Pensionist überlebt Nacht im Tannermoor
Liebenau (Oberösterreich). - Ein 72-jähriger Pensionist aus Kleinpertholz (NÖ) war gestern im Bereich des Tannermoores alleine Preiselbeeren suchen. Da er am Abend zum vereinbarten Zeitpunkt nicht nach Hause kam, verständigten die Angehörigen die Polizei.
Der PKW des Mannes wurde in Liebenau auf einem Feldweg gefunden. Eine daraufhin durchgeführte Suchaktion im Tannermoor musste um 02:00 Uhr erfolglos abgebrochen werden. Eine genauere Suche im dichten Unterholz bei Dunkelheit war aussichtslos und zu gefährlich für die 24 eingesetzten Kräfte.
Nach der erfolglosen nächtlichen Suchaktion im Naturschutzgebiet Tannermoor, wurde eine groß angelegte Suche (FF Liebenau, Liebenstein, Ruben, Schöneben, Kainrathschlag, KleinPertoholz, Langschlag, Polizeikräften des Bezirkes, Diensthunde-staffel der Polizei, Rettungshunde Brigade, Polizeihubschrauber) nach dem abgängigen 72-Jährigen heute um 10.00 Uhr organisiert.
Um 09.15 Uhr wurde schließlich bekannt, dass der Abgängige bei einem Haus in Kienau aufgetaucht sei.
Bei der Kontaktaufnahme mit dem Abgängigen teilte dieser mit, dass er beim Preiselbeeren pflücken gegen Abend in ein Moorloch gestürzt sei. Er habe sich nach einiger Zeit aus eigener Kraft aus dem Morast befreien können. Danach habe er die Nacht im Moor verbracht. Er habe zwar die Einsatzkräfte, die nach ihm suchten, gehört, habe selbst laut geschrien, sei jedoch in dem weitläufigen Waldgebiet nicht gehört worden bzw. habe seine Stimme nach einiger Zeit versagt. Bei Tagesanbruch gegen 07.15 Uhr sei er schließlich aufgebrochen, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Die Außentemperatur betrug in der Nacht ca. 3 Grad. Der Pensionist war lediglich mit einem Pullover – und keiner Jacke - bekleidet. Er war gut aufgelegt und wohlauf. Seine Kleidung war einschließlich der Socken, er trug Stiefel, bis zum Bund durchnässt.
Eine ärztliche Hilfe lehnte er spontan mit dem Hinweis ab, dass er in seinem Leben noch keinen Arzt benötigt habe.










