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Politik

02.07.2018

So sieht Geheimplan für EU-Asylzentren aus

Flüchtlinge sollen nach der Rettung auf See nicht wie bisher nach Europa, sondern in Anlandezentren in Nordafrika gebracht werden. Flüchtlinge sollen nach der Rettung auf See nicht wie bisher nach Europa, sondern in Anlandezentren in Nordafrika gebracht werden.

Der Tageszeitung ÖSTERREICH wurde aus EU-Kreisen jenes Geheimdokument zugespielt, das beim Asylgipfel in Brüssel vom UN-Flüchtlingswerk (UNHCR) und der Organisation für Migration (IOM) den Staats- und Regierungschefs präsentiert wurde.

In dem mehrseitigen Dokument schlüsseln UNHCR-Chef Filippo Grandi und IOM-Generaldirektor William Swing detailliert auf, wie die sogenannten Anlandezentren, auf die sich die EU-Chefs geeinigt haben, in Zukunft aussehen werden. Die Pläne der Migrationsexperten sehen vor:

- Flüchtlinge sollen nach der Rettung auf See nicht wie bisher nach Europa, sondern in Anlandezentren in Nordafrika gebracht werden.

- Die Anlandeplattformen werden als Container- und Zeltstädte konzipiert.

- Die Anlandezentren müssen "höchsten UNHCR-Standard" haben und "Sicherheit bieten".

- Vorgesehen ist medizinische und psychologische Betreuung durch geschultes Personal.

- Sauberes Trinkwasser, Verpflegung und Kinderbetreuung müssen gewährleistet sein.

- Geplant sind Abteilungen zur biometrischen Registrierung nach UNHCR-Standard.

Nach den Plänen Österreichs sollen in den Zentren keine Asylanträge gestellt werden. Die UNHCR lehnt das ab. Tatsächlich Schutzbedürftige sollen aus diesen Camps weiterreisen dürfen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Dragan Tatic / Bundesministerium für Europa, Integration und Äusseres, CC BY 2.0
03.08.2018

Sozialausgaben auf neuem Rekordstand

Im vergangenen Jahr sind die staatlichen Ausgaben für Soziales auf den neuen Höchststand von 110 Milliarden Euro geklettert. Im vergangenen Jahr sind die staatlichen Ausgaben für Soziales auf den neuen Höchststand von 110 Milliarden Euro geklettert.

Im Jahr 2017 wurden für Soziales und Gesundheit rund 110 Milliarden Euro ausgegeben. Die sogenannte Sozialquote – sie misst den Anteil der Sozialausgaben an der Wirtschaftsleistung – liegt bei 29,5 Prozent. Das zeigen Zahlen der Statistik Austria, die Mitte der Woche veröffentlicht wurden. Etwas weniger als die Hälfte davon – 52,3 Milliarden Euro – wurden alleine für Pensionsleistungen aufgewendet (inklusive Beamte).

Ein Überblick seit 1980 zeigt, dass die Sozialquote in Österreich stets über 25 Prozent gelegen ist. 2016 überschritt der Anteil der Sozialausgaben an der Wirtschaftsleistung erstmals die 30-Prozent-Marke. „Die Sozialquote ist trotz der guten Konjunktur auf einem hohen Niveau. So ist Österreichs Wirtschaft mit 3,0 Prozent real so stark wie seit 2011 nicht mehr gewachsen, gleichzeitig aber sind die Sozialausgaben gestiegen“, sagt Agenda Austria-Ökonom Lukas Sustala. Die Sozialquote sei im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der brummenden Wirtschaftslage leicht gesunken.

Besonders dynamisch sind die Sozialausgaben 2017 in den Bereichen Gesundheitsversorgung (plus 4,4 Prozent) und Alter/Pensionen (plus 2,7 Prozent) gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass Österreich nach wie vor eine Pensionsreform wie in Schweden braucht, so Wolfgang Nagl, Pensionsexperte der Agenda Austria. Das schwedische System ist nachhaltig, weil es sich automatisch an demographische Entwicklungen anpasst – langwierige politische Diskussionen sind nicht mehr nötig. Das Ergebnis ist für alle Generationen fair. „Das ist essenziell, um die Ausgabendynamik in den Griff zu bekommen. Die Sozialausgaben sind seit 2000 um zehn Prozentpunkte schneller gewachsen als das BIP. Die Regierung sollte die aktuell sehr gute Konjunktur nutzen und sich Spielräume erarbeiten, gerade wenn gegen Ende der Legislaturperiode im Jahr 2020 eine Steuerreform umgesetzt werden soll“, meint Sustala.

Bei den Staatseinnahmen jedenfalls läuft es für den Finanzminister anhaltend gut. 2018 sind die Steuererlöse im ersten Halbjahr laut aktuellen Zahlen des Budgetvollzugs deutlich über Plan gewachsen. Die Erlöse aus den wichtigen Einkommens- und Vermögenssteuern sind um 3,2 Prozent gestiegen. „Die Hochphase der Konjunktur ist auch 2018 bei den Steuereinnahmen angekommen“, sagt Ökonom Sustala.

Immerhin zeigt ein Blick auf den Budgetvollzug des Bundes, dass die Staatsausgaben im ersten Halbjahr 2018 im Jahresvergleich um 2,3 Prozent zurückgegangen sind. Das liegt vor allem an Sondereffekten, u.a. den Milliardenbelastungen durch die Heta im Vorjahr und die einmaligen Zahlungen für die Bank Austria-Pensionen. Ohne diese Sondereffekte wären die Staatsausgaben erneut gestiegen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
22.07.2019

Nachhaltige Maßnahmen statt Phrasen

Europa ist in der Frage der künftigen Migrationspolitik nach wie vor uneins. Populistischer Nationalismus hat die Solidarität verdrängt, eine Strategie für Krisenregionen wie Afrika kommt über Sonntagsreden nicht hinaus. Europa ist in der Frage der künftigen Migrationspolitik nach wie vor uneins. Populistischer Nationalismus hat die Solidarität verdrängt, eine Strategie für Krisenregionen wie Afrika kommt über Sonntagsreden nicht hinaus.

Europa ist in der Frage der künftigen Migrationspolitik nach wie vor uneins. Populistischer Nationalismus hat die Solidarität verdrängt, eine Strategie für Krisenregionen wie Afrika kommt über Sonntagsreden nicht hinaus.

Mit der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommt endlich wieder Schwung in die Debatte um die Migrationspolitik. „Dublin IV und eine verpflichtende Verteilung der Asylwerber auf ganz Europa sind gescheitert.“ Das ließ Karoline Edtstadler am Samstag via Aussendung verbreiten.

Vor allem mit dem zweiten Satz hat die ÖVP-Delegationsleiterin im Europaparlament leider vollkommen Recht:

Die verpflichtende Verteilung der Asylwerber ist tatsächlich gescheitert – in erster Linie an der mangelnden Solidarität der Mitgliedstaaten, aber auch an dem Umstand, dass immer mehr Politiker zwar bei den zahllosen EU-Gipfeln zu diesem Thema Konsensbereitschaft signalisieren, zurück in der Heimat dann aber genau das Gegenteil tun. Populistischer Nationalismus lässt keinen Platz für eine humanitäre Migrationspolitik.

Edtstadler spricht in ihrer Erklärung auch davon, dass es mehr Hilfe vor Ort in Afrika brauche, um die Fluchtursachen zu bekämpfen.

Selbstverständlich müssten Menschen vor dem Tod im Mittelmeer gerettet werden, „aber wir müssen eben schon vorher ansetzen, um zu verhindern, dass die Menschen auf die Boote steigen“. Gegen diese Aussagen ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil, eine klare Strategie für Krisenregionen wie Afrika scheint aktuell der einzig gangbare Weg zu sein, die Millionen, die sich nach Europa aufmachen, an der Flucht zu hindern. Das Problem ist nur, dass niemand diese Theorie in die Tat umsetzt.

Die EU-Kommission hat auf Initiative Jean-Claude Junckers vor drei Jahren einen Treuhandfonds in Höhe von 44 Milliarden Euro aufgelegt, um kleine und mittlere Betriebe dazu zu bringen, in Afrika zu investieren, damit die Menschen vor Ort Arbeit finden. Die EU-Mitgliedsstaaten sagten damals zu, ebenfalls 44 Mrd. Euro aufzubringen, um dieses Projekt zu unterstützen. Passiert ist – richtig – gar nichts. In Österreich sind die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zuletzt sogar auf einen neuen Tiefststand von 0,26 Prozent des Bruttonationalprodukts gesunken.

Die nächsten Monate werden zeigen, wie sehr sich die EU-Gremien Rat, Parlament und Kommission ins Zeug legen, um den neuen Schwung in der Migrationsdebatte, wie ihn Edtstadler spürt, auszunützen. Die Antwort auf die Migrationsfrage, schreibt die ÖVP-Politikerin abschließend, sei nämlich eine „gemeinsame Verantwortung der EU-Mitgliedstaaten, die nur durch gemeinsame Anstrengung gefunden werden kann“. Unbestritten! Nur fehlen eben diese gemeinsamen Anstrengungen. Es ist Zeit, die hohlen Phrasen endlich durch nachhaltige Maßnahmen zu ersetzen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel von Mario Zenhäusern
07.01.2020

Norbert Hofer: "Bereit, bei Asylkrise mit ÖVP gegen Grüne zu stimmen"

Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH erklärt FPÖ-Chef Norbert Hofer, im Falle einer Asylkrise den koalitionsfreien Raum zu nützen und bietet der ÖVP Zusammenarbeit an. Hofer zu ÖSTERREICH:

"Es ist bemerkenswert, dass die Grünen im Falle einer Asylkrise – die gar nicht so unwahrscheinlich ist – im Nationalrat überstimmt werden sollen und die ÖVP mit uns Mehrheiten suchen will. Das heißt für mich: Im Krisenfall weiß man, es hat keinen Sinn mit den Grünen. Da soll dann die FPÖ einspringen."

Hofer weiter: "Wenn es darum geht, eine Krise und Schaden für Österreich abzuwenden, sind wir bereit, uns in Gespräche und Verhandlungen einzubringen, denn da geht es nicht um irgendwelche strategischen Spielereien. Aber die Grünen werden wir dabei nicht aus der Verantwortung entlassen."

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn ..
02.09.2019

Populismus versus direkte Demokratie

Volksbegehren mit über 250.000 Unterschriften sollen demnach automatisch in eine Volksabstimmung führen Volksbegehren mit über 250.000 Unterschriften sollen demnach automatisch in eine Volksabstimmung führen

Vorgeprescht ist jüngst wieder die FPÖ: Sollte man nach der Wahl in Regierungsverhandlungen mit der ÖVP kommen, werde die direkte Demokratie ein zentraler Punkt sein, so Parteichef Norbert Hofer. Volksbegehren mit über 250.000 Unterschriften sollen demnach automatisch in eine Volksabstimmung führen. Etwa über ein Aus für die GIS-Gebühr für den ORF, der ja ein rotes Tuch für die Blauen darstellt.

Viele erinnern sich: Vor der letzten Wahl 2017 forderten ÖVP und FPÖ unisono mehr direkte Demokratie. Die ÖVP wollte Abstimmungen ab 600.000 Unterschriften, die FPÖ wie in der Schweiz ab 100.000 – etwa gegen den Kammerzwang oder gegen CETA. Kaum gemeinsam in einer Koalition, bekam man allseits kalte Füße. Ab 2022, so wurde vereinbart, sollte es Abstimmungen geben, allerdings erst ab 900.000 Unterschriften.

Volksabstimmungen hätte man halt gerne, wenn man in Opposition ist. Als Regierungspartei läuft man indes schnell Gefahr, selbst ausgehebelt zu werden – etwa die FPÖ mit ihrem Beharrungskurs gegen ein totales Rauchverbot in der Gastronomie (wurde mittlerweile vom Parlament gekippt).

Österreich hatte bisher gerade einmal zwei Volksabstimmungen – das Nein zum Atomkraftwerk Zwentendorf 1978 und 1994 das klare Ja zum EU-Beitritt. Bei populistischen Forderungen gibt es keine Parteigrenzen – von SPÖ-Kanzler Kern, der über eine Verwaltungsreform abstimmen lassen wollte, bis zu LH Platter (ÖVP), der eine Direktwahl von Kanzler und Landeshauptleuten forderte.

Und immer wieder wurde direkte Demokratie zur Farce: Die Dutzenden Volksbegehren wurden fast alle schubladisiert, bei der einst von Kanzler Faymann (SPÖ) gepushten Volksbefragung zum Aus der Wehrpflicht wurde das Heer zum großen Polit-Spielball – um es dann von SPÖ/ÖVP/FPÖ in den letzten Jahren an den Rand des finanziellen Bankrotts zu führen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG AM SONNTAG "Leitartikel" von Alois Vahrner
20.05.2019

Der Selbstfaller des Meister Proper

Strache hat sich zum Polit-Saubermann stilisiert und die FPÖ aus dem Tief gebracht. Eine Woche vor der EU-Wahl ist sie wieder dort. Strache hat sich zum Polit-Saubermann stilisiert und die FPÖ aus dem Tief gebracht. Eine Woche vor der EU-Wahl ist sie wieder dort.

14 Jahre lang hat Heinz-Christian Strache die FPÖ geführt, eineinhalb Jahre war er Vizekanzler. Über Nacht ist es damit vorbei. Nicht wegen der unzähligen „Einzelfälle“ in seiner Truppe; die hat er ausgesessen. Grund dafür ist ein anderweitig beispielloses Unsittenbild seiner Partei.

Jener Partei, die sich seit jeher als die der Saubermänner geriert. Schon unter Jörg Haider deckte sich die Inszenierung nicht mit dem Tun, das im Hypo-Skandal gipfelte. Haider habe sich korrumpieren lassen, befand Strache damals – und stilisierte sich zu einem Volksvertreter, der Anstand nicht nur predigt, sondern der Meister Proper ist.

Nun sind seine schmutzigen Absichten dokumentiert, seine Hybris, die Orbán’schen Anwandlungen für alle seh- und hörbar. Mit dem gewohnten Opfergehabe wollte er sich aus der Affäre ziehen. Diese Nummer zieht nicht mehr.

Strache hat die FPÖ aus dem Tief gebracht, eine Woche vor der EU-Wahl ist sie wieder dort. Ohne Front- und Klubobmann steht sie da, ohne die Vorzüge des Mitregierens. Norbert Hofer wollte sich heraushalten aus der Parteipolitik, um sich für die erneute Hofburg-Kandidatur ein gutes Image zu erarbeiten. Nun muss er die Partei vorerst leiten. Für die Wien-Wahl wähnten sich Strache und Gudenus auf dem Weg in das Bürgermeisteramt. Sie haben ihn sich verstellt.

Mit seinem Hochmut hat Strache sich und die Seinen zu Fall gebracht. Der erneute Beleg dafür, dass die FPÖ nicht regierungstauglich ist. Das sollte jetzt allen klar sein.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn Montage / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Analyse von KARIN LEITNER
16.04.2019

Beharren wäre fehl am Platz

Schon jetzt sind hierzulande zu viele Menschen von Armut betroffen. Sollte die neue Sozialhilfe die Lage für Eltern und Kinder verschlimmern, muss die Bundesregierung die Größe besitzen, ihre Fehler einzugestehen. Schon jetzt sind hierzulande zu viele Menschen von Armut betroffen. Sollte die neue Sozialhilfe die Lage für Eltern und Kinder verschlimmern, muss die Bundesregierung die Größe besitzen, ihre Fehler einzugestehen.

Die türkis-blauen Koalitionäre hatten es bereits angekündigt und im Regierungsprogramm festgeschrieben – die Mindestsicherung wird neu geregelt. Überrascht sollte also niemand sein. Auch dass die Regierenden in einigen Punkten zurückgerudert sind, sollte nicht überraschen. Scharfe Kritik nicht nur von der Opposition, sondern auch von der Kirche, Experten und Hilfs­organisationen führten zu Nachbesserungen bei Behinderten, Häftlingen und nun auch bei Spenden. Die Länder müssen jetzt für Behinderte einen Bonus von 18 Prozent gewähren. Zuvor war dies eine unverbindliche Bestimmung. Häftlinge haben nach ihrer Entlassung Anspruch auf Sozialhilfe. An Alleinerzieherinnen können hingegen die Länder Zuschläge ausschütten. Gerade für diese Gruppe wäre eine Muss-Bestimmung sinnvoll gewesen, denn hier ist der finanzielle Druck am größten.

Gestern hat FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein eine weitere Korrektur angekündigt. Spenden werden von der neuen Sozialhilfe nicht abgezogen. Gut so, das wäre auch nicht argumentierbar gewesen. Der breite Druck hat also gewirkt. Den Rest wollen die Regierenden aber durchziehen. Die neue Sozialhilfe soll mit 1. Juni in Kraft treten, die Bundesländer haben für ihre Ausführungsgesetze bis Jahresende Zeit. Warnungen, dass die neue Regelung Familien und Kinder besonders benachteilige und Armut verschärfe, wischt die Regierung weiter weg. Dass die neue Sozialhilfe auf Ausländer abzielt, bestreitet die Regierung nicht einmal. Das steht auch so im Regierungsprogramm unter dem Punkt „Stopp der Zuwanderung in den Sozialstaat“.

Was noch offen ist: Wird die Neuregelung zu mehr Kinderarmut führen? Schon jetzt sind die Zahlen alarmierend. Derzeit gelten 14,4 Prozent der Bevölkerung in Österreich oder umgerechnet rund 1,25 Millionen Menschen zumindest als armutsgefährdet. Besonders stark von Armut betroffen sind eben die Kinder: 20 Prozent der Buben und Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren leben in einem armutsgefährdeten Haushalt. Das zeigen die aktuellsten Daten des EU-Sozialberichts SILC.

Sollte die neue Sozialhilfe tatsächlich noch mehr Eltern und Kinder in Armut stürzen, muss sofort gehandelt werden. Voraussetzung dafür wäre eine Regierung, die die Größe besitzt, ihre eigenen Fehler auch einzugestehen – und zu korrigieren.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Serdar Sahin
24.07.2018

Druck auf den Sonnenkönig wächst

Die Störgeräusche für Bundeskanzler Sebastian Kurz werden aber doch hörbar und unaufhaltsam lauter. Die Störgeräusche für Bundeskanzler Sebastian Kurz werden aber doch hörbar und unaufhaltsam lauter.

Auch sieben Monate nach ihrem Start steht die schwarz-blaue Bundesregierung in Umfragen sehr stabil da. Die Störgeräusche für Bundeskanzler Sebastian Kurz werden aber doch hörbar und unaufhaltsam lauter.

Auch jüngste Umfragen (darunter eine von Spectra für die Bundesländer-Tageszeitungen) zeigen ein weitgehend ähnliches, für die Kanzler-Partei aber sehr klares Bild: Die ÖVP unter ihrem nach wie vor mit hohen Popularitätswerten ausgestatteten Chef Sebastian Kurz liegt bei starken 33 bis 34 Prozent. Bei den anderen Parteien schwanken die Werte je nach Institut, die SPÖ kommt (mit im Schnitt 26 Prozent und Umfrage-Ausreißern nach oben und unten) weiterhin nicht so recht vom Fleck. Das gilt auch für die FPÖ, für die ihre durchschnittlich stabilen 24 Prozent aber eine sehr gute Nachricht sind, weil es bisher trotz des Regierungseintritts und manch unpopulärer Maßnahmen statt der allseits gewohnten Frontal-Opposition bisher nicht steil nach unten ging.

Dank der Frustration der Bevölkerung über rot-schwarzen Dauerstreit, einer blendenden Konjunktur und einer vor allem mit sich beschäftigten Opposition (bis hin zur sich selbst zerfleischenden Liste Pilz) erwischte Kanzler Kurz traumhafte Startbedingungen. Jetzt hat er über sechs Monate mit der EU-Ratspräsidentschaft auch die Möglichkeit, wiederholt international zu glänzen. Bei der harten Migrationspolitik schwenken immer mehr Länder auf diesen Kurs ein. Sonnenkönig Kurz, der bisher in Teflon-Manier vieles an Kritik abprallen ließ, wird sich trotzdem mit einigen Baustellen auseinandersetzen müssen. Die interne Zusammenarbeit mit der FPÖ mag ja weit besser laufen als vorher mit der SPÖ. Das darf aber nicht dazu führen, dass unsägliche Attacken wie jene von FPÖ-General Harald Vilimsky auf EU-Kommissionspräsident Juncker einfach hingenommen werden. Schweigen ist hier absolut fehl am Platz. Solche Ausraster abzustellen, ist auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gefordert. Auf Dauer wenig klug erscheint auch der beim Beschluss für flexiblere Arbeitszeiten gewählte Weg, die Neuregelung ohne Begutachtung und Einbindung der Sozialpartner durchzupeitschen – auch wenn Letztere vorher bei dieser Frage in den letzten Jahren versagt haben. Das Gesetz wird kommen, ob gestreikt wird, scheint noch offen. In den Lohnrunden im Herbst dürfte die Gewerkschaft jedenfalls umso mehr versuchen, Muskeln zu zeigen.

Wohl am meisten zu schaffen macht dem Kanzler aber der wachsende Widerstand gegen Reformen aus den eigenen Reihen. Türkis war wohl doch nur die Modefarbe zur Wahl, jetzt pochen schwarze Bünde und vor allem auch die Ländervertreter wie gewohnt auf ihre Interessen. Wenn es um Einfluss und ums Geld geht, hat die Partei-Disziplin eben rasch Grenzen. Und das wird Kurz künftig noch sehr zu schaffen machen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Dragan Tatic, CC BY 2.0 / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" von Alois Vahrner "Druck auf den Sonnenkönig wächst "
22.01.2020

In jeder Hinsicht unbefriedigend

Die Ombudsfrau und Autorin Susanne Wiesinger zeigt punktgenau auf, wo Schwachstellen in der Schulbürokratie die Arbeit für die Kinder behindern. Wie sie das macht, ist Teil des Problems und nicht der Lösung Die Ombudsfrau und Autorin Susanne Wiesinger zeigt punktgenau auf, wo Schwachstellen in der Schulbürokratie die Arbeit für die Kinder behindern. Wie sie das macht, ist Teil des Problems und nicht der Lösung

Susanne Wiesinger gelingt, was wenige Autorinnen schaffen. Auch ihr zweites Werk produziert Schlagzeilen, noch bevor es in den Buchhandlungen aufliegt. War es vor zwei Jahren die Warnung vor einem kulturell-religiösen Konflikt in Schulen und Klassenzimmern, nimmt die Lehrerin nun die Schulbürokratie ins Visier. Sie wirft den Verantwortlichen auf allen Ebenen vor, Parteiinteressen über das Wohl der Schüler, Eltern und Pädagogen zu stellen.

Der Befund ist in seinem Kern nicht neu. ÖVP und SPÖ haben einander in all den Jahren der großen Koalition in Bildungsfragen nie verstanden. Das Ergebnis sind zersplitterte Zuständigkeiten und halbherzige Kompromisse, die allen Beteiligten das Leben schwer machen.

Oder die Deutschförderklassen, ein Lieblingsprojekt von Minister Heinz Faßmann, das aber von vielen Praktikern bis hin zur schwarzen Lehrergewerkschaft kritisiert wird. Oder. Oder. Das Buch Wiesingers müsste ein Weckruf sein. Die Bildungspolitik gehört aber zu jenen Bereichen, in denen die neuen Koalitionspartner ÖVP und Grüne besonders weit voneinander entfernt sind.

Das eigentliche Problem ist aber ein anderes: Wiesinger hat das Buch geschrieben, während sie als Ombudsfrau für das Ministerium unterwegs war. Mit ihrem islamkritischen ersten Buch ist sie bei Türkis (und Blau) wegen ihrer Warnung vor dem Islam gut angekommen. Sie beschreibt selbst, wie sie mit ihrer früheren politischen Heimat bei den roten Gewerkschaftern gebrochen hat.

Diesen Schwung wollte Faßmann nützen – Wiesinger spielte mit. Nun bricht sie mit den Türkisen, denen sie vorwirft, die versprochene Unabhängigkeit nicht gehalten zu haben. Wiesinger weiß, wie sie Aufmerksamkeit bekommt. Kritik an der „Message Control“ von Sebas­tian Kurz & Co. ist ein Selbstläufer.

Wenn es ihr um die Sache geht, ist das Vorgehen der Autorin aber genauso negativ zu bewerten wie die Zustände, die sie beschreibt. Faßmann und sein Minis­terium müssen es geradezu als Affront auffassen, wenn Wiesinger gleichzeitig mit ihrem offiziellen Bericht ein nicht autorisiertes Buch über die parteipolitische Vereinnahmung in der Bildungspolitik veröffentlicht.

Vereinfacht gesprochen, hat sie sich aus Sicht der Türkisen auf die Seite der politischen Gegner gestellt. Und denen hat eine Regierung, egal welcher Farbe, noch nie zugehört. Leider.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Gemeinfrei / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von WOLFGANG SABLATNIG
29.12.2019

Schluss mit der Instrumentalisierung von Kindern für politische Zwecke!

"Es ist schäbig, Kinder für politische Zwecke zu instrumentalisieren." "Es ist schäbig, Kinder für politische Zwecke zu instrumentalisieren."

Anlässlich des neuesten Skandals beim deutschen öffentlich-rechtlichen WDR, wo der Kinderchor des Senders in einem abgewandelten Lied von der Oma als „alte Umweltsau“ singt, fordert FPÖ-Bundesparteiobmann NAbg. Norbert Hofer Konsequenzen auch für Österreich. Es müsse auch Schluss damit sein, dass Kinder regelmäßig während der Schulzeit mit Genehmigung der Schulleitungen demonstrieren gehen.

„Es ist schäbig, Kinder für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Der WDR-Skandal ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn hier wird die ältere Generation, die unter verheerenden Bedingungen und in großer Armut unser Mitteleuropa aufgebaut hat, verunglimpft. Es ist an Niedertracht nicht zu überbieten, dass heute Sendungsverantwortliche eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks Kinder dafür missbrauchen, ältere Menschen, die kilometerweit in die Schule zu Fuß gehen mussten, zu verhöhnen. Dieser Sender sollte sich für sein übles Machwerk schämen“, so Hofer, der hofft, dass dieser Skandal nicht nur die Menschen in Deutschland aufweckt, sondern auch in Österreich.

„Die Heuchelei bei diesem Thema zeigt sich an der Tatsache, dass ein Teil der jungen Generation, der heute demonstrieren geht und den Großeltern die Schuld am Klimawandel gibt, selbst beispielsweise gerne auf Kunstschnee Schi fährt, mit den Eltern auf Urlaub fliegt oder ein Smartphone aus China benutzt und damit gewaltigen CO2 Ausstoß produziert. Diejenigen, die dieses System kritisieren, bedienen sich selbst dieses Systems. Das ist nur mehr absurd“, kritisiert Hofer weiter.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Screenshot WDR / youtube
26.12.2019

Warten auf die neue Regierung

Die abrupt geplatzte türkis-blaue Koalition hinterließ viel Stückwerk. Türkis-Grün sollte bald stehen und ist aufgefordert, nachhaltiger zu reformieren. Die abrupt geplatzte türkis-blaue Koalition hinterließ viel Stückwerk. Türkis-Grün sollte bald stehen und ist aufgefordert, nachhaltiger zu reformieren.

Die abrupt geplatzte türkis-blaue Koalition hinterließ viel Stückwerk. Türkis-Grün sollte bald stehen und ist aufgefordert, nachhaltiger zu reformieren.

Wegen hoher Übereinstimmung in den Wahlprogrammen gingen vor zwei Jahren die Verhandlungen von ÖVP und FPÖ wirklich fast zack-zack-zack. Angekündigt als Reform-Koalition und für mindestens zwei Legislaturperioden, also zehn Jahre. Der Reformzug ist nach Auffliegen des Ibiza-Skandals aus den Gleisen gesprungen. So blieb vieles, etwa die Steuerreform, nur Stückwerk. Etliche Änderungen in der Sicherheits-, Sozial- und Standortpolitik wurden (vieles davon politisch umstritten, aber in der Bevölkerung großteils mehrheitsfähig) von den Höchstgerichten zumindest teilweise gekippt, anderen droht dieses Schicksal noch.

Wegen der internen Turbulenzen und des miserablen Bildes, das derzeit SPÖ und FPÖ abgeben, scheint es momentan zu einer Koalition der beiden Wahlsieger ÖVP und Grünen keine Alternative zu geben. Wohl noch vor Monaten hätten Funktionäre der beiden Parteien dies auch wegen der großen inhaltlichen Differenzen als völlig unrealistisch angesehen. Jetzt steht man offenbar knapp vor einem Abschluss, möglicherweise bereits in den kommenden Tagen. Auch in der Gunst der Bevölkerung (das bewies auch die aktuelle TT-Umfrage) liegt Türkis-Grün mittlerweile klar vorne. Was offenbar auch in der neuen Farbenlehre weiterhin sehr gut funktioniert, ist die Message Control. Inhalte aus Verhandlerkreisen dringen so gut wie gar keine nach außen.

Weiterhin klarer Fokus auf Sicherheit, Wohlstand und Standort, aber deutlich mehr tun für die Umwelt und das Klima – in diesem Rahmen wird sich die neue Koalition bewegen müssen. Was die Dauer der neuen Polit-Ehe und die Haltbarkeit der Reformen betrifft, hat die Vorgänger-Koalition die Latte nicht besonders hoch gelegt.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG Leitartikel von Alois Vahrner
05.12.2019

SPÖ kündigt alle Berater-Verträge

Bundesgeschäftsführer Deutsch: "Wir werden alle Beraterverträge mit Ende der Kündigungsfrist auflösen. Wenn es geht, auch früher." Bundesgeschäftsführer Deutsch: "Wir werden alle Beraterverträge mit Ende der Kündigungsfrist auflösen. Wenn es geht, auch früher."

Wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, wird die SPÖ alle Berater-Verträge kündigen. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch bestätigt das in ÖSTERREICH: "Wir werden alle Beraterverträge mit Ende der Kündigungsfrist auflösen. Wenn es geht, auch früher." Das wird Deutsch bei der Sitzung des SPÖ-Vorstands am kommenden Montag bekannt geben.

Auch der Vertrag des viel kritsierten Beraters von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, Nedejlko Bilalic, sei davon betroffen. Bilalic hat für seine Leistungen 24.000 Euro pro Monat kassiert. Deutsch erläuterte, dass die Kündigungsfrist ein halbes Jahr betrage, der Vertrag von Bilalic also spätestens Ende Juni 2020 auslaufen werde. Der verkündete Plan, den Vertrag bis Ende 2020 zu „strecken“ und dafür auf 8.000 Euro zu kürzen, ist vom Tisch. „Das war nur eine Variante“, erklärt Deutsch.

Auch der „Leistungsvertrag“ mit der Leykam Medien AG (Geschäftsführer Parteirebell Max Lercher) wird Mitte 2020 auslaufen. Bestehen bleiben nur Verträge für Steuerberater und IT-Betreuung.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: gemeinfrei
05.12.2019

VfGH entscheidet über Shisha-Lokale - jetzt ist die Politik am Zug

Mit keinem Wort geht der Verfassungsgerichtshof auf die ausführlich dargestellten verfassungsrechtlichen Bedenken der Antragsteller ein, mit welchen dargestellt wurde, dass die Situation für die Shishabarbetreiber völlig anders ist, als für die herkömmliche Gastronomie Mit keinem Wort geht der Verfassungsgerichtshof auf die ausführlich dargestellten verfassungsrechtlichen Bedenken der Antragsteller ein, mit welchen dargestellt wurde, dass die Situation für die Shishabarbetreiber völlig anders ist, als für die herkömmliche Gastronomie

Für den Präsidenten des Verbandes der Shishabar-Betreiber Österreichs (VSBÖ) Jakob Baran ist die Sache klar: „Die Politik ist am Zug!“. Auch der Anwalt des VSBÖ, Dr. Gabriel Lansky, sieht dies so: „Der Verfassungsgerichtshof verweist auf den Gesetzgeber – dieser ist am Zug!“

In einem – wie Baran und Lansky festhalten – außerordentlich enttäuschenden Beschluss des Verfassungsgerichtshofs hat dieser die Individualanträge des VSBÖ mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Regelung, welche tausenden Menschen die Existenz kostet, im Rahmen des rechtspolitischen Ermessungsspielraumes liegen würden.

Mit keinem Wort geht der Verfassungsgerichtshof auf die ausführlich dargestellten verfassungsrechtlichen Bedenken der Antragsteller ein, mit welchen dargestellt wurde, dass die Situation für die Shishabarbetreiber völlig anders ist, als für die herkömmliche Gastronomie. In dem einen Fall wurde nämlich vom Gesetzgeber bloß eine Nebentätigkeit verboten und in dem anderen Fall – völlig undifferenziert – mussten ganze Betriebe schließen. Insbesondere hat der Verfassungsgerichtshof auch darauf verzichtet, die von den Beschwerdeführern ausführlich dargestellten Bedenken gegen die extrem kurze Zeit in der Übergangsregelung (gerade einmal drei Monate) die Verfassungswidrigkeit zu prüfen. Dies hat insbesondere dazu geführt, dass die betroffenen Unternehmer langfristige Verträge kurzfristig auflösen mussten und hohe Investitionen von heute auf morgen verloren gegangen sind.

Der VSBÖ fordert vom österreichischen Gesetzgeber und damit von allen politischen Parteien im Nationalrat, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden und sicherzustellen, dass im Rahmen des nunmehrigen gesetzgeberischen Spielraumes eine faire Lösung gefunden wird, die gleichzeitig dem Nichtraucherschutz und damit dem Gesundheitsanliegen der österreichischen Bevölkerung, wie auch den Interessen der Unternehmen entspricht.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: BlaBerTo, CC BY-SA 3.0
18.11.2019

Mahrer: Verbot der Identitären unumgänglich

Mahrer: Verbot der Identitären unumgänglich Mahrer: Verbot der Identitären unumgänglich

„Ein Verbot der Identitären ist nach den neuen Erkenntnissen zum Brandanschlag auf ein Asylheim unumgänglich. Dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Mitglieder der Identitären Bewegung handelt, zeigt, welche Gefahr von dieser Organisation ausgeht“, so Karl Mahrer, Sicherheitssprecher der Volkspartei.

„In solchen Fällen müssen wir als Gesellschaft und als Politik eine ganz klare rote Linie ziehen. Extreme und gewaltbereite Strömungen sind Gift für unser Land und dürfen in Österreich keinen Platz haben. Da machen wir keinen Unterschied ob vermeintlich religiös, links oder rechts“, so Mahrer abschließend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Ataraxis1492 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
03.11.2019

Blaue Eliten als Ernstfall

Parteichef Norbert Hofer kann seit Amtsantritt nur die Bilanz eines Gescheiterten ziehen. Parteichef Norbert Hofer kann seit Amtsantritt nur die Bilanz eines Gescheiterten ziehen.

Die freiheitlichen Partei-Eliten sind dafür verantwortlich, dass braune Sümpfe nicht austrocknen. Hofer und Co. müssten sich nämlich von sich selbst distanzieren, weil sie nach wie vor Teil der Burschenschaften bzw. eng mit ihnen verbunden sind.

Unter Jörg Haider ist die FPÖ auseinandergebrochen, mit Norbert Hofer ist sie handlungsunfähig geworden. Das dritte Lager, ob freiheitlich, national oder konservativ, sollte eigentlich den jahrzehntelangen Proporz von SPÖ und ÖVP aufbrechen. Mit der Systemkritik an den Gagen der Arbeiterkämmerer hielt Haider 1994 den rot-schwarzen „Bonzen“ das berüchtigte Taferl vor Augen, sechs Jahre später schafften es die Freiheitlichen dann in die Regierung. Aber damals wie heute sind sie als Regierungspartei gescheitert. Weil die Partei-Eliten den Wählern etwas vorgaukeln, was sie selbst nicht einhalten.

Sie sind Nehmer (Spesenritter Philippa und Heinz-Christian Strache), Umfärber (von der Nationalbank bis zu den ÖBB), betreiben Günstlingswirtschaft (hochbezahlte Jobs im Innenministerium und generell in ihren Regierungsbüros) und die Führungskader pflegen enge Verbindungen zu deutsch-nationalen bzw. schlagenden Burschenschaften. Daher gelingt es der FPÖ bis heute nicht, sich davon zu trennen und die braunen Sümpfe in ihren Reihen endlich trockenzulegen.

Denn zu viel „Partei-Intelligenz“ ist aus den akademisch Schlagenden oder Pennäler-Corps hervorgegangen. Das Problem in der FPÖ sind ihre „A-Schichten“, die Gebildeten auf den blauen Mandaten, Sitzen und Funktionärsrängen.

Norbert Hofer, Mitglied der pennal-conservativen Burschenschaft Marko-Germania, oder Tirols Parteichef Markus Abwerzger (Skalden) müssten sich somit eigentlich von sich selbst distanzieren. Wie aber soll das möglich sein, ohne den bierdunstgeschwängerten „Männerbünde sind Lebensbünde“-Appellen abzuschwören? So widerlich, rassistisch, sexistisch und antisemitisch der jüngste Liederbuch-Skandal in der Steiermark auch ist – er steht stellvertretend für ein systemimmanentes Problem in der FPÖ.

Ibiza offenbart die bodenlose Verhöhnung durch die soziale Heimatpartei, hat doch ihr Ex-Chef Strache Österreich zum Verkauf angeboten. Frei nach dem Motto „Wenn wir einmal regieren“. Die bewusste Nähe zu den rechtsextremen Identitären oder den Burschenschaften ist allerdings in der FPÖ tief verwurzelt. Solange Hofer zögert, und das tut er, wird sie weiter wurzeln.

Von den braunen „Viel-Einzelfällen“ über Ibiza und die Straches:

Parteichef Norbert Hofer kann seit Amtsantritt nur die Bilanz eines Gescheiterten ziehen. Am Ende bleibt faktisch nur basses Erstaunen übrig. Wie konnte eine solche Partei überhaupt regierungsfähig gemacht werden und Koalitionspartner in einer Bundesregierung sein?

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Bwag/CC-BY-SA-4.0 / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von PETER NINDLER
13.10.2019

Spielmacher auf harter Teamsuche

Kurz steht aus ÖVP-Sicht bei der Koalitionssuche vor einer „Auswahl aus Pest, Cholera und Ebola“. Kurz steht aus ÖVP-Sicht bei der Koalitionssuche vor einer „Auswahl aus Pest, Cholera und Ebola“.

Der Wahltriumph für Kurz vor zwei Wochen war noch deutlicher ausgefallen als in den Umfragen verheißen. Und klar war umgehend: Der nächste Bundeskanzler wird Kurz heißen, weil gegen die ÖVP keine Koalition realistisch machbar ist. Das vermeintliche Traumresultat hat freilich für die Türkisen große Tücken, fast paradoxerweise wegen des eigenen großen Erfolgs.

Die SPÖ fiel auf das historisch schlechteste Ergebnis, die FPÖ stürzte massiv ab. Damit hat es Kurz mit zwei potenziellen Koalitionspartnern zu tun, die vor allem mit der eigenen Krise beschäftigt sind, und das auch noch länger. Die FPÖ will im Moment gar nicht mit Kurz sondieren, für die SPÖ ist eine Koalition mit dem von ihr noch kürzlich abgewählten Kanzler Kurz eine kaum weniger bittere Pille als das Schmoren auf der Oppositionsbank. Zudem sind bei ÖVP und SPÖ auf beiden Seiten viele Wunden noch keineswegs verheilt.

Bliebe Kurz als dritte Variante eine Ehe mit den Grünen oder auch eine Dreiervariante mit Grünen und NEOS. „Spannend“, lauteten Kommentare, aber inhaltlich ist diese Allianz der Wahlsieger wohl am allerschwersten zu schaffen. Zwischen dem von Kurz postulierten Mitte-rechts-Kurs und den Inhalten der Grünen liegen teils halbe Welten. Diese zu überbrücken, setzt großen Willen aller Seiten voraus – und (siehe Schwarz-Grün in Tirol) gegenseitiges Grundvertrauen der Parteispitzen.

Politik-Experte Thomas Hofer hat es jüngst sehr pointiert erklärt:

Kurz steht aus ÖVP-Sicht bei der Koalitionssuche vor einer „Auswahl aus Pest, Cholera und Ebola“.

Die Bevölkerung erwartet trotzdem einen Abschluss in absehbarer Frist. Eine Minderheitsregierung, bei der Kurz den Parteien-Dompteur spielt, wäre keine Lösung, sondern nur Garant für die nächste baldige Neuwahl.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG AM SONNTAG, Leitartikel von Alois Vahrner
09.09.2019

Hofer schlägt Kompromiss beim Rauchverbot vor

Rauchen ab 20 oder 21 Uhr Rauchen ab 20 oder 21 Uhr

Im Interview für die Sonntagsausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH bekräftigt FPÖ-Chef Norbert Hofer, dass die FPÖ das Rauchverbot in Lokalen kippen wolle, wenn sie wieder Regierungsverantwortung erlangt. Allerdings nicht ganz. Hofer schlägt einen Kompromiss vor: "Unser Vorschlag sieht vor, dass man ab einer gewissen Uhrzeit das Rauchen erlaubt - eben, wenn keine Kinder mehr im Lokal sind." Der FPÖ-Chef denkt dabei an "20 oder 21 Uhr": "Und nur in Bereichen, die vorher als Raucherbereiche definiert wurden."

Das von ihm geforderte Durchgriffsrecht in der Partei bedeute auch, so Hofer, dass "der FPÖ-Chef, wenn etwas passiert, jedes Parteimitglied bei Gefahr in Verzug ausschließen" könne. Der oberösterreichische Landesrat Klinger, der von "Mischkulturen" gesprochen hat, sei dafür kein konkreter Anlassfall. Hofer: "Er gar sich entschuldigt ... Ich habe mich aber schon sehr gewundert über diese Aussage."

Skeptisch zeigt sich Hofer, was eine Kandidatur von Heinz Christian Strache bei der Wien-Wahl betrifft, denn, so bekräftigt er:

"Für mich ist eine Rückkehr kein Thema, solange es rechtliche Probleme rund um das Video gibt." Und da werde sich erst zeigen, ob die Ermittlungen bis Herbst 2020 abgeschlossen werden könnten. Hofer:

"Ich weiß nicht, wie schnell die Justiz handelt - aber knapp wird es auf jeden Fall."

Einen Parteiausschluss seines früheren Parteiobmanns Heinz Christian Strache lehnt Hofer weiter ab: "Es war parteischädigendes Verhalten. Er hat aber davor für die Partei sehr viel geleistet. Deshalb wurde er nicht ausgeschlossen."

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
20.03.2019

Finanzminister ruft Expertengruppe zur nationalen Digitalsteuer ein

Finanzminister ruft Expertengruppe zur nationalen Digitalsteuer ein Finanzminister ruft Expertengruppe zur nationalen Digitalsteuer ein

Beim gestrigen erstmaligen Zusammentreffen der Expertengruppe rund um die Digitalsteuer, diskutierten Schlüsselakteure der Medien- und Internetbranche erstmals über die genaue Ausgestaltung der nationalen Digitalsteuer mit Finanzminister Hartwig Löger. Vertreter des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP), des ORF, der Internetoffensive Österreich, des Interactive Advertisting Bureau Austria (IAB) und der Wirtschaftskammer Österreich fanden sich gemeinsam mit Experten aus dem Finanzministerium und Medienministerium für einen nationalen Schulterschluss für mehr Steuergerechtigkeit im BMF ein.

Finanzminister Löger: „Die Zielsetzung ist für uns ganz klar: Wir wollen mehr Steuergerechtigkeit und Wettbewerbsgleichheit zwischen traditioneller und digitaler Wirtschaft. Daher haben wir heute die Meinungen von einer breiten Vielfalt an österreichischen Schlüsselakteuren eingeholt, um eine zielgerichtete Umsetzung gewährleisten zu können. Ich bin zuversichtlich, dass wir bereits in den nächsten Wochen konkrete Ergebnisse liefern können.“

Die Diskussion der Expertengruppe richtete sich dabei auf die Digitalsteuer auf Umsätze im Bereich der Online-Werbung. Als Basis wurde der Ministerratsvortrag vom 11. Jänner herangezogen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: BMF/Bruckberger
28.10.2019

Umfrage: 35% wünschen sich „mehr Tempo“ bei den Sondierungsgesprächen

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner neuen Ausgabe berichtet, wünschen sich 35 Prozent der Österreicher „mehr Tempo“ bei den Sondierungsgesprächen zwischen ÖVP und Grünen.

Laut der vom Meinungsforschungsinstitut unique research für „profil“ durchgeführten Umfrage stimmt eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten jedoch der Aussage zu, dass eine solide Regierungsbildung Zeit brauche.

Besonders ungeduldig sind die FPÖ-Wähler, die zu 54 Prozent raschere Sondierungen fordern. Mehr als zwei Drittel der ÖVP-und Grünen-Sympathisanten gönnen „ihren“ Verhandlern dagegen mehr Zeit.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
05.06.2019

Lächerlich

Staatspolitische Verantwortung, wie sie vom Bundespräsidenten mehrfach eingemahnt wurde, legen Rot und Blau so jedenfalls nicht an den Tag. Staatspolitische Verantwortung, wie sie vom Bundespräsidenten mehrfach eingemahnt wurde, legen Rot und Blau so jedenfalls nicht an den Tag.

Zwischen Stichtag und Wahltag müssen 82 Tage liegen, besagt die Nationalratswahlordnung. Das sind fast drei Monate, man könnte auch sagen, das ist beinahe ein Jahresviertel. Hätte man im Nationalrat umgehend mit dem Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition gehandelt und einen Wahltag festgelegt, würde man nicht mehr als vier Monate auf den Urnengang warten müssen.

Es ist einfach lächerlich, wenn der Vize-Klubchef der SPÖ den späten Wahltermin damit begründet, dass die Wähler die Möglichkeit haben sollen, „sich über Positionen und Pläne der Parteien ausreichend zu informieren“. Und ebenso lächerlich ist es angesichts des Fristenlaufs, den 15. September als „überhasteten Wahltermin direkt nach Schulbeginn“ abzulehnen.

Gemessen daran, dass es SPÖ und FPÖ beim Sturz der Regierung gar nicht schnell genug gehen konnte, ist das Herumlavieren beim Wahltermin und dessen Hinauszögern schlicht nicht argumentierbar. Natürlich geht es den Kanzler-Stürzern ausschließlich darum, das derzeitige Stimmungshoch der ÖVP möglichst abflachen zu lassen. Staatspolitische Verantwortung, wie sie vom Bundespräsidenten mehrfach eingemahnt wurde, legen Rot und Blau so jedenfalls nicht an den Tag.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Oö. Volksblatt von Markus EBERT
20.05.2019

Und keiner will’s gewesen sein

Nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition von Sebastian Kurz positionieren sich die bisherigen Partner neu. Fest steht: Der Harmonie wird unerbittliche Konfrontation folgen. Aber Läuterung? Einsicht? Keine Spur. Nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition von Sebastian Kurz positionieren sich die bisherigen Partner neu. Fest steht: Der Harmonie wird unerbittliche Konfrontation folgen. Aber Läuterung? Einsicht? Keine Spur.

Nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition von Sebastian Kurz positionieren sich die bisherigen Partner neu. Fest steht: Der Harmonie wird unerbittliche Konfrontation folgen. Aber Läuterung? Einsicht? Keine Spur.

Der Rosenkrieg wird auf offener Bühne ausgetragen: Sebastian Kurz nutzte am Samstagabend die ZiB, um seine Absage an die Freiheitlichen unters Wahlvolk zu bringen. Ja, die FPÖ sei nach der Wahl 2017 die einzige Partei gewesen, die für eine Zusammenarbeit zu haben gewesen sei. Aber die Einzelfälle! Das Rattengedicht! Und nun das Ibiza-Video! Er, Kurz, habe im Interesse des Erfolges viel ausgehalten. Aber jetzt sei es genug.

Fast 1,9 Millionen Menschen allein im ORF haben diesen Auftakt zum türkisen Wahlkampf live im Fernsehen verfolgt.

Die Antwort der Blauen gibt einen Vorgeschmack auf das, was an Konfrontation auf uns zukommt. Wir, die Freiheitlichen, hätten ja weiterregieren wollen. Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus hätten genau deshalb die Verantwortung übernommen und seien zurückgetreten.

Die EU-Kandidatin Petra Steger verstieg sich sogar zur Bemerkung, dies sei ein „großer, selbstloser Schritt“ Straches gewesen – als ob dieser eine andere Möglichkeit gehabt hätte, nachdem er in einem Anfall von Leichtsinn und Dummheit sein Innerstes nach außen gekehrt hat.

Abgesehen von diesem unwürdigen Spiel, das dem Ende der verordneten Harmonie folgt: Der kritische Blick auf die vergangenen eineinhalb Jahre fehlt auch bei Kurz, wenn dieser meint, nun schade die FPÖ wirklich dem Ansehen des Landes.

Erst jetzt? Wie oft haben sich andere fremdschämen müssen, als es nicht möglich war, für nicht einmal 1000 Lehrlinge eine humanitäre Lösung zu finden? Als der ORF unerbittlich attackiert wurde? Als der Innenminister aus einer Laune heraus die Asyl-Erstaufnahmestellen zu „Ausreise­zentren“ erklärte? Als der Ton von der Regierungsbank in Richtung Abgeordnete immer rotziger wurde? Als der Verfassungsschutz beschädigt wurde?

So wie die Blauen sich bei Strache und Gudenus abputzen, genauso putzt sich Kurz jetzt an den Blauen ab. Dabei wären Einsicht und Läuterung erste Schritte zu einer Politik, die geeignet wäre, im Sinne von Bundespräsident Alexander Van der Bellen das Vertrauen wiederherzustellen.

Alles andere wird nach der Wahl im September ohnehin schwer genug. Denn auch die Gräben zwischen ÖVP und SPÖ sind tief wie schon lange nicht. Und ob andere Mehrheiten möglich sein werden, ist ungewiss. Nach dem Selbstfaller Straches wird ein neuer Ausweg aus dem langjährigen Polit-Patt nötig sein.

Der schwarz-türkis-blaue Weg mag als solcher erschienen sein, hat sich aber als nicht tragfähig erwiesen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: Rainer Sturm / pixelio.de / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von WOLFGANG SABLATNIG
07.08.2018

Keine Toleranz bei Sozialbetrug und E-Card-Missbrauch

Keine Toleranz bei Sozialbetrug und E-Card-Missbrauch Keine Toleranz bei Sozialbetrug und E-Card-Missbrauch

„Das Sozialsystem muss nicht nur effizienter, sondern auch sicherer werden. Die Bundesregierung hat sich bereits darauf verständigt, dem E-Card-Missbrauch entgegen zu wirken. Ab 2020 kommt das Foto auf die E-Card. Nun sollten auch die letzten Kritiker von der Notwendigkeit dieser Maßnahme überzeugt sein“, so Karl Nehammer, Generalsekretär der Volkspartei. Nehammer weiter: „Wer einmal unseren Sozialstaat ausnützt, der muss mit harten Sanktionen rechnen.“ Er reagiert damit auf den bekanntgewordenen Betrugsfall in Tirol. Hier soll durch die verbotene Weitergabe der E-Card ein Schaden von mindestens 50.000 Euro entstanden sein. In den letzten Jahren häuften sich die Berichte über derartige Vorfälle. Jährlich werden 200.000 E-Cards verloren und 43.000 sogar gestohlen. „Betrugsfälle dieser Art gehen auf Kosten der Allgemeinheit und aller Beitragszahler. Das kann so nicht hingenommen, sondern muss hart sanktioniert werden“, so Nehammer.

Studien bestätigen seit Jahren, dass es im Bereich der Sozialversicherung erhebliche Effizienzpotenziale gibt. Zudem ortet Nehammer auch Sicherheitslücken im System. „Wir sind gegenüber den Versicherten in der Pflicht, das beste, effizienteste und sicherste Sozialversicherungssystem zur Verfügung zu stellen. Hier haben wir viel Aufholbedarf."

Die freiheitliche Sozialsprecherin NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch forderte bereits seit 2006 eine Personalisierung der e-card, um Sozialbetrügern das Handwerk zu legen. „Diese Forderung wurde aber von der SPÖ belächelt und lächerlich gemacht. Doch der aktuelle Fall in Innsbruck zeigt auf wie einfach es in Österreich ist, mit der Karte zu betrügen und das Sozialsystem zu schädigen. Wenn nur eine Person einen Schaden von 50.000 Euro verursachen kann, ist es leicht nachvollziehbar in welcher schwindelerregender Höhe sich die reale Summe befinden muss.“

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
24.07.2018

Ehrliches Hinsehen

Die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen ist weder einfach noch trivial. Die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen ist weder einfach noch trivial.

Die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen ist weder einfach noch trivial. Dennoch ist sie notwendig, denn Integration ist wesentlich für das Funktionieren einer Gesellschaft. Die Tatsache, dass sich dabei laut Studie vor allem türkischstämmige Menschen statistisch gesehen schwerer tun als Einwanderer anderer Nationalitäten, verdient daher Beachtung. Es verwundert auf den ersten Blick, dass ein vergleichsweiser großer Prozentsatz den fundamentalistisch-islamischen Umbau in der Türkei gutheißt und dem dortigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zujubelt, zugleich aber in Österreich oder Deutschland alle Vorzüge einer offenen Gesellschaftsordnung mit jenen Freiheiten genießt, die Erdogan in seinem Land beschneidet.

Dabei geht es nicht um Verallgemeinerungen, sondern um Statistik, aus der es Schlüsse zu ziehen gilt: Dazu gehört, Kontakt und Diskussion mit türkischen Vereinen zu suchen. Denn derer gibt es viele und sie spielen eine wichtige Rolle, weil sie beeinflussen, ob ihre Mitglieder westliche Werte akzeptieren und sich auf die Gesellschaft ihres Gastlandes einlassen. Das Aufeinander-Zugehen soll ein offenes sein, aber kein naives: Wenn nötig, muss man entschieden zeigen, dass ein Hintertreiben der geltenden Gesetze und Werte unter keinen Umständen toleriert wird. Dies hat mit Fremdenfeindlichkeit nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Es entzieht ihr die Grundlage.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Neues Volksblatt: "Ehrliches Hinsehen" (von Christian HAUBNER)
07.01.2020

Chancen von Rot und Blau

SPÖ und FPÖ haben vieles gemein. SPÖ und FPÖ haben vieles gemein.

SPÖ und FPÖ haben vieles gemein. Sie haben sich selbst ein gutes Wahlergebnis vereitelt. Die Blauen mit der Ibiza-und Spesen-Affäre Heinz-Christian Straches, die Roten mit ihrer Unfähigkeit, aus dem Scheitern des türkis-blauen Bunds Polit-Kapital zu schlagen.

Und so sind sie in Sachen Regierung außen vor. Das Dasein abseits der Ministerien ist aber auch eine Chance für die beiden Parteien – sofern sie sich nicht dauerhaft mit sich selbst, sondern mit dem Wirken der türkis-grünen Koalitionäre beschäftigen. Wenn die Freiheitlichen eines können, dann ist es Opposition.

Mit Klubchef Herbert Kickl haben sie einen Scharfzüngigen, dem es gelingen kann, langjährige Sympathisanten, die bei der vergangenen Wahl zur ÖVP übergelaufen sind, zur FPÖ zurückzuholen – weil Kanzler Sebastian Kurz mit den Grünen asyl- und migrationspolitisch nicht so handeln kann, wie er es mit dem vormaligen Partner getan hat.

Die SPÖ könnte sich zunutze machen, dass manch Grün-Wähler vor allem den im Regierungspakt festgelegten Asyl- und Migrationskurs nicht goutiert. Mit Gezeter gegen die neuen Machthaber wird aber weder diese noch jene Oppositionspartei aus ihrer Notlage kommen. Inhaltlich Handfestes müssen Rote und Blaue bieten. Alternativen, die mehr als Überschriften sind. Und das bald – im Hinblick auf den heurigen Wiener Urnengang. Der ist nicht nur eine Kommunalwahl, es ist ein Stimmungstest für alle Parteien.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Kommentar von KARIN LEITNER
29.12.2019

Demokratie statt „Alles oder nichts“

Türkis und Grün stehen vor einer Koalitions-Einigung – und müssen dabei beide Abstriche machen Türkis und Grün stehen vor einer Koalitions-Einigung – und müssen dabei beide Abstriche machen

Türkis und Grün stehen vor einer Koalitions-Einigung – und müssen dabei beide Abstriche machen. Trotzdem ist das ein gutes Zeichen für Österreichs Politik.

Scheinbar nur eine Frage von Tagen ist ein endgültiger Durchbruch für eine bis vor Kurzem noch für kaum denkbar gehaltene Koalition von ÖVP und Grünen. Was auf Länderebene schon mehrfach nicht schlecht funktioniert hat (etwa in Oberösterreich) bzw. noch funktioniert (in Tirol, Vorarlberg oder in Salzburg, hier auch noch mit den NEOS), steht nun auch im Bund bevor.

Türkis-Grün würde zum europaweit beachteten Pilotmodell – ein Elchtest gerade auch für Deutschland, wo die GroKo (Große Koalition) aus Union und SPD jederzeit platzen kann und nach den Umfragen eine Koalition von CDU/CSU mit den Grünen nach dann österreichischem Vorbild schon zur wahrscheinlichsten Variante wurde.

Österreich überstand die Folgen des unsäglichen Ibiza-Skandals auch dank Bundespräsident Van der Bellen und der Regierung Bierlein recht unbeschadet. Jetzt braucht es aber wieder echte Politik, auch mit Ecken und Kanten. Eine Einigung von ÖVP und Grünen ist wegen der großen inhaltlichen Differenzen ungleich schwieriger als 2017 von ÖVP und FPÖ, wo große Teile der Programme sehr ähnlich waren und man eher über Fragen wie ein Aus des Rauchverbotes ringen musste.

Kommt es jetzt zum fast schon alternativlosen Türkis-Grün, werden auch Wähler beider Seiten unzufrieden sein. Ja, die Grünen als 14-Prozent-Partei werden nicht 100 Prozent ihrer Forderungen durchbringen, und auch die mit fast 38 Prozent fast dreimal so große ÖVP ist von einer absoluten Mehrheit weit entfernt. Demokratie erfordert Gesprächs- und letztlich auch konstruktive Kompromissbereitschaft in der Politik. Sonst wandelt man am Rande der Unregierbarkeit und darf sich nicht wundern (wie das etwa in Deutschland passiert), wenn dann radikale Kräfte deutlichen Auftrieb bekommen.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel von Alois Vahrner
18.12.2019

Billa als Vorzeigebeispiel für weitere Nahversorger

Billa als Vorzeigebeispiel für weitere Nahversorger Billa als Vorzeigebeispiel für weitere Nahversorger

„Wir freuen uns, dass unsere Forderungen Gehör finden und mit Billa nun die erste Nahversorger-Kette auf 100% regionales Fleisch aus Österreich umsteigt“, so Laura Sachslehner, Generalsekretärin der Jungen ÖVP, hocherfreut. „Wir hoffen und wünschen uns, dass weitere Nahversorger dem Beispiel von Billa folgen und ihr Fleischsortiment auf regionale Produkte umstellen. In die selbe Kerbe schlägt auch unsere jahrelange Forderung nach einer eindeutigen Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel, auch für verarbeitete Produkte sowie ein stärkeres Bekenntnis zu regionalen Lebensmitteln. In Kombination mit vorher genanntem, rückt auch unsere Forderung nach einer Bevorzugung heimischer Lebensmittel in öffentlichen Küchen ein Stück näher. Unser heimisches Fleisch erfüllt die höchsten Qualitätsansprüche und aufgrund der kürzeren Transportwege sparen wir uns eine Menge an unnötigen CO2-Emissionen. Das ist die Nachhaltigkeit, die wir als Junge ÖVP schon lange fordern“, so Laura Sachslehner ausführend.

Seit Jahren setzt sich die Junge ÖVP für verstärkte Herkunftskennzeichnungen auf Lebensmitteln, für den Vorrang von heimischen Lebensmitteln in öffentlichen Küchen sowie die verstärkte Förderung von lokalen Märkten ein.

„Am Beispiel von Billa zeigt sich, dass Nachhaltigkeit im Alltag umsetzbar ist. Das ist auch die Politik für die sich die Junge ÖVP tagtäglich einsetzt. Wir stehen für einen vernünftigen, pragmatischen Weg und keine überbordenden Verbote. Viel lieber wollen wir Anreize schaffen, die die Wende in Richtung Nachhaltigkeit attraktiveren“, so Laura Sachslehner abschließend.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
05.12.2019

Gehirn im Pause-Modus

Die Alleingänge des amerikanischen und des türkischen Präsidenten gefährden den Zusammenhalt der NATO. Die europäischen Verbündeten stehen dieser Entwicklung betroffen und weitgehend ohnmächtig gegenüber. Die Alleingänge des amerikanischen und des türkischen Präsidenten gefährden den Zusammenhalt der NATO. Die europäischen Verbündeten stehen dieser Entwicklung betroffen und weitgehend ohnmächtig gegenüber.

Hirntot, wie der französische Präsident Emmanuel Macron geätzt hatte, ist die NATO wohl noch nicht. Auch 70 Jahre nach ihrer Gründung und fast drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Kriegs gilt das Bündnis weiterhin als ein Eckpfeiler der strategischen Sicherheit in Europa. Davon profitieren auch Nicht-Mitglieder wie Österreich.

Doch unter der Oberfläche von Macrons überzogener Kritik liegt ein wahrer Kern. Denn die NATO funktioniert nur dann, wenn ihre Mitglieder sich in sicherheitspolitischen und strategischen Fragen absprechen, wenn sie gemeinsame Interessen definieren und Kompromisse finden. So ist es auch im Nordatlantikvertrag vorgesehen. Die Gemeinsamkeit begründet die Macht der NATO nach außen. Sie dient gleichsam als Gehirn des Bündnisses, um im Bild des französischen Präsidenten zu bleiben.

Zwei eigenmächtige Staatschefs haben die Gemeinsamkeit in den vergangenen Jahren systematisch torpediert. Da wäre erstens US-Präsident Donald Trump, der immer wieder Zweifel an seiner Bündnistreue aufkommen lässt und der in der Handels- und Sicherheitspolitik teils gegen die Interessen der Verbündeten arbeitet. Die neue Konfrontation mit dem Iran, das Ende des Rüstungskontrollvertrags INF und der plötzliche Abzug aus Syrien treffen Europa direkter als die USA.

Da wäre zweitens der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Er hat die Türkei in einen autoritären Staat verwandelt, was dem Wertekanon der NATO widerspricht, und hofiert hinter dem Rücken der Bündnispartner den geopolitischen Rivalen Russland. Jetzt versucht er die NATO auch noch in seinen Syrien-Feldzug hineinzuziehen, den die meisten Verbündeten für strategisch verkehrt bis völkerrechtswidrig halten. Auch Erdogans Politik steht im Gegensatz zu den Interessen seiner europäischen NATO-Partner.

Die Europäer stecken nun im Dilemma. Eine Emanzipation in der Sicherheitspolitik, wie von Macron gefordert, mag eine schöne Vision sein, lässt sich aber in absehbarer Zukunft nicht realisieren. Zudem würden etliche Länder, die auf den Schutz der USA bauen, nicht mitziehen. Zugleich aber wird es den Europäern kaum gelingen, Trump und Erdogan in irgendeine Form von Bündnisdisziplin einzubinden. Das widerspricht ihrem Naturell, ihrer Weltsicht und ihren innenpolitischen Bedürfnissen. Es bleibt nur der Versuch, ihre Alleingänge und deren Folgen irgendwie einzudämmen, um den Hirntod der NATO zu verhindern, bis in Washington und Ankara ein anderer Wind weht.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: gemeinfrei / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von Floo Weißmann
28.11.2019

Umfrage: SPÖ stürzt auf historischen Tiefstand

Das Ergebnis ist für die SPÖ dramatisch Das Ergebnis ist für die SPÖ dramatisch

Die Tageszeitung ÖSTERREICH veröffentlicht in ihrer Freitagsausgabe die aktuelle Umfrage des Research Affairs Instituts (1.002 Befragte, Befragungszeitraum 22. bis 28. November). Das Ergebnis ist für die SPÖ dramatisch: Die SPÖ stürzt mit nur noch 18% auf einen historischen Tiefstand und verliert gleich 2% gegenüber der Vorwoche.

Auf Platz 1 liegt weiter die ÖVP mit 38%, die Grünen kommen auf 16%, die FPÖ ist mit 14% nur noch auf Platz 4 und die NEOS liegen bei 10% (+1%).

Bei der Kanzlerfrage kann Sebastian Kurz auf 42% zulegen (+2%). Norbert Hofer liegt mit 18% vor Pamela Rendi-Wagner, die nur noch auf 15% kommt (-2%) und damit bereits gleichauf ist mit Grünen-Chef Werner Kogler (ebenfalls 15%).

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
18.11.2019

OFFENER BRIEF Rückholung der österreichischen Kinder aus dem Lager Al-Hol

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Bierlein!

Sehr geehrter Herr Justizminister Jabloner!

Sehr geehrter Herr Außenminister Schallenberg!

Sehr geehrte Frau Frauen- u. Familienministerin Stilling!

Der Winter steht vor der Tür, die Lebensumstände im syrischen Camp AL Hol werden immer schwieriger. Daher bittet der Katholische Familienverband inständig um die sofortige Rückholung der Österreicherin Maria G. und ihrer beiden Kinder. In dieser Frage kann nicht auf die nächste Regierung gewartet werden. Wer dies tut, handelt grob fahrlässig, es ist für die Gesundheit und Sicherheit der drei Österreicher Gefahr in Verzug.

Es kann nicht das Jubiläum „30 Jahre UNO Kinderrechtskonvention“ gefeiert werden und gleichzeitig dort, wo es notwendig ist, nicht gehandelt werden. Es gibt Fehlverhalten auch durch Unterlassen.

Insbesondere die beiden Kleinkinder sollen in Österreich unter der Obhut der Großeltern in Frieden und Sicherheit aufwachsen dürfen. Maria G. wird sich gegebenenfalls vor einem österreichischen Gericht verantworten müssen.

Als größte überparteiliche Familienorganisation setzen wir uns für alle Familien ein und wünschen uns sehr, dass die Kinder von Maria G. ein Leben in Sicherheit und Frieden führen können.

Hochachtungsvoll

Alfred Trendl, Präsident

Astrid Ebenberger, Vizepräsidentin

Christoph Heimerl, Vizepräsident

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03.11.2019

Noch hohe Hürden für Türkis-Grün

Der Weg ist noch weit und mit Hürden gepflastert. Sollte Türkis-Grün aber tatsächlich kommen, würde dies europaweit Aufsehen erregen. Der Weg ist noch weit und mit Hürden gepflastert. Sollte Türkis-Grün aber tatsächlich kommen, würde dies europaweit Aufsehen erregen.

In wenigen Tagen entscheidet sich, ob nach den türkis-grünen Sondierungen die Weichen für Koalitionsgespräche gestellt werden. Die Tendenz geht in Richtung Ja.

Was vor Kurzem (auch noch im Wahlkampf) angesichts der teils extrem weit auseinanderliegenden Positionen als fast unvorstellbar gegolten hat, ist mittlerweile doch zur wahrscheinlichsten Koalitionsvariante geworden: ein Bündnis der türkisen ÖVP unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz und den bei der Wahl ebenso siegreichen Grünen unter Werner Kogler.

Das hängt auch mit den für Kurz wenig attraktiven Alternativen zusammen: Die vor allem schon während der letzten gemeinsamen Koalitionsjahre aufgerissenen Gräben zwischen ÖVP und SPÖ sind unter Türkis-Blau nicht gerade kleiner geworden. Und auch der wenig freundliche Kurzauftritt der nach dem Wahlfiasko trudelnden Roten bei den Sondierungen (nach diesem Gespräch beharrte man auf Exklusiv-Verhandlungen) hat das frostige Klima nicht verbessert. Die bei der Wahl noch stärker abgestürzte FPÖ hat sich aufs Koalitions-Wartebankerl begeben.

Diverse Äußerungen von FPÖ-Granden wie Herbert Kickl und vor allem die jüngste Liederbuchaffäre machen eine Neuauflage von Türkis-Blau zurzeit nahezu unmöglich.

Auch wenn eine Einigung zwischen ÖVP und Grünen wohl für beide Seiten extrem schwierig ist (auch weil damit viele gerade gewonnene Wähler enttäuscht zu werden drohen), sind die Sondierungen bisher gut verlaufen.

Zwischen den Parteichefs Kurz und Kogler (und das ist die Grundvoraussetzung) scheint ein Grundvertrauen aufgebaut, zudem zeigen beide Parteien doch echte Verhandlungsbereitschaft.

Der Weg ist noch weit und mit Hürden gepflastert. Sollte Türkis-Grün aber tatsächlich kommen, würde dies europaweit Aufsehen erregen. Und es wäre auch ein Fingerzeig für Deutschland, wo laut Umfragen derzeit andere Konstellationen kaum möglich wären.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Leitartikel von ALOIS VAHRNER

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