Wirtschaft
Glücksspielautomaten beschlagnahmt - 23 Millionen Euro Abgaben und Steuern verloren?
Glücksspielautomaten beschlagnahmt - 23 Millionen Euro Abgaben und Steuern verloren? Wie man auf der Website des Finanzministeriums nachlesen kann, sind die Einnahmen aus der Glücksspielabgabe von Jänner bis März dieses Jahres um Euro 13,9 Millionen gesunken. Zusammenhängend damit entgehen der Staatskasse über Euro 9,2 Millionen an Umsatzsteuer. Dazu kommen noch die unweigerlichen Millionen - Verluste an Einkommens- und Körperschaftssteuer.
"Seit Anfang 2012 hat die Finanz"polizei" höchst emsig und fleißig, besonders einschlägige private Anzeigen zum Anlass genommen, um noch möglichst schnell, möglichst viele Glücksspielautomaten vorläufig zu beschlagnahmen. Noch schnell, bevor die unabhängige Rechtssprechung immer deutlicher einen Strich durch die, nämlich allzu oft rechtswidrige, Rechnung macht!" so ein Sprecher des österreichischen Automatenverbandes.
"Auch das wird den Steuerzahlern noch sehr viele Millionen extra kosten, denn: Eine Behörde darf Fachfragen nur dann selbst beurteilen, wenn sie Kenntnisse und Erfahrungen hat, die für eine selbstständige, fachliche, Beurteilung von Fragen eines Wissensgebietes vorausgesetzt werden müssen! Was, wie die vielen Freisprüche und die vielen Automatenrückgaben zeigen, eben bei der Finanz"polizei", als einfaches Organ des Finanzministeriums, nicht der Fall ist, sondern zu oft ignoriert wird. Die deshalb riesige Anzahl an unnötig provozierten Verfahren kostet den Steuerzahler und die Gewerbetreibenden ein Vermögen."
"Zu spielen hört deshalb keiner auf! Die jetzt unbesteuerten Millionen der Spieler? Die wandern einfach zu nicht überwachten, steuerfreien und deshalb besonders attraktiven Online Glücksspielen oder gleich zu den über 100 Spielhallen und Casinos an den nahen Grenzübergängen ab." meint der Automatenverband.
Umweltfreundlich und garantiert röstfrisch: "Espresso-Mobil" in Wiener Parks unterwegs
Umweltstadträtin Ulli Sima beim neuen Espressomobil im Rathauspark Wien. - Frischen Kaffee auf der Parkbank genießen? Ab heuer ist das möglich! Drei Espressomobile sind unter anderem im Stadtpark, Rathauspark, Sigmund-Freud-Park und Beethovenpark unterwegs und bieten "coffee to go" an. Zwei weitere Gefährte sind in Produktion.
"Der Betreiber gewährleistet umweltfreundliche Produktion und Vertrieb", so Umweltstadträtin Ulli Sima. "Damit wird die Natur nicht beeinträchtigt und die Parkbesucher freuen sich über die neue Attraktion in den Wiener Parkanlagen."
Versorgt werden die umgebauten Piaggio APE umweltfreundlich mit Strom, das Laden der Kaffeemaschine erfolgt mit einem speziellen Akku. Die Becher sind aus Karton, die Löffel aus Holz gefertigt. Nicht nur der Kaffee (hergestellt in einer kleinen Rösterei) ist frisch, auch das Wasser hat beste Qualität: "Espresso-Mobil-Chef" Peter Lindmoser verwendet Quellwasser aus der Seisensteinquelle in Wildalpen!
Neben Wasser, Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato und einer Melange gibt es auch Tee, heiße Schokolade und für den kleinen Hunger: Guglhupf.
Das Espresso-Mobil verursacht weder Lärm noch Abgase vom Motor, des weiteren benötigt es keinen eigenen Strom-, Wasser- oder Kanalanschluss und ist somit bestens geeignet, in den Wiener Parkanlagen Kaffee anzubieten.
Investitionen in frühkindliche Bildung lohnen sich
Investitionen in frühkindliche Bildung lohnen sich „Früh übt sich, wer ein Meister werden will“ lautet ein Sprichwort, das auch in der bildungspolitischen Debatte Gültigkeit hat. „Dafür sollte aber jeder Mensch am Anfang seiner Bildungslaufbahn ähnliche Startchancen bekommen“, sagt Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Denn eine gute Betreuung und Förderung der Kleinsten legt den Grundstein für deren späteren Erfolg in Schule und Beruf. Landertshammer: „Klar ist, was am Lebensanfang versäumt oder vernachlässigt wird, lässt sich später nur in Grenzen und mit hohem Aufwand ausgleichen.“ Dies werde durch die Tatsache, dass für bestimmte Lernschritte so genannte Zeitfenster existieren, bestätigt.
Verpflichtendes zweites Kindergartenjahr
„Der Vorschlag von Staatssekretär Sebastian Kurz, auch ein zweites Kindergartenjahr verpflichtend einzuführen, findet daher unsere Unterstützung. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und sind davon überzeugt, dass Vorschulbildung noch weit mehr sein muss, als Deutschunterricht für Kinder mit Sprachdefiziten“, betont Landertshammer. Allen Kindern soll eine optimale Förderung nach ihren Stärken und Fähigkeiten zuteilwerden.
Große Defizite in Grundqualifikationen
Viele Betriebe beklagen teilweise große Defizite der Schulabgänger in Allgemeinbildung, mündlicher und schriftlicher Ausdrucksfähigkeit sowie in den Grundqualifikationen Rechnen, Schreiben und Lesen. Dies führt dazu, dass eine Reihe von Ausbildungsplätzen aufgrund mangelnder Qualifikationen der Bewerber nicht oder nur schwer besetzt werden können. Für den Staat lohnen sich daher trotz anfangs hoher Kosten die Investitionen in die frühkindliche Bildung. Der gemessene Nutzen basiert langfristig auf den höheren Sozialversicherungseinnahmen, Steuereinnahmen und dem höheren Lebensarbeitszeiteinkommen. „Eine gute und quantitativ ausreichende Frühförderung ist daher eines der zentralen Elemente für die wirtschaftliche Zukunft Österreichs und die Verbesserung der Berufschancen nachwachsender Generationen“, so Landertshammer abschließend.
Stabile Entwicklung der heimischen Wirtschaft trotz anhaltender Schuldenkrise
Stabile Entwicklung der heimischen Wirtschaft trotz anhaltender Schuldenkrise Die Erholung der Weltwirtschaft hält an, vor allem in den asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern sowie in den USA expandierte die Wertschöpfung im Frühjahr. Der weltweite Konjunkturaufschwung ist jedoch sehr fragil. Die zentralen Risiken stammen zum einen aus geopolitischen Spannungen, die eine neue Erdölpreishausse auslösen könnten, zum anderen aus der anhaltenden Staatsschuldenkrise, welche vor allem im Euro-Raum die realwirtschaftliche Erholung schwächt. Die Versorgung der Banken mit Liquidität durch die Europäische Zentralbank reichte nicht aus, um die Krisenländer auch nur für ein halbes Jahr zu stabilisieren.
Ein hoher Bestand an Problemkrediten in Verbindung mit steigender Arbeitslosigkeit dämpft in mehreren Ländern an der EU-Peripherie den Ausblick. Darüber hinaus trägt die strikte Konsolidierungspolitik im Euro-Raum wesentlich zu den verhaltenen Konjunkturaussichten bei. Die aktuelle Entwicklung der österreichischen Wirtschaft unterscheidet sich vom Durchschnitt des Euro-Raumes. Zum einen verringerten sich die Finanzmarktrisiken vor allem in den letzten drei Monaten. Zum anderen ist der Konjunkturausblick günstiger. Zwar stieg im aktuellen WIFOKonjunkturtest der Indikator der aktuellen Lagebeurteilungen in der Sachgütererzeugung nur geringfügig, er lag jedoch weiterhin im positiven Bereich.
Auch die Erwartungen zur Entwicklung von Produktionstätigkeit und Verkaufspreisen in den kommenden Monaten bleiben trotz des Rückgangs gegenüber dem Vormonat positiv. In der Bauwirtschaft meldeten erstmals seit fast vier Jahren mehr Unternehmen eine gute als eine schlechte Geschäftslage. Die Inflation schwächte sich im März 2012 gegenüber dem Vormonat leicht ab und erreichte mit 2,4% (gemäß Statistik Austria) die niedrigste Rate seit Jänner 2011. Die stärksten Preiserhöhungen wurden im Jahresabstand in den Ausgabengruppen "Wohnung, Wasser und Energie", "Verkehr" und "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" festgestellt. Im April waren 252.000 Arbeitslose beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt. Die Arbeitslosenquote betrug im April saisonbereinigt nahezu unverändert 7,0% (gemäß österreichischer Definition).
ÖSTERREICH: Lehrern werden Ferien gekürzt
Lehrern werden Ferien gekürzt Das geplante neue Dienstrecht für die Lehrer birgt eine weitere "Bombe": Wie die Tageszeitung ÖSTERREICH berichtet, plant die Regierung, die rund 14 Wochen Ferien der Lehrer zu kürzen.
"Lehrer sollen ihre Fortbildung künftig verstärkt in der unterrichtsfreien Zeit erledigen", erläutert ein Verhandler den Plan gegenüber ÖSTERREICH. Darüber herrsche Konsens im Verhandlungsteam der Regierung, bestehend aus Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP). Wie viele Wochen die Lehrer verlieren, sei noch Verhandlungssache.
Hintergrund der neuen Ferienordnung: Für die Vortragenden der Pädagogischen Hochschulen gelten bereits neue Dienstverträge mit nur fünf Wochen Ferien. Sie werden künftig einen Teil ihres Angebots in den Schulferien abhalten.
"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Es gibt nur Verlierer"
Die Not(-teil-)verstaatlichung der Volksbank AG und all ihre unschönen Begleiterscheinungen wird wie jede Bankenrettung höchst kontroversiell diskutiert. Richtig ist: Politik und Bankenaufsicht haben wieder einmal in der Pendeluhr geschlafen, die bedrohliche Schieflage der ÖVAG war seit Langem bekannt. Richtig ist auch: Ob Steuerzahler, die anderen Banken - samt ihrer Kundschaft - oder auch die Regierung selbst, es gibt nur Verlierer. Also eine richtig ungute Lose-lose-lose-Situation, wie sie sich nur Masochisten wünschen können. Nun hat die Republik also ihre dritte und sicher nicht mehr systemrelevante Pleitebank geerbt. Und wird wie bei der Kärntner Hypo oder der Kommunalkredit auf Jahre hinaus auf dem unfreiwilligen Erbe sitzen bleiben.
Überlegenswert wäre vielleicht eine Versteigerung des Inventars beim Dorotheum, denn spendable Käufer für mehr oder weniger wertlose Banken werden sich in Zeiten einer Finanzkrise so schnell keine melden. Keinesfalls sollten alte Planspiele einer Fusion der Volksbanken mit der Bawag P.S.K. aus den verstaubten Schubladen geholt werden. Sonst muss demnächst das vierte Institut gerettet werden. Spätestens dann stünde das V für Verarsche.
Was muss ein Skigebiet bieten, damit die Skifahrer es für einen Tagesausflug besuchen?
Dazu hat das Marktforschungsunternehmen MANOVA rund 5000 deutschsprachige alpine Wintersportler befragt. Fazit: „Ob Stammkunden, Wiederbesucher oder Neukunden – Skigebiete können bei Skifahrern und Snowboardern vor allem mit guten Schneeverhältnissen, dem Skigebiet und der Lage beziehungsweise Erreichbarkeit punkten. Der Preis spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle“, so Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs in der WKÖ, am Samstagabend bei einer Pressekonferenz in Sölden anlässlich des WC-Auftaktes.
Dies gilt in erster Linie für Stammkunden und Wiederbesucher, während Skifahrer beim ersten Besuch eines Skigebietes eher auf die Kosten achten.
Wolf: „Dies bedeutet für Skigebiete, dass Neukunden durch einmalige Preisaktionen gewonnen werden können. Wird der Kunde zufrieden gestellt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Wiederbesuchs sehr hoch. Der Preis spielt dann keine so bedeutsame Rolle mehr. Langfristig punktet man also nur durch Qualität!“
Die Schneequalität steht für die Tagesskifahrer klar im Vordergrund. Das zeigt auch die hohe Bedeutung der Pisten-Präparierung für Zufriedenheit und Auswahl eines Tagesgastskigebietes. „Das belegt, dass die technische Beschneiung für die Sicherung des Skibetriebs unverzichtbar geworden ist“, erläuterte Wolf. „Die Studie beweist einmal mehr, dass sich die Investitionen der Seilbahnen der letzen Jahre bezahlt gemacht haben. Mit knapp 70% beschneibarer Pistenfläche in Österreich können wir die Wünsche und Anforderungen unserer Gäste erfüllen.“
Österreichs Seilbahnwirtschaft hat seit dem Jahr 2000 in Summe 5,6 Mrd. Euro investiert. Die Branche hat damit im Angebotsbereich massive Akzente in Richtung Sicherheit, Qualität, Komfort und Schneegarantie gesetzt und dadurch einen nachhaltigen und positiven Impuls für die heimische Tourismuswirtschaft geschaffen.
Im Geschäftsjahr 2011 wurde wieder massiv für die kommende Saison investiert. Die Gesamtinvestitionssumme beträgt 494,2 Mio. Euro und liegt somit etwas unter dem Investitionsvolumen des Vorjahres. Grund dafür ist eine gewisse Sättigung im Bereich der Beschneiung, in die insbesondere seit dem schneearmen Winter 2006/07 besonders kräftig investiert wurde. Vom Gesamtinvestitionsvolumen entfielen heuer 102,4 Mio. Euro auf die Verbesserung der Schneegarantie. In die Aufstiegshilfen ist heuer mit 293,3 Mio. Euro um 2,2 % mehr investiert worden als im Vorjahr um unseren Wintersportgästen noch mehr Qualität, Sicherheit und Komfort zu bieten. Die restlichen 98,5 Mio. wurden für Pisten, Pistengeräte, Zutrittssysteme, Parkplätze, Gastronomie und sonstige Investitionen aufgewendet.
Hörl: „Laufende Investitionen sichern den Qualitätsanspruch unserer Wintersportgäste und steigern die Attraktivität der gesamten Region. Der Wettbewerb ist sehr stark und wird noch stärker werden. Es braucht daher kreative und zugleich nachhaltige Lösungen, damit die österreichischen Skigebiete auch in Zukunft ihrer internationalen Spitzenrolle gerecht werden können und damit Wertschöpfung und Jobs in die Regionen bringen.
Bundeswettbewerbsbehörde nimmt Treibstoff-Branche unter die Lupe
Bundeswettbewerbsbehörde nimmt Treibstoff-Branche unter die Lupe Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) nimmt die Mineralölbranche mit einer Branchenuntersuchung unter die Lupe. Sektoren mit Anhaltspunkten auf mögliche Wettbewerbswidrigkeiten werden untersucht. Erste Ergebnisse der vertikalen und horizontalen Ermittlungen könnten im Herbst vorliegen. Danach sind weitere Schritte, wie der Gang vor das Kartellgericht, möglich.
Die BWB hat bereits vor Wochen aus eigener Initiative eine weitere genaue Untersuchung der Mineralölbranche gestartet. "Im Rahmen der aktuellen Debatte wurden bisher von keiner Seite substantielle und gerichtsfeste Anhaltspunkte oder konkrete Beweismittel vorgelegt.", so ein Sprecher der BWB.
Bei dieser Branchenuntersuchung werden jene Sektoren auf mögliche Wettbewerbswidrigkeiten geprüft, in denen es Anhaltspunkte gibt, dass der Wettbewerb nicht oder nicht ausreichend funktioniert. Im Fokus der Ermittlungen stehen vertikale Beziehungen (Vertrieb) und horizontale Kooperationen der gesamten Mineralölindustrie.
Mit ersten Ergebnissen wird im Herbst gerechnet. Diese ermöglichen in der Folge weitere Schritte wie beispielsweise Anträge an das Kartellgericht.
Regulierungsbehörde verbietet ORF jegliche Nutzung von Facebook und Co.
Regulierungsbehörde verbietet ORF jegliche Nutzung von Facebook und Co. "Die gestern bekanntgewordene Entscheidung der Regulierungsbehörde, dem ORF jegliche Nutzung von sozialen Netzwerken praktisch zu untersagen, ist unverständlich und trifft nicht nur den ORF, sondern in erster Linie das Publikum", betont Mag. Hans Preinfalk, Vorsitzender des ORF-Publikumsrats.
"Der ORF-Publikumsrat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit diesem Thema befassen und ich bin sicher, dass er den ORF bei allen seinen Schritten gegen diesen unverhältnismäßigen Bescheid unterstützen wird. Die Entscheidung der Regulierungsbehörde zeugt jedenfalls von wenig Verständnis für neue Medien und die Bedeutung von Social Networks für Medienunternehmen", so der Vorsitzende des ORF-Publikumsrats.
Anders sieht das die Print-Konkurrenz. „Facebook und Co. sind für den ORF tabu“, so VÖZ-Generalsekretär Gerald Grünberger. Der Verlegerverband begrüßte die Entscheidung der Medienbehörde, die die „ohnehin unmissverständliche Gesetzeslage“ bestätige. „Der ORF muss rasch alle seine Auftritte in den sozialen Medien restlos einstellen“, auch die Twitter-Seiten, so Grünberger. Der VÖZ-Generalsekretär begründete dies nicht nur mit den geltenden Gesetzen, sondern auch damit, dass „die ausufernden Social-Media-Anstrengungen des ORF negative Auswirkungen auf die gesamtösterreichischen Werbeerlöse und die österreichische Online-Branche“ hätten.
Mit der Bespielung und Bewerbung von Facebook und Twitter würde User-Traffik und in weiterer Folge potenzielle Werbeeinnahmen an US-Konzerne umgeleitet, so Grünberger.
Auch zahlreiche Kinderpsychologen sehen es schon lange als problematisch, wenn den "sozialen" Netzwerken Unmündige "zugetrieben" werden. Alleine die Ö3 - Facebookseite hat 260.000 Mitglieder - vorwiegend Kinder und Jugendliche.
Solaranlagen: selber errichten oder mitfinanzieren
Die Sonne spendet uns Energie – nicht nur an strahlend schönen Tagen, sondern auch bei Bewölkung. Thermische Solaranlagen erwärmen das Wasser und können die Raumheizung unterstützen. Aber auch ohne eigene Dachfläche wollen viele in die Sonne investieren; Projekte mit Bürgerbeteiligung boomen in ganz Österreich.
Duschen und abwaschen mit sonnengewärmtem Wasser: Rund 70 Prozent des Warmwasserbedarfes eines Haushalts kann eine Solaranlage abdecken. Die Sonne liefert die Energie gratis und das macht unabhängig von fossilen Energieträgern und deren Preissteigerungen.
Solaranlagen wärmen nicht nur das Wasser – größere Anlagen unterstützen zusätzlich auch die Raumheizung. Denn das warme Wasser im Sommer mit dem Heizkessel zu erzeugen, ist höchst ineffizient.
Optimal ist es, Kollektoren – je nach Anwendung - mit 20 bis 70 Grad Neigung nach Süden zu montieren. Wesentlich ist auch die richtige Dimensionierung des Warmwasserspeichers. Soll die Anlage auch die Heizung unterstützen, ist ein Pufferspeicher notwendig, der die gespeicherte Sonnenenergie wieder langsam abgeben kann. "die umweltberatung" informiert im neuen Infoblatt „Thermische Solaranlagen“ über deren Funktionsweise und sinnvolle Dimensionierungen.
Förderungen zur Errichtung von Solaranlagen gibt es in ganz Österreich. In Wien zum Beispiel ist das ein einmaliger Investitionskostenzuschuss von
€ 1.000,- plus 30 % bzw. 40 % der Investitionskosten.
Doch das Interesse in ganz Österreich ist groß. Also rasch anmelden, um sich die gewünschte Förderung zu sichern. Und wer kein eigenes Dach zur Verfügung hat, kann Solaranlagen mitfinanzieren. Solarkraftwerke mit Bürgerbeteiligung erfreuen sich hoher Beliebtheit und sind rasch ausverkauft. In Oberösterreich und Wien gibt es aktuell noch die Möglichkeit, sich zu beteiligen.
Das Magazin für Wissen und Weiterbildung der Donau-Uni Krems „upgrade“ über Werte und Visionen
Werte wandeln sich und sind heute gefragter denn je. Doch von welchen Werten sprechen wir? Wer misst ihnen welche Bedeutung bei? „upgrade“ hat die Werte, das Bindemittel jeder Gesellschaft, untersucht. Donau-Uni Absolventin Sabine Knaak liefert in ihrer Trendstudie die Ergebnisse über die Werte des mittleren Managements. Der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann spricht im Interview über das Gewissen der Finanz-Elite und die Gesundheitsökonomin Ingrid Zechmeister-Koss erklärt, warum die Werte im Gesundheitssystem kranken. „upgrade“ erscheint mit der ersten Ausgabe dieses Jahres auch in neuer Gestaltung. Unter www.donau-uni.ac.at/upgrade kann das Printmagazin bestellt oder als E-Journal gelesen werden.
Der Wert der Familie war immer hoch angesiedelt und steigt noch weiter, wie die aktuellen Ergebnisse der Europäischen Wertestudie zeigen. Trotzdem wachsen auch die Scheidungsraten. Neue soziale Bewegungen fordern Gerechtigkeit, dennoch wird die Kluft zwischen GewinnerInnen und VerliererInnen größer. Wie das zusammen passen kann, versuchen SozialforscherInnen und PolitikwissenschaftlerInnen im neuen „upgrade“ über „Werte und Visionen“ zu erläutern. Ulrich Thielemann ist Vortragender an der Donau-Universität Krems und Gründer der Denkfabrik für Wirtschaftsethik. Er erzählt im Interview, warum Ethik letztendlich nur etwas für Super-Reiche ist und welchen Einfluss verantwortungsvoller Konsum auf die Märkte hat. Einen grundlegenden Widerspruch erlebt man im Gesundheitssystem, wenn es um Werte geht. Einerseits hat Gesundheit für die meisten Menschen den höchsten Wert, andererseits wird mit Krankheit Geld verdient. Viele AkteurInnen mit unterschiedlichen Interessen verhindern, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird, wie die ExpertInnen in „upgrade“ berichten.
Mit der neu gestalteten Ausgabe von „upgrade“ hat das Magazin für Wissen und Weiterbildung der Donau-Universität Krems nicht nur sein Layout angepasst, sondern auch seine Inhalte erweitert. Die Universität stellt internationale Projekte vor und holt im „ForscherInnen-Porträt“ jeweils einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin aus Krems vor den Vorhang. Der Service-Bereich liefert weiterhin zahlreiche praktische Tipps wie Termine, Links, Literatur- und Weiterbildungsempfehlungen.
Elmayer & Co - Promis sorgen mit Wohnungen vor
Elmayer & Co - Promis sorgen mit Wohnungen vor In der Jacquingasse in Wien-Landstraße, unweit des Schloss Belvedere und des neuen Hauptbahnhofs, wird derzeit ein leerstehender Bürokomplex zu Vorsorgewohnungen umgebaut. Bei prominenten Namen erfreut sich das Projekt offenbar großer Beliebtheit, berichtet das Wirtschaftsmagazin GEWINN in seiner neuen Ausgabe. So investierte Tanzschulbesitzer und Dancing Stars-Juror Thomas Schäfer-Elmayer in eine 173 Quadratmeter große Wohnung um rund 900.000 Euro. Novomatic-Vorstandsvorsitzender Franz Wohlfahrt kaufte gleich drei Wohnungen um 2,8 Millionen Euro. Auch Christoph Stadlhuber, Ex-Boss der Bundesimmobiliengesellschaft und nun bei Rene Benko beschäftigt, erwarb eine Wohnung um 350.000 Euro.
Einer der bedeutendsten Künstler des Landes hat unterdessen im ersten Bezirk, unweit der Akademie der bildenden Künste in eine Dachgeschosswohnung investiert. Franz West bezahlte für die 187 Quadratmeter große Wohnung samt Dachgarten laut GEWINN 1,9 Millionen Euro.
Auch Ronny Pecik junior, Sohn des Telekom-Großaktionärs Ronny Pecik, investiert in Immobilien. Er kaufte in Klosterneuburg ein 7.000 Quadratmeter großes Grundstück um 2,15 Millionen Euro.
Wlodkowski: Ja zu Schuldenbremse - Nein zu einseitigen Bauern-Belastungen
"Die Bauern sagen ja zur Schuldenbremse, lehnen jedoch einseitige Belastungen der Landwirtschaft strikt ab. Wir sagen ein ganz klares Nein zur immer wieder geforderten Abschaffung der Pauschalierung der Einkommenssteuer auf Basis der Einheitswerte und zur Besteuerung nach den Verkehrswerten von Grund und Boden. Noch einmal: Wir Bauern leben vom Ertrag, den wir auf unseren Wiesen und Äckern erwirtschaften und nicht vom Verkauf dieser Flächen. So eine Substanzbesteuerung lehnen wir daher ab. Wir wollen vielmehr eine Aktualisierung der Einheitswerte, um das kostensparende System der Pauschalierung weiter zu erhalten", stellte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zur laufenden Diskussion über Budget-Einsparungen fest.
"Die Landwirtschaft wird sich nicht verweigern, wenn es gilt, in einer gemeinsamen Anstrengung den Staatshaushalt zu sanieren. Doch muss einerseits gewährleistet sein, dass die Verträge, die im Rahmen der EU-Agrarpolitik mit den Bauern bis Dezember 2013 geschlossen worden sind, unangetastet bleiben. Andererseits dürfen die Belastungen, die auf die Bevölkerung zukommen, nicht einseitig verteilt werden. Es wird nicht gehen, teure Strukturen unangetastet zu lassen, um mögliche Wähler nicht zu vergrämen, aber jene zur Kasse zu bitten, deren Einkommensgrundlagen, nämlich Äcker, Wiesen oder Wald, nicht davonlaufen können", erklärte Wlodkowski.
"Wenn außerdem derzeit die Spielregeln für die Gemeinsame Agrarpolitik 2014 bis 2020 verhandelt werden, muss eines klar sein: Die immer knapper werdenden Mittel für die EU-Agrarpolitik sind nicht dazu da, Löcher in anderen Politikbereichen zu stopfen. Es gibt zahllose Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft, die über die Märkte nicht abgegolten werden, die aber die Bürger verlangen. Um auch in Zukunft diese Leistungen uneingeschränkt anbieten zu können, muss das EU-Agrarbudget, das ja ohnehin deutlich weniger als 1% der Budgets der Mitgliedstaaten ausmacht, weiterhin ausreichend dotiert sein", unterstrich Wlodkowski.
Rekordhoch bei Flugreisenden im Jahr 2011
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2011 im kommerziellen Luftverkehr, der sich aus dem Linien- und Bedarfsverkehrs zusammensetzt, etwas mehr als 25,8 Mio. (inkl. Transit) Fluggäste befördert. Damit lag das Beförderungsvolumen um 1,4 Mio. bzw. 5,6% über dem Vorjahreswert und es wurde sogar der bisherige Rekordwert des Jahres 2008 um fast 1,1 Mio. bzw. 4,3% übertroffen. Im Linienverkehr wurden nahezu 24,0 Mio. Personen und im Bedarfsverkehr rund 1,8 Mio. gezählt. Beide Verkehrsbereiche entwickelten sich im Vergleich mit 2010 jedoch gegenläufig. Im Linienverkehr konnte die Personenbeförderung um 6,7% gesteigert werden, im Bedarfsverkehr nahm diese um 6,8% ab. Anteilsmäßig entfielen auf den Linienverkehr 92,9% (2010: 91,9%) und auf den Bedarfsverkehr 7,1% (2010: 8,1%) aller Fluggäste. Darüber hinaus wurden insgesamt 227,9 Mio. kg an Luftfracht bzw. 13,6 Mio. kg an Post befördert. Dies entsprach gegenüber 2010 einer Abnahme von 7,3% bzw. einer Zunahme von 8,4%.
Auf den österreichischen Flughäfen Wien, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg erfolgten im Jahr 2011 zusammen 312.502 Starts und Landungen, womit die Anzahl der Flugbewegungen sich gegenüber dem Vorjahr um 2,5% (-7.907) verringerte. Gleichzeitig kam es zu einem leichten Plus bei der Personenbeförderung (+5,6%). Durchschnittlich wurden pro Flug 83 Personen (2008 und 2009: 71, 2010: 76) mit den eingesetzten Verkehrsflugzeugen befördert. Das bedeutet, dass die durchschnittliche Anzahl der beförderten Passagiere pro Flug um 17% gegenüber 2008 zunahm. 93,5% aller durchgeführten Flüge wurden dem Linienverkehr zugeordnet und lediglich 6,5% dem Bedarfsverkehr. 246.003 Flugbewegungen entfielen auf den Flughafen Wien, womit in etwa drei Viertel aller Flüge (78,7%) mit dem Flughafen der Bundeshauptstadt in Verbindung standen.
Für den Flughafen Wien wurden 2011 mit 21.096.398 Fluggästen (ankommende, abreisende und Transitpassagiere) um 1.413.808 (+7,2%) mehr ausgewiesen als im Jahr 2010. Neben dem größten österreichischen Flughafen konnte auch der Flughafen Salzburg mit insgesamt 1.700.983 beförderten Personen gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Steigerung (+4,6%) verbuchen. An den restlichen vier österreichischen Airports kam es hingegen zu Rückgängen. Für den Flughafen Klagenfurt wurden 376.198 Personen (-50.737 bzw. -11,9%) ermittelt. 997.020 Fluggäste entfielen auf Innsbruck (-36.492 bzw. -3,5%), 976.414 (-13.545 bzw. -1,4%) auf den Flughafen Graz und 679.220 auf den Hafen Linz, der von einem Rückgang in Höhe von 12.819 Personen (-1,9%) betroffen war.
Von insgesamt 12.849.085 der im Berichtsjahr in Österreich abgefertigten Passagiere lagen die Reiseziele von 10.873.537 in Europa, was einem Anteil von 84,6% (2010: 83,6%) entsprach. Von 8,3% (2010: 8,4%) der Fluggäste lagen diese in Asien, gefolgt von den Kontinenten Amerika, Afrika und Australien mit Anteilen von 4,4%, 2,5% und 0,2% (Anteile 2010: 4,3%, 3,5% und 0,2%).
WirtschaftsBlatt Leitartikel: Wir brauchen jetzt keine schrägen Ideen
Über kürzere Arbeitszeiten zu diskutieren, ist fern der Realität Eigentlich war es eine gute Woche. Der Internationale Währungsfonds revidierte die Wachstumsaussichten für die Weltkonjunktur leicht nach oben, speziell diejenigen für Mittel- und Osteuropa. Hier wurde das Wachstum von 1,1 auf 1,9 Prozent hinaufkorrigiert. Ein gutes Signal für die österreichische Wirtschaft, die in dieser Region bekanntlich stark engagiert ist. Was Österreich anlangt, folgte dann die nächste gute Nachricht: Die Ratingagentur Fitch bestätigte das Triple A. Die geringe Arbeitslosigkeit und die insgesamt "soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten" wurden als Grund für die Bestnote angeführt. Als Sahnehäubchen obendrauf erwiesen sich schließlich die Ergebnisse des "CFO-Barometers": Diese von Deloitte, Business Circle und dem CFO Club Austria in Kooperation mit dem WirtschaftsBlatt durchgeführte Umfrage zeigt, dass sich die Stimmung unter den Finanzvorständen verbessert.
Natürlich muss man die Kirche im Dorf lassen: Die Krise ist nicht vorbei. Allen, von den IWF-Analysten bis hin zu den heimischen Finanzchefs, bereitet nach wie vor die europäische Finanzkrise Sorgen. Für Euphorie besteht also kein Anlass. Aber eine grundsätzlich bessere Stimmung ist schon mal lustiger als verzweifeltes Händeringen. Jedenfalls geht es jetzt darum, den eingeschlagenen Weg der allgemeinen Konsolidierung fortzusetzen.
Umso seltsamer mutet an, was diese Woche aus der SPÖ und dem ÖGB zu vernehmen war. Dort will man jetzt über eine Verkürzung der Arbeitszeit diskutieren. Diejenigen, die 40 Stunden pro Woche arbeiten, sollen künftig auf 38,5 Stunden angeglichen werden. Das soll dazu beitragen, dass ältere Arbeitnehmer länger arbeiten, weil man ja das faktische Pensionsantrittsalter anheben will. In der Schule würde man dazu "Themenverfehlung" sagen: Wenn die SPÖ in ihrem Projekt "Österreich 2020" schon über allerlei Themen plaudern will, so sollte sie darüber nachdenken, wie ältere Arbeitnehmer für die Unternehmer billiger werden. Es lohnt sich sicher, hier wieder einmal über Lohnnebenkosten und/oder diverse automatische Gehaltssprünge nachzudenken.
Die Wähler werden es verstehen. Wie in der Schweiz: Dort hat sich die Bevölkerung jüngst per Volksabstimmung deutlich gegen eine Erhöhung des Urlaubsanspruchs ausgesprochen.
Energiepreise: Bis zu 341 Euro Einsparpotenzial bei Anbieterwechsel
Österreichs Haushalte geben durchschnittlich zwischen 582 Euro pro Jahr in Tirol und 714 Euro pro Jahr im Netzgebiet Oberösterreich für Strom aus. Das Einsparpotenzial bei einem Wechsel vom regionalen Standardanbieter zum Billigstbieter beträgt je nach Region zwischen 0 Euro pro Jahr in Vorarlberg sowie 113 Euro pro Jahr in Oberösterreich. Die Zahlen wurden berechnet auf Basis eines durchschnittlichen Haushaltes, der jährlich 3.500 Kilowattstunden (kWh) Strom beim regionalen Standardanbieter bezieht.
Für Erdgas geben die Haushalte durchschnittlich zwischen 965 Euro pro Jahr in Vorarlberg und 1.207 Euro pro Jahr im Netzgebiet Linz aus. Das Einsparpotenzial bei einem Wechsel vom regionalen Standardanbieter zum Billigstbieter beträgt je nach Region zwischen 15 Euro in Tirol sowie 238 Euro pro Jahr in Linz. Berechnet wurden diese Zahlen auf Basis eines Haushaltes, der 15.000 kWh beim regionalen Standardanbieter bezieht.
Das Sparpotenzial beim Wechsel vom regionalen Standardanbieter zum Billigstbieter von Strom und Gas liegt je nach Region zwischen 23 Euro in Tirol sowie 341 Euro pro Jahr in Linz. Für individuelle Berechnungen steht der Tarifkalkulator der E-Control (www.e-control.at) zur Verfügung.
Bauinnung warnt vor dubiosen Schwindelfirmen
Anlässlich der jüngsten Entführung eines slowenischen Unternehmers, der in Villach seine Geschäftstätigkeit entfaltete, stellt der Bundesinnungsmeister des Baugewerbes Ing. Hans-Werner Frömmel klar, dass es sich dabei nicht, wie zum Teil fälschlich berichtet, um einen österreichischen Baumeister handelt.
Der Bundesinnungsmeister weist darauf hin, dass die Bundesinnung Bau in den letzten Jahren im Zuge der Kampagne "BAUfair!" umfangreiche Maßnahmen getroffen bzw. unterstützt habe, um unseriöse Firmenpraktiken am Bau zu bekämpfen.
Besonders durch die neue Dienstleistungsfreiheit in Kombination mit der extrem liberalen Verwaltungspraxis der Gewerbebehörden wäre es für dubiose Unternehmen immer wieder möglich, in Österreich Fuß zu fassen. So seien in den letzten Jahren beispielsweise zu Tausenden Gewerbeberechtigungen für das "Aufstellen von mobilen Trennwänden" an EU-Staatsbürger aus den neuen Mitgliedsstaaten vergeben worden, hinter denen sich unter dem Schein der Legalität nicht selten Schwindelfirmen verbergen.
Die Geschädigten seien nicht nur die Arbeitnehmer durch Lohn- und Sozialdumping, sondern auch Konsumenten, der Staat durch hinterzogene Steuern und Abgaben und die seriös anbietenden Unternehmen, die extrem unter der Wettbewerbsverzerrung leiden. Aber auch kriminelle Machenschaften sind nicht selten Begleiterscheinungen im Umfeld dieser Schwindelfirmen, so der Bundesinnungsmeister. Die Bundesinnung unterstützt daher auch die Task Force "Merlin" des Bundeskriminalamtes und andere Initiativen, um die Baubranche vor unsauberen Praktiken zu schützen.
Das bisherige umfassende Maßnahmenpaket umfasst die Anmeldung vor Arbeitsbeginn, Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz, ArbeitgeberInnenhaftungsgesetz für Sozialversicherungsbeiträge sowie verstärkte Kontrollen durch Organe der Finanzpolizei, Sozialversicherung und der Bauarbeiter- Urlaubs- und Abfertigungskasse.
Bundesinnungsmeister Frömmel betont, dass für österreichische Baumeister strenge Standesregeln bestehen und vor Erteilung der Baumeisterberechtigung eine behördliche Zuverlässigkeitsprüfung erfolgt. In der jüngsten Novelle ist auch eine obligatorische Haftpflichtversicherung vorgesehen.
Im Falle von Mängeln besteht bei inländischen Baumeisterbetrieben Gewährleistung und Schadenersatz sowie die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Schlichtungsstelle.
Neue Erlagschein-Verordnung: Caritas schlägt Alarm
Neue Erlagschein-Verordnung: Caritas schlägt Alarm Die Caritas hat wenig Freude mit den neuen Erlagscheinen, die im Zuge der weiteren Harmonisierung von Zahlungsdiensten im EU-Binnenmarkt eingeführt werden. Sie befürchtet, dass Schwierigkeiten beim Ausfüllen nicht wenige Menschen vom Spenden abhalten wird. "Es kann nicht sein, dass die neue Erlagschein-Verordnung auf dem Rücken der Ärmsten ausgetragen wird", so der Wiener Caritasdirektor Michael Landau in einer Stellungnahme. Die Caritas befürchte einen Spendenausfall von bis zu 30 Prozent, schlägt Landau Alarm. Das hätte zur Folge, dass einige Spendenprojekte ganz konkret gefährdet sind. Landau: "Obdachlose Menschen, hilfsbedürftige Menschen und schwer kranke Menschen dürfen nicht die Opfer einer überhasteten Erlagschein-Umstellung werden."
Kontonummer und Bankleitzahl werden auf den Erlagscheinen künftig von der internationalen Kontonummer (kurz: IBAN) abgelöst. Je nach nationaler Ausprägung ist die IBAN unterschiedlich lang - eine österreichische IBAN besteht aus 20 Stellen. Neue Überweisungsbelege mit der Angabe von IBAN und - zum Teil noch - mit der internationalen Bankleitzahl (BIC) werden die bisher gebräuchlichen Belege vollständig ablösen. In Österreich soll dies noch heuer geschehen.
Die Caritas fordert eine Informationsoffensive und Aufklärungskampagne von den österreichischen Banken, "denn speziell für ältere oder sehbehinderte Menschen wird das Ausfüllen des neuen Erlagscheins mit dem 20-stelligen IBAN-Code zu Verunsicherung und Problemen führen", so Landau. Nachsatz: "Ich glaube, dass ich mir auch persönlich schwer tun würde." Neben schriftlichen Informationen werde es deshalb ganz wesentlich sein, wie die persönliche Beratung durch Bankmitarbeiter aussieht, so der Caritasdirektor.
Er spricht sich zugleich auch für eine längere Übergangsfrist aus. "Wenn es etwa in Deutschland eine Übergangsregelung bis zum 1.1.2016 gibt, muss dieselbe Regelung auch in Österreich möglich sein", so Landau.
Frauen und Männer in Führungspositionen ticken gleich
"Die Untersuchung belegt: Von ihren Persönlichkeitsmerkmalen her sind Frauen nicht grundsätzlich die einfühlsameren Chefs und Männer die Machtmenschen" Frauen und Männer in Führungspositionen unterscheiden sich kaum in ihrer Persönlichkeit. Sie weisen die gleichen zentralen Eigenschaften auf, die maßgeblich sind für den Erfolg im Beruf. Das zeigt eine weltweite Studie unter 14.000 Führungskräften von Hogan Assessments Systems. 9.000 Männer und 5.000 Frauen wurden befragt.
Entgegen dem klassischen Vorurteil streben Männer nur minimal stärker nach Status, Macht und Geld als ihre Führungskolleginnen. Auf der anderen Seite ist bei den Frauen die Suche nach Akzeptanz und Bestätigung bei weitem nicht so ausgeprägt wie landläufig behauptet. Für Deutschland zeigt ein Vergleich zwischen Männern und Frauen sogar noch geringere Unterschiede zwischen den Geschlechtern als weltweit.
"Die Untersuchung belegt: Von ihren Persönlichkeitsmerkmalen her sind Frauen nicht grundsätzlich die einfühlsameren Chefs und Männer die Machtmenschen", sagt Dr. Rainer Neubauer, Geschäftsführer des Assessment-Spezialisten Metaberatung. "Die Diskussion über den unterschiedlichen Führungsstil von Männern und Frauen ist daher nicht zielführend. Sie sollte stattdessen einer Definition von Anforderungen weichen. Zu fragen ist, welcher Kandidat sich am besten für einen bestimmten Job eignet. Persönlichkeitsmerkmale sind hier wichtiger als das Geschlecht. Denn sie entscheiden maßgeblich über den langfristigen Erfolg von Managern."
Für Arbeitgeber gilt es bei der Besetzung eines Führungsjobs künftig in einem ersten Schritt, eine Kombination von Persönlichkeitsmerkmalen zu definieren, die für die offene Stelle von Bedeutung sind. An diesen Kriterien sollten die Kandidaten gemessen werden. Ein Chefjob im Sicherheitsbereich eines Flughafens zeigt so ein signifikant anderes Besetzungsprofil als die Leitung einer Vertriebsabteilung. Daran anknüpfende wissenschaftliche Auswahlverfahren bilden die Basis für den Erfolg von Führungskräften.
"... und plötzlich ist man Mitarbeiter der Österreichischen Post"
Großabnehmer werden im Wirtschaftsleben preislich günstiger gestellt als Kleinabnehmer. Auf einen sogenannten Grundpreis werden bei größeren Abnahmemengen entsprechende Abschläge gewährt. Das ist logisch. Welche Firma freut sich nicht, wenn ein Produkt in größerer Menge verkauft werden kann oder eine Dienstleistung im "großen Stil" abgenommen wird? So sind doch auch die Kosten für den Verkäufer geringer, wenn nur ein Kunde zu bedienen ist, der die Menge von, vielleicht 50 Einzelkunden abnimmt.
Kaum zu glauben, aber eine solche Firma gibt es! Diese Firma ist die Österreichische Post. Dort werden Kunden mit größeren Aufträgen sogar "bestraft". Man könnte glauben, dass es sich um eine Firma handelt, die es nicht mehr nötig hat, Gewinn zu machen.
Weniger Filialen, weniger Mitarbeiter und das seit Mai des Vorjahres geltende neue Tarifmodell steigerten wirklich den Nettogewinn des teilstaatlichen Konzerns.
Vielleicht ist das ja auch der Grund für die folgende Geschichte.
Ein Unternehmer wollte auf einem Postamt 56 Briefe versenden. Das Porto beträgt bekanntlich 62 Cent pro Brief - macht also 34,72 Euro Umsatz. Groß war die Überraschung, als dem Unternehmer plötzlich ein Stempel überreicht wurde und die Dame von der Post meinte, er solle doch die Briefe selber abstempeln. Auf die Frage, warum er das tun sollte, erklärte die Dame, dass es eine Vorschrift gäbe, die das bei größeren Briefsendungen verlangt.
Nachdem sich der Unternehmer umsah und sich vergewisserte, dass er hier nicht Teil einer "Versteckte Kamera Show" ist fragte er nochmal nach: "Ich zahle für 56 Briefe genau 56 Mal mehr als für einen Brief, den Sie für mich abstempeln würden. Sie wollen mir jetzt zusehen, wie ich selber die Briefe abstemple - also Ihre Arbeit mache?". Die inzwischen leicht genervte Dame von der Post, griff zum zweiten Stempel und versuchte zu beruhigen: "Ich werde Ihnen gerne dabei helfen - zu zweit sind wir gleich fertig". Darauf der Unternehmer: "Sie verwechseln hier etwas. Nicht Sie helfen mir, sondern ich helfe Ihnen, wenn wir zu zweit die Briefe abstempeln." Die Frage, welchen Rabatt er bekommen würde, wenn der Unternehmer "mitstempelt" beantwortet die Dame nur mit den Worten, er solle sich doch nicht so anstellen, schob den Stempel näher an ihn heran und begann mit dem anderen Stempel zu stempeln. Auch die Frage, ob sie glaube, dass 56 Kunden, die je einen Brief aufgeben, weniger Aufwand verursachen als ein Kunde mit 56 Briefen, beantwortete die Postlerin wortlos, indem die den zweiten Stempel noch weiter in Richtung Kunde schob. Dem reichte es inzwischen. Er griff sich alle Briefe - auch die schon gestempelten und fragte nochmal, ob das wirklich ihr Ernst sei. Das beantwortete die Postlerin mit "ja".
Daraufhin verließ der Unternehmer, mit den 56 Briefen in der Hand wieder das Postamt und fuhr in das knapp zehn Kilometer entfernte, nächste Postamt. Dort wurde ihm die Existenz dieser Vorschrift, die besagt, dass der Kunde größere Mengen an Briefen selber stempeln muss, bestätigt - meinte aber, dass man das hier etwas anders sehe. "Die Zufriedenheit der Kunden ist uns hier wichtiger, als eine etwas eigenartige Vorschrift." meinte der Postler und stempelte - ruck zuck - die Briefe ab. "Wir haben nicht wenige Kunden, die mit größeren Briefsendungen zu uns kommen, nachdem sie vom anderen Postamt, erfolglos zum Mitarbeiter gemacht wurden".
Der Unternehmer zahlte lächelnd die 34,72 Euro.
Es ist also falsch, alle Postämter und deren Mitarbeiter in einen Topf zu werfen. Vereinzelt findet man auch auf der Post noch Mitarbeiter, die das Wort "Kundenservice" noch kennen. Noch ist ja die Zusperrwelle der Postämter nicht ganz abgeschlossen. Sollte die Post AG noch auf der Suche nach einem Postamt sein, dass man zusperren kann oder vielleicht sogar sollte, dann hätte der, der dbn-Redaktion bekannte Unternehmer sicher einen Tipp. Der dbn-Redaktion sind die Namen der beiden Postämter natürlich auch bekannt.
Tatsächlich gibt es diese Vorschrift schon seit mehreren Jahren. Ab 30 Briefen muss man entweder die Briefe selber stempeln oder einen Aufpreis von 10 Cent pro Brief zahlen, wenn der Postler das macht. Die Post bezeichnet das als Kunden-Eigeninitiative die im Interesse der wartenden Kunden sei. Auch wenn das wirtschaftlich oder gar logisch nicht nachvollziehbar ist, beharrt die Post weiter auf dieser Regelung und scheint weiter zu glauben, dass ein Kunde mit 20 Briefen mehr Aufwand verursacht, als 20 Kunden mit einem Brief.
GLOBAL 2000 und Ökostrom: "Was für Windräder gilt, müsste längst für Atomkraftwerke gelten"
Bei Windkraftprojekten muss bereits in der Planungsphase der Rückbau - sprich die Wiederherstellung der "grünen Wiese" - berücksichtigt werden, sowohl was die konkrete Umsetzung als auch die Kosten betrifft. So müssen bei den Gemeinden auch Sicherheiten z. B. in Form von Bankgarantien hinterlegt werden. Dies wird jedoch weder bei Industrieanlagen noch bei der Errichtung von fossilen Kraftwerken oder gar von Atomkraftwerken gefordert. Reinhard Uhrig, Atomexperte bei GLOBAL 2000, betont: "Dies trägt einmal mehr zur Ungleichbehandlung der Erneuerbaren bei. Eine Kostenaufstellung und Konzepte für den Rückbau von Anlagen und für die Dekontaminierung muss per Gesetz für ausnahmslos alle Energieprojekte eingeführt werden, die Rückstellungen für den immens teuren Abriss von Atomkraftwerken müssen in einem Fonds gesichert werden, mit dem die Betreiber nicht mehr wie jetzt an den Finanzmärkten zocken können. Nur so ist es möglich, neben der Kostenwahrheit auch das tatsächliche Gefahrenpotential und das Risiko, das kommende Generationen im Zusammenhang mit Nuklearenergie tragen müssen, auch wirklich sichtbar zu machen."
Ökostrom ist schon lange nicht mehr teurer als konventioneller Strom. Reinhard Uhrig erklärt, wieso dieses Vorurteil sich jedoch immer noch in den Köpfen der Menschen hält: "Es fehlt an Kostentransparenz bei Nuklearenergie, die massiv durch die SteuerzahlerInnen bezuschusst wird. Außerdem werden erneuerbare Energieformen wie oben beschrieben per Gesetz diskriminiert. Derartige Wettbewerbsverzerrungen müssen abgeschafft werden - denn je mehr KonsumentInnen sich dann für Strom aus erneuerbaren Energiequellen entscheiden, desto mehr saubere Kraftwerke können finanziert, geplant und gebaut werden und desto günstiger und wirtschaftlicher kann Ökostrom produziert werden."
Eine im Oktober 2011 von Univ. Prof. Friedrich Schneider von der Linzer Kepler Universität veröffentlichte Studie untermauert einmal mehr, dass Atomstrom nur durch die gravierende Unterversicherung von Atomkraftwerken marktfähig ist. Die enormen Schäden, die ein Atomunfall verursacht - im Fall von Fukushima werden sie derzeit auf 300 Mrd. Euro geschätzt, werden weitgehend von der Allgemeinheit getragen, die Gewinne aus der Atomkraft lukrieren die Betreiber. Wäre die Versicherungsprämie allerdings dem Risiko angepasst, würde kein Atomkraftwerk mehr betrieben werden, denn der Preis von Atomstrom würde sich vervielfachen. Die Studie errechnet einen Strompreis von 2 Euro/kWh für Atomstrom, würden AKWs so versichert sein müssen, dass materielle Schäden einigermaßen abgedeckt wären. "Die derzeitige Gesamt-Haftungssumme von Euro 2,3 Mrd. für ALLE deutschen AKWs zeigt, dass auch hier wieder Atomkraft finanziell bevorzugt wird", so Uhrig.
Die österreichische Volkswirtschaft, vor allem auch die österreichische Energiewirtschaft, ist von der Preisstützung von Atomstrom durch die bestehende Unterversicherung und die unzureichenden Rücklagen für die Dekommissionierung betroffen. Der Preis von elektrischer Energie aus Atomkraftwerken wird generell mit etwa 2 Cent/kWh abgegeben. Dies bedeutet einen bedeutenden Preisvorteil gegenüber Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Reinhard Uhrig betont: "Es ist abzulehnen, dass Atomstrom durch die mangelnde Versicherung billig angeboten wird, dadurch Gewinne in Milliardenhöhe für wenige lukriert werden, die wahren Folgekosten des Rückbaus, der Haftung und nicht zuletzt der ungelösten Endlagerung des Atommülls auf die Allgemeinheit abgewälzt wird -- und dadurch sauberer Strom europaweit klein gehalten wird."
Nach Puma und Nike "entgiftet" nun auch Adidas seine Produkte
Nach Puma und Nike reagiert nun auch Adidas auf die Forderungen von Greenpeace und „entgiftet“ seine Produkte. Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller hat sich öffentlich dazu bekannt, bis zum Jahr 2020 aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien entlang der gesamten Lieferkette sowie des gesamten Produktlebenszyklus aller Produkte auszusteigen. Eine Woche nach der Veröffentlichung des zweiten Greenpeace-Reports über „schmutzige Wäsche“ und den vorausgegangenen weltweiten Protestaktionen beugt sich auch Adidas dem Druck und folgt dem Beispiel der Sportartikelhersteller Puma und Nike, die sich bereits für eine „giftfreie“ Zukunft entschieden haben.
„Dass sich nun auch Adidas entschlossen hat, aus dem Geschäft mit ‚schmutziger Wäsche‘ auszusteigen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Adidas liegt nach leichten Startschwierigkeiten nun mit Puma und Nike im Rennen um eine giftfreie Zukunft gleichauf. Greenpeace wird alles daran setzen, alle drei Markenproduzenten weiter anzuspornen und dafür zu sorgen, dass ihnen nicht auf halber Strecke die Luft ausgeht“, so Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz.
Nachdem Greenpeace zwei internationale Reports über Giftstoffe in der Textilproduktion veröffentlicht und KonsumentInnen weltweit zum Protest aufgerufen hatte, setzt nach Puma und Nike nun mit Adidas bereits der dritte Sportartikelhersteller einen entscheidenden Schritt und verbannt Chemikalien, die sich in der Nahrungskette anreichern und langlebig sowie hormonell wirksam sind, aus seiner Produktions- und Lieferkette. Darüber hinaus hat Adidas zugestimmt, sich verstärkt dem Konsumentenrecht auf Information zu widmen. Zukünftig will das Unternehmen volle Transparenz hinsichtlich aller Chemikalien bieten, die von den Fabriken seiner Zulieferbetriebe freigesetzt werden. Der Umsetzungsplan soll laut Adidas innerhalb der nächsten sieben Wochen vorgelegt werden. Das Unternehmen hat ausdrücklich festgelegt, an einem Ansatz mitzuarbeiten, der nicht nur das eigene Unternehmen betrifft, sondern quer über die Branche gehen soll.
„Drei der größten Sportartikelhersteller haben durch ihre öffentlichen Verpflichtungen erste Schritte für eine giftfreie Zukunft gesetzt. Nun ist es an der Zeit, dass auch andere Textilproduzenten die Herausforderung annehmen und mehr Transparenz in die gesamte Textilbranche bringen, um den Ausstieg aus gefährlichen Chemikalien voran zu treiben“, so die Greenpeace-Konsumentensprecherin. Infolge der Veröffentlichung des zweiten Greenpeace-Berichts über „schmutzige Wäsche“ haben sich bereits weitere Textilproduzenten dafür entschieden, erste Schritte für eine „giftfreie“ Zukunft zu setzen. Greenpeace wird in den nächsten Wochen Gespräche mit Lacoste, G-Star Raw, Uniqlo und der chinesischen Sportmarke Li Ning führen.
Bures verschärft Regeln für Bahn: Geld zurück künftig schon ab 5 Prozent Verspätungen
Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) will mehr Pünktlichkeit auf der Bahn, deshalb werden die Fahrgastrechte erweitert, berichtet die Tageszeitung ÖSTERREICH. "Jetzt gilt die Regelung, dass, wenn mehr als 10 Prozent der Züge auf der jeweiligen Strecke unpünktlich sind, 10 Prozent der Jahreskarte refundiert werden. Künftig soll das schon bei 5 Prozent Unpünktlichkeit gelten", so Bures im Gespräch mit ÖSTERREICH.
Erst 2010 waren die Rechte der Bahnkunden gestärkt worden. "Wir haben über die EU-Richtlinie für den Fernverkehr hinaus mit der Regelung für den Nahverkehr auch die Rechte der über 500.000 Pendler gestärkt", so Bures. Das zeige Wirkung: Trotz Problemen auf einzelnen Strecken seien 2011 insgesamt 96,6 % aller Züge pünktlich gewesen. 2009 waren es erst 90,5 %.
29.300 Euro an Entschädigungen zahlte die ÖBB 2011 an insgesamt 1.368 Jahreskartenbesitzer für unzureichende Pünktlichkeit. Die Refundierung erfolgt als Gutschrift auf die nächste Jahreskarte oder als Gutschein. Tun muss man dafür als Bahnkunde nichts, außer das Einverständnis zum Pünktlichkeits-Programm zu geben. Die Refundierung erfolgte am Jahresende automatisch.
Entschädigungen im Nahverkehr sollen künftig aber nicht nur die staatlichen ÖBB zahlen müssen: "Die Novelle soll auch für Privatbahnen, von der Westbahn bis zur Zillertalbahn, gelten", so Bures. Die ÖBB können die Kunden demnächst im Detail selbst überprüfen. "Künftig können sich die Kunden die Pünktlichkeit auf ihrer Strecke im Internet ansehen", sagt die Ministerin.
WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Kaufen wir unsere Staatsschulden!
Umgerechnet auf Österreichs Gesamtschulden von etwa 210 Milliarden Euro würde das pro Österreicher 2625 Euro ausmachen Es mag ein Zeichen von italienischer Kreativität sein, es ist aber auch ein Beleg für das Vertrauen und den Zusammenhalt dieses Volkes, wenn es sage und schreibe um den Parmaschinken geht. Am Staatsanleihentag kauften unsere südlichen Nachbarn acht Milliarden Euro an italienischer Staatsschuld. Die Kampagne von Giuliano Melani - Besitzer einer Leasinggesellschaft -, "Wir kaufen uns unsere Staatsschuld", trägt Früchte. Anders gesagt: Wenn jeder Italiener Staatstitel von 4500 Euro kaufen würde, wären die gesamten Staatsschulden gedeckt.
Umgerechnet auf Österreichs Gesamtschulden von etwa 210 Milliarden Euro würde das pro Österreicher 2625 Euro ausmachen. Auf den ersten Blick klingt es lustig: Da finden die Italiener eine kreative Lösung für eine vorübergehende Schuldenbremse. Diese ist natürlich nicht nachhaltig. Aber allein die Idee ist ein probates Mittel für die Findung eines neuen Weges. Der Kauf der gemeinsamen Schulden kann nur ein erster Schritt sein. Dann gilt es, die Ausgaben drastisch zu reduzieren. Auch dafür kann man die Menschen gewinnen. Wer kann sich einem gemeinsamen Kraftakt verschließen, der den Staat in jene ruhigen Gewässer bringt, die keine hohen Zinswellen kennen? Also jene zusätzlichen 1,5 bis zwei Milliarden Euro für 2012 einzusparen, sollte auch den Österreichern nicht so schwerfallen. Wer nur auf Reichensteuern pocht oder bloß raschere Frühpensionierungen fordert, ist auf dem halben Weg. Was den österreichischen Politikern inklusive Opposition fehlt, ist genau die Fantasie, das Volk zu kreativen Eigenleistungen anzuspornen. Das hängt vielleicht auch mit dem permanenten Hang zum Jammern zusammen. Die Italiener fühlen sich angesprochen, sich selbst aus dem Sumpf zu holen. Dreijährige Staatspapiere waren mit einer Rendite von knapp sechs Prozent zu haben. Ist doch nicht schlecht. Und das soll Österreicherinnen und Österreicher nicht dazu animieren, auch für die Staatsschuld etwas springen zu lassen, zumal die Verzinsung besser ist als auf jedem Sparbuch?
Man kann die Leute ins Boot holen, indem man ihnen aufzeigt, was ihnen alles geboten wird, wenn sie ihre staatsbürgerlichen Pflichten wahrnehmen. Ganze 1,34 Milliarden Euro an nicht gezahlten Steuern schulden die Österreicher ihrem Staat - aus Umsatz-, Einkommen- und Körperschaftssteuer. Es wäre an der Zeit, die Schulden zu begleichen. Und aufzuhören, immer nur allen anderen die Schuld für die gewaltigen Staatsschulden zu geben. Am besten fängt jeder bei sich selbst an. Dann gäbe es keine Schuld mehr.
WKÖ unterstützt Forderung nach Übernahme des ersten Krankenstandtages durch die Arbeitnehmer
WKÖ unterstützt Forderung nach Übernahme des ersten Krankenstandtages durch die Arbeitnehmer Die letzten Jahre haben kontinuierlich Mehrbelastungen der Wirtschaft durch höhere Lohnnebenkosten aber auch die Ausweitung der arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüche gebracht.
„Rechtsanspruch auf Teilzeit nach Karenz mit Kündigungsschutz, Mehrarbeitszuschlag bei Teilzeit und nun die Auflösungsabgabe sind nur einige Beispiele für die Kostenbelastungen der Betriebe“ merkt Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich, an: "Eine Entlastung der heimischen Unternehmen, etwa durch eine Übernahme des ersten Krankenstandstages durch die Arbeitnehmer nach schwedischem Vorbild, ist daher hoch an der Zeit." Hochhauser erinnert auch daran, dass das aktuelle Konsolidierungspaket Erhöhungen der Lohnnebenkosten durch die Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage und die Arbeitslosenbeiträge für Ältere gebracht hat.
„Immer öfter müssen Betriebe aber auch Entgeltfortzahlung für Situationen leisten, die nichts mit der betrieblichen Sphäre zu tun haben. Entlastungsschritte wären daher gerechtfertigt, weil nicht zuletzt die österreichischen Dienstgeber über die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) die Zeche für die ständig steigenden Freizeitunfälle mitfinanzieren müssen“. so Hochhauser abschliessend.
VKI setzt Schadenersatz für falsche Anlageberatung gerichtlich durch
Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in drei Musterprozessen gegen verschiedene Anlageberater - geführt im Auftrag des Konsumentenschutz-ministeriums - Recht bekommen. Zwei Urteile sind rechtskräftig. In allen Fällen wurden KleinanlegerInnen riskante Produkte bzw. Kreditkonstruktionen als "sicher" verkauft und über die innewohnenden Risiken nicht aufgeklärt.
Die "EFS Euro Finanz Service Vermittlungs AG" in Salzburg und die "Contectum Investment-Consulting GmbH" in Graz haben Kleinanlegern, die einem Risiko völlig abgeneigt waren, MEL-Zertifikate als "sicheres" Investment angeboten. Das jeder Einzelaktie innewohnende Risiko von Kursverlusten bis hin zu einem Totalverlust wurde geflissentlich verschwiegen. In schriftlichen Unterlagen fanden sich zwar entsprechende Hinweise, doch diese Unterlagen wurden nur als "Formalität" abgetan und von den KonsumentInnen ungelesen unterzeichnet. Nach den Kursverlusten hat der VKI - nach Abtretung der Ansprüche - Schadenersatz gegen die Berater eingeklagt. Daraufhin kam - wie in solchen Fällen stets - das Argument, dass die Beratenen bereits zu einem früheren Zeitpunkt die falsche Beratung durchschauen hätten müssen und Schadenersatzansprüche daher verjährt seien. Die Gerichte entschieden im Sinn der geschädigten AnlegerInnen: Das Verschweigen von Risiken ist schuldhafte falsche Anlageberatung, wofür die Beratungsunternehmen haften. Die Falschberatungen seien erst im Augenblick der Kursabstürze erkennbar gewesen, die Klagen daher nicht verjährt. Die Gerichte sprachen Schadenersatz zu. Das Urteil gegen EFS ist rechtskräftig.
Im dritten - ebenfalls sehr typischen Fall - vermittelte der Vermögensberater Isamberth aus Graz zwei zwanzigjährigen Salzburgerinnen, die ursprünglich einen Kredit für einen Wohnungskauf aufnehmen wollten, einen Fremdwährungskredit weit über der benötigten Summe und überredete die Konsumentinnen, das angesparte Kapital als Einmalerlag in Lebensversicherungen - zum Teil mit einer Laufzeit von 75 Jahren (!) - zu investieren. Auch hier dasselbe Bild: Konservativen und unerfahrenen Anlegerinnen wird ein riskantes Gesamtfinanzierungskonzept vorgeschlagen, ohne die Risiken im Detail darzustellen. Auch hier wurde - vom OLG Linz bestätigt - rechtskräftig Schadenersatz zuerkannt.
Auch die rund 2.500 TeilnehmerInnen an den Sammelklagen gegen den AWD - hier steht der Vorwurf der systematischen Fehlberatung bei Immobilienaktien im Raum - schildern ähnliche Erlebnisse. Diese Verfahren werden erst in den nächsten Jahren von den Gerichten entschieden.
"Aus den zahlreichen Fällen rund um die Vermittlung von MEL-Zertifikaten, Immobilienaktien und Fremdwährungskrediten zeigt sich eines ganz klar: Die von den jeweiligen Produkt-Emittenten bezahlten Provisionen treiben die Vermittler - im finanziellen Eigeninteresse - dazu, den Kunden Produkte als sicher darzustellen und Gefahren zu verschweigen, nur um Provisionen zu verdienen. Eine anlegergerechte Beratung bleibt da sehr oft auf der Strecke", kritisiert Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI. "Daher müsste - will man aus den Schadensfällen lernen - eine Abkehr von der Provisionsberatung hin zu einer Honorar-beratung erfolgen."
"trend"-Umfrage: Österreicher wollen im nächsten Jahren bei Wirtshausbesuchen am stärksten sparen
Österreicher wollen im nächsten Jahren bei Wirtshausbesuchen am stärksten sparen Schnüren die Österreicher angesichts sich verdüsternder Wirtschaftsaussichten 2012 auch ein privates Sparpaket? 16 Prozent der vom Linzer market-Institut im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "trend" Befragten antworten defintiv "ja" auf dieser Frage. Das berichtet der "trend" in seiner am Montag erscheinenden, aktuellen Ausgabe. 34 Prozent antworten mit "ja, eher doch", 46 Prozent mit "nein"; der Rest macht keine Angaben.
Der Bereich, in dem das größte Einsparungspotenzial gesehen wird, ist die Gastronomie: 70 Prozent der Sparwilligen geben an, bei Gasthaus- und Restaurantbesuchen 2012 sparen zu wollen. Dahinter folgen Ausgaben für Unterhaltungselektronik (64 Prozent) sowie Urlaub (54 Prozent). Am geringsten ist die Sparbereitschaft bei den Gesundheitsausgaben (vier Prozent).
Österreichische Führungskräfte sprechen sich für Modell der Vereinigten Staaten von Europa aus
Österreichische Führungskräfte sprechen sich für Modell der Vereinigten Staaten von Europa aus Eine repräsentative WdF-Umfrage ergab ein erstaunliches Ergebnis. Über 2.800 Mitglieder des Wirtschaftsforums der Führungskräfte wurden befragt, wie sie sich die Zukunft Europas vorstellen könnten. Die hohe Responsequote von über 15 % widerspiegelt offensichtlich die hohe Bedeutung des Themas Europäische Union für die österreichischen Führungskräfte. Das Ergebnis in dieser Deutlichkeit war überraschend. Nur 6,36 % lehnen eine Weiterentwicklung der EU ab und wünschen sich wieder eine Rückkehr zur nationalen Eigenständigkeit der einzelnen EU-Staaten. Diese Gruppe kann sich wahrscheinlich mit dem Anti-Europakurs der FPÖ am besten anfreunden. Knapp ein Drittel (26,97 %) der Befragten sprechen sich dafür aus, den Status quo beizubehalten. Das heißt: Die nationale Entscheidungshoheit in finanz-, steuer- und wirtschaftspolitischen Fragen soll in den einzelnen EU-Staaten bleiben.
Zu viel Macht und Kompetenz will also diese Gruppe nicht an Europa abgeben. Dies Position widerspiegelt am ehesten die aktuelle Haltung der Regierung zur EU-Politik. Etwa 67 % der Befragten WdF-Mitglieder vertritt jedoch die Meinung, die Zukunft Europas liegt in einem politisch geeinten Wirtschaftsraum und kann sich daher das Modell Vereinigte Staaten von Europa vorstellen. "Österreichs Führungskräfte erkennen genau, daß die einzelnen europäischen Staaten allein einfach zu schwach sind, um gegen die starken Wirtschaftsnationen wie USA, China, Indien oder den BRIC Ländern bestehen zu können. Ich interpretiere die Meinung der Führungskräfte als Auftrag an die Politik, sich mit der Vision Europa in klarer und offener Form auseinander zu setzen. Wir müssen endlich aufhören, einen Weg ohne klares Ziel zu gehen", so der WdF-Bundesvorsitzende KR Karl Javurek.
Österreicher bleiben trotz Sparpakets konsumfreudig
Die Wirtschaftsdaten des GfK Konsumklima Europa der Länder der Europäischen Union zeigten in den vergangenen Monaten sehr unterschiedliche Trends. Entsprechend reagierten auch die Bürger der Länder auf die Situation. Dem Sparpaket zum Trotz bildet Österreich zusammen mit Deutschland die Spitze bei der Anschaffungsneigung der Konsumenten.
Der Jahresbeginn 2012 stand nach wie vor im Zeichen der Wirtschafts- und Finanzkrise in der Europäischen Union. Zu den Bemühungen, die hoch verschuldeten Länder Griechenland, Portugal, Spanien und Italien durch einen ständigen Euro-Rettungsschirm zu unterstützen, traten nun auch Spar- und Reformpakete einzelner Mitgliedsländer. Das Sparpaket dominierte seit Jahresbeginn auch die politische Landschaft in Österreich.
Die Konjunkturaussichten werden von den Bürgerinnen und Bürgern in Österreich in den vergangenen drei Monaten des ersten Quartals zwar weiterhin negativ gesehen, allerdings lässt sich im Verhältnis zum 4. Quartal 2011 ein leichter Aufwärtstrend verzeichnen.
Österreich hält mit minus 31 von insgesamt theoretisch minus 100 Punkten derzeit einen Wert im schlechteren Drittel der befragten Länder. Gegenüber Dezember 2011 ist der Wert aber um 13 Punkte verbessert. Die Erwartungen in Bezug auf das Einkommen der Österreicherinnen und Österreicher haben sich mit 21 Punkten im März gegenüber 20 Punkten im Dezember kaum verändert. Der steigende Optimismus über die Konjunktur hat sich also noch nicht in Optimismus über die persönliche Situation übersetzt.
Das reflektiert auch die vorerst noch – relativ – vorsichtige Konsumlust. Österreich verliert zwar bei der Frage nach der Anschaffungsneigung gegenüber Dezember 2011 (35,6 Punkte), bleibt aber weiterhin in einer Spitzenposition von plus 27 Punkten und auf Platz 2 in der EU.
Österreich verlor damit zwar 9 Punkte gegenüber Dezember, das Spar- und Reformpaket der Bundesregierung hat aber offenbar keine dramatischen Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Österreicherinnen und Österreicher. Vielmehr zeigen sich die heimischen Konsumenten davon weitgehend unbeeindruckt und tendieren dazu, weiterhin mehr als im europäischen Durchschnitt Anschaffungen vorzunehmen. Die Sparpakete in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien sorgten allerdings für deutlich stärkere Resonanzen: Die Intention der Bürger in diesen Ländern, größere Anschaffungen vorzunehmen, ist teilweise stark zurückgegangen (vor allem in Großbritannien, Portugal und Griechenland).
"Die Presse" - Leitartikel: Die Goldreserven sind nicht mehr als ein Mythos
Die Goldreserven sind nicht mehr als ein Mythos Österreich bunkert - wie auch Deutschland und die Schweiz - Goldreserven im Ausland. Im Krisenfall beruht der Zugriff darauf auf dem Prinzip Hoffnung.
Sie taucht ebenso verlässlich regelmäßig auf wie das Ungeheuer von Loch Ness: die Frage, wie es denn mit unseren Goldreserven ausschaut, und vor allem, wo die Barren denn zu finden wären, wenn man sie brauchte. Zuletzt wieder in Form einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ. Interessant ist da freilich hauptsächlich, dass die österreichische Nationalbank - im Gegensatz zu ihrem deutschen Pendant - extreme Geheimniskrämerei betreibt. Sie sagt weder, wo das Gold lagert, noch, wie viel von den ausgewiesenen neun Millionen Feinunzen an Goldreserven auf physische Reserven und wie viel auf Goldforderungen entfällt. Das ist nämlich in der Statistik in einem Punkt zusammengefasst. Die Behauptung, ein Hunderter in der Brieftasche und ein Hunderter, den man verliehen hat, seien, wenn man das Geld braucht, das Gleiche, müsste zwar auch dem Hausverstand von Notenbankern widersprechen, aber Hausverstand ist klarerweise keine währungspolitische Kategorie. Da haben die Ökonomen, die uns ja auch immer wieder erklären, man könne einen Staat eben nicht wie eine schwäbische Hausfrau ihren Haushalt führen, schon recht. Und: In diesem Fall macht es wirklich keinen großen Unterschied. Wenn es hart auf hart geht, haben wir nämlich gar keine Goldreserven. Sondern nur Forderungen. Denn der Zugriff auf im Ausland gelagertes Gold ist im Krisenfall (und nur dann braucht man es ja physisch) davon abhängig, ob das Lagerland auch darauf zugreifen lässt. Und ein Großteil der heimischen Goldreserven dürfte, auch wenn die Notenbank nicht exakt sagen will, wo, in ausländischen Goldkellern liegen. Wie im Übrigen auch die Goldvorräte der Schweiz und Deutschlands, die in demselben Dilemma stecken. Auch dort bricht übrigens regelmäßig die Diskussion darüber aus, ob das sonderlich gescheit ist. Der größte Teil der Goldvorräte der Welt lagert in den Kellern der Federal Reserve of New York in Manhattan. Dort haben 60 Länder große Teile ihrer Reserven gebunkert, darunter Deutschland, die Schweiz und wohl auch Österreich. Dieser riesige Barrenspeicher im Land Dagobert Ducks hat Gerüchte genährt, die USA hätten sich de facto die Goldreserven der Welt unter den Nagel gerissen. Das ist in der derzeitigen Konstellation klarerweise Unsinn, denn natürlich haben die Notenbanken ungehindert Zugriff. Ob das bei einem Zusammenbruch des Weltwährungssystems (und nur dann braucht man das Gold physisch wirklich) auch noch gilt, ist allerdings eine Zwölferfrage, auf die man nicht zu hohe Beträge wetten sollte. Manche Staatenlenker wissen das: General de Gaulle hat in der Nachkriegszeit die Goldreserven seines Landes per Kriegsschiff in die Grande Nation zurückgeholt. Der venezolanische Präsident Chávez, der mit den Yankees ja beträchtlich über Kreuz liegt, hat die Barren seiner Notenbank vorsichtshalber erst kürzlich heimschaffen lassen. In Mitteleuropa sieht man dafür keine Notwendigkeit.
Das mag damit zusammenhängen, dass die Bedeutung der Goldreserven in Friedens- und Boomzeiten nicht weit über den Status einer Zeile in der Notenbankstatistik hinausreicht. Und längerfristig denken Politiker ja nicht. Sonst hätte Österreich nicht fast ein Drittel seiner Reserven ausgerechnet in den Jahren 2000-2006 verklopft. Zielsicher zu Tiefstkursen, wie sie in den vergangenen dreißig Jahren nicht oft auf den Finanztickern zu sehen waren. Das meiste davon - zwei Millionen Feinunzen, die heute 3,2 Milliarden Dollar wert wären - übrigens in den Jahren 2000 und 2001. Damals hat der unschuldigste Finanzminister aller Zeiten Cash für das Herbeitricksen seines sogenannten Nulldefizits gebraucht und zu diesem Zweck nicht nur ein paar Sozialtöpfe, sondern auch den Goldspeicher der Notenbank abgeräumt. Und die Nationalbank hat brav geliefert. So viel zur Unabhängigkeit von Notenbanken. Ist aber auch egal: Die Goldreserven sind, wie gesagt, ein Mythos. Derzeit brauchen wir sie physisch nicht. Und wenn wir sie einmal brauchen - ja, dann müssen wir auf die Seriosität der Lagerländer hoffen. Heimholen ist offenbar kein Denkmodell.









