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20.05.2019

Der Selbstfaller des Meister Proper

Strache hat sich zum Polit-Saubermann stilisiert und die FPÖ aus dem Tief gebracht. Eine Woche vor der EU-Wahl ist sie wieder dort.

14 Jahre lang hat Heinz-Christian Strache die FPÖ geführt, eineinhalb Jahre war er Vizekanzler. Über Nacht ist es damit vorbei. Nicht wegen der unzähligen „Einzelfälle“ in seiner Truppe; die hat er ausgesessen. Grund dafür ist ein anderweitig beispielloses Unsittenbild seiner Partei.

Jener Partei, die sich seit jeher als die der Saubermänner geriert. Schon unter Jörg Haider deckte sich die Inszenierung nicht mit dem Tun, das im Hypo-Skandal gipfelte. Haider habe sich korrumpieren lassen, befand Strache damals – und stilisierte sich zu einem Volksvertreter, der Anstand nicht nur predigt, sondern der Meister Proper ist.

Nun sind seine schmutzigen Absichten dokumentiert, seine Hybris, die Orbán’schen Anwandlungen für alle seh- und hörbar. Mit dem gewohnten Opfergehabe wollte er sich aus der Affäre ziehen. Diese Nummer zieht nicht mehr.

Strache hat die FPÖ aus dem Tief gebracht, eine Woche vor der EU-Wahl ist sie wieder dort. Ohne Front- und Klubobmann steht sie da, ohne die Vorzüge des Mitregierens. Norbert Hofer wollte sich heraushalten aus der Parteipolitik, um sich für die erneute Hofburg-Kandidatur ein gutes Image zu erarbeiten. Nun muss er die Partei vorerst leiten. Für die Wien-Wahl wähnten sich Strache und Gudenus auf dem Weg in das Bürgermeisteramt. Sie haben ihn sich verstellt.

Mit seinem Hochmut hat Strache sich und die Seinen zu Fall gebracht. Der erneute Beleg dafür, dass die FPÖ nicht regierungstauglich ist. Das sollte jetzt allen klar sein.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn Montage / Quelle: Tiroler Tageszeitung, Analyse von KARIN LEITNER
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