Wirtschaft
Das beste Rezept gegen die Krise...
Gerade in Zeiten der Krise bleiben Familienbetriebe ein Garant. Dazu gehören z.B. Umdasch (Doka-Schalungstechnik, Ladenbau), ... ...sind Familienunternehmen, zumindest wenn es um die Finanz- und Wirtschaftskrise geht. Theoretisch und zumeist auch praktisch schaffen Familienbetriebe jene Basis, die wiederum vielen Familien der Region erlaubt, ein gutes Leben zu führen. Rund 80 Prozent der österreichischen Unternehmen sind von Familien geführt und geben 70 Prozent der Bevölkerung Arbeit. Jetzt mag man jammern, wie man will, aber Österreich hat trotz mauen Wachstums die akute Finanz- und Wirtschaftskrise bisher halbwegs gut bewältigt, im Gegenteil, ist mitunter Krisengewinner. Nicht zuletzt die zahlreichen Familienbetriebe haben dazu beigetragen - egal ob klein, mit einer Handvoll Mitarbeitern, oder groß, mit Tausenden Beschäftigten.
Unter diesen Betrieben gibt es Hidden Champions wie etwa den Gleisstopfmaschinenhersteller Plasser & Theurer, der in seinem Bereich Weltmarktführer ist. Dazu gehören Umdasch (Doka-Schalungstechnik, Ladenbau), Seile und Garne Teufelsberger, der Kranhersteller Palfinger, der Faltschachtelhersteller Mayr-Melnhof, die Seniorenhandyhersteller Emporia und Alpla (Kunststoffverpackungen); dazu gehören aber auch Spar, Novomatic, XXXLutz und Swarovski, die mitunter zu den größten Arbeitgebern des Landes zählen. Diese Vielfalt war mit ein Grund für das WirtschaftsBlatt und seine Partner - das Bankhaus Spängler, die BDO Austria und die Österreichische Notariatskammer -, seit mittlerweile 2001 die besten Familienunternehmen Österreichs auszuzeichnen.
Erstmals haben wir heuer ein eigenes Schwerpunkt-Heft zum Thema gestaltet, in dem Kollege Hans Pleininger die Familienunternehmen vor den Vorhang holt.
Apropos Krise: Gerade in Zeiten der Unsicherheit und der volatilen Märkte bleiben Familienunternehmen ein Garant - für Wirtschaftswachstum, für Arbeitsplätze, für soziale Verantwortung. In vielen Regionen Österreichs sind Familienbetriebe die Arbeitgeber schlechthin.
Das WirtschaftsBlatt trägt der Bedeutung der KMU seit Anfang Mai noch mehr Rechnung. Nicht nur die tagesaktuelle Berichterstattung setzt einen Fokus auf sie, einmal im Monat berichten wir noch eingehender aus den Regionen und sagen Ihnen, wie Sie sich weiterbilden können, wo Ihr Konkurrent andockt, wie die Stimmung in Ihrer Branche ist. Zusätzlich unterstützen wir Sie täglich weiterhin im WirtschaftsBlatt mit nützlichen Infos.
Heidi Chocolat erhält Zuschlag für die Niemetz Schwedenbombe
Die Heidi Chocolat AG hat heute im Rahmen eines Bieterprozesses für den Erwerb der Masse der Walter Niemetz Süßwarenfabrik-Fabrikation von Zucker-, Schokolade-, Konditorei- und Dauerbackwaren GmbH & Co KG den Zuschlag erhalten. Die weitere Produktion der beliebten Schwedenbomben in Österreich ist damit auch zukünftig sichergestellt. Heidi Chocolat wird in den weiteren Ausbau der Marke Niemetz investieren und damit österreichische Arbeitsplätze sichern.
Die Heidi Chocolat AG hat heute ein verbindliches Kaufoffert für die Masse der in Insolvenz befindlichen Walter Niemetz Süßwarenfabrik-Fabrikation von Zucker-, Schokolade-, Konditorei- und Dauerbackwaren GmbH & Co KG gelegt. Erwin Vondenhoff, Generaldirektor von Heidi Chocolat, zeigt sich über den nun erfolgten Zuschlag erfreut: "Die Wiener Traditionsprodukte wie die Original Schwedenbombe, Manja und Swedy stellen für Heidi Chocolat eine perfekte Ergänzung ihres Premium Schokoladen-Sortiments dar. Mit dieser Akquisition steigen wir in den österreichischen Markt ein und wollen die Original Schwedenbombe dank unseres Know-hows auch in den Nachbarländern bekannt machen."
Oberste Zielsetzung von Heidi Chocolat ist der reibungslose und unterbrechungsfreie Fortbetrieb von Niemetz in Wien. "Wir haben es von Anfang an immer ausdrücklich betont: Wir bekennen uns eindeutig zum österreichischen Standort", so Vondenhoff weiter.
Auch das bisherige Niemetz-Management äußert sich positiv über die gefundene Lösung: "Ich bin froh, dass mit Heidi Chocolat schlussendlich doch ein Käufer den Zuschlag erhalten hat, dessen Zukunftskonzept Hand und Fuß hat. Ich bin überzeugt, dass Niemetz mit dem neuem Eigentümer wieder zum alten Glanz zurückfinden wird", erklärt Christoph Oberhauer, Verkaufsdirektor von Niemetz. "Gerade die Stärkung des Vertriebs, die Investitionen in unsere Marken und die Ausweitung des Marktes werden dazu beitragen, Niemetz wieder wirtschaftlich erfolgreich zu machen."
Die Führung von Heidi Chocolat ist bestrebt, mit so vielen Mitarbeitern wie möglich rasch eine Einigung bezüglich deren Verbleib bei Niemetz unter Heidi zu erreichen. "Wir befinden uns derzeit im Gespräch mit Heidi Chocolat. Aufgrund der transparenten Vorgehensweise und Gesprächsbereitschaft der Heidi Chocolat gehen wir davon aus, dass die Übernahme reibungslos und für alle Beteiligten zufriedenstellend verlaufen wird. Die Niemetz-Belegschaft ist sehr erleichtert, dass sich nach der Unsicherheit der letzten Wochen nun eine stabile und nachhaltige Lösung abzeichnet", erklärt Robert Ettmayer, Betriebsratsvorsitzender der Arbeiter.
Heidi Chocolat plant eine Reihe von Investitionen, um die österreichischen Traditionsmarken Original Niemetz Schwedenbomben, Manja und Swedy zu retten. "Wir werden die notwendigen zukunftssichernden Investitionen in den Produktionstandort, in Verkauf, Marketing und in die Organisation tätigen", so Vondenhoff weiter. "Damit wird die Produktion der Schwedenbomben in Österreich absolut sichergestellt. Weiters planen wir den Export in die Nachbarländer Österreichs professionell und mit den entsprechenden Konzepten voranzutreiben. Wir sind überzeugt, mit all diesen Schritten einen erfolgreichen Fortbestand von Niemetz in Österreich sicherstellen zu können."
Heidi Chocolat AG, wurde in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts vom Schweizer Traditions- und Premium-Confiseur Läderach in Pantelimon nahe Bukarest im Zuge ihres umfassenden karikativen Engagements gegründet. Während der letzten zwei Jahrzehnte entwickelte sich Heidi Chocolat AG unter Schweizer Führung und mittels Schweizer Schokolade-Know how zu einem stark wachsenden Premium-Schokoladehersteller. Seit 2013 ist Heidi Chocolat Mitglied der Kex Confectionery Gruppe, welche ca. 1.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Bangladesch: KiK-Textilien in eingestürzter Fabrik gefunden
Im vergangenen Mittwoch in Bangladesch eingestürzten Rana Plaza-Gebäude wurden zahlreiche KiK-Textilien in den Trümmern gefunden. „Wir sind schockiert – es zeichnet sich ab, dass KiK innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist – das ist untragbar!“ so Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne.
Der Textildiscounter NKD gibt an, bis zum Herbst letzten Jahres von der Fabrik Phantom Apparels, einer der Fabriken, die in dem eingestürzten Gebäude angesiedelt waren, Kleidung bezogen zu haben. Auch für den österreichischen Markt wichtige Firmen wie Benetton, Mango und Primark ließen in den Fabriken produzieren. Auf die Unternehmen kommen Forderungen von geschätzten 30 Millionen US-Dollar an Entschädigungszahlungen plus Nothilfebehandlungen zu. Die Clean Clothes Kampagne ruft sie zudem auf, umgehend mit den Gewerkschaften in Bangladesch in Kontakt zu treten, um nächste Schritte zu besprechen sowie die Nothilfeversorgung zu unterstützen. Alle betroffenen Unternehmen müssen Kompensationen für die Opfer bereitstellen. Diese gilt es entlang bereits entwickelter Standards mit den bangladeschischen Gewerkschaften und der internationalen Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL schnellstmöglich auszuhandeln, damit die Opfer so schnell wie möglich unterstützt werden können.
Die Katastrophe von Rana Plaza zeigt erneut, wie unzureichend gängige Überprüfungen sind. Zwei der Fabriken im Gebäude wurden im Auftrag der Business Social Complience Initiative (BSCI) überprüft, Diese zählt über 1000 große Unternehmen u.a. Otto, Aldi und Lidl zu ihren Mitgliedern. Auch der TÜV Rheinland prüfte eine der Fabriken vier Mal in den Jahren 2011 und 2012 und stellte keine Baumängel fest. „Die Katastrophe beweist wie oberflächlich viele Kontrollen durchgeführt werden, und gibt Anlass zum Verdacht, dass Kontrolleure auch für das Wegschauen bezahlt werden“, kritisiert Königshofer.
Hindernislauf für Firmengründer
Als großen Wurf feiert die Regierung die GmbH-Reform, die heute, Dienstag, vom Ministerrat verabschiedet werden soll. Tatsächlich zieht Österreich mit der Senkung des Mindeststammkapitals von 35.000 auf 10.000 Euro nur darin nach, was anderswo in Europa längst Usus ist. Für die einen geht die Liberalisierung nicht weit genug - in Großbritannien und Deutschland etwa kann man eine GmbH schon mit einem Euro gründen und muss keinen Notar zahlen. Für die anderen wird schon mit der halbherzigen Reform der Gläubigerschutz zu sehr verwässert und die Schaffung von Betrugs-GmbHs erleichtert.
Als besonders unglücklich gilt unter Experten die Tatsache, dass Österreich anders als Deutschland keine neue "GmbH light"-Kategorie schafft, sondern es auch Altgesellschaften ermöglicht, ihr Stammkapital auf 10.000 Euro zu senken - und dabei auch gleich Steuern zu sparen.
Doch gleichgültig, ob sich die neue GmbH in ein paar Jahren als vorteilhaft oder nachteilig für den Standort erweisen wird, eine große Gründerwelle wird dadurch nicht ausgelöst. Denn Österreichs Jungunternehmer leiden unter viel mehr als nur unter zu hohen Anfangskosten. Zwar wird von Politikern und Standesvertretern ständig einer Gründerwelle das Wort geredet. Aber ein dichtes Geflecht von Gesetzen, Regeln, Gebühren und Amtswegen machen den Sprung in die Selbstständigkeit zu einem Hindernislauf.
Es beginnt schon mit der Frage, was man überhaupt tun darf - oft geregelt durch eine veraltete Gewerbeordnung, die den Geist der mittelalterlichen Zünfte atmet. Eine unheilige Allianz der Sozialpartner hält dieses System am Leben: Die Arbeiterkammer fürchtet um den Verbraucherschutz, wenn Gewerbe frei werden, in der Wirtschaftskammer wollen die Sparten den Wettbewerb im Zaum halten. Überhaupt ist die Wirtschaftskammer für viele Jungunternehmer ein besonderer Stein des Anstoßes. Dass Österreich als eines der letzten Länder Europas die Pflichtmitgliedschaft aufrechterhält, mag gute Gründe haben. Aber dass viele moderne Unternehmen gleich mehrfach Kammerbeiträge zahlen müssen, weil ihre Tätigkeit nicht in eine der traditionellen Sparten passt, ist ein Skandal.
Selbst wenn die Notariatskosten für GmbH-Gründungen durch die Reform nun sinken sollen, bleiben sie für viele weitere gesellschaftsrechtliche Schritte unverhältnismäßig hoch. Auch die lange Dauer der Eintragungen ins Firmenbuch stellt oft eine unnötige Belastung dar.
Und dass in einem Land, in dem es ohnehin an Risikokapital für Start-ups fehlt, die Finanzbehörden seit kurzem hart gegen gewisse stille Beteiligungsmodelle vorgehen und damit die steuerlichen Anreize für Investoren beseitigen, ist auch in Zeiten der Budgetnöte unverständlich. Österreich gilt zwar immer noch als guter Standort für etablierte Unternehmen - auch dank der relativ großzügigen Gruppenbesteuerung. Aber wer Innovation betreiben und Risiko eingehen will, der geht lieber anderswo hin.
Österreichs Wirtschaft zehrt immer noch von den Gründungen der Nachkriegszeit, die heute den Großteil des so erfolgreichen Mittelstands ausmachen. Doch für die Zukunft reicht das nicht aus.
Wer immer die nächste Regierung bildet, eine Gründeroffensive sollte im Mittelpunkt ihres Programms stehen. Doch dafür müssten noch viele Tabus gebrochen werden.
Interesse an den Krisenwährungen Gold und Grundstücke geht wieder zurück
Die Anlegerstimmung der Österreicher zeigt im 1. Quartal 2013 optimistische Tendenzen. Langsam geht das Interesse an den Krisenwährungen Gold und Grundstücke wieder zurück. Der Anteil der potenziellen Sparstrumpf-Sparer, die ihr Geld keiner Bank anvertrauen wollen, verharrt bei 11% und steigt zumindest nicht weiter.
Seit den 80er-Jahren erhebt die GfK Austria, welche Anlageformen für die Österreicherinnen und Österreicher über 15 Jahre - unabhängig von der Nutzung - am interessantesten sind. Jährlich werden dazu 18.000 Interviews durchgeführt, die Auswertung erfolgt quartalsweise.
Anlegerinteresse im Wandel
Die Landschaft des Anlegerinteresses ist in den letzten Jahren starkem Wandel unterworfen und spiegelt damit die Stimmung der Österreicher wider. Aktuell steht diese ganz im Zeichen des Frühlings. Die Attraktivität des Bausparvertrags, welche Anfang 2012 nach der Halbierung der staatlichen Prämie auf ein historisches Tief sank, stabilisiert sich in den letzten Monaten, kann aber an die Höchstwerte aus dem Jahr 2011 nicht mehr anschließen. Aktuell bezeichnen 43% der Österreicher dieses Produkt als interessante Anlageform (2011: 53%), womit der Bausparvertrag trotz gesunkener Beliebtheit nach wie vor die Nummer eins ist. Das Sparbuch befindet sich seit Anfang 2012 im Sinkflug und teilt aufgrund der niedrigen Zinsen das Schicksal des Bausparvertrags. Mit 41% liegt es im Beliebtheitsranking aber immerhin an zweiter Stelle.
Das Ende des Gold-Booms?
Zwischen 2007 und 2009 erlebte das Interesse an Gold und Grundstücken einen regelrechten Höhenflug. Dies gipfelte im Falle der Grundstücke im 3. Quartal 2012 in einem Anteil von 37%, die diese Möglichkeit der Geldanlage attraktiv fanden. Gold als Anlageform erreichte seine höchste Attraktivität Ende 2012 (28%). "Generell erwies sich das Interesse an Gold und Grundstücken in der jüngeren Vergangenheit als recht verlässlicher Krisenindikator.", kommentiert Sonja Buchinger, Finanzmarktexpertin bei GfK, die Ergebnisse. 2013 sinkt das Interesse an Gold und Grundstücken wieder (Gold: 24%; Grundstücke: 30%).
Ähnlich verhält es sich mit dem Anteil jener, für die "zuhause sparen" – sei es im Sparstrumpf, in der Sparbüchse oder unter der Matratze – eine gute Alternative darstellt. "Dieser stieg seit 2007 kontinuierlich an und erreichte im 1. Halbjahr 2012 einen Höchstwert von 13%, die ihr Geld zuhause sicherer wähnten als auf einer Bank.", so Buchinger. 2013 liege dieser Anteil nur noch bei 11%.
Fazit: Der Bausparvertrag erholt sich von seinem Tief. Das Interesse an Gold und Grundstücken scheint sein Zenit überschritten zu haben. Der Anteil jener, die zuhause sparen möchten, tendiert wieder leicht nach unten. Die Rangliste der beliebtesten Sparformen lautet wie folgt: Bausparvertrag (43%), Sparbuch (41%), Grundstücke (30%), Gold (24%) und Lebensversicherung (22%).
Hausdurchsuchung bei Spar: Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack
Hausdurchsuchung bei Spar: Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack Die Hausdurchsuchung der Bundeswettbewerbsbehörde beim Lebensmitteleinzelhändler Spar ruft die hektischen Ermittlungen beim Konkurrenten Rewe im vergangenen Jahr wieder in Erinnerung. Damals, Ende Februar und Anfang März, haben Mitarbeiter der Behörde die Unternehmenszentrale in Wiener Neudorf durchsucht. Rewe warf der Behörde mediale Vorverurteilung und Rufschädigung vor, die Wettbewerbshüter beklagten das "aggressive Verhalten" der Rewe-Mitarbeiter während der Hausdurchsuchungen. Die Öffentlichkeit wartet bis heute vergebens auf ein Ermittlungsergebnis. Laut Kreisen hat man sich einvernehmlich geeinigt, um ein langwieriges Verfahren zu vermeiden. Offiziell ist aber noch nicht klar, wie das Verfahren weitergehen soll. Das bringt wiederum die Diskussion um die Novelle des Kartellrechts aufs Tapet. Dass der Bundeswettbewerbsbehörde mehr Schlagkraft nicht schaden kann und auch mehr Transparenz den Ermittlungen und deren Abschluss nicht abträglich sind, steht außer Frage. Doch darf das Pendel nicht zu weit in eine Richtung ausschlagen.
Ab 1. März dieses Jahres gelten verschärfte Regeln, die vor allem bei Unternehmern einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen haben. Der Umstand, dass die Kartellhüter künftig auch Mitarbeiter im größeren Umfang zum Untersuchungsgegenstand befragen dürfen, bedeutet mehr Schulung und Information und damit mehr Aufwand für die Unternehmen. Dass auch Dokumente, die nicht Gegenstand der Untersuchung sind, von der Behörde mitgenommen werden dürfen, und nicht wie vorher dafür die Zustimmung des Kartellgerichts notwendig ist, wird bei dem einen oder anderen Manager für schlaflose Nächte sorgen. Weiters gibt es keine Bagatellausnahmen mehr, wodurch man bei kleinen Vergehen bereits die volle Strafe ausfasst; auch sind kleinere Unternehmen weniger geschützt als vorher.
Trotz Reparaturbedarf des Gesetzes besteht Hoffnung, dass Kartellverfahren in Zukunft effizienter ablaufen und dass Ermittlungen nicht etwa versanden oder zumindest diesen Eindruck erwecken. Ob, wann und wie es im Fall Rewe weitergeht, steht nach derzeitiger Informationslage in den Sternen. Und das hinterlässt letztlich auch beim Konsumenten einen bitteren Nachgeschmack.
"trend": Ungenützte Daten zu Steuersündern
Möglicherweise lagern bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck seit über einem Jahrzehnt Unterlagen über österreichische Steuerflüchtlinge, die ihr Vermögen in liechtensteinischen Stiftungen gebunkert haben, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Treuhänder dieser Stiftungen sei der bekannte Kunstsammler Herbert Batliner. Dessen ehemaliger IT-Experte, der Vorarlberger Klaus Lins, hatte Batliner 1997 mehr als 16.000 Datensätze entwendet, die in der Folge dem deutschen Fiskus hunderte Millionen Euro zusätzlicher Steuereinnahmen, darunter etliche Millionen des Springreiters Paul Schockemöhle, bescherten.
Lins, der später wegen Datendiebstahls sechs Monate in Haft verbringen musste, schildert nun in einem "trend"-Interview einen Besuch des Innsbrucker Oberstaatsanwaltes Kurt Spitzer, der um die Jahrtausendwende vom deutschen Bundesnachrichtendienst damit beauftragt war, den Vorwürfen hinsichtlich Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Fürstentum nachzugehen. "Spitzer war persönlich bei mir, mit ihm auch Beamte des Innenministeriums. Die haben alles beschlagnahmt", erzählt Lins: "Bei den Aufzeichnungen waren zumindest drei interessante österreichische Stiftungen dabei. Aber auch sehr viele österreichische Namen in internationalen Stiftungen. Herr Spitzer war und ist sich wohl gar nicht bewusst, was er da für einen Datenschatz in Händen hält. Ich glaube nicht, dass er das an die Finanz weitergeben hat." Um welche Stiftungen und Namen es sich dabei handelte, wollte Lins allerdings nicht verraten. "Ich will ja meinen Lebensabend in Österreich verbringen", so der Datendieb zum "trend".
Doch kein Pferdefleisch in der "Sauce Bolognese" von Lidl
Vor kurzem hat eine einfache qualitative Ja/Nein Labor-Analyse im Auftrag von VIER PFOTEN Pferdefleisch-DNA-Spuren in der "Combino Sauce Bolognese" der Supermarktkette Lidl Österreich festgestellt.
Lidl Österreich hat das Produkt daraufhin vorsorglich sofort vom Markt genommen. Eine weitere, quantitative VIER PFOTEN- Labor-Analyse hat nun ergeben, dass sich der erste Verdacht nicht bestätigt hat und eine keine Beigabe von Pferdefleisch festzustellen war.
Die Auswertung von quantitativen Proben ist aufwändiger und dauert länger, daher wurde das Ergebnis erst vor kurzem bekannt. Erst mit dieser quantitativen Untersuchung kann eine genaue Menge an Pferdefleisch festgestellt und in der Folge eine abgesicherte Aussage über die Probe getätigt werden. Denn der reine Nachweis von Pferde-DNA in einem Lebensmittel bedeutet noch nicht, dass in betrügerischer Absicht Pferdefleisch beigemischt wurde. Es kann sich dabei um Spurennachweise von Pferdefleisch handeln, die allein auf die Nutzung gemeinsamer Schlachthäuser oder Logistikwege zurückzuführen sind.
Ende Februar hat "Vier Pfoten" mit der Meldung "Auch in der "Tomatensauce Bolognese" der Marke "Combino", erhältlich bei Lidl Österreich, befindet sich Pferdefleisch statt des deklarierten Rindfleischs." für Unruhe gesorgt.
Klage gegen Standard & Poor's darf nicht zur plumpen Sündenbock-Suche werden
Kann Spanien 2014 seine Schulden zahlen? Alles Prognosen, die seriös kaum möglich sind. In Margin Call, einem Hollywood-Thriller über den Ausbruch der Finanzkrise, macht der Risikoanalyst Peter Sullivan spätabends eine schockierende Entdeckung. Sullivan arbeitet für eine New Yorker Investmentbank, als er zufällig den Wert angeblich milliardenschwerer Finanzpapiere nachrechnet. Er findet über Nacht heraus, dass die Papiere der Bank wertlos sind. Das Institut ist pleite, die Krise nimmt ihren Lauf. Margin Call ist Fiktion, aber der Film wirft Fragen auf, die bis heute Finanzaufseher beschäftigen: Wann war der Crash von 2008 abzusehen und wer ist dafür verantwortlich, dass die Reißleine nicht rechtzeitig gezogen wurde?
Mit seiner Klage gegen Standard & Poor's versucht das US-Justizministerium erstmals die juristische Verantwortung einer Ratingagentur für die Krise klären zu lassen. Für die Klage gibt es gute Gründe: S & P hat toxische Finanzprodukte bis zuletzt mit Topbonitätsnoten versehen und so ermöglicht, dass die Papiere weltweit von Banken gekauft wurden. Sicher ist, dass die Rater mit der Bewertung der Hypothekendeals Milliarden verdienten. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn ihre Neigung, das Treiben zu beenden, gehemmt war. Aber was ist vom Vorgehen der US-Behörden zu halten? Ein Verfahren bietet einerseits die Möglichkeit, die Hintergründe der Ratingentscheidungen zu beleuchten und Interessenkonflikte aufzuzeigen. Andererseits wandelt US-Justizminister Eric Holder mit der Klage auf einem schmalen Grat. Schon ist absehbar, dass sich der Prozess um methodische Fehler drehen wird.
In der Klage ist die Rede davon, dass S & P Risiken bewusst runterspielte. Wenn im Zuge des Verfahrens der Eindruck in der Öffentlichkeit entsteht, dass S & P nur sauberer hätte arbeiten müssen, um die Krise zu erkennen und sie vielleicht sogar zu verhindern, wäre das fatal. Denn gerade die Überschätzung der Rating-Riesen ist Teil des Problems: Rater sind nicht schlauer als andere Investoren. Im Gegenteil, sie laufen Anlegern mit ihren Downgrades oft nur hinterher. Das liegt weniger am punktuellen Fehlverhalten einzelner Akteure. Es zählt zu den Lehren, die im Zuge der Krise wieder deutlich geworden sind, dass Wirtschaftsprognosen ein mehr oder weniger gut gemachtes Ratespiel sind. Ökonomische Entwicklungen folgen keinen Naturgesetzen, und die Modelle der Wirtschaftswissenschafter liefern kaum Orientierungshilfe für die Zukunft. Doch Aufgabe von Ratingagenturen ist es, mit Erfahrungen aus der Vergangenheit die Zukunft vorherzusagen: Wie entwickeln sich die Häuserpreise in Kalifornien?
Kann Spanien 2014 seine Schulden zahlen? Alles Prognosen, die seriös kaum möglich sind. Niemand hätte 2006, als die US-Häuserpreise um 15 Prozent stiegen, wissen können, dass 2007 die Korrektur beginnt. Es gab Warnungen. Aber die Dimension der Probleme haben weder Politiker oder Journalisten noch Rater erkannt. Am ehesten trifft zu, was die Juristin Claire Hill schrieb: Die Exzesse der Finanzbranche haben alle vernebelt. Trotz ihrer Schwäche wird Ratingagenturen in den USA wie in Europa nach wie vor stark vertraut. Unzählige Gesetze schreiben die Verwendung ihrer Bewertungen fest, um Finanzprodukte sicherer zu machen. Wenn die US-Regierung nun den Branchenprimus klagt, ist das ein symbolisches Zeichen für eine Trendumkehr. Aber die Diskussion darüber, wer die Arbeit der Rater künftig machen soll, hat noch nicht einmal richtig begonnen.
Führerscheinausbildung in Österreich: Ab sofort gelten neue Prüfungsmodalitäten
Modulare Bauweise erleichtert den Zugang zu den Führerscheinklassen C und D - Das soll den Fahrermangel in der Busbranche und bei den Transporteuren positiv beeinflussen Mit 19. Jänner 2013 wurde die theoretische Führerscheinausbildung in Österreich einem weitreichenden Relaunch unterzogen. Die bisher bestehenden Prüfungsmodelle werden durch Prüfungsmodule ersetzt, wobei das Grundwissen (Neues Modul GW) nur mehr einmalig absol-viert werden muss, nämlich bei der Absolvierung der ersten Lenkberechtigung. Bei allen weiteren Lenkberechtigungen, die abgelegt werden - gleich in welchem zeitlichen Abstand - werden lediglich die klassenspezifischen Fragen geprüft.
Damit wird die Ausdehnung auf andere Führerscheinklassen und damit der Einstieg in den Bereich der Berufskraftfahrer (Autobusbranche bzw. Transporteure) massiv erleichtert.
Martin Horvath, Obmann des Fachverbandes der Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen der Wirtschaftskammer Österreich: "Die Busbranche kämpft seit langem mit einem Rekrutierungsproblem und massivem Fahrermangel. Die neue modulare Prüfweise bei der Theorieprüfung erleichtert den Zugang zum D-Schein, da sich die Führerscheinwerber ausschließlich auf die spezifischen Lehrinhalte dieser Lenkberechtigung konzentrieren können."
Auch Wolfgang Herzer, Fachverbandsobmann des Güterbeförderungsgewerbes in der WKÖ, begrüßt die Vermeidung von Doppelgleisigkeiten und Schaffung von Synergien: "Der Führerscheinwerber spart sich Zeit- und Lernaufwand und bestehende Zugangsblockaden zum Berufsbild der Berufskraftfahrer werden abgebaut. Die neue Regelung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Beseitigung des bestehenden Problems des Fahrermangels in der Branche."
Der Fachverband der Fahrschulen in der Wirtschaftskammer Österreich betont, dass sich der Lernaufwand für die jeweiligen Kandidaten auch im Falle der Ersterteilung keinesfalls vergrößern wird. Vielmehr ist der Prüfungsstoff nun gut einzugrenzen, der Prüfungswerber kann sich auf einzelne Schwerpunkte fokussieren. "Das neue modulare Prüfungssystem bietet den Vorteil, dass jedes Modul einzeln und unabhängig voneinander bestanden werden kann. Im Falle des Nichtbestehens eines Moduls muss nur dieses wiederholt werden", so Herbert Wiedermann, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehrs, der zuversichtlich ist, dass die modernisierte theoretische Fahrprüfung ein echtes Erfolgsmodell wird.
Die günstigsten Baugrundstücke gibts im Burgenland, die teuersten in Tirol und Wien
Das Wirtschaftsmagazin GEWINN hat wieder die Preise für Bauland in allen 2.354 Gemeinden Österreichs erhoben. Im Schnitt verteuerten sich Grundstücke um rund fünf Prozent und damit weniger stark als im Vorjahr.
Keine Preisexplosionen aber immer noch kräftige Sprünge nach oben - so präsentiert sich der Markt für Baugründe.
Vor allem Salzburg und Tirol geben Gas, nur in Kärnten gibt es ein leichtes Minus. Im Schnitt kostet der Quadratmeter Baugrund für Einfamilienhäuser in Österreich (ohne Wien) 94 Euro.
Am günstigsten sind Grundstücke mit 42 Euro im Burgenland, am teuersten in Tirol (233 Euro) und Wien (628 Euro).
Nach dem massiven Preissprung des Vorjahres um über 13 Prozent bremst sich der Markt damit heuer etwas ein. Freilich sind die Preisanstiege auch innerhalb der Bundesländer äußerst ungleich verteilt. Ausnahmen sind hier Tirol und Salzburg, wo sich weite Gebiete des Bundeslandes verteuern. Im Osten konzentriert sich der Anstieg auf die Ballungszentren und Speckgürtel, wobei vor allem die Gebiete nördlich von Wien weiter zulegen.
Speckgürtel können auch grenzüberschreitend sein. In der Region um Hainburg an der slowakischen Grenze sorgen Käufer aus Bratislava für einen kräftigen Preisanstieg.
Berlakovich gibt Startschuss für Photovoltaik-Förderaktion 2013
(v.l.n.r.): Photovoltaik-Präsident Hans Kronberger, Umweltminister Niki Berlakovich und Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth Am 12. April 2013 startete die Photovoltaik-Förderaktion des Klima- und Energiefonds. Bis 30. November 2013 stehen 36 Millionen Euro Budget zur Verfügung. Damit können rund 24.000 neue Anlagen gefördert werden. Zudem kommt ein neues, verbessertes Einreichmodell zum Einsatz.
Für Umweltminister Niki Berlakovich ist es das klare Ziel der diesjährigen Aktion, die Installation von PV-Anlagen sehr rasch und in großem Umfang zu fördern. „Mit der Photovoltaikförderung ist es uns in den letzten Jahren gelungen, 18.500 Anlagen in Österreich zu installieren. Damit rückt unser Ziel, Österreich unabhängig von ausländischen, fossilen und teuren Energieimporten zu machen, wieder ein ganzes Stück näher“, betont Berlakovich. Mit der Kraft der Sonne soll die bereits eingeleitete Energiewende vorangetrieben werden. „Bis 2050 kann Österreich ausreichend Energie aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse erzeugen, um energieautark zu sein. Die Förderung von Photovoltaik für private Haushalte ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“, so der Umweltminister.
Neues Einreichmodell
Ab sofort müssen Privatpersonen bereits ein baureifes Projekt mit Zählpunktnummer des Netzbetreibers vorweisen, um sich unter www.pv2013.at registrieren zu können. Ab diesem Zeitpunkt ist die Förderung reserviert. Für die Umsetzung stehen drei Monate zur Verfügung.
Die Förderpauschale für Anlagen auf dem Dach beträgt 300 Euro/kWpeak, für gebäudeintegrierte Lösungen 400 Euro/ kWpeak. Gefördert werden maximal 5 kWpeak. „Das neue Modell hat zwei zentrale Vorteile für FörderwerberInnen: Das Einreichprocedere ist sehr vereinfacht und es besteht kein Zeitdruck bei der Antragstellung. Mein Tipp für Interessierte: Registrieren Sie sich erst, wenn alles fertig geplant ist und der Installationstermin fix steht – dann haben Sie die Förderung praktisch in der Tasche“, rät Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth.
Erst fertige Projekte einreichen
Förderanträge, die nach Ablauf der dreimonatigen Frist eingereicht werden, können 2013 nicht mehr berücksichtigt werden und werden storniert. Diese FörderwerberInnen können bei der diesjährigen Photovoltaik-Förderaktion nicht erneut einreichen.
So wird garantiert, dass nur jene PV-Anlagen Förderungen zugesichert bekommen, die auch tatsächlich installiert werden. Es empfiehlt sich, vor der Registrierung neben der Zählpunktnummer auch einen konkreten Installationstermin zu fixieren und einen entsprechenden Zeitpuffer einzuplanen. Der 30.11.2013 ist der letzte Tag, an dem eine fertig installierte Anlage mit den entsprechenden Unterlagen (Rechnungen etc.) eingereicht werden kann.
4 Schritte zur PV-Förderung
1. Planen Sie Ihre Anlage in Ruhe mit einem professionellen Fachbetrieb und holen Sie sich Ihre Zählpunktnummer bei Ihrem Netzbetreiber.
2. Wenn Ihre Planungen abgeschlossen sind: Vereinbaren Sie einen fixen Installations- und Fertigstellungstermin mit Ihrem Fachbetrieb.
3. Offizieller Schritt 1: Die einmalige Registrierung mit Ihrem baureifen Projekt und der Zählpunktnummer. Der mit dem Fachbetrieb vereinbarte Fertigstellungstermin darf nun nicht länger als 3 Monate in der Zukunft liegen – planen Sie einen Puffer ein! Das Förderbudget ist nun für Sie reserviert.
4. Offizieller Schritt 2 spätestens 3 Monate nach Schritt 1: Der konkrete Förderantrag (inkl. Rechnung, Prüfbefund und Endabrechnungsunterlagen) wird nun gestellt, die Anlage muss zu diesem Zeitpunkt fertig installiert und abgerechnet (Prüfbefund!) sein. Ein Netzanschluss muss zu diesem Zeitpunkt nicht vorliegen.
Auf www.pv2013.at ist das noch verfügbare Förderbudget rund um die Uhr ersichtlich. Sollte vor dem 30.11.2013 kein Förderbudget mehr vorhanden sein, wird die Einreichplattform geschlossen. Diese kann jedoch bei Rückflüssen durch Stornierungen wieder geöffnet werden.
Photovoltaik-Präsident Hans Kronberger zur neuen Förderaktion:
„Der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) begrüßt die Kontinuität der Investförderung für Kleinanlagen bis 5 kWp. Die Ent-Bürokratisierung ist ein echter Fortschritt. Jetzt ist das Gewerbe gefordert, die Anlagen auch zeitgerecht zu errichten. Es geht darum, dass das bereit gestellte Budget voll ausgeschöpft wird. Zwar ist das Fördervolumen von 300 Euro eine echte Herausforderung, aber die Photovoltaik kann für sich in Anspruch nehmen, auf dem Weg zur Marktreife zu sein. Dem Ziel des PVA, bis 2015 das erste Gigawattpeak an Photovoltaik-Strom am Netz zu haben, ist man damit einen deutlichen Schritt näher gerückt.“
A steht nicht für Armutschkerl
Es ist eine der vielen Anekdoten, die von Bruno Kreisky überliefert sind. "Hören Sie, junger Mann", soll der legendäre Kanzler einen Wissenschafter, der ihm eine Vermögensstudie präsentierte, angebrummt haben: "Da kenn ich persönlich ja mehr Millionäre, als Sie hier ausweisen." Das Bonmot des "Alten" kann man getrost bis heute gelten lassen.
Auch die brandneue Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) unterschätzt trotz beispiellosen Aufwands zweifellos all den Wohlstand, der sich in der Oberschicht zusammenballt. Schließlich scheuen sich Superreiche als Allererste, in derartigen Befragungen sämtliche Karten aufzudecken. Die Ergebnisse sind aber auch so markant genug. Im Euroraum besitzt ein Fünftel der Haushalte zwei Drittel des Vermögens; die ärmere Hälfte der Bevölkerung kommt gerade auf sechs Prozent. Dass solche Schieflagen der Politik Kopfzerbrechen bereiten sollten, sprechen neuerdings auch Kapazunder aus, die antikapitalistischer Agitation ebenso unverdächtig sind wie die EZB. Exzessive Ungleichheit zerfresse Wachstum und Gesellschaft, warnt etwa Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds. Hierzulande geben die Zahlen der Forscher besonders viel zum Nachdenken auf.
Demnach ist Besitz nur noch in Deutschland ungleicher verteilt, das Medianvermögen der Haushalte (die eine Hälfte hat mehr, die andere weniger) liegt weit unter dem Eurodurchschnitt. Sind die Österreicher also ärmer dran als zum Beispiel Spanier, Italiener oder Griechen? Das wäre ein Kurzschluss. Erstens verzerren verschiedene Faktoren die Daten. In südlichen Ländern leben in einem Haushalt mehr Menschen - mitsamt ihres Vermögens. Weil den Löwenanteil Immobilien ausmachen, können sich - wie etwa in Spanien - überdies Preisblasen in den Werten abbilden. Der spätere Absturz ist in der Momentaufnahme wohl ebenso wenig zur Gänze eingepreist wie andere Krisenfolgen. Zweitens spiegeln Studien über die Vermögensverteilung nicht wider, wie gerecht oder ungerecht eine Gesellschaft im Gesamten ist. So hängt das niedrige Medianeinkommen laut EZB auch mit dem großen Angebot des sozialen Wohnbaus zusammen - nur in Österreich und Deutschland besitzt weniger als die Hälfte der Haushalte die eigenen vier Wände.
Die Bürger haben offenbar also weniger privates, sondern - etwa auch durch ein großzügiges Pensionssystem - mehr öffentliches Vermögen in einem Sozialstaat angehäuft, der die Schieflage bei Einkommen und Besitz beträchtlich ausgleicht. Schlechter als die Südländer fahren Österreicher und Deutsche damit nicht. Am Beispiel Wohnen: Eigentum bietet zwar größte Sicherheit und Unabhängigkeit, sofern die Schulden getilgt sind. Gerade in Krisen aber sind soziale Mietwohnungen ein Rückhalt, der vor Delogierungswellen wie in Spanien schützt. Was nicht wirklich mit dem Sozialstaat erklärbar ist: In Österreichs Oberschicht, in der es an Immobilienbesitz natürlich nicht mangelt, ist Reichtum besonders üppig gesät.
Halten die top fünf Prozent im Euroraum 37,5 Prozent des Vermögens, so sind es hierzulande über 45 Prozent. In diesen Sphären zählen die Österreicher im EZB-Vergleich auch nicht mehr zu den Armutschkerln, sondern nennen im Gegenteil überdurchschnittlich hohe Summen ihr Eigen. Eines bietet die Studie deshalb nicht: Munition gegen eine mit Freibeträgen ausgestattete Vermögenssteuer.
Die jüngste EZB-Zinssenkung kann die Kreditnachfrage nicht ankurbeln
Impulse hat sich schon vorher niemand erwartet - mit oder ohne Zinssenkung. Ein Schaden dürfte von ihr vordergründig auch nicht ausgehen: Die EZB hat mit ihrer Reduktion des Leitzinssatzes um einen Viertelprozentpunkt den Erwartungen einigermaßen entsprochen. Angesichts einer deutlich unter die Marke von zwei Prozent gesunkenen Inflation und einer von der Peripherie immer stärker auf den Kern der Eurozone ausstrahlenden Rezession kann dieser Schritt nicht gerade als übertriebene Lockerung der geldpolitischen Ziele abgekanzelt werden. Andererseits geht der Schuss von EZB-Chef Mario Draghi ziemlich deutlich am Ziel vorbei. Am Kriechgang der europäischen Wirtschaft wird die Zinssenkung mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nichts ändern.
Im Frankfurter Währungstower tut man sich zusehends schwer, auf die unterschiedlichen Verfassungen in der Eurozone angemessen zu reagieren. Die Kreditbedingungen in Spanien und anderen Krisenländer können nur als miserabel bezeichnet werden. Eine restriktive Mittelvergabe der Banken wird durch eine konjunkturbedingt schwache Kreditnachfrage der Unternehmen komplettiert. Daran kann die EZB nicht viel ändern. Engpässe bei der Geldaufnahme via Zentralbank hatten die Banken dank Vollversorgung schon bisher keine. Die liquiden Mittel werden aber lieber in Staatsanleihen gepumpt oder bei der EZB geparkt als sie an die Realwirtschaft weiterzureichen. Pikanterweise war es die Notenbank, die im Herbst die Finanzierungskrise der Euro-Randstaaten durch die Ankündigung unbegrenzter Anleihenkäufe dramatisch eindämmte. Nun erhalten Madrid und Rom von den Banken wieder Kredite zu akzeptablen Konditionen, während insbesondere die Klein- und Mittelbetriebe durch die Finger schauen.
Dass die EZB nun an einem Finanzierungsprogramm für den betrieblichen Mittelstand tüftelt, kann als Signal gewertet werden, dass die Botschaft in Frankfurt angekommen ist. Ob die Währungshüter tatsächlich Maßnahmen ergreifen können und werden, um die Situation zu entspannen, bleibt abzuwarten. Auch die Andeutung, Einlagen bei der EZB mit Negativzinsen zu sanktionieren, sollte nicht überbewertet werden. Verluste nahmen die Banken ja bisher schon in Kauf, wenn sie Geld um 0,75 Prozent aufnahmen und zum Nulltarif retournierten. Eine Abkehr von dieser Praxis wäre nur bei drakonischen "Strafen" zu erwarten, die von Frankfurt aber eher nicht zu erwarten sind. Während der Einfluss der Notenbank auf die Kreditnachfrage überschaubar bleibt, müssen die Haushalte mit den Negativfolgen der Niedrigzinspolitik leben. Die betuchte Klientel investiert lieber in Häuser, als das Vermögen auf der Bank entwerten zu lassen.
Kleine Sparer verharren hingegen angesichts dürrer Kontoauszüge in Schockstarre. Und auch die in Lebensversicherungen und Pensionskassen gesteckten Gelder werfen immer weniger ab. Wenn dann noch Zwangsabgaben auf Spareinlagen im Gefolge der Zypern-Krise die Runde machen, ist die Verunsicherung der Anleger kaum zu toppen. Der permanente Ausnahmezustand - wir befinden uns immerhin im Jahr fünf nach Lehman - trübt das Vertrauen. Das gilt auch für Betriebe, die trotz Niedrigzinses kaum investieren. So schwer lasten die Staatsschulden auf den Volkswirtschaften, dass Zinssenkungen nur verpuffen können.
Neu bei G20: Papier ist nicht mehr geduldig
Die Ära des Bankgeheimnisses ist vorbei." Diese Zeile stammt aus der Erklärung der G20-Staats- und Regierungschefs vom 2. April 2009 in London. Das bestätigt das alte Sprichwort, dass Papier geduldig ist und die Entscheidungen der G20 nicht unbedingt die tatsächlichen Entwicklungen in der Welt widerspiegeln.
Denn tatsächlich massiv unter Druck kommt Österreichs Bankgeheimnis für Ausländer erst jetzt wegen des US-Fatca (Foreign Account Tax Compliance Act), der automatische Info-Lieferungen über US-Steuerpflichtige an die US-Finanz verlangt. In ihren jüngsten Beschlüssen springen die G20-Finanzminister auf den anfahrenden Zug auf: Ihr Auftrag an die OECD, ein Modell für den automatischen Informationsaustausch als internationalen Standard auszuarbeiten, ist damit ein ernstzunehmender Schritt.
Dass dadurch die weltweite Steuerflucht abgeschafft wird, durch die nur den EU-Ländern eine Billion Euro Staatseinnahmen entgehen sollen, heißt das freilich noch nicht. Doch für zivilisierte Länder wie Österreich geht die Geheimniskrämerei bei Konten von Ausländern zu Ende.
Denn tatsächlich war bereits 2009 ein einschneidendes Jahr für die Bankgeheimnisse in Österreich, Luxemburg und europäischen Nicht-EU-Staaten wie der Schweiz. Sie führten umgehend den Info-Austausch über ausländische Kontoinhaber auf Anfrage laut den Standards der OECD ein, um wieder von deren grauer Liste der unkooperativen Steuerplätze gestrichen zu werde.
Darauf beruft sich auch Finanzministerin Fekter, wenn sie von der Erfüllung der OECD-Standards durch Österreich erzählt. Ansonsten beliebt sie Begriffe wie Bankgeheimnis, Informationsaustausch und Quellensteuer betont unklar zu verwenden. Es ist daher meist unmöglich, nach einer ihrer Pressekonferenzen schlüssige Zitate über das weitere Schicksal des Bankgeheimnisses für Ausländer aus ihrer Sicht zu finden. Eine Ausnahme: Selbstverständlich müsse auch Österreich mit den USA ein Fatca-Abkommen ausarbeiten, erklärte sie unlängst. Und weil ein EU-Staat den USA laut EU-Recht nicht mehr Informationen liefern darf als anderen Mitgliedsländern, hat sie damit das Ende des Bankgeheimnisses für Ausländer indirekt bestätigt.
Es geht daher nur noch um einen Wettlauf zwischen den künftigen OECD-Standards über den automatischen Info-Austausch und der vollständigen Fatca-Umsetzung, welche Washington für 2014 anstrebt. So dürfte sich das Papier der G20-Erklärung diesmal weit weniger geduldig erweisen und tatsächlich die nahe Zukunft widerspiegeln.
JW-Roth: 10.000-Euro GmbH ist Meilenstein
JW-Roth: 10.000-Euro GmbH ist Meilenstein "Die Einführung der 10.000 Euro-GmbH ist ein sehr großer Erfolg. Dadurch werden Unternehmensgründungen stark erleichtert und eine sinnlose Hürde für Gründer abgeschafft. Wir begrüßen diesen wichtigen Schritt. Heute ist ein großartiger Tag für die heimischen Gründer und Jungunternehmer", freut sich Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW), über die Ankündigung der Bundesregierung zur GmbH-Reform. Ein Stammkapital von 35.000 Euro, wie es im Moment noch geregelt ist, lässt sich im europaweiten Vergleich nicht mehr rechtfertigen. Umso wichtiger ist es, dass die Stammkapital-Einlage auf 10.000 Euro gesenkt wird. Gerade diese Neuregelung ist für Gründer und Jungunternehmer die wesentlichste Erleichterung im Rahmen der "GmbH Neu".
Veröffentlichungspflicht in Wiener Zeitung fällt
Erfreulich ist auch die geplante Abschaffung der Veröffentlichungspflicht in der Wiener Zeitung und die Reform des Notariatsakts. "Die Veröffentlichungspflicht war ein unnötiger Klotz am Bein der jungen Unternehmer. Gerade beim Start in das Unternehmerleben ist jeder Euro wichtig", so Roth. Eine weitere Forderung der Jungen Wirtschaft nach einer Reform des Notariatsakts wurde ebenfalls aufgegriffen. "Der vorliegende Gesetzesvorschlag folgt weitegehend den Forderungen der Jungen Wirtschaft. Auch die Befürchtungen der Reformverweigerer, dass durch die GmbH-Reform eine Schwächung des Gläubigerschutzes einhergeht, bewahrheiten sich mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf nicht. Mit der vorgesehenen Umsetzung ab 1. Juli ist auch die schnelle Implementierung garantiert", so Roth abschließend.
IT-Wettbewerb Berlin: KMU aus Niederösterreich sticht internationale Konkurrenz aus
Das Gewinner-Team von „LineMetrics“ v.l.n.r.: Reinhard Nowak, Michael Tempelmayr, Markus Fischer, DI (FH) Wolfgang Hafenscher, Alexander Minichmair und Thomas Pillmayr. Der „NEXT Berlin Start-up Pitch“ ist mit 10.000 Euro in bar sowie mit weiteren 10.000 Euro in Form von Coaching-Programmen dotiert und gilt als prestigeträchtiger Wettbewerb in der IT-Branche. Die Sieger werden jährlich im Rahmen der in Berlin stattfindenden internationalen IT-Konferenz „NEXT Berlin“ gekürt, die heuer vom 23. - 24. April stattfand. Mit dabei war auch ein Unternehmen aus Niederösterreich. Die junge IT-Firma „LineMetrics“ rund um DI (FH) Wolfgang Hafenscher und Reinhard Nowak nahm dabei nicht nur an der Konferenz, sondern auch am Wettbewerb teil – und gewann auf Anhieb den begehrten Preis, für den sich 100 internationale IT-Jungunternehmen beworben hatten.
„Das Erfolgsbeispiel von LineMetrics beweist einmal mehr, dass Niederösterreichs Klein- und Mittelbetriebe ganz vorne mitspielen, wenn es um Innovation, Ideenreichtum und erfolgreiche Unternehmensgründung geht. Das Land NÖ wird weiterhin alles daran setzen, um dieses Potenzial bestmöglich zu fördern“, zeigte sich auch Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav über den Gewinn dieses IT-Preises beeindruckt.
Die im Frühsommer 2012 mit Unterstützung der NÖ-Gründeragentur RIZ gegründete und in Haidershofen ansässige Firma „LineMetrics“ erhielt die Auszeichnung für eine besondere Innovation: Die beiden Geschäftsführer Hafenscher und Nowak entwickelten unter dem Namen „LineMetrics“ eine auf die speziellen Bedürfnisse von produzierenden KMU ausgerichtete Hard- und Software, mit deren Hilfe Abläufe in Produktionsprozessen effizienter gestaltet werden können. Das innovative Cloud-Service erkennt anhand bestimmter Kennzahlen etwaige Probleme und hilft Optimierungspotenziale in der Produktion aufzuzeigen, womit produzierende KMU ihre Kosten drastisch minimieren können.
Damit greift das junge niederösterreichische Unternehmen voll und ganz jene Entwicklung auf, die bei produzierenden Betrieben unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ subsumiert ist. „Im Zentrum steht dabei die Vernetzung und Digitalisierung in der Produktion. Systeme sollen über das Internet miteinander kommunizieren und Informationen automatisiert austauschen“, informieren Hafenscher und Nowak. In Fachkreisen spricht man auch schon von der vierten industriellen Revolution, denn das Internet und leistungsfähige Kleinstcomputer haben das Potential, den industriellen Prozess entscheidend zu verändern. Die von „LineMetrics“ entwickelte Box zur Datenkommunikation stellt eine Fortführung dieser Idee dar. Sie konnte sich schließlich in Berlin gegenüber 100 anderen internationalen jungen IT-Unternehmen erfolgreich durchsetzen, die sich aus aller Welt beworben hatten.
Übrigens: Mit ihrer innovativen Datenlogger-Box gewannen die beiden Mostviertler Jungunternehmer im letzten Jahr bereits den RIZ Genius Ideenpreis. Die jüngste Auszeichnung in Berlin stellt somit die Fortsetzung einer beeindruckenden niederösterreichischen Erfolgsstory dar, die durch das Land NÖ von Beginn an tatkräftig unterstützt wurde.
Europa und die USA haben ja vieles gemeinsam
Europa und die USA haben ja vieles gemeinsam Europa und die USA haben ja vieles gemeinsam: Hier wie dort sind infolge der Weltwirtschaftskrise Probleme virulent geworden, die zwar längst bekannt waren, deren Bedeutung aber unterschätzt wurde. In Europa sind das vor allem die Entscheidungsmechanismen, die stets einen breiten Konsens unter den Mitgliedsstaaten erfordern. In den USA war es seit vielen Jahren das doppelte Defizit - im Staatshaushalt und in der Handelsbilanz -, das Sorgen machte.
Im Zuge der Krise hat sich herausgestellt, dass jeder auch an den Leiden des anderen laboriert: In den USA sind Entscheidungen praktisch unmöglich, wenn Präsident und Kongress nicht an einem Strang ziehen. Und in Europa zeigte sich, dass die Staatshaushalte bei Weitem nicht so gesund sind, wie sie sich in der Hochkonjunktur vor dem Crash dargestellt haben. Die Handelsbilanzen sind freilich eher ein internes Problem: Nur die Staaten an der Süd-Peripherie haben im Lauf der Jahre an Wettbewerbsfähigkeit verloren - die EU insgesamt exportiert mehr, als sie importiert.
Jetzt verwischen sich die unterschiedlichen Schwierigkeiten: Als es darauf ankam, die Staaten an der Peripherie vor dem Kollaps zu retten, einigte sich Europa sehr rasch auf gemeinsame Hilfen - wenn auch unter der Auflage massiver Sparprogramme. In den USA hingegen konnten sich Präsident und Kongress weder auf Sparprogramme noch auf Steuererhöhungen einigen, abgesehen von ein paar halbherzigen Maßnahmen gab es keine Lösung für das ausufernde Defizitproblem.
Das freilich scheint kein Fehler gewesen zu sein: Obwohl die USA 2009 mit zweistelligen Defizitraten ins Rennen gegangen waren, Europa im Schnitt aber nur mit 6,9 Prozent des BIP, sieht es ganz danach aus, als würden die USA ihr Sanierungsziel rascher erreichen als Europa. Der - durch Uneinigkeit erzwungene - Verzicht auf strikte Sparprogramme (und natürlich die lockere Geldpolitik der Fed) lässt die Wirtschaft rascher wachsen als den Geldbedarf des Staates, während in Europa die Rezession laufend die Konsolidierungserfolge wegfrisst.
Europa und die USA können noch einiges voneinander lernen. Kaum vorzustellen, was aus beiden werden könnte, wenn dort auch noch entschieden werden könnte - und am Ende sogar vernünftig.
Wer für Gerechtigkeit ist, muss auch für unlimitierte Managergehälter sein
Wer Großes leistet, sollte auch entsprechend bezahlt werden. Nicht nur aus Gründen der Gerechtigkeit, sondern allein schon aus Eigeninteresse.
Denn in dem unwahrscheinlichen Fall, dass Ihr Arbeitgeber den Wert Ihrer Arbeit erkennt und Ihnen endlich eine Beförderung ins Management anbietet, erwartet man sich gemeinhin auch eine saftige Gehaltserhöhung. Bei einer gesetzlichen Deckelung der Managementbezüge wird Ihr Einkommen aber unter Umständen lediglich eingefroren - weil ihre Kollegen schlecht bezahlt sind, Sie nach langen Jahren im Unternehmen einkommensmäßig schon eine gewisse Flughöhe erreicht haben oder aufgrund anderer Umstände. Finden Sie das fair? Na eben.
Genau aus diesem Grund ist die Idee, Managergehälter nach oben zu beschränken, Nonsens. Weil wir auf diese Weise auch uns selbst beschränken.
Nicht umsonst erwartet niemand ernsthaft, dass die Schweizer Bevölkerung bei der Volksabstimmung am 24. November einer Deckelung der Managementbezüge zustimmen wird. Noch dazu, wenn danach das höchste Einkommen das Zwölffache des niedrigsten Einkommens im Betrieb betragen würde. Auf Österreich übertragen ist zwar ein Bruttojahresverdienst von 411.825 Euro (der durchschnittliche Bruttojahresverdienst mal zwölf) recht ordentlich, wird aber kaum jemanden zum Träumen und dementsprechenden Handeln verleiten.
Schlussendlich ist es außerdem noch immer der Eigentümer eines Unternehmens, der entscheidet, wofür sein Geld verwendet wird. Denn auch wenn Österreichs Wirtschaft nach Meinung aller Wirtschaftsforscher in den kommenden Monaten wieder anlaufen wird: Bei ungerechtfertigten Überzahlungen im Top-Management fehlt das Geld dann meist an anderer Stelle des Betriebes. Und ein wirtschaftlich denkender Unternehmer wird kaum sein Geld zum Fenster hinauswerfen.
Anders freilich ist die Situation bei Minderleistern in den Chefetagen. Wer nachweislich über längere Zeit wenig oder nichts zusammenbringt, sollte als Konsequenz daraus zumindest seinem Wert entsprechend verdienen. Und das bedeutet dann eben auch gekürzte Gagen - und nicht nur Boni - hinzunehmen.
Es ist Zeit für die Energiewende - in den Bilanzen
Kernkraft funktioniert nur, weil sie ihre größten Kosten auslagert Zugegeben: Die Gefahr eines katastrophalen Tsunamis ist im Mittelmeer oder im Schwarzen Meer deutlich geringer als an der japanischen Pazifikküste - auch wenn der Untergang der minoischen Kultur auf Kreta möglicherweise auf einen Tsunami nach der Explosion der Insel Santorin zurückzuführen war.
Die geplanten beiden türkischen AKWs - das russische an der Mittelmeerküste und das japanisch-französische an der Schwarzmeerküste - sind also trotz aller Erdbebengefahr weniger riskant als jenes von Fukushima, dessen Kernschmelze vor zwei Jahren weltweit die Planung neuer AKWs gehemmt hat.
Trotzdem bedauerlich, dass dieses Moratorium weit kürzer angehalten hat als jenes, das nach Tschernobyl zumindest einige Jahre lang neue AKW-Pläne politisch undurchsetzbar gemacht hat.
Und höchst bedauerlich, dass auch jetzt noch mit Wirtschaftsargumenten für den Ausbau der Kernenergie geworben wird. Stimmt schon: Die türkische Leistungsbilanz schaut alles andere als schön aus. Aber ein Land, das so reich mit Sonne, Wasser und Geothermie-Potenzial gesegnet ist wie die Türkei, hätte auch andere Möglichkeiten, seine Energieimporte zu reduzieren. Zumal sich immer mehr die Erkenntnis durchsetzt, dass die wirtschaftlichen Vorteile der Kernenergie ausschließlich durch die Ausgliederung der größten Kostenpositionen aus den Bilanzen der Betreiber erzielbar sind: Müssten sie die Kosten und Risiken von Unfällen und der Endlagerung ihrer Abfälle selbst tragen, würde auf der ganzen Welt schon seit Jahren kein neues Kernkraftwerk mehr gebaut.
Diese stillschweigende Kostenübernahme durch die Allgemeinheit verzerrt die Konkurrenzverhältnisse im Energiesektor: Während die Förderungen für erneuerbare Energieträger auf den Strompreis aufgeschlagen werden und für böses Blut sorgen, tauchen die viel höheren Subventionen für die Kernenergie immer nur auf, wenn wieder einmal etwas passiert ist - und niemand dafür die Verantwortung übernehmen will.
Eben wurde bekannt, dass die Ukraine für die Verlängerung der Lebensdauer ihrer Kernkraftwerke um Kredite von EBRD und Euratom angesucht hat. Europa würde damit nicht nur hinnehmen, dass die latente Gefahr, die diese Kraftwerke für ganz Europa darstellen, noch weiter ausgedehnt wird - es würde dafür sogar noch zahlen. Es ist Zeit für die Energiewende - jetzt endlich auch in den Köpfen. Und in den Bilanzen.
WdF-Gehaltsstudie: Unsichere Zeiten lassen Einkommen der Spitzenmanager sinken
Die jährlich durchgeführte Einkommensstudie des Wirtschaftsforums der Führungskräfte bringt erstaunliche Erkenntnisse: Entgegen der allgemein verbreiteten Meinung sind die Einkommen der österreichischen Spitzenmanager im vergangenen Jahr nicht gestiegen, sondern verharren brutto auf gleichem Niveau, was bei einer 2,4 %igen Inflation einen Realeinkommensverlust in gleicher Höhe bedeutet. Die Einkommen der zweiten und dritten Führungsebene sind hingegen leicht angestiegen, sodass im mittleren Management ein leichter Realeinkommenszuwachs zu verzeichnen ist.
Diese zarten Einkommenszuwächse der zweiten und dritten Führungsebene werden jedoch durch die kalte Progression wieder aufgefressen, während bei der ersten Führungsebene (Geschäftsführer, Direktoren, Vorstände) ab heuer noch zusätzlich die sogenannte "Solidarabgabe" zum Tragen kommt. Dies bedeutet, dass die österreichischen Spitzenmanager zu dem Realeinkommensverlust im Vorjahr heuer noch zusätzliche Steuerbelastungen in Kauf nehmen müssen. Dies zeigt einmal mehr die Fragwürdigkeit und Ungerechtigkeit der neu eingeführten Solidarabgabe, welche der österreichischen Bevölkerung unter dem Schlagwort "Gerechtigkeit" verkauft worden ist.
"Die Einkommensverluste der Führungskräfte, verstärkt durch zusätzliche Einkommensrückgänge durch die Solidarabgabe sind Effekte, die auf längere Sicht gesehen die Position Österreichs als Wirtschaftsstandort beschädigen können, und ein negatives Signal an diejenigen Personengruppe darstellt, welche hauptverantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes ist." betont der Vorsitzende des Wirtschaftsforums der Führungskräfte Gen.-Dir. Karl Javurek.
Eckdaten der Studie:
32. Ausgabe der WdF-Einkommensstudie
526 Befragte, davon 59 % aus der ersten Führungsebene
Reale Einkommensverluste der ersten Führungsebene
Leichte Zuwächse bei der zweiten und dritten Führungsebene
Höhe des Einkommens steigt mit der Umsatzverantwortung und Anzahl der Mitarbeiter
Finanztransaktionssteuer: Über die Zubereitung von Kröten
Die Kröte müssen sie schlucken. Monatelang hatten Banken und Finanzinstitutionen ihre Lobbyisten ausgeschickt, um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS) zu verhindern - vergeblich: Immerhin elf der 27 EU-Staaten sind wild entschlossen, eine solche Steuer einzuführen.
Womit die Lobbys aber keinesfalls arbeitslos geworden sind: Wenn sie die Kröte einer zumindest regional gültigen FTS schon schlucken müssen, dann soll sie doch wenigstens so zubereitet werden, dass sich ihre Auftraggeber an diesem wenig appetitlichen Lurch wenigstens nicht verschlucken.
Jetzt geht es also darum, die notwendigen Ausnahmen so weit wie möglich zu fassen, technische Probleme als so komplex zu schildern, dass sie nur durch weitere Ausnahmen umgangen werden können, und die Auswirkungen auf die Branche als so gravierend darzustellen, dass die Politiker Angst vor ihrem eigenen Mut bekommen und vor einem allzu tiefen Griff in die Kassen Abstand nehmen.
Ausnahmen muss es natürlich geben: Es wäre wohl kontraproduktiv, die Transaktionen der europäischen Hilfs-Fonds ESM und EFSF durch Besteuerung zu verteuern, auch die Ausgabe von Staatsanleihen wird wohl steuerfrei bleiben, ebenso die Ausgabe neuer Aktien. Jetzt rücken aber Repo-Geschäfte ins Zentrum der Aufmerksamkeit - kurzfristige Ausleihungen, die durch Wertpapiere nur besichert werden, ohne dass diese den Eigentümer wechseln. Der Markt soll in Europa 5,6 Billionen Euro schwer sein, schon die Besteuerung nach dem Derivate-Satz von 0,01 Prozent brächte 560 Millionen - wenn Repos nicht (es findet ja kein Verkauf statt) überhaupt steuerfrei bleiben.
Die Computer-Erfassung der zu besteuernden Transaktionen gleicht vom Umfang des Problems her dem Aufwand, der einst für die Jahr-2000-Umstellung oder die Euro-Einführung zu leisten war, schätzt der Consulter Capco - zu viel für die betroffenen Institutionen, wie unausgesprochen mittransportiert wird. Und trotzdem werde es kaum möglich sein, wirklich alle Transaktionen zu erfassen - schon gar jene, die außerhalb der teilnehmenden Staaten stattfinden. Ganz abgesehen vom nahezu unlösbaren Problem der Doppelbesteuerung, wenn es sich um nationale Steuern handelt.
In einem haben die Lobbys zweifellos recht: Eine FTS für nur elf Staaten ist - gerade in einer EU, die nach einem Binnenmarkt strebt - ein Unding. Aber sie ist - daran seien die Politiker, denen jetzt die Lobbyisten die Tür einrennen, erinnert - ein notwendiger erster Schritt. Die Kröte müssen sie schlucken.
Eier-Kennzeichnung gibt Auskunft über Haltungsart, Herkunft und Haltbarkeit
Im Skandal um Millionen falsch deklarierte Eier ist auch die Kennzeichnung und deren Bedeutung ins öffentliche Interesse gerückt. Seit 1. 1. 2004 wird jedes Ei durch einen Code gekennzeichnet, der Auskunft über Haltungsart, Herkunft und Haltbarkeit gibt.
Die Haltungsart wird durch einen Code gekennzeichnet:
0 aus biologischer Landwirtschaft
1 aus konventioneller Freilandhaltung
2 aus Bodenhaltung
3 aus Käfighaltung (in Österreich seit 1. 1. 2009 verboten)
Ein Bio-Ei aus Österreich erkennt man an folgendem Code: z.B. 0-AT-1234567 MHD 30.04.05
Das bedeutet: Bio-Ei (Code 0), aus Österreich (AT), der Code des Erzeugers (1234567) sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD).
Die Null steht für beste Qualität, artgerechte Tierhaltung und ist garantiert frei von gentechnisch veränderten Futtermitteln.
Anders sieht die Situation bei gekochten und gefärbten Eiern aus. Diese gibt es nicht nur zu Ostern, sondern auch als sogenannte "Jauseneier" das ganze Jahr über in Supermärkten. Es gibt bei solchen nur die Verpflichtung zur Kennzeichnung der Verpackung, jedoch nicht der einzelnen Eier. Die Verpackung muss folgende Informationen enthalten:
Verkehrsbezeichnung, Name oder Firma und Anschrift des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers, ggf. Zutatenverzeichnis, Mindesthaltbarkeitsdatum, Farbstoff, Auszeichnung Stückzahl der in der Verpackung enthaltenen Eier, z. B. 6 gekochte bzw. gefärbte Eier ggf. Gewichtsangabe, z. B. „mittelschwer“ ggf. Angabe des Grundpreises nach Fertigpackungsverordnung
Zum Färben oder Bemalen der Schale sind nur die in der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung genannten Farben zugelassen – einige dieser Stoffe haben jedoch problematische Auswirkungen auf die Gesundheit.
Im Gegensatz zu Frischeiern ist also nicht ersichtlich, wo die Eier herkommen, denn der Hersteller ist nicht dazu verpflichtet, diese Informationen anzugeben. Es könnte also sein, dass ein gekochtes und gefärbtes Ei zwar in Österreich gekocht, gefärbt und verpackt wurde, jedoch von fern her transportiert wurde und der Hersteller darf trotzdem "Ei aus Österreich" draufschreiben.
Nur wenn das gekochte und gefärbte Eiprodukt das AMA-Siegel trägt stammen die Eier garantiert aus Österreich.
Aufgrund einer Lücke bei der Gentechnik-Kennzeichnung ist bei konventionellen Eiern nicht ersichtlich, ob die Legehennen mit Gentech-Futter gefüttert wurden. Die Hersteller sind nicht dazu verpflichtet diese Informationen anzuführen. Daher darauf achten, dass sie das Siegel der "ARGE Gentechnikfrei" tragen. Bei Bio-Eiern ist Gentech-Futter streng verboten.
Aufgrund einer speziellen gesetzlichen Regelung ist es nur während der Osterzeit gestattet, gefärbte und gekochte Bio-Eier im Handel zu verkaufen.
Tourismus 2012: Mit knapp 131 Mio. Nächtigungen Höchstwert aus dem Jahr 1992 übertroffen
Im Kalenderjahr 2012 lag laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria die Anzahl der Nächtigungen mit insgesamt 130,97 Mio. um 4,0% oder 4,99 Mio. über jener des Vorjahres. Damit wurde der bisherige Rekordwert des Jahres 1992 mit 130,42 Mio. Nächtigungen um rund 0,55 Mio. übertroffen.
Die Zahl der Nächtigungen ausländischer Gäste konnte um 4,8% auf 95,03 Mio. (+4,35 Mio. gegenüber dem Vorjahr) zulegen, seit 1992 (99,76 Mio.) der drittbeste Wert. Die Nächtigungen inländischer Gäste erreichten mit 35,94 Mio. einen neuen Höchstwert und lagen damit um rund 0,64 Mio. Nächtigungen bzw. +1,8% über dem Vorjahr. Damit konnte im Vergleich zu 1992 das Nächtigungsminus bei den ausländischen Gästen (-4,72 Mio.) durch das Plus bei den inländischen Gästen (+5,28 Mio.) mehr als ausgeglichen werden.
Mit insgesamt 36,15 Mio. Ankünften wurde der bisherige Rekordwert aus dem Vorjahr (34,63 Mio.) um 4,4% übertroffen. Im Vergleich zum Nächtigungsrekordjahr 1992 gab es 2012 somit um 10,31 Mio. mehr Ankünfte. Die Zahl der inländischen Gästeankünfte, die 2007 mit 10,37 Mio. erstmals die 10-Millionen-Marke überschritten hatte, erhöhte sich im Jahr 2012 weiter auf ein neues Höchstniveau von 12,00 Mio. (+3,3%), die ausländischen Ankünfte stiegen auf 24,14 Mio. (+4,9%). Die Zahl der Ankünfte konnte seit 1992 jährlich um durchschnittlich +1,7% zulegen, während jene der Nächtigungen annähernd gleich blieb.
Gezockt für die Steueroase
Tirol. - Natürlich kann man vornehm von riskanten Veranlagungen sprechen, wie es der oberösterreichische Landesrechnungshof 2009 getan hat. Doch angesichts der Lehren aus der seit Jahren anhaltenden Finanz- und Bankenkrise haben staatliche Unternehmen und Landesgesellschaften bei den Cross-Border-Geschäften (CBL) schlichtweg mit Volksvermögen gezockt.
Der Landesenergieversorger Tiwag befindet sich hier in schlechter Gesellschaft mit 50 heimischen Unternehmen wie Verbund, Innsbrucker Kommunalbetriebe (bereits ausgestiegen), AUA, Bundesbahnen oder Wiener Linien. Kraftwerke, wie jene der Tiwag, wurden langfristig an US-Investoren verleast und wieder zurückgemietet. Das Leasingentgelt wurde im Voraus gezahlt und für die Rückmiete in den Depots angelegt. In den USA machten die Trusts Steuervorteile geltend, weil die Vertragsdauer (bis 150 Jahre) als kaufähnlich bewertet wurde. Die Tiwag erhielt ein Stück vom Steuerzuckerl, rund 200 Millionen betrug der so genannte Barwertvorteil für die 14 verleasten Kraftwerke und Teile des Stromnetzes.
Doch das Risiko blieb beim Landesenergieversorger. Denn die US-Investoren hatten sich abgesichert, damit sie ihr Geld wieder zurückbekommen. Entscheidend ist die Bonität der Depotbanken und Versicherer, doch die begann 2008 zu wanken. Die Tiwag war plötzlich nur noch Passagier im internationalen Tiefflug der Banken und musste ihre Cross-Border-Verträge ab- und besichern. Das kostet derzeit rund fünf bis sechs Millionen Euro, die Haftungen für die Depotbesicherungen betrugen 2011 zudem mehr als 300 Millionen Euro. Die Veranlagung ist deshalb zur Belastung geworden. Auch politisch. Wer weiß, was auf den Finanzmärkten noch passiert. Doch aussteigen kann die Tiwag nur, wenn es der Vertragspartner will. Wer sich zuerst bewegt, zahlt drauf.
Bekanntlich hat die Tiwag bereits einen Großteil des Barwertvorteils für den Kauf der Innsbrucker Kommunalbetriebe aufgewendet. So gesehen ist der Ausstieg des US-Energieriesen Pepco ein Glücksfall für die Tiwag. Die US-Steuerbehörden haben bereits 2004 das Steuerschlupfloch geschlossen, Pepco lenkt heuer ein. Der transatlantische Deal macht keinen Sinn mehr. 30 Millionen Euro kostet der Ausstieg der Tiwag. Dafür ist das Geld sicher besser angelegt. Der Barwertvorteil schrumpft, aber auch die Zockerei mit Landesvermögen wird weniger. Dass selbst öffentliche Unternehmen Steueroasen genützt haben, hat mit "Political Correctness" absolut nichts zu tun.
Crazy Shoe Award 2013 - Die verrücktesten Schuhe Europas
v.l.n.r. Livia Kobayashi (3. Platz Crazy Shoe Award), Heinz Müller (1. Platz Crazy Shoe Award) und Sini Tanninen (2. Platz Crazy Shoe Award) Im Rahmen des Wiener Schuhmacherballs am 27. April 2013 wurden heuer bereits zum sechsten mal die verrücktesten Schuhe Europas mit dem Crazy Shoe Award ausgezeichnet. Dieser Preis wird von der Landesinnung Wien der Schuhmacher und Orthopädieschuhmacher jährlich für die originellsten Schuh-Kreationen vergeben.
Der erste Platz ging an Heinz Müller (Österreich) für seinen rustikalen "Wilderer". Den zweiten Platz belegte Sini Tanninen aus Finnland mit einer einzigartigen Kreation "Boxing Glove Shoes". Drittplatzierte wurde die Österreicherin Livia Kobayashi mit dem Modell "Schuppenschuhe". Sponsor des Crazy Shoe Awards ist der Schuh- und Lederpflege-Hersteller Collonil Österreich.
Österreicher wollen Bankgeheimnis behalten
GfK erhob in Blitz-Studie unter 500 Österreicherinnen und Österreichern Meinung zum Bankgeheimnis.
51 % der Befragten wollen eine Beibehaltung des Bankgeheimnisses wie bisher – 40 % plädieren für eine Aufhebung, 8 % enthielten sich. Das ergab eine telefonische Befragung im Zeitraum 9. bis 11. April von GfK.
Die Österreicherinnen und Österreicher sind skeptisch, was die Diskussion um eine Aufweichung des Bankgeheimnisses betrifft. 51 % wollen auch weiterhin, dass das Bankgeheimnis wie bisher gewahrt wird, 40 % sind für eine Abschaffung.
"Die Österreicher sehen Auskunftspflichten über Konten skeptisch. Daran haben auch viele Argumente nicht viel rütteln können, die im Zuge der medialen Diskussion eine Beibehaltung des Bankgeheimnisses kritisch beleuchten. Eine Mehrheit wünscht sich weiterhin die Gewährleistung der Diskretion wie bisher", so DI Paul Unterhuber von der Sozial- und Organisationsforschung von GfK Austria.
Anders als man glauben würde, scheinen es allerdings nicht die wohlhabenden Österreicher zu sein, die in besonders hohem Ausmaß eine Beibehaltung des Bankgeheimnisses vertreten. Ganz im Gegenteil beziehen insbesondere jene mit niedrigem Haushaltseinkommen und einer pessimistischen Einschätzung ihrer künftigen Finanzlage Position gegen dessen Aufhebung. "Diese Ergebnisse zeigen, dass Personen in prekären finanziellen Verhältnissen sensibel auf Änderungen im Finanzsektor reagieren", so Sonja Buchinger von der GfK Austria Finanzmarktforschung. "Das Bedürfnis nach Sicherheit ist groß. Dazu gehört auch der Wunsch, dass alles so bleibt, wie es ist".
Interessant ist die Meinung nach Parteien. "Die Wähler der Grünen plädieren zu 64 % für eine Aufhebung, die ÖVP-Wähler zu 58 % für eine Beibehaltung des Bankgeheimnisses. Gespalten sind hingegen die Anhänger der SPÖ: 49 % sind für eine Aufhebung des Bankgeheimnisses, 47 % für eine Beibehaltung", so Paul Unterhuber.
Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft: Vermieten muss leistbar bleiben
Anlässlich der Jahrestagung des Österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft in Kaprun vom 3.-9.März 2013 wird ein Positionspapier der Plattform Immobilienwirtschaft diskutiert und erarbeitet, das Forderungen an eine künftige Regierung enthält.
Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten waren Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt Gegenstand öffentlicher Diskussion. Reflexartig wurde von einer Reihe von Politikern eine weitere Mietzinsbeschränkung gefordert. "Zusätzliche Reglementierungen und Restriktionen sind keine nachhaltige Lösung gegen steigende Preise. Es ist wichtig, Impulse für die Erweiterung, Verbesserung und Erhaltung des dringend notwendigen Wohnungsangebots zu setzen." fordert ÖVI-Präsident Udo Weinberger.
Mehr als 60 Prozent der Österreicher leben und nutzen Immobilien, deren Eigentümer sie auch sind. "Nur" im großstädtischen Bereich ist Miete ein wirkliches Thema. Betrachtet man den Wiener Immobilienmarkt, so sind wiederum mehr als die Hälfte der Mieter durch Gemeindewohnungen und Genossenschaftswohnungen versorgt. "Das Thema Leistbarkeit des Mietens ist vorrangig Aufgabe des durch Steuermittel finanzierten Segments von Gemeinde- und geförderten Wohnungen. Diese klassisch öffentliche Verantwortung nun dem privaten Vermieter überbinden zu wollen, ist purer Populismus,"so Udo Weinberger weiter.
Übersehen wird häufig auch, dass die zunehmend wachsenden Anforderungen an Qualität, Standards und Sicherheit im Hintergrund stetig Kosten verursachen, die sich direkt oder indirekt auf die Wohnkosten niederschlagen. Die sukzessive Zunahme mietrechtlicher Erhaltungspflichten wird in den letzten Jahren von einer Flut öffentlich-rechtlicher Wartungs- und Prüfpflichten begleitet. Von der elektrotechnischen Befundung der Wohnungselektrik (Elektrotechnikverordnung), der Abgasüberprüfungen der Heizanlagen, neuerdings auch die jährlich durchzuführende Luftzahlmessung bei offenen Gasfeuerstätten (Wiener Feuerpolizeigesetz), die Überprüfungen der Aufzugsanlagen bis hin zur Energieausweisvorlagepflicht, um nur einige zu nennen. "Wir blicken mittlerweile auf ein kaum durchschaubares Dickicht an Verordnungen mit unzähligen Verweisen auf Normen. Wenn Mieten und Vermieten leistbar bleiben soll, muss auch das ständige Ansteigen der Qualitätskriterien hinterfragt werden. Das gilt selbstverständlich auch für den Neubau", argumentiert Weinberger.
Diese Kostenspirale wird weiter gedreht durch eine immer strengere Rechtsprechung im Hinblick auf die Haftung des Eigentümers und Vermieters. Bei einer zivilrechtlichen oder strafrechtlichen Haftung im Fall eines Unfalls ist nicht der Stand der Technik zum Zeitpunkt der Baubewilligung maßgeblich, sondern der aktuelle Stand der Technik. Der Vermieter ist damit indirekt angehalten, immer wieder nachzurüsten, ohne dass er solche Maßnahmen gerade bei den vielen Altmietverträgen auch nur in irgendeiner Weise einpreisen könnte.
Das geltende Mietrecht ist heillos zerfurcht, dirigistisch und allen voran ungerecht. Mehr als ein Drittel der aufrechten Mietverträge, die dem Preisregime des Mietrechtsgesetzes unterliegen, sind noch sogenannte Altmietverträge zu nicht einmal kostendeckenden Mietzinsen. Eine neue Regierung muss sich auch dieser Problematik annehmen. "Die Immobilienwirtschaft wird sich selbstverständlich in einen konstruktiven Dialog einbringen," so Weinberger abschließend.
ALPINE Holding GmbH: Verlustreiches Geschäftsjahr 2012
ALPINE Holding GmbH: Verlustreiches Geschäftsjahr 2012 Die ALPINE Holding GmbH gibt heute vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 bekannt, die noch der Feststellung durch die Gesellschafterversammlung bedürfen; die Zahlen wurden noch nicht abschließend von dem Wirtschaftsprüfer bestätigt.
Das negative Ergebnis der ALPINE Gruppe für das Geschäftsjahr 2012 beläuft sich auf minus 449,7 Mio. Euro Jahresergebnis nach Steuern und ist in erster Linie auf verlustbringende Großprojekte im Ausland zurückzuführen. Zudem finden aktualisierte Risikobewertungen Eingang in das Ergebnis. Die Bauleistung reduzierte sich von 3.621 Mio. Euro im Jahr 2011 auf 3.213 Mio. Euro im Jahr 2012. Der Rückgang der Bauleistung spiegelt den eingeleiteten Rückzug der ALPINE Gruppe aus verlustbringenden Auslandsmärkten wider.
Die Höhe der Verluste und der Rückgang der Bauleistung bewegen sich innerhalb des mit den Finanzierungspartnern im Rahmen der Restrukturierungsvereinbarung festgelegten Rahmens. Die Emittentin arbeitet weiterhin zielorientiert an der operativen Restrukturierung der ALPINE Gruppe.
Der vollständige Jahresfinanzbericht wird wie bereits angekündigt voraussichtlich am oder um den 31. Mai 2013 veröffentlicht werden.
Männer sehen neue Vorgesetzte entspannter
Männer sehen neue Vorgesetzte entspannter Egal ob der neue Boss ein Mann oder eine Frau ist, die meisten ÖsterreicherInnen hätten mit Beförderungen von KollegInnen kein Problem. Wie so eine Situation erlebt wird allerdings und welche Handlungsoptionen die Befragten aus so einer Situation ableiten, unterscheidet sich aber zwischen Männern und Frauen.
In einer bislang unveröffentlichten Repräsentativbefragung, die die GfK Sozial- und Organisationsforschung in der österreichischen Bevölkerung ab 16 Jahren durchführte, wurde erhoben, wie sich eine Beförderung von weiblichen bzw. männlichen ArbeitskollegInnen, die in etwa das selbe können wie man selbst, zum eigenen Vorgesetzten anfühlen würde.
Die große Mehrheit (81 Prozent) der 1.000 Befragten sieht darin kein Problem, zwar unter der Voraussetzung, dass die Qualifikation stimmt, aber praktisch unabhängig davon, ob diese hypothetische Frage Berufstätigen oder nicht Berufstätigen gestellt wurde. Der einzige nennenswerte Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist der höhere Anteil unter den Berufstätigen, die angeben, die Beförderung anderer wäre für sie auch unabhängig von deren Qualifikation kein Problem. Sie würden sich sogar auch öfter für diesen Kollegen (plus 7 Prozentpunkte im Vergleich zu den nicht Berufstätigen) oder die Kollegin (plus 12 Prozentpunkte) freuen. Es zeigt sich also eine gewisse Solidarität mit anderen in einer ähnlichen Lebenssituation, also der Berufstätigkeit.
Frauen sehen Beförderungen prinzipiell kritischer als Männer. Unabhängig vom Geschlecht der hypothetischen neuen Vorgesetzten haben Frauen öfter ein Problem mit den Beförderungen anderer und freuen sich auch verhaltener für die aufgestiegenen Kolleginnen oder Kollegen. Am meisten fällt auf, dass sich Frauen deutlich öfter als Männer zurückgesetzt fühlen. Sie erleben das besonders intensiv, wenn ihnen eine weibliche Kollegin vorgezogen wird: 27 % der Frauen verspüren Zurücksetzung, wenn die hypothetischen neuen Vorgesetzten männlich wären, 30 %, wenn sie weiblich wären, im Vergleich zu den Männern, von denen nur 17 % männliche und 18 % weibliche Vorgesetzte als Zurücksetzung erleben würden.
"Das liegt sicher nicht daran, dass Frauen weniger nette Kolleginnen sind", analysiert Angelika Kofler, Leiterin der GfK Austria Sozial- und Organisationsforschung. "Die Luft ist für Frauen in Führungspositionen einfach nach wie vor dünner als für Männer. Je höher die Positionen werden, umso geringer wird tendenziell der Frauenanteil, obwohl Frauen immer gebildeter und qualifizierter werden. Auch die Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern schlagen sich immer noch zu Ungunsten der Frauen zu Buche. Es ist also kein Wunder, dass Männer Beförderungen anderer entspannter sehen, sie können ja tatsächlich mit höherer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich für sie noch öfter Gelegenheiten bieten werden, weiterzukommen. Das gilt übrigens nicht nur für die polemisch diskutierten Aufsichtsratspositionen."
Abgesehen von den Gefühlen, die ÖsterreicherInnen haben, wenn aus den KollegInnen Bosse werden, wie würden sie darauf auf der Handlungsebene reagieren? Mit Flucht oder Kampf? Wie sich herausstellt, vorwiegend produktiv: Die am häufigsten genannte Strategie ist vermehrtes eigenes Bemühen: Sechs von Zehn der Befragten konstatierten, dass sie sich durch Arbeit selber wieder hinauf arbeiten würden. Die zweithäufigste Strategie, die etwa ein Viertel bevorzugt, wäre es das Gespräch mit den Entscheidungsträgern zu suchen. Erst an dritter Stelle stehen Verhinderungsstrategien, also aktiver Einsatz, um die Beförderung anderer zu verhindern. An letzter Stelle rangiert die Fluchtstrategie, nämlich sich eine andere Stelle zu suchen. Das zieht weniger als ein Zehntel in Betracht. Diese Reaktionsmuster unterscheiden sich kaum, egal ob die potenziellen neuen Vorgesetzten männlich oder weiblich sind. Aber: die nicht Beförderten ziehen aus der Situation, je nachdem ob sie selbst Männer oder Frauen sind, andere Schlüsse und handeln dann anders:
Den stärksten Gegenwind beim Aufstieg können Männer von anderen Männern erwarten: 25% würden versuchen eine Beförderungsentscheidung zu verhindern, wenn es sich um einen anderen Mann handelt, der aufsteigt, aber nur 17 %, wenn die neue Vorgesetzte eine Frau wäre. Frauen, die ins Auge fassen eine Beförderung zu verhindern (18 %) machen hier keinerlei Unterschied zwischen männlichen oder weiblichen Aufsteigern. Außerdem neigen Frauen unabhängig vom Geschlecht neuer Vorgesetzter geringfügig häufiger dazu das Gespräch mit den Entscheidungsträgern zu suchen.









