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Politik

30.07.2018

Gekürzte Mindestsicherung – Wirtschaftstreibende fordern Sozialministerin Hartinger-Klein zur „150-Euro-Challenge“

Wirtschaftstreibende fordern Sozialministerin Hartinger-Klein zur „150-Euro-Challenge“ Wirtschaftstreibende fordern Sozialministerin Hartinger-Klein zur „150-Euro-Challenge“

Eine Gruppe mittelständischer Wirtschaftstreibender fordert Sozialministerin Beate Hartinger-Klein zur „150-Euro-Challenge“ heraus. Die Wettbedingungen sind einfach: Schafft die Ministerin es, einen Monat lang ohne fremde Hilfe von 150 Euro zu leben, spenden die Wirtschaftstreibenden ein Ministerinnengehalt in Höhe von 17.511 Euro an eine karitative Organisation, die Hartinger-Klein aussucht. Die Ministerin muss im Rahmen der „150-Euro-Challenge“ alle Ausgaben des täglichen Lebens von diesen 150 Euro bestreiten – außer ihre Wohnkosten. Anlass für die Challenge ist ein Interview der Ministerin auf oe24.tv, in dem sie behauptet hatte, dass man als Bezieher der Mindestsicherung von 150 Euro leben kann: „Wenn man die Wohnung auch noch bekommt, dann sicher“, waren die Worte der Ministerin.

„Diese Äußerung hat uns – gelinde gesagt – erstaunt. 150 Euro ist wenig Geld. Immerhin geht es um Essen und Trinken für einen Monat. Ausgaben für Kleidung, private Fahrten, Kosmetik- und Hygieneartikel, Internet und Telefon kommen auch noch dazu. Ehrlich gesagt bezweifeln wir stark, dass die Ministerin tatsächlich weiß, wovon sie spricht“, so Stefan Sengl, einer der Initiatoren der „150-Euro-Challenge“. Man wolle die Politik der Ministerin und der Bundesregierung einem „Reality-Check“ unterziehen, so Sengl. Er sieht darin eine Win-Win-Situation: „Kommt die Ministerin mit 150 Euro aus, schaut dabei eine ansehnliche Spende für eine karitative Organisation ihrer Wahl heraus. Scheitert die Ministerin, überdenkt sie vielleicht die geplanten Einschnitte im Sozialsystem“, so Sengl.

Die Spendensumme von 17.511 Euro stellen die Wirtschaftstreibenden garantiert bereit. Privatpersonen, die die Initiative unterstützen wollen, können sich unter https://www.respekt.net/projekte-unterstuetzen/details/projekt/1656/ am Wetteinsatz für die „150-Euro-Challenge“ beteiligen. Die Herausforderung zur Challenge wurde heute, Sonntag, via E-Mail an die Ministerin übermittelt.

Neben PR-Berater Stefan Sengl beteiligen sich unter anderem auch der Wiener Wirt Daniel Landau, die Startup-Beraterin Maria Baumgartner und der Sonnenstudiobetreiber Hans Arsenovic an der Initiative.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
24.07.2018

Ehrliches Hinsehen

Die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen ist weder einfach noch trivial. Die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen ist weder einfach noch trivial.

Die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen ist weder einfach noch trivial. Dennoch ist sie notwendig, denn Integration ist wesentlich für das Funktionieren einer Gesellschaft. Die Tatsache, dass sich dabei laut Studie vor allem türkischstämmige Menschen statistisch gesehen schwerer tun als Einwanderer anderer Nationalitäten, verdient daher Beachtung. Es verwundert auf den ersten Blick, dass ein vergleichsweiser großer Prozentsatz den fundamentalistisch-islamischen Umbau in der Türkei gutheißt und dem dortigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zujubelt, zugleich aber in Österreich oder Deutschland alle Vorzüge einer offenen Gesellschaftsordnung mit jenen Freiheiten genießt, die Erdogan in seinem Land beschneidet.

Dabei geht es nicht um Verallgemeinerungen, sondern um Statistik, aus der es Schlüsse zu ziehen gilt: Dazu gehört, Kontakt und Diskussion mit türkischen Vereinen zu suchen. Denn derer gibt es viele und sie spielen eine wichtige Rolle, weil sie beeinflussen, ob ihre Mitglieder westliche Werte akzeptieren und sich auf die Gesellschaft ihres Gastlandes einlassen. Das Aufeinander-Zugehen soll ein offenes sein, aber kein naives: Wenn nötig, muss man entschieden zeigen, dass ein Hintertreiben der geltenden Gesetze und Werte unter keinen Umständen toleriert wird. Dies hat mit Fremdenfeindlichkeit nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Es entzieht ihr die Grundlage.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Neues Volksblatt: "Ehrliches Hinsehen" (von Christian HAUBNER)
24.07.2018

Druck auf den Sonnenkönig wächst

Die Störgeräusche für Bundeskanzler Sebastian Kurz werden aber doch hörbar und unaufhaltsam lauter. Die Störgeräusche für Bundeskanzler Sebastian Kurz werden aber doch hörbar und unaufhaltsam lauter.

Auch sieben Monate nach ihrem Start steht die schwarz-blaue Bundesregierung in Umfragen sehr stabil da. Die Störgeräusche für Bundeskanzler Sebastian Kurz werden aber doch hörbar und unaufhaltsam lauter.

Auch jüngste Umfragen (darunter eine von Spectra für die Bundesländer-Tageszeitungen) zeigen ein weitgehend ähnliches, für die Kanzler-Partei aber sehr klares Bild: Die ÖVP unter ihrem nach wie vor mit hohen Popularitätswerten ausgestatteten Chef Sebastian Kurz liegt bei starken 33 bis 34 Prozent. Bei den anderen Parteien schwanken die Werte je nach Institut, die SPÖ kommt (mit im Schnitt 26 Prozent und Umfrage-Ausreißern nach oben und unten) weiterhin nicht so recht vom Fleck. Das gilt auch für die FPÖ, für die ihre durchschnittlich stabilen 24 Prozent aber eine sehr gute Nachricht sind, weil es bisher trotz des Regierungseintritts und manch unpopulärer Maßnahmen statt der allseits gewohnten Frontal-Opposition bisher nicht steil nach unten ging.

Dank der Frustration der Bevölkerung über rot-schwarzen Dauerstreit, einer blendenden Konjunktur und einer vor allem mit sich beschäftigten Opposition (bis hin zur sich selbst zerfleischenden Liste Pilz) erwischte Kanzler Kurz traumhafte Startbedingungen. Jetzt hat er über sechs Monate mit der EU-Ratspräsidentschaft auch die Möglichkeit, wiederholt international zu glänzen. Bei der harten Migrationspolitik schwenken immer mehr Länder auf diesen Kurs ein. Sonnenkönig Kurz, der bisher in Teflon-Manier vieles an Kritik abprallen ließ, wird sich trotzdem mit einigen Baustellen auseinandersetzen müssen. Die interne Zusammenarbeit mit der FPÖ mag ja weit besser laufen als vorher mit der SPÖ. Das darf aber nicht dazu führen, dass unsägliche Attacken wie jene von FPÖ-General Harald Vilimsky auf EU-Kommissionspräsident Juncker einfach hingenommen werden. Schweigen ist hier absolut fehl am Platz. Solche Ausraster abzustellen, ist auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gefordert. Auf Dauer wenig klug erscheint auch der beim Beschluss für flexiblere Arbeitszeiten gewählte Weg, die Neuregelung ohne Begutachtung und Einbindung der Sozialpartner durchzupeitschen – auch wenn Letztere vorher bei dieser Frage in den letzten Jahren versagt haben. Das Gesetz wird kommen, ob gestreikt wird, scheint noch offen. In den Lohnrunden im Herbst dürfte die Gewerkschaft jedenfalls umso mehr versuchen, Muskeln zu zeigen.

Wohl am meisten zu schaffen macht dem Kanzler aber der wachsende Widerstand gegen Reformen aus den eigenen Reihen. Türkis war wohl doch nur die Modefarbe zur Wahl, jetzt pochen schwarze Bünde und vor allem auch die Ländervertreter wie gewohnt auf ihre Interessen. Wenn es um Einfluss und ums Geld geht, hat die Partei-Disziplin eben rasch Grenzen. Und das wird Kurz künftig noch sehr zu schaffen machen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Dragan Tatic, CC BY 2.0 / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Alois Vahrner "Druck auf den Sonnenkönig wächst "
03.11.2019

Blaue Eliten als Ernstfall

Parteichef Norbert Hofer kann seit Amtsantritt nur die Bilanz eines Gescheiterten ziehen. Parteichef Norbert Hofer kann seit Amtsantritt nur die Bilanz eines Gescheiterten ziehen.

Die freiheitlichen Partei-Eliten sind dafür verantwortlich, dass braune Sümpfe nicht austrocknen. Hofer und Co. müssten sich nämlich von sich selbst distanzieren, weil sie nach wie vor Teil der Burschenschaften bzw. eng mit ihnen verbunden sind.

Unter Jörg Haider ist die FPÖ auseinandergebrochen, mit Norbert Hofer ist sie handlungsunfähig geworden. Das dritte Lager, ob freiheitlich, national oder konservativ, sollte eigentlich den jahrzehntelangen Proporz von SPÖ und ÖVP aufbrechen. Mit der Systemkritik an den Gagen der Arbeiterkämmerer hielt Haider 1994 den rot-schwarzen „Bonzen“ das berüchtigte Taferl vor Augen, sechs Jahre später schafften es die Freiheitlichen dann in die Regierung. Aber damals wie heute sind sie als Regierungspartei gescheitert. Weil die Partei-Eliten den Wählern etwas vorgaukeln, was sie selbst nicht einhalten.

Sie sind Nehmer (Spesenritter Philippa und Heinz-Christian Strache), Umfärber (von der Nationalbank bis zu den ÖBB), betreiben Günstlingswirtschaft (hochbezahlte Jobs im Innenministerium und generell in ihren Regierungsbüros) und die Führungskader pflegen enge Verbindungen zu deutsch-nationalen bzw. schlagenden Burschenschaften. Daher gelingt es der FPÖ bis heute nicht, sich davon zu trennen und die braunen Sümpfe in ihren Reihen endlich trockenzulegen.

Denn zu viel „Partei-Intelligenz“ ist aus den akademisch Schlagenden oder Pennäler-Corps hervorgegangen. Das Problem in der FPÖ sind ihre „A-Schichten“, die Gebildeten auf den blauen Mandaten, Sitzen und Funktionärsrängen.

Norbert Hofer, Mitglied der pennal-conservativen Burschenschaft Marko-Germania, oder Tirols Parteichef Markus Abwerzger (Skalden) müssten sich somit eigentlich von sich selbst distanzieren. Wie aber soll das möglich sein, ohne den bierdunstgeschwängerten „Männerbünde sind Lebensbünde“-Appellen abzuschwören? So widerlich, rassistisch, sexistisch und antisemitisch der jüngste Liederbuch-Skandal in der Steiermark auch ist – er steht stellvertretend für ein systemimmanentes Problem in der FPÖ.

Ibiza offenbart die bodenlose Verhöhnung durch die soziale Heimatpartei, hat doch ihr Ex-Chef Strache Österreich zum Verkauf angeboten. Frei nach dem Motto „Wenn wir einmal regieren“. Die bewusste Nähe zu den rechtsextremen Identitären oder den Burschenschaften ist allerdings in der FPÖ tief verwurzelt. Solange Hofer zögert, und das tut er, wird sie weiter wurzeln.

Von den braunen „Viel-Einzelfällen“ über Ibiza und die Straches:

Parteichef Norbert Hofer kann seit Amtsantritt nur die Bilanz eines Gescheiterten ziehen. Am Ende bleibt faktisch nur basses Erstaunen übrig. Wie konnte eine solche Partei überhaupt regierungsfähig gemacht werden und Koalitionspartner in einer Bundesregierung sein?

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Bwag/CC-BY-SA-4.0 / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von PETER NINDLER
24.09.2018

Lippenbekenntnis ist zu wenig

Sind führende Sozialdemokraten nicht von Sinnen, dann beteuern sie nicht nur, hinter Neo-Chefin Pamela Rendi-Wagner zu stehen Sind führende Sozialdemokraten nicht von Sinnen, dann beteuern sie nicht nur, hinter Neo-Chefin Pamela Rendi-Wagner zu stehen

Sind führende Sozialdemokraten nicht von Sinnen, dann beteuern sie nicht nur, hinter Neo-Chefin Pamela Rendi-Wagner zu stehen. Dann tun sie das auch.

Das Lob der Parteigranden ist groß für die Neue an der Spitze. Einer wie der andere beteuert, Kerns Nachfolgerin zu unterstützen. Nur eine aus der SPÖ-Riege warnt die Gesinnungsfreunde auch öffentlich, AK-Chefin Renate Anderl. Es solle nicht nur jetzt gesagt werden, hinter Pamela Rendi-Wagner zu stehen, das müsse fortan auch so sein. Wiener Rote hatten ja Doris Bures als Frontfrau gewollt.

Vor allem mächtige SPÖler wie Bürgermeister Michael Ludwig sind gut beraten, dem Lippenbekenntnis Taten folgen zu lassen, damit es nicht weiter bergab geht mit seiner Partei. In der Hauptstadt wird spätestens 2020 gewählt; eine schwache Bundespartei kann Ludwig dafür nicht brauchen. Erfangen kann sich diese nur, wenn Schluss ist mit Querschüssen wie jenen in Sachen Migrationspolitik, wenn Schluss ist mit Intrigen und Falschspielerei. Was Kern verabsäumt hat, als er SPÖ-Chef wurde, wird Rendi-Wagner tun müssen: Vertrauensleute um sich scharen. Das umso mehr, als sie der SPÖ erst vor eineinhalb Jahren beigetreten ist.

Sie kennt deren Mechanismen nicht, hat keine Hausmacht. Vor allem Bures wird als Verbündete vonnöten sein. Rendi-Wagners Vorteil: Sie ist unbelastet von der roten Vergangenheit. Mit ihr kann das signalisiert werden, was Kern der Partei verordnet hat: sich zu öffnen – mit der Hoffnung auf Zuspruch abseits klassischer Klientel, jenem von Urbanen, Grün- oder NEOS-Affinen. Rendi-Wagner soll ja auch Spitzenkandidatin bei der Nationalratswahl sein. Leadership hat sie nun zu zeigen – und dass sie Politik kann. Dass sie sich vom Oppositionsdasein nicht zermürben lässt. Dass sie der Regierung mehr entgegenzuhalten hat als Keppelei. Eine Mammutaufgabe für eine Frau in einer Partei, in der bis dato nur Männer das Sagen hatten.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Von SPÖ Presse und Kommunikation - CC BY-SA 2.0 / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von Karin Leitner
18.11.2019

Mahrer: Verbot der Identitären unumgänglich

Mahrer: Verbot der Identitären unumgänglich Mahrer: Verbot der Identitären unumgänglich

„Ein Verbot der Identitären ist nach den neuen Erkenntnissen zum Brandanschlag auf ein Asylheim unumgänglich. Dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Mitglieder der Identitären Bewegung handelt, zeigt, welche Gefahr von dieser Organisation ausgeht“, so Karl Mahrer, Sicherheitssprecher der Volkspartei.

„In solchen Fällen müssen wir als Gesellschaft und als Politik eine ganz klare rote Linie ziehen. Extreme und gewaltbereite Strömungen sind Gift für unser Land und dürfen in Österreich keinen Platz haben. Da machen wir keinen Unterschied ob vermeintlich religiös, links oder rechts“, so Mahrer abschließend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Ataraxis1492 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
07.01.2019

Befund und Therapie

Wie brüchig die in den Parteitags-Appellen beschworene Geschlossenheit ist, hat Rendi-Wagner am Beispiel Vermögenssteuer bereits erlebt. Wie brüchig die in den Parteitags-Appellen beschworene Geschlossenheit ist, hat Rendi-Wagner am Beispiel Vermögenssteuer bereits erlebt.

Wenn die SPÖ heute Abend im niederösterreichischen Hainfeld ihr 130-jähriges Gründungsjubiläum begeht, dann hat das - neben der bloßen Feier eines Geburtstages - natürlich auch symbolischen Charakter.

In Hainfeld hat zum Jahreswechsel 1888/89 Victor Adler die Arbeitervereine zu einer sozialdemokratischen Bewegung geeint. Zurück zu den Wurzeln heißt demnach für die SPÖ von heute auch: Zurück zur Geschlossenheit.

Es mag eine Laune der Geschichte sein, dass auf den Arzt und roten Gründungsvater Victor Adler nach 130 Jahren mit Pamela Rendi-Wagner eine Ärztin als erste Parteivorsitzende folgt. Und auch ihre Aufgabe in der Partei ähnelt jener Adlers - nämlich die verschiedenen Strömungen unter einen Hut zu bringen.

Das ist eine Herausforderung, denn man darf nicht vergessen: Die Parteichefs Alfred Gusenbauer und Werner Faymann wurden de facto auf offener Polit-Bühne von den eigenen Genossen gemeuchelt, Christian Kern wiederum hat - ebenfalls dieses Schicksal vor Augen - gerade noch das Weite gesucht. Wie brüchig die in den Parteitags-Appellen beschworene Geschlossenheit ist, hat Rendi-Wagner am Beispiel Vermögenssteuer bereits erlebt.

Als Ärztin weiß sie: Der Befund ist das eine, die richtige Therapie das andere.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: SPÖ Presse und Kommunikation, CC BY-SA 2.0 / Quelle: Oö. Volksblatt von Markus EBERT
07.10.2019

Wer bewegt sich auf wen zu?

Sebastian Kurz hat bekanntlich mehrere Möglichkeiten, eine Regierung zu bilden. Sollte er keinen Partner finden, kann er es immer noch alleine versuchen – und beim dann absehbaren Scheitern jene in die Pflicht nehmen, die sich zuvor einer Zusammenarbeit verweigert haben. Sebastian Kurz hat bekanntlich mehrere Möglichkeiten, eine Regierung zu bilden. Sollte er keinen Partner finden, kann er es immer noch alleine versuchen – und beim dann absehbaren Scheitern jene in die Pflicht nehmen, die sich zuvor einer Zusammenarbeit verweigert haben.

Die Innenpolitik ist nach den großen Veränderungen des vergangenen Sonntags um eine neue Spielart reicher: Der Juniorpartner in einer möglichen türkis-grünen Bundesregierung stellt noch vor Start der Sondierungsgespräche nahezu unerfüllbare Koalitionsbedingungen. Wenn es nach den Grünen geht, muss sich nämlich ausschließlich die türkis-schwarze ÖVP unter Sebastian Kurz bewegen, also in Richtung grüner Politik umschwenken, sollte es tatsächlich zu einer Zusammenarbeit der Wahlsieger kommen.

Die Wiener Grünen verlangen von Kurz sogar einen Kurswechsel um 180 Grad.

Die künftige Bundesregierung, so viel steht fest, wird um ein konsequentes Klimaschutzpaket, das auch eine CO²-Steuer beinhaltet, nicht herumkommen. Auch eine sozial verträglichere Regelung bei der Mindestsicherung wird es brauchen. Das dürfte aber keine allzu große Hürde darstellen, wie nicht zuletzt die schwarz-grüne Regierung in Tirol mit ihrem Mindestsicherungsgesetz bewiesen hat.

Die Asylpolitik besitzt zwar prinzipiell das Potenzial zum Spalter-Thema, aber das Wesen einer Koalition ist ja gerade, dass Differenzen auf dem Verhandlungsweg bereinigt werden. Also sind beide Partner gefordert, nach Kompromissen zu suchen. Extrempositionen wie die sozialromantische Forderung nach offenen Grenzen für alle auf der einen Seite und totaler Abschottung nach FPÖ-Muster auf der anderen erschweren die anstehenden Verhandlungen unnotwendigerweise.

Sebastian Kurz hat bekanntlich mehrere Möglichkeiten, eine Regierung zu bilden. Sollte er keinen Partner finden, kann er es immer noch alleine versuchen – und beim dann absehbaren Scheitern jene in die Pflicht nehmen, die sich zuvor einer Zusammenarbeit verweigert haben. Das sollten künftige Koalitionspartner nicht vergessen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Kremlin.ru / dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG Leitartikel von Mario Zenhäusern
28.10.2019

Umfrage: SPÖ fällt erstmals in ihrer Geschichte unter 20%

SPÖ fällt erstmals in ihrer Geschichte unter 20% SPÖ fällt erstmals in ihrer Geschichte unter 20%

Die Tageszeitung ÖSTERREICH veröffentlicht in ihrer Samstagsausgabe eine brandaktuelle Umfrage des Research Affairs Intituts (1.000 Befragte, 22. - 25. Oktober) - und die Ergebnisse haben es in sich. In der Sonntagsfrage bleibt die ÖVP mit 38% weiter klar auf Platz 1. Die SPÖ wird nach den internen Streitigkeiten der letzten Tage hingegen abgestraft: Erstmals in ihrer Geschichte fällt die SPÖ in einer Umfrage bei der Sonntagsfrage unter 20%. Nur 19% würden die SPÖ wählen, wenn an diesem Sonntag Nationalratswahlen wären (-1% gegenüber der Vorwoche). Die Grünen und die FPÖ liegen mit jeweils 1% gleichauf auf Platz 3. Die NEOS kommen auf 9% (+1%).

Research Affairs hat auch abgefragt, wie eine Nationalratswahl ausgehen würde, wenn die Liste Strache antreten würde. Eine Strache-Partei käme auf 3% und würde damit den Einzug in den Nationalrat verpassen. Die ÖVP käme in diesem Fall auf 37%, die FPÖ auf 14%.

Türkis-Grün ist mittlerweile die beliebteste Regierungsform der Österreicher: 29% sagen, dass sie sich eine Koalition aus ÖVP und Grünen wünschen. Nur mehr 25% sind für eine türkis-blaue Regierung (-3% gegenüber der Vorwoche). Eine große Koalition aus ÖVP und SPÖ wollen 17% (+4%). 8% sind für eine ÖVP-Minderheitsregierung.

Gleich 45% der Österreicher sind laut der ÖSTERREICH-Umfrage der Meinung, dass eine türkis-grüne Koalition sehr gut oder eher gut für Österreich wäre (15% sehr gut, 30% eher gut). 41% sehen eine türkis-grüne Koalition negativ (19% eher nicht gut, 22% sehr negativ). 14% sagen, dass Türkis-Grün noch zu unberechenbar für ein Urteil sei.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
28.10.2019

Umfrage: 35% wünschen sich „mehr Tempo“ bei den Sondierungsgesprächen

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner neuen Ausgabe berichtet, wünschen sich 35 Prozent der Österreicher „mehr Tempo“ bei den Sondierungsgesprächen zwischen ÖVP und Grünen.

Laut der vom Meinungsforschungsinstitut unique research für „profil“ durchgeführten Umfrage stimmt eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten jedoch der Aussage zu, dass eine solide Regierungsbildung Zeit brauche.

Besonders ungeduldig sind die FPÖ-Wähler, die zu 54 Prozent raschere Sondierungen fordern. Mehr als zwei Drittel der ÖVP-und Grünen-Sympathisanten gönnen „ihren“ Verhandlern dagegen mehr Zeit.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
20.03.2019

Finanzminister ruft Expertengruppe zur nationalen Digitalsteuer ein

Finanzminister ruft Expertengruppe zur nationalen Digitalsteuer ein Finanzminister ruft Expertengruppe zur nationalen Digitalsteuer ein

Beim gestrigen erstmaligen Zusammentreffen der Expertengruppe rund um die Digitalsteuer, diskutierten Schlüsselakteure der Medien- und Internetbranche erstmals über die genaue Ausgestaltung der nationalen Digitalsteuer mit Finanzminister Hartwig Löger. Vertreter des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP), des ORF, der Internetoffensive Österreich, des Interactive Advertisting Bureau Austria (IAB) und der Wirtschaftskammer Österreich fanden sich gemeinsam mit Experten aus dem Finanzministerium und Medienministerium für einen nationalen Schulterschluss für mehr Steuergerechtigkeit im BMF ein.

Finanzminister Löger: „Die Zielsetzung ist für uns ganz klar: Wir wollen mehr Steuergerechtigkeit und Wettbewerbsgleichheit zwischen traditioneller und digitaler Wirtschaft. Daher haben wir heute die Meinungen von einer breiten Vielfalt an österreichischen Schlüsselakteuren eingeholt, um eine zielgerichtete Umsetzung gewährleisten zu können. Ich bin zuversichtlich, dass wir bereits in den nächsten Wochen konkrete Ergebnisse liefern können.“

Die Diskussion der Expertengruppe richtete sich dabei auf die Digitalsteuer auf Umsätze im Bereich der Online-Werbung. Als Basis wurde der Ministerratsvortrag vom 11. Jänner herangezogen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: BMF/Bruckberger
05.06.2019

Trumps Feldzug gegen Europa

US-Präsident Donald Trump nutzt den Staatsbesuch in Großbritannien nicht nur für Wahlkampfbilder. Er wirbt für einen harten Brexit, bringt Washingtons Kandidaten für Mays Nachfolge in Stellung und will Europa weiter schwächen. US-Präsident Donald Trump nutzt den Staatsbesuch in Großbritannien nicht nur für Wahlkampfbilder. Er wirbt für einen harten Brexit, bringt Washingtons Kandidaten für Mays Nachfolge in Stellung und will Europa weiter schwächen.

Donald Trump liebt große Inszenierungen. Beim Staatsbesuch in Großbritannien wurde dem US-Präsidenten der rote Teppich ausgerollt, inklusive des ganzen Pomps des britischen Königshauses – vom prunkvollen Empfang durch Königin Elizabeth II. im Buckingham-Palast bis hin zum abendlichen Staatsbankett. Trump wird die Bilder aus Großbritannien für seinen Wahlkampf um eine zweite Amtszeit als US-Präsident zu nutzen wissen.

Doch neben dem Lächeln mit der Queen ging es Trump und seinem umtriebigen Beraterteam vor allem um beinharte Politik, um geostrategische Interessen. Und da wird vielen nicht mehr zum Lachen zu Mute sein, in Großbritannien und vor allem in Europa. Bereits vor seiner Ankunft hat sich der TV-Showman Trump, der zum Präsidenten gewählt wurde, ganz offen in die britische Innenpolitik eingemischt.

Und den Briten einen umfassenden Abschied von Europa nahegelegt, ohne Zollunion, ohne europäische Gerichtsbarkeit – einen harten Brexit also. London müsse die Bande zu Europa vollständig kappen und solle sich ganz und gar in die Hände der USA begeben, erklärten Trump und sein Nationaler Sicherheitsberater, Rechtsaußen John Bolton, den Briten. Und sie haben auch schon den Nachfolger für die scheidende Premierministerin Theresa May, die – nachdem ihr mit der EU ausgehandeltes Austrittsabkommen im Parlament mehrfach gescheitert ist – am Freitag zunächst als Parteichefin der Tories zurücktreten wird, auserkoren.

Der exzentrische frühere Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson soll das Amt übernehmen, den laut Washington zu EU-freundlichen Kurs Mays korrigieren und einen harten Brexit sicherstellen.

Mit seinen Empfehlungen hat Trump natürlich gegen alle diplomatischen Konventionen verstoßen. Er hat sich unverblümt in die britische Innenpolitik eingemischt und vor allem: Er zieht – wieder einmal – gegen Europa zu Felde. Auf dem Schlachtfeld der Wirtschaft soll Europa mit der möglichst vollständigen Loslösung Großbritanniens aus der EU ein harter Schlag versetzt werden.

Mit Niedrigsteuern könnte London den europäischen Ländern dann das Leben schwer machen und ein neues Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und den USA soll die trans­atlantischen Märkte zu neuen Höhenflügen führen – ganz ohne Einschränkungen.

Bei den heutigen Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie im südenglischen Portsmouth können sich Trump, Frankreichs Präsident Macron und Deutschlands Kanzlerin Merkel wieder zulächeln.

Aber es wird nichts zum Lachen geben.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Gage Skidmore CC BY-SA 3.0 / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Christian Jentsch
14.03.2019

Gefangen im Labyrinth des Brexits

Die britische Regierung hat sich im Irrgarten falscher Versprechungen und Annahmen verrannt – und findet keinen Ausweg Die britische Regierung hat sich im Irrgarten falscher Versprechungen und Annahmen verrannt – und findet keinen Ausweg

Die britische Regierung hat sich im Irrgarten falscher Versprechungen und Annahmen verrannt – und findet keinen Ausweg. Statt Kontrolle durch den EU-Austritt zurückzugewinnen, hat man sie verloren.

Großbritannien ist gefangen im Labyrinth des Brexits und es findet keinen Ausweg. Im Irrgarten falscher Versprechungen und Annahmen haben sich die Regierung der konservativen Premierministerin Theresa May und auch das Parlament, das tief gespalten und längst in lauter Einzelinteressen zerfallen ist, verrannt. Das politische London droht nun rund zwei Wochen vor dem festgeschriebenen Austrittstermin am 29. März im Chaos zu versinken. Nachdem die Abgeordneten des Unterhauses den von May in letzter Minute mit der EU nachgebesserten Austrittsvertrag am Dienstagabend erneut mit klarer Mehrheit abgeschmettert haben, bleibt vorerst wohl nur eine Verschiebung des Austrittstermins. Vorerst ohne Hoffnung auf einen Durchbruch. Aber die Alternative eines harten Brexits ganz ohne Abkommen und somit ohne jegliche Übergangsfrist hätte für die Bürger und Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals schwerwiegende Konsequenzen, die nur wenige in London, Brüssel und den Hauptstädten der verbleibende­n 27 EU-Mitgliedsländer verantworten wollen.

Doch auch wenn es in absehbarer Zeit doch noch zu einer auch vom britischen Parlament akzeptierten Einigung zwischen London und der EU kommen sollte, beginnt für Großbritannien eine Reise ins Ungewisse. Und die vielen Versprechungen – von einer „strahlenden Zukunft“ bis hin zu einem „Global Britain“, das Freihandelsabkommen mit China, den USA und der EU zu seinem Vorteil abschließt – könnten rasch wie Seifenblasen zerplatzen. Denn im immer brutaleren globalen Wettkampf hat niemand auf die Befindlichkeiten Großbritanniens gewartet. Wer mit Trumps neuem „America First“ und dem immer aggressiver auftretenden China Geschäfte machen will, muss als Einzelkämpfer wohl zahlreiche Abstriche machen. Das weiß die Regierung in London, das wissen viele Unternehmen, das wissen aber offenbar viele von jenen nicht, die im Juni 2016 für den Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt haben. Es hat ihnen auch niemand gesagt. Vielmehr wurde dem Volk suggeriert, dass Brüssel für all die Versäumnisse auf der britischen Insel verantwortlich ist – für das marode Gesundheitssystem, für die fristlose Öffnung des Arbeitsmarktes nach der EU-Osterweiterung und den damit verbundenen massiven Zuzug von Arbeitsmigranten. Nur: Verantwortlich dafür war und ist London und nicht Brüssel. Die Brexit-Befürworter haben versprochen, die Kontrolle zurückzugewinnen. Für das stolze Großbritannien. Doch sie haben sie längst verloren.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von Christian Jentsch
29.05.2019

Anfang vom Ende

Zu groß war die Versuchung, einen Kanzler zu stürzen, dem sie auf üblichem Weg, nämlich durch Wahlen, nichts anhaben kann. Zu groß war die Versuchung, einen Kanzler zu stürzen, dem sie auf üblichem Weg, nämlich durch Wahlen, nichts anhaben kann.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die SPÖ ausschließlich parteitaktisch agiert, dann ist dieser durch die Abwahl von Kanzler Kurz und der Regierungsmannschaft erbracht. Denn nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos hat auch die SPÖ laut nach einer Abberufung der freiheitlichen Ministerriege gerufen. Und just als auf Vorschlag des Kanzlers genau das passiert ist, entzieht ihm die SPÖ das Vertrauen.

Dass man damit auch eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher vor den Kopf stößt – diese hatten sowohl bei der Nationalratswahl als auch ganz aktuell bei der EU-Wahl der ÖVP sogar großes Vertrauen ausgesprochen –, ficht die Genossinnen und Genossen scheinbar überhaupt nicht an. Ebenso wenig, dass man Österreichs Einfluss auf EU-Ebene massiv schwächt, und das in einer Zeit, in der wichtige Entscheidungen in Brüssel fallen.

Das alles ist der SPÖ egal.

Zu groß war die Versuchung, einen Kanzler zu stürzen, dem sie auf üblichem Weg, nämlich durch Wahlen, nichts anhaben kann. Staatstragend ist das nicht. Es könnte sein, dass man in einigen Monaten konstatieren wird, dass der Misstrauensantrag der Anfang vom Ende der politischen Karriere von Pamela Rendi-Wagner war.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: SPÖ Presse und Kommunikation Wikimedia / Quelle: Oö. Volksblatt, Christian HAUBNER
02.05.2019

Mehr Netto

 „eine kleine graue Maus namens Steuerreform“ „eine kleine graue Maus namens Steuerreform“

Wie schwer man sich mit der Arbeit der Regierung tun kann, hat sehr exemplarisch der Kärntner LH und Vize-Vorsitzende der Bundes-SPÖ, Peter Kaiser, gezeigt. Während in Wien die Präsentation der Steuerreform durch die Regierungsspitzen noch lief, wusste Kaiser schon, dass „eine kleine graue Maus namens Steuerreform“ geboren worden sei, „zu wenig und zu spät“ sei das „Reförmchen“.

Nimmt man Kaiser auf der einen Seite und die Superlative — „Meilenstein, großer Wurf“ und Ähnliches — auf der anderen Seite, dann weiß man schon: Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Steuerzahler zu entlasten ist grundsäztlich nicht Nichts, 8,3 Milliarden Euro sind eine beachtliche Summe, und wenn der Regierungsplan aufgeht, haben der Wirtschaftsstandort Österreich und damit die Arbeitnehmer ihren Nutzen.

Dass es höchste Zeit ist, im „Höchststeuerland Österreich, in dem den arbeitenden Menschen zu wenig Netto vom Bruttogehalt bleibt“ (O-Ton Bundeskanzler Kurz), auf die Abgabenbremse zu steigen, versteht sich von selbst. Und auch wenn die soziale Komponente der Reform mit der Entlastung der kleinen Einkommen betont wird, steht auch fest: Jene, die die größte Steuerlast tragen, haben sich spürbar mehr Netto umso mehr verdient.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Gabriela Mehl / pixelio.de / Quelle: Oö. Volksblatt von Markus EBERT
03.11.2019

Noch hohe Hürden für Türkis-Grün

Der Weg ist noch weit und mit Hürden gepflastert. Sollte Türkis-Grün aber tatsächlich kommen, würde dies europaweit Aufsehen erregen. Der Weg ist noch weit und mit Hürden gepflastert. Sollte Türkis-Grün aber tatsächlich kommen, würde dies europaweit Aufsehen erregen.

In wenigen Tagen entscheidet sich, ob nach den türkis-grünen Sondierungen die Weichen für Koalitionsgespräche gestellt werden. Die Tendenz geht in Richtung Ja.

Was vor Kurzem (auch noch im Wahlkampf) angesichts der teils extrem weit auseinanderliegenden Positionen als fast unvorstellbar gegolten hat, ist mittlerweile doch zur wahrscheinlichsten Koalitionsvariante geworden: ein Bündnis der türkisen ÖVP unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz und den bei der Wahl ebenso siegreichen Grünen unter Werner Kogler.

Das hängt auch mit den für Kurz wenig attraktiven Alternativen zusammen: Die vor allem schon während der letzten gemeinsamen Koalitionsjahre aufgerissenen Gräben zwischen ÖVP und SPÖ sind unter Türkis-Blau nicht gerade kleiner geworden. Und auch der wenig freundliche Kurzauftritt der nach dem Wahlfiasko trudelnden Roten bei den Sondierungen (nach diesem Gespräch beharrte man auf Exklusiv-Verhandlungen) hat das frostige Klima nicht verbessert. Die bei der Wahl noch stärker abgestürzte FPÖ hat sich aufs Koalitions-Wartebankerl begeben.

Diverse Äußerungen von FPÖ-Granden wie Herbert Kickl und vor allem die jüngste Liederbuchaffäre machen eine Neuauflage von Türkis-Blau zurzeit nahezu unmöglich.

Auch wenn eine Einigung zwischen ÖVP und Grünen wohl für beide Seiten extrem schwierig ist (auch weil damit viele gerade gewonnene Wähler enttäuscht zu werden drohen), sind die Sondierungen bisher gut verlaufen.

Zwischen den Parteichefs Kurz und Kogler (und das ist die Grundvoraussetzung) scheint ein Grundvertrauen aufgebaut, zudem zeigen beide Parteien doch echte Verhandlungsbereitschaft.

Der Weg ist noch weit und mit Hürden gepflastert. Sollte Türkis-Grün aber tatsächlich kommen, würde dies europaweit Aufsehen erregen. Und es wäre auch ein Fingerzeig für Deutschland, wo laut Umfragen derzeit andere Konstellationen kaum möglich wären.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von ALOIS VAHRNER
02.07.2018

So sieht Geheimplan für EU-Asylzentren aus

Flüchtlinge sollen nach der Rettung auf See nicht wie bisher nach Europa, sondern in Anlandezentren in Nordafrika gebracht werden. Flüchtlinge sollen nach der Rettung auf See nicht wie bisher nach Europa, sondern in Anlandezentren in Nordafrika gebracht werden.

Der Tageszeitung ÖSTERREICH wurde aus EU-Kreisen jenes Geheimdokument zugespielt, das beim Asylgipfel in Brüssel vom UN-Flüchtlingswerk (UNHCR) und der Organisation für Migration (IOM) den Staats- und Regierungschefs präsentiert wurde.

In dem mehrseitigen Dokument schlüsseln UNHCR-Chef Filippo Grandi und IOM-Generaldirektor William Swing detailliert auf, wie die sogenannten Anlandezentren, auf die sich die EU-Chefs geeinigt haben, in Zukunft aussehen werden. Die Pläne der Migrationsexperten sehen vor:

- Flüchtlinge sollen nach der Rettung auf See nicht wie bisher nach Europa, sondern in Anlandezentren in Nordafrika gebracht werden.

- Die Anlandeplattformen werden als Container- und Zeltstädte konzipiert.

- Die Anlandezentren müssen "höchsten UNHCR-Standard" haben und "Sicherheit bieten".

- Vorgesehen ist medizinische und psychologische Betreuung durch geschultes Personal.

- Sauberes Trinkwasser, Verpflegung und Kinderbetreuung müssen gewährleistet sein.

- Geplant sind Abteilungen zur biometrischen Registrierung nach UNHCR-Standard.

Nach den Plänen Österreichs sollen in den Zentren keine Asylanträge gestellt werden. Die UNHCR lehnt das ab. Tatsächlich Schutzbedürftige sollen aus diesen Camps weiterreisen dürfen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Dragan Tatic / Bundesministerium für Europa, Integration und Äusseres, CC BY 2.0
30.07.2018

40% sehen Kurz als „Schweigekanzler“

40% sehen Kurz als „Schweigekanzler“ 40% sehen Kurz als „Schweigekanzler“

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, herrscht geteilte Meinung darüber, ob Sebastian Kurz als „Schweigekanzler“ bezeichnet werden könne, also zu oft zu aktuellen politischen Themen und angriffigen Aussagen des Koalitionspartners FPÖ schweigt, oder ob er sich ausreichend zu Wort meldet.

Laut der von Unique research im Auftrag von „profil“ durchgeführten Umfrage sind 40% der Befragten der Meinung, dass Kurz zu oft schweigt. Exakt gleich viele Befragte, ebenfalls 40%, sind der Ansicht, Kurz meldet sich ausreichend zu Wort. 20% machten keine Angabe. (n = 500, maximale Schwankungsbreite +/- 4,4 Prozentpunkte)

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
02.07.2018

Gegackert

Das Gackern über ungelegte Eier gehört zur Politik. Schon klar. Aber bisweilen versteht man vor lauter Gackern nicht mehr, worum es geht. Das Gackern über ungelegte Eier gehört zur Politik. Schon klar. Aber bisweilen versteht man vor lauter Gackern nicht mehr, worum es geht.

Das Gackern über ungelegte Eier gehört zur Politik. Schon klar. Aber bisweilen versteht man vor lauter Gackern nicht mehr, worum es geht. So wie bei der neuen Arbeitszeitregelung. Nüchtern betrachtet wird sich durch diese Gesetzesänderung wohl kaum etwas ändern, schon heute arbeiten einige Beschäftigte an manchen Tagen länger als zehn Stunden und in manchen Wochen mehr als 48 Stunden. Aber es ist die Ausnahme.

Und laut Gesetz wird es auch in Zukunft die Ausnahme bleiben. Und bei der Endfassung soll auch der Interpretationsspielraum eingeengt sein. Es scheint daher fast hysterisch, wenn man vom generellen 12-Stunden-Tag spricht und gegen eine 60-Stunden-Woche demonstriert. Das prophezeite Vereinssterben oder die Vervielfachung von Verkehrs- und Arbeitsunfällen durch diese Novelle wird wohl ebenfalls nicht eintreten. Und sollte es der Verfassung widersprechen muss man es reparieren – eh klar.

Aber erst dann wäre das Ei gelegt und es sollte mit dem Gackern begonnen werden.

Vorgegackert wird auch in grün. Wegen einer Stellungnahme der EU-Kommission zum Mindestsicherungsmodell glaubt der grüne Abgeordnete Kaineder, dass „die beiden wesentlichen Kürzungen bei Mehrkindfamilien und Asylberechtigten beseitigt werden müssen“, obwohl das Urteil des EuGH aussteht und nur dieser die Urteile fällt ... selbst für Gesetzestexte sollte es aber keine Vorverurteilungen geben.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Neues Volksblatt: "Gegackert" von Herbert SCHICHO
14.03.2019

Der Obstler darf Obstler heißen

EU-Verordnung bestätigt heimische Rezeptur / Beim Obstler bleibt neben Äpfeln und Birnen auch Steinobst erlaubt EU-Verordnung bestätigt heimische Rezeptur / Beim Obstler bleibt neben Äpfeln und Birnen auch Steinobst erlaubt

"Der Obstler darf weiterhin seinen Namen tragen. Das ist eine gute Nachricht für die heimischen Hersteller. Die in Österreich gängige Herstellungsmethode bleibt erlaubt und der Obstler wird unter diesem Namen per EU-Gesetz geschützt", sagt der ÖVP-Europaabgeordnete Lukas Mandl zur heutigen abschließenden Abstimmung über die Reform der EU-Spirituosenverordnung im Plenum des Europaparlaments.

"Der ursprüngliche Vorschlag hatte vorgesehen, dass Obstler nur noch aus Äpfeln und Birnen zu bestehen habe. Produzenten in Österreich mischen aber traditionell kleinere Mengen Steinobst wie Zwetschken und Kirschen dazu", sagt Mandl. "Damit das so bleiben kann, habe ich mich für die Änderung der EU-Pläne eingesetzt - letztlich mit Erfolg. Künftig müssen nur 85 Prozent eines echten Obstlers aus Äpfeln und Birnen bestehen. Den Rest können die österreichischen Schnapsbrenner nach bewährtem Rezept auswählen."

"Das ist ein schöner Erfolg im Sinne der rot-weiß-roten Interessen", sagt Mandl. "Das Handwerk ist seit Generationen überliefert und kann weiterbestehen. Der traditionelle Obstler steht auch in Zukunft für den verantwortungsvollen Konsum zur Verfügung." Warum es für Spirituosen überhaupt eine EU-Regelung braucht, beschreibt Mandl so: "Wir haben einen Binnenmarkt und in dem muss klar sein, welches Produkt unter welchem Namen vertrieben wird. Das schützt auch unsere österreichischen Hersteller, die auf Qualität und traditionelle Verfahren setzen."

Erstmals wird mit dem neuen EU-Gesetz für Hochprozentiges auch ein Zuckergrenzwert festgeschrieben. "Es gilt die Faustregel: Je mehr Extrazucker ein Schnaps braucht, desto schlechter ist die Qualität", sagt Mandl. "Das ist ein weiterer Vorteil für unsere heimischen Hersteller qualitativer hochwertiger Schnäpse und Liköre." Der neue Grenzwert für Obstbrände ist ein Zuckerzusatz von 20 Gramm pro Liter. In extremen Fällen außerhalb Österreichs werden bisher bis zu 35 Gramm pro Liter zugesetzt. Im Qualitätsland Österreich sind höchsten vier Gramm pro Liter üblich.

"Geschützt bleiben weiterhin österreichische Spirituosenspezialitäten, die den Schutz aufgrund geografischer Angaben genießen: Wachauer Marillenbrand, Jagatee, Mariazeller Jagasaftl und Inländerrum", schließt Mandl.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
20.05.2019

Und keiner will’s gewesen sein

Nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition von Sebastian Kurz positionieren sich die bisherigen Partner neu. Fest steht: Der Harmonie wird unerbittliche Konfrontation folgen. Aber Läuterung? Einsicht? Keine Spur. Nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition von Sebastian Kurz positionieren sich die bisherigen Partner neu. Fest steht: Der Harmonie wird unerbittliche Konfrontation folgen. Aber Läuterung? Einsicht? Keine Spur.

Nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition von Sebastian Kurz positionieren sich die bisherigen Partner neu. Fest steht: Der Harmonie wird unerbittliche Konfrontation folgen. Aber Läuterung? Einsicht? Keine Spur.

Der Rosenkrieg wird auf offener Bühne ausgetragen: Sebastian Kurz nutzte am Samstagabend die ZiB, um seine Absage an die Freiheitlichen unters Wahlvolk zu bringen. Ja, die FPÖ sei nach der Wahl 2017 die einzige Partei gewesen, die für eine Zusammenarbeit zu haben gewesen sei. Aber die Einzelfälle! Das Rattengedicht! Und nun das Ibiza-Video! Er, Kurz, habe im Interesse des Erfolges viel ausgehalten. Aber jetzt sei es genug.

Fast 1,9 Millionen Menschen allein im ORF haben diesen Auftakt zum türkisen Wahlkampf live im Fernsehen verfolgt.

Die Antwort der Blauen gibt einen Vorgeschmack auf das, was an Konfrontation auf uns zukommt. Wir, die Freiheitlichen, hätten ja weiterregieren wollen. Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus hätten genau deshalb die Verantwortung übernommen und seien zurückgetreten.

Die EU-Kandidatin Petra Steger verstieg sich sogar zur Bemerkung, dies sei ein „großer, selbstloser Schritt“ Straches gewesen – als ob dieser eine andere Möglichkeit gehabt hätte, nachdem er in einem Anfall von Leichtsinn und Dummheit sein Innerstes nach außen gekehrt hat.

Abgesehen von diesem unwürdigen Spiel, das dem Ende der verordneten Harmonie folgt: Der kritische Blick auf die vergangenen eineinhalb Jahre fehlt auch bei Kurz, wenn dieser meint, nun schade die FPÖ wirklich dem Ansehen des Landes.

Erst jetzt? Wie oft haben sich andere fremdschämen müssen, als es nicht möglich war, für nicht einmal 1000 Lehrlinge eine humanitäre Lösung zu finden? Als der ORF unerbittlich attackiert wurde? Als der Innenminister aus einer Laune heraus die Asyl-Erstaufnahmestellen zu „Ausreise­zentren“ erklärte? Als der Ton von der Regierungsbank in Richtung Abgeordnete immer rotziger wurde? Als der Verfassungsschutz beschädigt wurde?

So wie die Blauen sich bei Strache und Gudenus abputzen, genauso putzt sich Kurz jetzt an den Blauen ab. Dabei wären Einsicht und Läuterung erste Schritte zu einer Politik, die geeignet wäre, im Sinne von Bundespräsident Alexander Van der Bellen das Vertrauen wiederherzustellen.

Alles andere wird nach der Wahl im September ohnehin schwer genug. Denn auch die Gräben zwischen ÖVP und SPÖ sind tief wie schon lange nicht. Und ob andere Mehrheiten möglich sein werden, ist ungewiss. Nach dem Selbstfaller Straches wird ein neuer Ausweg aus dem langjährigen Polit-Patt nötig sein.

Der schwarz-türkis-blaue Weg mag als solcher erschienen sein, hat sich aber als nicht tragfähig erwiesen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Rainer Sturm / pixelio.de / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von WOLFGANG SABLATNIG
06.11.2018

"Mehr Heimat-, weniger Sozialpartei"

Als Oppositionspartei konnte die FPÖ als „soziale Heimatpartei“ ein breites Spektrum der Bevölkerung abdecken. In der Regierung versucht sie sich als „Heimatschutzpartei“ zu präsentieren, um von ihrer Sozialpolitik abzulenken. Als Oppositionspartei konnte die FPÖ als „soziale Heimatpartei“ ein breites Spektrum der Bevölkerung abdecken. In der Regierung versucht sie sich als „Heimatschutzpartei“ zu präsentieren, um von ihrer Sozialpolitik abzulenken.

Die FPÖ nennt sich Heimatpartei, seit sie Regierungsverantwortung trägt, spricht Innenminister Herbert Kickl von der FPÖ gar als Heimatschutzpartei. Auch deshalb feieren die Blauen den Ausstieg aus dem UN-Migrationspakt als ihren großen Erfolg. Trotz der anhaltenden internationalen und breiten österreichweiten Kritik sind die Freiheitlichen davon überzeugt, dass sie mit dem Ausscheren aus dem weltweiten Migrationspakt einen Großteil der Bevölkerung auf ihrer Seite haben.

Dabei spielt für die FPÖ – wie auch für die ÖVP – die Unverbindlichkeit des weltweiten Vertrages keine Rolle. Die Regierungsparteien rechtfertigen ihr Verhalten damit, dass mit der Unterzeichnung des Migrationspaktes eine theoretische Möglichkeit bestehen könnte, im Laufe der Jahre eine Völkerrechtsgewohnheitsbindung einzugehen. Dabei nehmen FPÖ und ÖVP es schulterzuckend zur Kenntnis, dass die Beamten unter dem damaligen ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz und der amtierenden FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl den Pakt mitverhandelt haben. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky will sich damit nicht länger beschäftigen.

Er sieht „die starke Handschrift der FPÖ in der Bundesregierung“. Per Eigendefinition setzt die FPÖ vor Heimatpartei immerzu auch das Attribut sozial. Da kämpft sie zuletzt jedoch mit der Glaubwürdigkeit. Bei der Verschärfung des Arbeitszeitgesetzes übte sie den Sprung über den eigenen Schatten. Formal handelt es sich hierbei noch um einen Initiativantrag des Parlaments. Bei der anstehenden Reform der Mindestsicherung und der angedachten Abschaffung der Notstandshilfe ist die FPÖ aber unmittelbar in Person von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein verantwortlich. Während das Sozialministerium am gestrigen Montag noch in einem Festakt sein 100-jähriges Bestehen feierte, befürchtet die Gewerkschaft just von diesem Ministerium aus einen Angriff auf den Sozialstaat.

Während die blaue Heimatpartei aus ihrer Sicht Erfolge feiern kann, verspürt die blaue Sozialpartei einen stärker werdenden Gegenwind. Treffen doch die geplanten Maßnahmen einen Gutteil ihrer Wählerschaft.

Es deutet vieles darauf hin, dass die FPÖ ihre Gangart als „Heimatschutzpartei“ verschärfen wird, will sie doch von den Glaubwürdigkeitsverlusten als Sozialpartei ablenken – oder diese zumindest zu kompensieren versuchen. Beides wirkt nicht sehr beruhigend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Michael Sprenger
18.11.2019

OFFENER BRIEF Rückholung der österreichischen Kinder aus dem Lager Al-Hol

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Bierlein!

Sehr geehrter Herr Justizminister Jabloner!

Sehr geehrter Herr Außenminister Schallenberg!

Sehr geehrte Frau Frauen- u. Familienministerin Stilling!

Der Winter steht vor der Tür, die Lebensumstände im syrischen Camp AL Hol werden immer schwieriger. Daher bittet der Katholische Familienverband inständig um die sofortige Rückholung der Österreicherin Maria G. und ihrer beiden Kinder. In dieser Frage kann nicht auf die nächste Regierung gewartet werden. Wer dies tut, handelt grob fahrlässig, es ist für die Gesundheit und Sicherheit der drei Österreicher Gefahr in Verzug.

Es kann nicht das Jubiläum „30 Jahre UNO Kinderrechtskonvention“ gefeiert werden und gleichzeitig dort, wo es notwendig ist, nicht gehandelt werden. Es gibt Fehlverhalten auch durch Unterlassen.

Insbesondere die beiden Kleinkinder sollen in Österreich unter der Obhut der Großeltern in Frieden und Sicherheit aufwachsen dürfen. Maria G. wird sich gegebenenfalls vor einem österreichischen Gericht verantworten müssen.

Als größte überparteiliche Familienorganisation setzen wir uns für alle Familien ein und wünschen uns sehr, dass die Kinder von Maria G. ein Leben in Sicherheit und Frieden führen können.

Hochachtungsvoll

Alfred Trendl, Präsident

Astrid Ebenberger, Vizepräsidentin

Christoph Heimerl, Vizepräsident

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07.10.2019

Matthias Strolz: „Ich bin ein großer HC-Versteher … Ich versteh' das alles - und trotzdem geht es nicht.“

Matthias Strolz: Ich bin ein großer HC-Versteher … Matthias Strolz: Ich bin ein großer HC-Versteher …

Er bezeichnet es als „Ende des einjährigen Gelübdes der Enthaltsamkeit“: Ein Jahr nach seinem Ausstieg aus der Politik äußert sich der ehemalige NEOS-Parteichef Matthias Strolz, der „nie ein Polit-Muppet werden wollte“, wieder detailliert zur österreichischen Innenpolitik. In Ö3-„Frühstück bei mir“ meinte der NEOS-Gründer über die Zusammensetzung einer zukünftigen Regierung: „Ich glaube, dass es türkis-rot wird oder türkis-grün oder türkis-grün-pink oder Minderheitsregierung oder Neuwahl – diese fünf Optionen haben aus meiner Sicht die gleiche Wahrscheinlichkeit.“

Ob er tatsächlich Neuwahlen als Option sieht? „Ich halte das für ebenso realistisch wie jede Form der Koalition, dass wir im Frühjahr neu wählen, auch aus meiner Erfahrung aus dem Parlament. Weil die Parteien zueinander und auch die für sie zuständigen Persönlichkeiten zueinander in einer Polarisierung gewachsen sind, wie es Österreich in dieser Form nicht wirklich gekannt hat.“

Er selber schließt eine baldige Rückkehr in die Politik aus – selbst wenn er im Fall einer türkis-grün-pinken Koalition gefragt wird, ob er Bildungsminister wird: „Nein, das ist kein Thema für mich tatsächlich, weil ich auch so viele neue Verantwortungen übernommen hab‘ und auch familiär in der Pflicht bin. Ich kehre nicht zurück, solange die Kinder in der Schule sind.“ Doch er räumt ein: „Wer weiß, wenn die Kinder einmal groß sind, ob es da nicht ein Revival gibt, den politischen Virus trage ich in mir.“

Dass NEOS-Großspender Hans Peter Haselsteiner ihn erst kürzlich in einem „Kurier“-Interview kritisierte („Der Wahltag 2017 war eine große Katastrophe. Viele meinten, man kann mit Strolz nichts gewinnen.“) und Beate Meinl-Reisinger als „die rundere, weniger ausreißende und konstantere Politikerin“ hervorhob, kommentierte Strolz auf Ö3: „Ja, ich hab‘ das gelesen und hab‘ mich natürlich gewundert, was für a Laus über seine Leber g’laufen ist. Aber Beate Meinl-Reisinger ist ein riesiges politisches Talent, da hat er recht. Da ist er halt mit dem falschen Fuß aufg’standen. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber wir schätzen uns, glaub ich, sehr. Also. Insofern will ich‘s nicht auf die Goldwaage legen.“

Wie Matthias Strolz, der mit seinem neuen Buch „Sei Pilot deines Lebens“ durch Österreich tourt und Vorträge zur Selbstentfaltung und Lebens-Veränderung hält, Polit-Aussteiger Heinz-Christian Strache jetzt coachen würde? „Die Psychotherapie sagt, ich kann mich nur verändern, wenn ich den Status quo akzeptiere. Das wäre wahrscheinlich eine der großen Aufgaben mit ihm.

Dass er den Status quo auch einmal akzeptiert: Ich hab Dinge gemacht, die waren nicht in Ordnung.“ Und, so Strolz weiter: „ Ich bin ein großer HC-Versteher, wenn man so will, weil ich kann mir das erklären, warum es dazu kommt. Die Politik ist voller Kränkungen und, wenn du so lange drin bist wie er, dann kommst du irgendwann einmal an den Punkt, wo du sagst: weißt, das ist jeden Tag so brutale Hack‘n, das sind 80 Stunden die Woche und dann muss das auch etwas Wert sein.

Dort werd‘ ich angeschnorrt für an Pokal und dort soll ich eine Runde Bier zahlen, das soll die Partei zahlen. Dann kommen Leute in meine Wohnung, die nicht kommen würden, wenn ich nicht Politiker wäre. Das ist so ein bissl, wenn man zu lang in der Spitzenpolitik bleibt, schleicht eine Art von mangelnder Bodenhaftung ein, gepaart mitunter mit Unverschämtheit. Und, ich versteh das alles – und trotzdem geht es nicht.“ Wie Entfaltungs-Coach Strolz also Strache in ein neues Leben führen würde? „Nach dem Akzeptieren muss er loslassen. Vor allem die Kränkungen los lassen. Das wird für ihn ganz schwierig sein. Und, dann wäre er in der Pflicht hinzuhören, wo sind meine Talente? Wo sind die Sehnsüchte meines Herzens? Ich wünsche ihm in jedem Fall Alles Gute.“

Ö3-„Frühstück bei mir“ – das große Interview der Woche, Persönlichkeiten ganz persönlich – jeden Sonntag von 9.00 bis 11.00 Uhr im Hitradio Ö3 und zum Nachhören online auf oe3.ORF.at.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Ailura, CC BY-SA 3.0 AT
05.06.2019

Lächerlich

Staatspolitische Verantwortung, wie sie vom Bundespräsidenten mehrfach eingemahnt wurde, legen Rot und Blau so jedenfalls nicht an den Tag. Staatspolitische Verantwortung, wie sie vom Bundespräsidenten mehrfach eingemahnt wurde, legen Rot und Blau so jedenfalls nicht an den Tag.

Zwischen Stichtag und Wahltag müssen 82 Tage liegen, besagt die Nationalratswahlordnung. Das sind fast drei Monate, man könnte auch sagen, das ist beinahe ein Jahresviertel. Hätte man im Nationalrat umgehend mit dem Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition gehandelt und einen Wahltag festgelegt, würde man nicht mehr als vier Monate auf den Urnengang warten müssen.

Es ist einfach lächerlich, wenn der Vize-Klubchef der SPÖ den späten Wahltermin damit begründet, dass die Wähler die Möglichkeit haben sollen, „sich über Positionen und Pläne der Parteien ausreichend zu informieren“. Und ebenso lächerlich ist es angesichts des Fristenlaufs, den 15. September als „überhasteten Wahltermin direkt nach Schulbeginn“ abzulehnen.

Gemessen daran, dass es SPÖ und FPÖ beim Sturz der Regierung gar nicht schnell genug gehen konnte, ist das Herumlavieren beim Wahltermin und dessen Hinauszögern schlicht nicht argumentierbar. Natürlich geht es den Kanzler-Stürzern ausschließlich darum, das derzeitige Stimmungshoch der ÖVP möglichst abflachen zu lassen. Staatspolitische Verantwortung, wie sie vom Bundespräsidenten mehrfach eingemahnt wurde, legen Rot und Blau so jedenfalls nicht an den Tag.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Oö. Volksblatt von Markus EBERT
14.03.2019

Bilanz anlässlich des Welttages der KonsumentInnenrechte - Top Aufreger Wohnen

KonsumentInnen ärgerten sich über falsche Mieten, verfallene Gutscheine & Co KonsumentInnen ärgerten sich über falsche Mieten, verfallene Gutscheine & Co

Knapp 390.000 KonsumentInnen suchten im Vorjahr österreichweit Rat und Hilfe bei den Arbeiterkammern. Die meisten Anfragen gab es rund ums Wohnrecht. Die AK klagte auch sehr erfolgreich: So zahlte die Raiffeisenlandesbank NÖ Wien KonsumentInnen aufgrund eines von der AK erreichten OGH-Urteils 3,4 Millionen Euro unzulässige Spesen und Zinsen zurück.

Die österreichischen KonsumentInnen suchten 2018 in den AK KonsumentInnenberatungen Hilfe wegen etwa zu hoch verrechneter Mieten in privaten Altbauwohnungen, und sie beschwerten sich über MaklerInnen. Zu den Finanzdienstleistern gab es immer wieder Fragen rund um das Thema Zahlungsverkehr, Kredite und Versicherungen. Beim Thema Einkaufen brauchten KonsumentInnen vor allem Beratung wegen verfallener Gutscheine, und sie hatten Probleme bei der Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen. Auch bei Handyverträgen gab es oft Ärger, hauptsächlich wegen überhöhter Rechnungen etwa durch unerwünschte Mehrwertdienste. Und Beratung wurde auch wegen der Dienstleister im Freizeitbereich in Anspruch genommen – etwa bei Flug- und Pauschalreisen.

Die AK KonsumentenschützerInnen nehmen auch Allgemeine Geschäftsbedingungen von Unternehmen laufend unter die Lupe. Dabei werden oft gesetzeswidrige Klauseln eingeklagt. Die AK führt Musterverfahren in Einzelfällen sowie bei Verstößen gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). 2018 gab es für viele KonsumentInnen erfolgreiche Urteile – einige Beispiele.

Top Erfolg bei den Verbandsklagen waren 3,4 Millionen Euro unzulässige Spesen und Zinsen, die die Raiffeisenlandesbank NÖ Wien den KonsumentInnen aufgrund eines von der AK erreichten OGH-Urteils zurückgezahlt hat. Darüber konnten sich rund 45.000 InhaberInnen eines Kontos bei dieser Bank freuen.

Auch gegen sogenannte Sperrgebühren von 40 Euro von Card Complete hat die AK geklagt und Recht bekommen: Derartige Gebühren dürfen bei Kreditkarten und Bankomatkarten nicht verrechnet werden und können zurückgefordert werden.

Aufgrund vieler Beschwerden hat die AK Parship, ein Online-Partnervermittlungsinstitut geklagt. Wenn KonsumentInnen von ihrem Rücktrittsrecht binnen 14 Tagen Gebrauch machten, verrechnete Parship einen sogenannten Wertersatz von bis zu 75 Prozent des Gesamtpreises für die Halbjahres- oder Jahres-Mitgliedschaft, oft mehrere hundert Euro. Viel zu hoch – so auch die Gerichtsentscheidung. KonsumentInnen können die zu viel bezahlten Beträge zurückfordern. Dies gilt neben Parship auch für das Online-Partnervermittlungsinstitut Elite Partner.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
03.06.2019

Das Experiment im Kanzleramt

Im Parlament geben aber weiter die Parteien den Ton an, so wie sie 2017 gewählt wurden. Im Parlament geben aber weiter die Parteien den Ton an, so wie sie 2017 gewählt wurden.

Die bisherige Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein wird heute als erste Bundeskanzlerin der Republik angelobt. Sie kann eine gute Kanzlerin werden – aber nur dann, wenn die Parteien im Nationalrat das auch zulassen.

Man muss schon ein besonderer Feinspitz sein, um im Zusammenhang mit der Verfassung von „Eleganz“ zu sprechen, wie es Bundespräsident Alexander Van der Bellen tut. Wichtig war ihm offenbar in erster Linie die Botschaft, dass die Verfassung eine klare Handlungsanleitung für den Fall enthält, dass an der Spitze der Republik ein Vakuum entsteht, weil sich eine Regierung selbst in die Luft sprengt – oder dorthin gesprengt wurde.

Die Anleitung vermag aber nichts daran zu ändern, dass Politik mit der Übergangs- oder „Vertrauens“-Regierung Brigitte Bierlein unter neuen Vorzeichen stattfinden wird. Bierlein mag zwar eine gute Kanzlerin werden, in dem Sinn, dass sie gehört wird und die richtigen Worte zur rechten Zeit findet. Sie kann aber keine starke Kanzlerin sein.

Denn erstmals wird eine ganze Regierung nicht von den Parteien beschickt. Und auch wenn unter den Ministern Spitzen­beamte sein werden, die ihre Karriere einer Partei verdanken: Mit der Expertenregierung wird ein Grundprinzip außer Kraft gesetzt, das unseren politischen Alltag genauso beherrscht wie den in vielen anderen westlichen Demokratien, nämlich der Gleichklang von Regierung und Parlament. An seine Stelle tritt jetzt eine echte Teilung der Gewalten: hier das Parlament – und dort die Regierung, die in Ersterem über keine fixe Mehrheit verfügt.

Im Parlament geben aber weiter die Parteien den Ton an, so wie sie 2017 gewählt wurden. Eine ÖVP, die am Selbstverständnis als Kanzlerpartei festhält. Eine FPÖ, die sich trotz des Ibiza-Videos als Opfer des türkisen Machtkalküls sieht. Eine SPÖ, die am Scheitern der anderen zu zerreißen droht. NEOS, die im Machtpoker auf die Rolle als Edelkomparsen beschränkt sind. Und die Liste „Jetzt“, deren Ablaufdatum schneller kommt als erwartet.

Es sind die drei größeren Parteien, die mit wechselnden Mehrheiten noch Beschlüsse im Nationalrat fassen können. Es sind daher vor allem ÖVP, SPÖ und FPÖ, die gemeinsam Verantwortung dafür tragen, im Wechselspiel mit dem Bundespräsidenten und der Regierung Bierlein die Monate bis zur Nationalratswahl und der Bildung einer dann wieder politisch zusammengesetzten Regierung gut über die Runden zu bringen. Wunder dürfen wir uns in dieser Zeit nicht erwarten.

Es wäre schon viel gewonnen, wenn sich alle Parteien ohne leicht zu durchschauende Scheinmanöver um eine elegante Abwicklung bemühen würden. Eine gütliche Einigung auf einen Wahltermin wäre zumindest ein Beginn.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: BKA / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel von Wolfgang Sablatnig
03.06.2019

Das Neuland im Kanzleramt

Die bisherige Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein wird heute als erste Bundeskanzlerin der Republik angelobt Die bisherige Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein wird heute als erste Bundeskanzlerin der Republik angelobt

Die bisherige Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein wird heute als erste Bundeskanzlerin der Republik angelobt. Sie kann eine gute Kanzlerin werden – aber nur dann, wenn die Parteien im Nationalrat das auch zulassen.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat zuletzt nicht nur einmal betont, dass die Verfassung eine klare Handlungsanleitung für den Fall enthält, dass an der Spitze der Republik ein Vakuum entsteht, weil sich eine Regierung selbst in die Luft sprengt – oder dorthin gesprengt wurde.

Die Anleitung vermag aber nichts daran zu ändern, dass Politik mit der Übergangs- oder „Vertrauens“-Regierung Brigitte Bierlein unter neuen Vorzeichen stattfinden wird. Bierlein mag zwar eine gute Kanzlerin werden, in dem Sinn, dass sie gehört wird und die richtigen Worte zur rechten Zeit findet. Sie kann aber keine starke Kanzlerin im machtpolitischen Sinn sein.

Denn auch wenn unter den neuen Ministern Spitzen­beamte sind, die ihre Karriere einer Partei verdanken: Mit der Expertenregierung wird ein Grundprinzip außer Kraft gesetzt, das unsere Politik genauso beherrscht wie in vielen anderen westlichen Demokratien, nämlich der Gleichklang von Regierung und Parlament. An seine Stelle tritt jetzt eine echte Teilung der Gewalten: hier das Parlament – und dort die Regierung, die in Ersterem über keine fixe Mehrheit verfügt.

Im Parlament geben weiter die Parteien den Ton an, so wie sie 2017 gewählt wurden. Eine ÖVP, die am Selbstverständnis als Kanzlerpartei festhält. Eine FPÖ, die sich trotz des Ibiza-Videos als Opfer des türkisen Machtkalküls sieht. Eine SPÖ, die am Scheitern der anderen zu zerreißen droht. NEOS, die im Machtpoker auf die Rolle als Edelkomparsen beschränkt sind. Und die Liste „Jetzt“, deren Ablaufdatum schneller kommt als erwartet.

Es sind die drei größeren Parteien, die mit wechselnden Mehrheiten noch Beschlüsse im Nationalrat fassen können.

Es sind daher vor allem ÖVP, SPÖ und FPÖ, die gemeinsam Verantwortung dafür tragen, im Wechselspiel mit dem Bundespräsidenten und der Regierung Bierlein die Monate bis zur Nationalratswahl und der Bildung einer dann wieder politisch zusammengesetzten Regierung gut über die Runden zu bringen. Wunder dürfen wir uns in dieser Zeit nicht erwarten. Es wäre schon viel gewonnen, wenn sich alle Parteien ohne leicht zu durchschauende Scheinmanöver um eine pragmatische Abwicklung bemühen würden. Eine gütliche Einigung auf einen Wahltermin wäre zumindest ein Beginn.

Doch damit ist es nicht getan: Zumindest bei wichtigen EU-Fragen wird sich Bierlein nicht auf das Verwalten beschränken können. Einen österreichischen EU-Kommissar etwa kann sie nur in Abstimmung mit dem Parlament vorschlagen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: VfGH/Achim Bieniek, CC BY-SA 3.0 at / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel von Wolfgang Sablatnig
19.05.2019

Tristes Ende von Türkis-Blau

Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von ALOIS VAHRNER Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von ALOIS VAHRNER

Kurz wisse genau, was er jetzt tun wolle, verlautete am Freitagabend nach dem Auftauchen des Skandal-Videos von Heinz-Christian Strache aus dem Umfeld des Kanzlers. „Katastrophal und peinlich“, befand bei seiner Rücktrittserklärung gestern selbst der zwischen bekannter Opferrolle und Entschuldigungen schwankende Vizekanzler.

Kurz hätte, was auch schon am Freitag unausweichlich war, zumindest dann zeitnah die Reißleine ziehen müssen. Stattdessen erging man sich in einem stundenlangen Poker, angeblich etwa auch um den Posten von FPÖ-Mastermind Herbert Kickl als Innenminister – als ob es nach den skandalösen Aussagen und Angeboten Straches an eine angebliche russische Oligarchin noch um Retuschen und nicht um eine ganz klare politische und moralische Linie gegangen wäre.

Erst spät­abends hat Kurz das unabwendbare Aus für Türkis-Blau erklärt. Und eingestanden, dass mit dem Risiko-Partner FPÖ zwar etliche Reformen, aber auf Dauer doch kein Staat zu machen ist. Mit seinem zu langen Zaudern hat der Kanzler gestern seinem Macherimage selbst Kratzer zugefügt. Kurz hatte nur die Auswahl zwischen Pest und Cholera: einer Koalitions-Fortsetzung mit einer schwer angezählten FPÖ, die bisher eher mit BVT-Affäre und ständigen Abgrenzungsproblemen mit dem sehr rechten Rand die VP in Bedrängnis brachte.

Ein Rückfall in aus Schwarz-Blau bekannte Korruptionsthemen schien bis zum Auftauchen des Videos kein Thema. Jetzt steuert der Kanzler, auch wenn er bei der Neuwahl wie einst Schüssel mit FPÖ-Stimmen noch kräftig zulegen könnte, auf nur eine Option hin, weil sich eine erhoffte Ehe mit den NEOS kaum ausgehen wird: eine Neuauflage der ungeliebten großen Koalition mit der SPÖ – Streit und Stillstand wohl inkludiert.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Christian Michelides / Wikipedia / Quelle:
26.11.2018

Einstimmiger Beschluss der Landeshauptleute für Verschärfung des Glücksspielgesetzes

v.li: Dr. Peter Kaiser, Mag.a Johanna Mikl-Leitner, Mag. Thomas Stelzer, Hermann Schützenhöfer, Hans Niessl, Dr. Wilfried Haslauer, Günther Platter, Mag. Markus Wallner, Dr. Michael Ludwig. v.li: Dr. Peter Kaiser, Mag.a Johanna Mikl-Leitner, Mag. Thomas Stelzer, Hermann Schützenhöfer, Hans Niessl, Dr. Wilfried Haslauer, Günther Platter, Mag. Markus Wallner, Dr. Michael Ludwig.

Einstimmig wurde die oberösterreichische Initiative für ein verschärftes Glücksspielgesetzgesetz bei der Konferenz der Landeshauptleute im Burgenland angenommen. Nun sind die Bundesregierung und der Nationalrat gefordert. „Ich gehe davon aus, dass wir mit unserem Anliegen Gehör finden werden. Wenn sich alle Bundesländer für ein verschärftes Glücksspielgesetz aussprechen, ist das ein starkes Signal. Das Glücksspielgesetz ist in dieser Form ein zahnloser Tiger, dadurch sind uns die Betreiber von illegalem Wettspiel leider immer einen Schritt voraus“, so Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. Auch zahlreiche andere Landeshauptleute haben von ähnlichen Problemen berichtet.

Hintergrund des Vorstoßes aus Oberösterreich ist, dass die Behörden immer wieder große Probleme bei der Vollziehung des Glücksspielgesetzes haben. Kürzlich wurden sogar Mitarbeiter einer Bezirkshauptmannschaft von der „Glücksspielmafia“ bedroht und Demonstrationen vor ihren Privathäusern veranstaltet, weil die Bezirkshauptmannschaft die Schließung von Wettlokalen veranlasst hat.

Konkret wünschen sich die Landeshauptleute vom Bund unter anderem folgende gesetzliche Änderungen bzw. Verschärfungen:

• Verlängerung der Betriebsschließungsdauer von einem Jahr auf drei Jahre.

• Entfall der vorangehenden Androhung der Betriebsschließung.

• Keine Teilschließungen mehr, sondern ausschließlich gänzliche Betriebsschließungen.

• Zwangsmaßnahmen und obligatorische Vollstreckung von Betriebsschließungen durch technische Sperren (z.B. Verschweißen, Verschrauben, Austausch von Schlössern, Versiegelung, Verklebungen, Eisenplatten).

• Unwirksamkeit von Untermietverträgen bei Verdacht auf illegales Glücksspiel bzw. Nichtigkeit bzw. Sittenwidrigkeit solcher (Unter-)Bestandverträge.

• Erhebliche Anhebung des Strafmaßes bei Siegel- und Verstrickungsbruch im Zusammenhang mit Betriebsschließungen und -Beschlagnahmen.

„Mit diesem Maßnahmenbündel hätten die Behörden effektive Werkzeuge im Kampf gegen das illegale Glücksspiel in den Händen. Und das kann nur ein gemeinsames Interesse von Bund und Ländern sein“, schließt der oberösterreichische Landeshauptmann.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Landesmedienservice Burgenland

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