute nicht mehr. Mit viel Tempo, aber wenig Profundem sollen nun Deutschförderklassen umgesetzt werden.

In Österreich wird Bildungspolitik in erster Linie ideologisch diskutiert. Der letzte Akt in diesem Drama ist die ab Herbst 2018 geplante Einführung von separaten Deutschförderklassen. Dass Ideologie mehr zählt als Expertise, führt dazu, dass Bildungsexperten nach Skandinavien pilgern, um dort von den Besten zu lernen, aber sicher nicht nach Österreich. Österreich und Deutschland haben ein Schulsystem, das so „erfolgreich“ ist, dass es kein anderer Staat kopiert. Die frühe Selektion der Kinder, die Trennung zwischen Gymnasium und Neuer Mittelschule, ist in Österreich in Stein gemeißelt.

Der unbändige Erfolg, sprich der Zulauf an den Gymnasien in Städten, ist vor allem durch die Angst der Eltern, ihr Kind könnte neben einem anderen mit Migrationshintergrund sitzen, zu erklären. Die Angst ist groß, dass die Qualität des Unterrichts leiden könnte, wenn zu viele in einer Klasse sitzen, die zu wenig Deutschkenntnisse haben. Die Angst ist verständlich und berechtigt, auch weil die Bildungspolitik jahrzehntelang keine adäquate Lösung zu bieten hatte und sie noch immer nicht hat.

Die schwarz-blaue Bundesregierung reagiert auf diese wohl bekannten Ängste und führt im Eiltempo Deutschförderklassen ein. Wissenschafter kritisieren die Segregation der Kinder. Sie in separierte Förderklassen fernab ihrer Regelklasse zu stecken, sei für den Spracherwerb abträglich. Es gab auch Fürsprecher, aber die Maßnahme blieb umstritten. Der Nationalrat beschloss daher im Mai nur mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ, die Deutschförderklassen einzuführen. Die Mehrheit der Bevölkerung gibt der Bundesregierung in einer aktuellen Umfrage Recht. 83 Prozent von 1000 durch „Peter Hajek Public Opinion Strategies“ befragten Personen sind für die separaten Deutschförderklassen. Die hohe Zustimmung ist keine Überraschung, ebenso wenig wie die 69 Prozent, die sich in derselben Umfrage für ein Kopftuchverbot aussprachen. Auf welcher Grundlage die Befragten zu ihrem Ja kamen, ist fraglich. Denn Details zu den Deutschförderklassen sind nicht einmal den Bildungsinstitutionen in den Bundesländern bekannt.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Türkis-Blau nach der Fusion der Sozialversicherungen den nächsten populistischen Schnellschuss abgefeuert hat. Viele Überschriften, ohne in die Tiefe zu gehen und diesmal auf dem Rücken der Kinder, der Lehrer und der Eltern ausgetragen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel von Anita Heubacher
23.04.2018

Interesse

Die Crux einer niedrigen Wahlbeteiligung liegt auf der Hand: Man kann sehr schnell sehr weit von der repräsentativen Abbildung des Wählerwillens entfernt sein. Die Crux einer niedrigen Wahlbeteiligung liegt auf der Hand: Man kann sehr schnell sehr weit von der repräsentativen Abbildung des Wählerwillens entfernt sein.

Ob im Parlament oder im oberösterreichischen Landtag:

Dass es dort wie da eine Demokratiewerkstatt gibt, über die den jungen Menschen der Wert und das Wesen unseres demokratischen Systems näher gebracht wird, kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Denn die jüngsten Wahlgänge sprechen eine eindeutige Sprache: In Salzburg sank die Wahlbeteiligung auf gut 65 Prozent, in Innsbruck ging nur mehr jeder zweite Wahlberechtigte zur Urne. Schon bei den Landtagswahlen in Kärnten und Niederösterreich war die Beteiligung stark rückläufig.

Die Crux einer niedrigen Wahlbeteiligung liegt auf der Hand: Man kann sehr schnell sehr weit von der repräsentativen Abbildung des Wählerwillens entfernt sein. Gerade in Zeiten von Social Media können mobilisierungsstarke Minderheiten oder Interessengruppen auf demokratische Entscheidungen überdurchschnittlichen Einfluss gewinnen. Gleichzeitig wächst mit sinkender Wahlbeteiligung der Zweifel an der Existenzberechtigung demokratischer Einrichtungen — die Sinnhaftigkeit von Landtagen etwa wurde am Sonntag in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ vom Ex-Politiker und Industriellen Hans-Peter Haselsteiner in Frage gestellt. Es liegt einerseits an den Parteien klarzumachen, was ihre in die diversen Körperschaften gewählten Vertreter an „Bürgerarbeit“ leisten. Und es liegt an den Körperschaften, die Bürger für die dort zu leistende Arbeit zu interessieren.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: J. Patrick Fischer / Neues Volksblatt Markus EBERT
27.09.2017

Ein Vergleich, der hinkt

Österreich wählt. Aber wie? Österreich wählt. Aber wie?

Deutschland hat gewählt. Und wie! Naturgemäß schielen wegen der zeitlichen Nähe zur Nationalratswahl unsere Parteien zum großen Nachbarn. Gibt es Parallelen? Sehr wenige, könnte man rasch antworten. Ja, es stimmt, in Berlin regierte bis zuletzt eine große Koalition. Doch anders als in Österreich war dort die Zusammenarbeit der beiden Volksparteien immerzu eine ungeliebte Ausnahme. Zweifellos – es ist richtig, dass in Deutschland die Flüchtlings- und Ausländersituation zu einem der bestimmenden Wahlkampfthemen geworden ist. Da kennen wir uns bekanntlich gut aus. Ansonsten gab es schon mit der Bonner Republik, später während der Berliner Republik wenige Gemeinsamkeiten mit dem politischen System in Österreich.

„Aber der Aufstieg der AfD?“, könnte man jetzt mit dem Brustton der Überzeugung fragen – um eine echte Gemeinsamkeit auszumachen. Korrekt! Die rechtsextreme AfD hat am Sonntag eine tektonische Verschiebung in der Parteienlandschaft ausgelöst. Allerdings will in Deutschland bei der AfD niemand nicht einmal anstreifen. Zudem sind in der Vergangenheit, von der NPD bis zu den Republikanern, alle Versuche, eine völkisch-nationalistische Partei zu etablieren, grandios gescheitert. Deutschland hat seine Lektion aus der Geschichte gelernt. Es ist nicht auszuschließen, dass es der AfD, die sich bereits am Tag nach der Bundestagswahl (mittlerweile bereits zum zweiten Mal) gespalten hat, ähnlich ergeht.

Und der Zustand der SPD? Stimmt, die Sozialdemokraten haben hier wie dort schon viel bessere Zeiten erlebt. Der Vergleich hinkt trotzdem. Die SPD war Juniorpartner in einer großen Koalition, die SPÖ stellt mit Christian Kern den Kanzler. Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zog zudem mit demselben Slogan wie ÖVP-Obmann Sebastian Kurz in die Wahl: „Es ist Zeit.“ Für Schulz ist nun die Zeit für die Opposition gekommen. Übrigens – der ÖVP-Chef kritisierte zuletzt öfters die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin. Sympathien zeigte die ÖVP hingegen für die bayerische CSU. Angela Merkel wurde trotz aller Blessuren zum vierten Mal als Kanzlerin bestätigt. Die CSU verzeichnete am Sonntag das größte Minus.

Können wenigstens die Grünen positive Rückschlüsse ziehen? Nein, denn dort gab es keine Parteispaltung. Sie können sich vielleicht Mut zureden. Ebenso die NEOS. Allerdings wäre auch das kühn. Denn die FDP wurde 1948 gegründet.

Österreich wählt. Aber wie?

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung "Leitartikel" von Michael Sprenger
inhalt
26.03.2018

Sorge um die Zukunft des Bundesheers

Sorge um die Zukunft des Bundesheers Sorge um die Zukunft des Bundesheers

Die Vertreter der wehrpolitischen Vereine, die sich mit bundesweit ca. 250.000 Mitgliedern als größte Lobby für das Bundesheer verstehen, zeigen sich über den Budgetentwurf der Bundesregierung erstaunt und bestürzt. „Noch am 20. Jänner – dem heurigen „Tag der Wehrpflicht“ – haben sich die Wehrsprecher der Parteien zu einer ausreichenden Finanzierung des Bundesheeres bekannt. Es ist völlig unverständlich, dass die Regierung den Wunsch der Bevölkerung und der Parlamentarier missachtet“ wundert sich Brigadier Erich Cibulka, Sprecher der Plattform Wehrhaftes Österreich.

Daher formuliert der Verband drei Forderungen an das Parlament:

Aufhebung der Zweckbindung von Teilen der Budgets für 2018 und 2019, um dem Verteidigungsminister mehr Spielraum zu geben

Beschlussfassung über Sonderinvestitionen für dringende Beschaffungs- und Baumaßnahmen

Abänderung / Erhöhung des Finanzrahmens für 2021/22

Ohne diese Maßnahmen würde das Bundesheer in den nächsten Jahren dramatisch an Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit verlieren, warnen die Präsidenten.

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26.03.2018

EU steht zwischen allen Fronten

Unberechenbar und machthungrig präsentieren sich Russland, China und die USA. Umso wichtiger wäre eine starke EU. Unberechenbar und machthungrig präsentieren sich Russland, China und die USA. Umso wichtiger wäre eine starke EU.

Nichts kann uns stoppen“, pochte diese Woche Chinas starker Mann Xi Jinping auf die Führungsrolle des kommunistischen Milliardenreichs in der Welt – und zwar politisch wie auch wirtschaftlich. China sei auch „entschlossen, den blutigen Kampf gegen unsere Feinde zu kämpfen“, so ein martialischer Xi Jinping, der sich seinen absoluten Machtanspruch bis ans Lebensende garantieren ließ.

In Russland regiert „Zar“ Wladimir Putin für weitere sechs Jahre. Und auch er drängt massiv auf mehr politischen russischen Einfluss in der Welt – und nimmt dafür nicht erst seit der Annexion der Krim leider auch ein stark abgekühltes Verhältnis zum Westen in Kauf. Die jüngste, obschon nicht vollkommen aufgeklärte Vergiftungs-Affäre in Groß­britannien tut jetzt ein Weiteres.

Dazu kommt die nach dem Zerfall der Sowjet­union damals einzig verbliebene Supermacht USA, die unter ihrem Präsidenten Donald Trump in eine völlig unberechenbare Richtung gedriftet ist. Sein „America First“ heißt nicht Verantwortung und Führung in der Welt, für die die Vereinigten Staaten als wichtigstes demokratisches Land der Welt gestanden sind, sondern purer Egoismus (vom Klima bis zum Außenhandel) mit täglich neuen Aufregern und Negativ-Botschaften. Demokratische Werte und Menschenrechte, dafür steht auch die Friedensnobelpreisträgerin EU.

Europa wäre in diesem zunehmend unruhiger und bedrohlicher gewordenen Umfeld nicht nur im eigenen Interesse mehr denn je gefordert, einig und entschlossen aufzutreten.

Gerade jetzt braucht es mit Blick auf Einzelgänge, die Brexit-(Fehl-)Entscheidung und kleinkarierte nationalistische Strömungen mehr und nicht weniger Europa.

Selbst die Briten berufen sich im Konflikt mit Russland auf ihre Freunde – vornehmlich in der EU!

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung "Leitartikel" von Alois Vahrner
01.12.2017

Greenpeace richtet offenen Brief an Landeshauptleute: Machen Sie Ihr Bundesland glyphosatfrei

„Die skandalöse Entscheidung, Glyphosat EU-weit für weitere fünf Jahre zuzulassen, darf keinesfalls einfach hingenommen werden. Machen wir Österreich jetzt glyphosatfrei - Bundesland für Bundesland“, appelliert Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit „Die skandalöse Entscheidung, Glyphosat EU-weit für weitere fünf Jahre zuzulassen, darf keinesfalls einfach hingenommen werden. Machen wir Österreich jetzt glyphosatfrei - Bundesland für Bundesland“, appelliert Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte heute in einem offenen Brief die österreichischen Landeshauptleute auf, das Pflanzengift Glyphosat in ihren Bundesländern zu verbieten. Gestern war bekannt geworden, dass Kärnten ein eigens, vollständiges Glyphosat-Verbot plant. Damit wäre Kärnten die erste Region Europas, in der gar kein Glyphosat mehr eingesetzt wird. Auch die anderen Bundesländer müssten sich zu diesem Schritt entschließen, so Greenpeace. Bis kommenden Donnerstag sollen die Landeshauptleute Greenpeace bekannt geben, ob Sie ein Glyphosat-Verbot in ihrem Bundesland umsetzen werden.

„Die skandalöse Entscheidung, Glyphosat EU-weit für weitere fünf Jahre zuzulassen, darf keinesfalls einfach hingenommen werden. Machen wir Österreich jetzt glyphosatfrei - Bundesland für Bundesland“, appelliert Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit an die Landeshauptleute. Die Bundesländer Wien, Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg sollen dem Kärntner Beispiel folgen und einen Totalausstieg beschließen. „Die Länderchefs haben es in der Hand. Sie müssen nun aktiv werden und die Umwelt sowie die Gesundheit der Menschen in ihrer Region schützen“, fordert Egit. Österreichweit haben sich im Rahmen einer Greenpeace-Initiative bereits 539 Gemeinden dafür entschieden, im eigenen Wirkungsbereich auf Glyphosat zu verzichten.

Greenpeace möchte von den Landeshauptleuten bis spätestens Donnerstag, 7. Dezember, eine klare Positionierung zum Pflanzengift. „Österreich braucht kein Glyphosat. Ich fordere die Landeshauptleute auf: Treten Sie gemeinsam mit uns für eine Zukunft ohne Glyphosat ein und schenken Sie Ihren Bürgerinnen und Bürgern glyphosatfreie Weihnachten!“, so Egit.

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14.05.2018

Hände recken und Hände falten

 Seit Jahren gilt das Treffen als Sammelbecken für Rechtsextremisten aus ganz Europa. Seit Jahren gilt das Treffen als Sammelbecken für Rechtsextremisten aus ganz Europa.

Die „gute“ Nachricht zuerst: Laut Polizei kam es beim Kroaten-Treffen am Loibacher Feld in Bleiburg weder zu Ausschreitungen noch zu Gewaltdelikten. Sieben Festnahmen und neun Anzeigen nach dem Verbotsgesetz wurden verzeichnet. Letztes Jahr waren es noch zwölf Anzeigen, da könnte man ja fast applaudieren! Dass wirklich alles so gesittet ablief, darf bezweifelt werden. Wer dem Hashtag #Bleiburg auf Twitter folgt, bekommt viele (freilich ungefilterte) Eindrücke von einer befremdlich anmutenden Veranstaltung auf österreichischem Boden, die in Kroatien so gar nicht stattfinden dürfte – und trotzdem kommt die kroatische Polit­prominenz dafür über die Grenze.

Seit Jahren gilt das Treffen als Sammelbecken für Rechtsextremisten aus ganz Europa. Kritiker weisen darauf hin, dass dabei auch das faschistische Ustascha-Regime in Kroatien verherr­licht wird. Die Süddeutsche Zeitung betitelte eine ausführliche Geschichte über das Treffen mit „Hitlergruß und Vaterunser“ und spielt damit auf einen Teil der Problematik an: Die österreichische katholische Kirche bewilligt ihren kroatischen Glaubensbrüdern den Gedenkgottesdienst, der den Hauptteil der Veranstaltung darstellt. Für diesen galten gestern – nach den Erfahrungen der Vorjahre – strenge Auflagen. Was rundherum passiert, dafür sieht man sich nicht zuständig.

Ein kirchlicher Schutzmantel also für Ewiggestrige?

Als der Verfassungsjurist Bernd-Christian Funk in einem Gutachten für das Mauthausen-Komitee den Kärntner Behörden vorwarf, absichtlich wegzusehen, weil man seiner Ansicht nach die Veranstaltung durchaus verbieten könnte, war die Empörung groß. Es scheint fast so, als hätte er damit einen Nerv und damit den Punkt getroffen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: BokicaK mithilfe des CommonsHelper, CC BY-SA 3.0 / Quelle: Tiroler Tageszeitung "Leitartikel" von Carmen Baumgartner-Pötz
07.05.2018

Grüner Sieg, gelb-schwarze Tristesse

Es gibt tatsächlich Schlimmeres, als an seinem 59. Geburtstag zum ersten grünen Bürgermeister Österreichs gewählt zu werden. Georg Willi ist das ges­tern gelungen. Es gibt tatsächlich Schlimmeres, als an seinem 59. Geburtstag zum ersten grünen Bürgermeister Österreichs gewählt zu werden. Georg Willi ist das ges­tern gelungen.

Es gibt tatsächlich Schlimmeres, als an seinem 59. Geburtstag zum ersten grünen Bürgermeister Österreichs gewählt zu werden. Georg Willi ist das ges­tern gelungen. Der in Innsbruck vielfach als „Bürgerlicher“ empfundene Vertreter realpolitischer Positionen im Lager der Öko-Partei nützte die Wechselstimmung in der Stadt, um Amtsinhaberin Christine Oppitz-Plörer aus dem Sattel zu heben. Normalerweise hat der Erfolg viele Väter, Georg Willi gehört er ganz allein. Seine eigenen Parteifreunde haben ihm in den Wochen vor der Wahl das Leben nach Kräften schwer gemacht, von grüner Einheit war lange Zeit wenig zu spüren. Außerdem stand ihm in der Stichwahl mit Amtsinhaberin Oppitz-Plörer eine gewiefte Kommunalpolitikerin gegenüber, die noch dazu auf die Stimmen des konservativen Lagers hoffen durfte. Aber die Rechnung der Bürgermeisterin ging nicht auf. Nach etlichen umstrittenen Entscheidungen und einer Politik, die viele als Drüberfahren empfanden, war sie für einen Großteil der FPÖ-und auch für zahlreiche ÖVP-Sympathisanten nicht erste Wahl. Die erneut schwache Wahlbeteiligung ist ein Indiz dafür, dass diese Wählerinnen und Wähler zu einem großen Teil zuhause blieben.

Der neue erste Bürger der Tiroler Landeshauptstadt muss nun so schnell wie möglich darangehen, eine Regierung zu bilden. Kein leichtes Unterfangen, steht ihm doch eine bürgerliche Mehrheit aus FPÖ, Für Innsbruck und ÖVP/Seniorenbund sowohl im Stadtsenat als auch im Gemeinderat gegenüber. Willi wird also zumindest seiner Vorgängerin Oppitz-Plörer bzw. ihrer Liste und wohl auch der ÖVP Zugeständnisse machen (müssen), um sie zur Zusammenarbeit zu motivieren. Eine Regierungskoalition mit der FPÖ unter Rudi Federspiel hat er schon im Vorfeld kategorisch ausgeschlossen.

Nur prinzipiell möglich ist, dass sich das konservative Lager in der Landeshauptstadt gegen Willi verbündet und ihm so das Regieren schwer macht. Prinzipiell deshalb, weil das ÖVP-Chef LH Günther Platter kaum dulden wird. Der hat gerade die schwarz-grüne Zusammenarbeit auf Landesebene verlängert und braucht jetzt keine Querschüsse aus Innsbruck. Vielmehr wird er darauf drängen, dass endlich ein Schlussstrich unter die Innsbrucker Parteispaltung gezogen wird. Die ÖVP und die einst aus ihr hervorgegangene Liste Für Innsbruck verloren bei der Gemeinderatswahl fast 15 Prozent der Stimmen, jetzt ist auch noch das Bürgermeisteramt weg. Das dürfte Anlass genug für einen gemeinsamen Neustart sein.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Christian Hofer / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Mario Zenhäusern
28.02.2018

Schuldenbremse

„Der ersparte Pfennig ist redlicher als der erworbene“ – dieser Spruch von Martin Luther sollte eigentlich als Präambel vor jedem Budgetentwurf stehen „Der ersparte Pfennig ist redlicher als der erworbene“ – dieser Spruch von Martin Luther sollte eigentlich als Präambel vor jedem Budgetentwurf stehen

„Der ersparte Pfennig ist redlicher als der erworbene“ – dieser Spruch von Martin Luther sollte eigentlich als Präambel vor jedem Budgetentwurf stehen. Denn gerade beim Erwerben tut sich die öffentliche Hand gar nicht so leicht: In der Regel geschieht es dadurch, dass man via Steuern und Abgaben den Bürgern etwas wegnimmt. Da dieses Wegnehmen von den Bürgern, die ja meist auch die Wähler sind, als störend empfunden werden kann, gibt es dafür Grenzen ... doch schon Kreisky trickste sich über diese Grenze: Durch das „Defizit Spending“ konnte man die Wählerwünsche erfüllen, ohne die finanziellen Nebenwirkungen gleich zu spüren. Aber irgendwann werden sie spürbar.

Darum wäre es wichtig, rechtzeitig auf gesunde Finanzen zu schauen. Und das soll nun auch auf Bundesebene angegangen werden. Schon im kommenden Jahr soll der Bund ausgeglichen budgetieren.

Dass solche Haushalte möglich sind, zeigt Deutschland. Die Bundesrepublik schreibt seit 2014 Überschüsse. Ein Grund ist auch, dass dort für Bund und Länder schon länger eine Schuldenbremse gilt. Damit wird offensichtlich die Ausgabenlogik durchbrochen und die Dynamik gebremst. Auch Oberösterreich hat sich im Vorjahr eine solche verordnet und hat bereits heuer einen ausgeglichenen Haushalt. Damit das Budget des Bundes 2019 keine Eintagsfliege bleibt, wäre eine solche Bremse auch auf Bundesebene angesagt.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Neues Volksblatt: "Schuldenbremse" von Herbert SCHICHO
18.12.2017

Die Ohn-Macht der Präsidenten

Damit die neue Bundesregierung knapp vor 11 Uhr – von Demonstranten ungestört – in die Präsidentschaftskanzlei schreiten kann. Dort erwartet sie der Bundespräsident, der im Wahlkampf noch sagte, Blaue nicht anzugeloben. Damit die neue Bundesregierung knapp vor 11 Uhr – von Demonstranten ungestört – in die Präsidentschaftskanzlei schreiten kann. Dort erwartet sie der Bundespräsident, der im Wahlkampf noch sagte, Blaue nicht anzugeloben.

Der amtierende Bundespräsident nimmt die Grenzen der Realpolitik zur Kenntnis – und wählte den politisch-pragmatischen Weg. Die scheidende Nationalratspräsidentin hingegen wurde ein Opfer ihrer Loyalität. Ein Lehrstück.

In aller Herrgottsfrüh wird heute der Platz rund um die Hofburg und das Kanzleramt großräumig abgesperrt. Damit die neue Bundesregierung knapp vor 11 Uhr – von Demonstranten ungestört – in die Präsidentschaftskanzlei schreiten kann. Dort erwartet sie der Bundespräsident, der im Wahlkampf noch sagte, Blaue nicht anzugeloben. Doch anders als Thomas Klestil wird das Staatsoberhaupt ohne steinerne Miene Mario Kunasek zum Verteidigungsminister, Herbert Kickl zum Innenminister ernennen. Alexander Van der Bellen hat in den vergangenen Monaten zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Macht, die ihm die Verfassung gibt, zu einem Staatsnotstand führen würde, hätte er sie im Zusammenhang mit der Regierungsbildung ausgereizt. So wählte er einen politisch-pragmatischen Weg. Er sagte vorauseilend, wer nicht auf der Ministerliste stehen dürfe. Gemeinsam mit Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache verständigte er sich auf einen pro-europäischen Kurs der neuen Regierung. Sorgte dafür, dass Justiz und Inneres nicht in einer Parteihand liegen, der Parlamentarismus über den Umweg der direkten Demokratie nicht ausgehebelt werden kann. Der Bundespräsident hat rückblickend akzeptieren müssen, im Wahlkampf zu großspurig gewesen zu sein.

Anders liegt der Fall bei der Inhaberin des zweithöchsten Amtes im Staate. Elisabeth Köstinger versicherte uns vor mehr als fünf Wochen, nach ihrer Wahl zur Nationalratspräsidentin, für „eine neue politische Kultur“ im Lande einzutreten. Obwohl es schon damals Mutmaßungen gab, dass Köstinger nur die Platzhalterin spielte, versicherte sie uns glaubwürdig, Präsidentin bleiben zu wollen. Vielleicht wäre Köstinger eine Präsidentin geworden, die es ernst gemeint hätte mit dem Parlamentarismus. Wichtig wäre es gewesen. Doch beweisen hat sie es nicht können. Sie meldete sich über Nacht als Nationalratspräsidentin ab – um Ministerin zu werden. Ist hier Empörung angebracht, es handelt sich doch bloß um einen Jobwechsel? Nein, da handelt es sich um Respektlosigkeit gegenüber dem Parlament. Köstinger ist zu unterstellen, das sie dies alles nicht wollte, aber aus Loyalität gegenüber ihrem ÖVP-Chef und neuen Kanzler Kurz so akzeptierte. Das macht die Sache nicht besser, aber erklärt ihren inneren Konflikt.

Beide Präsidenten haben sich ungewollt beschädigt – oder beschädigen lassen. Und lieferten so ein weiteres Lehrstück über die politische Unkultur ab.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Ailura, CC BY-SA 3.0 AT / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von MICHAEL SPRENGER
30.11.2017

Schelling: „Stehe als Finanzminister nicht mehr zur Verfügung“

„Die Gründe für meine Entscheidung sind vielfältig: Ich möchte aber meinen sachlichen Stil beibehalten und daher meine Entscheidung nicht weiter kommentieren.“ „Die Gründe für meine Entscheidung sind vielfältig: Ich möchte aber meinen sachlichen Stil beibehalten und daher meine Entscheidung nicht weiter kommentieren.“

„Ich habe heute die Entscheidung getroffen, der nächsten Bundesregierung nicht mehr als Finanzminister zur Verfügung zu stehen. Meine Amtsgeschäfte werde ich selbstverständlich bis zur Bildung der neuen Regierung weiterführen“, so Finanzminister Hans Jörg Schelling in einer Stellungnahme.

Dazu der amtierende Finanzminister: „Die Gründe für meine Entscheidung sind vielfältig: Ich möchte aber meinen sachlichen Stil beibehalten und daher meine Entscheidung nicht weiter kommentieren.“

Zur Kandidatur zum Chef der Eurogruppe, die an das Amt des österreichischen Finanzministers gebunden ist, sagte Schelling: „Für Österreich und natürlich für mich persönlich wäre eine in Aussicht gestellte Nominierung seitens der EVP eine große Ehre gewesen. Österreich hätte mit der Eurogruppen-Präsidentschaft auf EU-Ebene maßgeblich mitgestalten können.“ Aufgrund der ungeklärten innenpolitischen Situation und mit der Entscheidung der Konservativen, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, habe er allerdings seine Kandidatur zurückgezogen.

Schelling betonte, dass er auch keine der in den Medien kolportierten Angebote wie z.B. die Nationalbank oder andere öffentliche Ämter auf Bundeseben annehmen werde: „Ich ziehe mich zur Gänze aus der Politik zurück und werde mich nach einer Zeit der Ruhe neuen Aufgaben widmen.“

Schelling verwies auf eine umfangreiche Erfolgsbilanz, die er als Finanzminister in Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten des Hauses erreichen konnte. Unter anderem die finale Lösung des Kapitels Heta, die Wiederherstellung der Reputation des Finanzmarktes Österreich, eine erfolgreich umgesetzte Steuerreform, internationale Vernetzung und die Rolle Österreichs in der Eurogruppe sowie ein Budgetpfad, der trotz größten Herausforderungen eingehalten werden konnte.

„Ich danke allen Wegbegleitern und vor allem den hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Finanzministeriums und wünsche ihnen und unserer Heimat Österreich alles Gute. Ich übergebe der neuen Regierung ein wohlbestelltes Haus und wünsche meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin alles Gute“, so Schelling abschließend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: EU2017EE Estonian Presidency Creative Commons Attribution 2.0 Generic license
24.08.2017

In guter Gesellschaft

„Wer sind Sie, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden?“ „Wer sind Sie, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden?“

Eine Charmeoffensive kann man türkischen Regierungspolitikern wahrlich nicht vorwerfen. Erst kürzlich polterte Staatspräsident Erdogan gegen den deutschen Außenminister Sigmar Gabriel. Da fielen Provokationen wie „Wer sind Sie, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden?“

Und nun ist auch Sebastian Kurz ins Visier gekommen. Der türkische EU-Minister Ömer Celik nannte ihn einen „Rassisten“ und „Rechtsextremen“. Grund für die Anwürfe gegen Kurz und Gabriel ist, dass beide an der türkischen Politik Kritik üben. Kritik, die mehr als angebracht ist: So hatte sich Erdogan in den deutschen Wahlkampf eingemischt und in Deutschland lebende Türken de facto aufstacheln wollen. Dagegen haben sowohl Gabriel als auch Kurz Stellung bezogen, wie auch dagegen, dass die türkische Regierung Andersdenkende verfolgt und einsperrt.

Das genügt offenbar, um sich harsche Attacken von türkischer Seite einzuhandeln. Weil diese Attacken auf dem Niveau von haltlosen Beschimpfungen bleiben, disqualifizieren sie sich zwar von selbst. Es ist dennoch schade, weil die Türkei damit signalisiert, nicht an der Lösung gemeinsamer Herausforderungen interessiert zu sein. Stattdessen gibt es billige Polemik. Und polemisch kann man wohl auch sagen: Wen Erdogan oder einer seiner Gefolgsleute beschimpft, der kann seine Sache so schlecht nicht machen und ist in guter Gesellschaft.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: R4BIA.com / Quelle: OTS0176, 23. Aug. 2017, 20:04 drucken mailen als pdf als Text Logo von Neues Volksblatt Neues Volksblatt Christian Haubner
08.05.2018

Polit-Abgang zur falschen Zeit

Strolz hat etwas, woran es dem Gros in diesem Metier mangelt: Er rennt und brennt für die Sache. Strolz hat etwas, woran es dem Gros in diesem Metier mangelt: Er rennt und brennt für die Sache.

Es war überraschend für Polit-Freund und -Feind. Auch weil es ungewöhnlich ist für einen dieser Zunft. Viele Spitzenleute treten nicht einmal nach Niederlagen zurück. Matthia­s Stolz geht nach guten Wahlergebnissen für seine Truppe. Bei drei der vier heurigen Landtagswahlen haben die NEOS reüssiert, in Salzburg regieren sie alsbald gar mit.

Zehn Jahre wollte Strolz Politiker sein; knapp sechs sind es geworden. Die Pionierarbeit sei getan, sagt er. Nun folge er „dem Ruf des Herzens“. Etwas Neues sei angesagt. Auch wenn seine Getreuen beteuern, die junge Partei sei so gefestigt, dass sie ohne Strolz existieren könne – er hat sie gegründet, getragen. Für viele war nicht primär die Programmatik Zuspruchsmotiv. Es war er als Person. Strolz hat etwas, woran es dem Gros in diesem Metier mangelt: Er rennt und brennt für die Sache. Sonntagsreden sind das Seine nicht. Mit seiner Rhetorik sorgt er für Aufmerksamkeit, nicht nur im Hohen Hause. Frech ist er, philosophisch-esoterisch, pathetisch, unkonventionell in jedem Fall.

Das wettzumachen, wird schwierig für seine Amtserbin Beate Meinl-Reisinger, auch wenn sie – als seine Stellvertreterin und Wiener Parteiobfrau – keine Frischg’fangte ist. Und so werden vor allem die Regierenden Strolz’ Abgang nicht bedauern. Einen oppositionellen Widersacher weniger haben sie. Die Grünen sind seit dem vergangenen Herbst nicht mehr im Parlament. Ein anderer Konkurrent ist Schwarzen und Blauen schon kurz nach der Nationalratswahl abhandengekommen. Peter Pilz musste sich zurückziehen; sexueller Übergriffe wurde der Listeninitiator geziehen. Ohne den Routinier tut sich seine Partei schwer, Gehör zu finden. Sie hat ein Zusatzhandicap: Fast alle ihre Mandatare waren politisch unbeleckt.

Dass Strolz in einer solchen Situation zurücktritt, erstaunt. Er hat immer wieder vor illiberalen Tendenzen im Lande gewarnt. Einen „akkordierten Feldzug gegen den unabhängigen Journalismus und die Medienfreiheit“ ortet er bei den Freiheitlichen. Den ORF versuchten sie „sturmreif zu schießen“. ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz qualifiziert er als „Machiavelli in Reinkultur“. Jemand, der sich derart sorgt, dass die heimische Demokratie unter den neuen Koalitionären Schaden nimmt, dürfte nicht ohne Not von dannen ziehen. Er müsste Volksvertreter bleiben. Und als solcher alles dafür tun, damit Machthaber ihre Macht nicht missbrauchen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: NEOS Das Neue Österreich, Nicole Heiling CC BY-SA 2.0 / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von Karin Leitner

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