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Dienstag 22.05.2012 04:19
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03.02.2012

Wintersportunfälle: Mangelnde Kondition und Selbstüberschätzung als häufigste Unfallursache

Wintersportunfälle: Mangelnde Kondition und Selbstüberschätzung als häufigste Unfallursache

Alpine Sicherheit: Wintersport ist gut für Körper und Geist, dennoch prognostizieren Experten auch für diese Wintersaison mehr als 50.000 Ski- und Snowboardunfälle. Oftmals werden Unfallursachen falsch eingeschätzt: Nicht schlechte Pistenverhältnisse, gewaltige Lawinen oder Zusammenstöße mit Pisten-Rowdies sind der Grund für die große Anzahl von Unfällen. 93 Prozent aller Wintersportunfälle sind Alleinunfälle ohne Fremdverschulden, die oftmals auf mangelnde körperliche Fitness und Selbstüberschätzung zurückzuführen sind.

Millionen von Wintersportbegeisterten tummeln sich jährlich in Österreichs Wintersportgebieten – doch leider nicht unfallfrei. Wie die Unfallstatistiken zeigen, verunfallen mehr als 80 Prozent der verletzten Wintersportler beim klassischen Skilauf und beim Snowboarden. „Über 500 Millionen Wintersportbegeisterte werden von Österreichs Seilbahnen jährlich befördert. Auch heuer werden davon wieder unzählige ihre Semesterferien anstatt auf der Piste im Krankenhaus verbringen. Durchschnittlich verletzen sich rund 44.300 Skifahrer und 11.900 Snowboarder pro Jahr auf Österreichs Pisten so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Doch nicht schlechte Pistenabsicherungen oder gewaltige Lawinen sind der Grund für die große Anzahl der Unfallopfer, sondern die Skifahrer und Snowboarder selbst“, erläutert Dr. Wolfram Littich, Präsident des Verbandes der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO).

In der Tat sind die meisten Unfälle in der Regel auf Übermüdung und Selbstüberschätzung zurückzuführen. Dennoch werden laut einer aktuellen Erhebung des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) Unfallursachen falsch eingeschätzt. So werden Schlechtwetter und schwierige Pisten von den befragten Wintersportlern als mögliche Unfallursachen deutlich überbewertet, während die Gefahr eines Unfalles ohne Fremdverschulden stark unterschätzt wird: „Sieben Prozent der Unfälle von Skifahrern oder Snowboardern pro Jahr waren auf direkte Zusammenstöße zwischen Pistenbenutzern zurückzuführen. Rund 93 Prozent aller Wintersportunfälle sind Alleinunfälle. Die häufigsten Gründe sind hierbei eine gewisse Selbstüberschätzung und oftmals mangelnde körperliche Fitness. Untersuchungen des KFV belegen, dass sich 67 Prozent der Skiunfälle am Nachmittag infolge von aufkommender Müdigkeit, mangelnder Konzentration und Kraftlosigkeit ereignen. Sich konditionell immer gut auf den Winter vorzubereiten, ist daher essentiell“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

Um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden, lautet die Devise auf der Piste ebenso wie im Straßenverkehr: Wer defensiv fährt, fährt auf der sicheren Seite. „Die Anforderungen der Piste sollten immer dem eigenen Fahrkönnen entsprechen. Wer seine Fähigkeiten überschätzt und trotz mangelnden Könnens zu hohe Leistungsansprüche an sich selbst stellt, erhöht sein Verletzungsrisiko deutlich. Regelmäßige Pausen beugen Übermüdung und Überforderung vor. Kommt es auf der Piste dennoch zu einem Unfall, sichern Sie die Unfallstelle ab, leisten Sie Erste Hilfe und alarmieren Sie die Rettung. Gerade das Tragen von entsprechender Schutzausrüstung wie z.B. eines Helmes ist besonders wichtig und kann vor schweren Verletzungen schützen. Umso erfreulicher ist, dass schon rund 98 Prozent der unter Sieben-Jährigen mit Schutzhelm auf den Pisten unterwegs sind“, so Thann.

Lawinen sind in jeder Wintersaison die größte Gefahr für diejenigen Wintersportler, die abseits der gesicherten Pisten unterwegs sind. „Durchschnittlich gibt es in Österreich ca. 100 Lawinenunfälle. Alleine ein Drittel der Opfer ist durch das Variantenfahren zu beklagen. Selbst wenn man sich in der Nähe der Skigebiete bewegt, ist man im freien ungesicherten Skiraum unterwegs: sorgfältige Routenplanung und das Mitführen von Schutz- und Notfallausrüstung sind unabdinglich!“, erklärt Dr. Karl Gabl, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit. Sowohl beim Skitourengehen als auch beim Variantenfahren gilt: Lawinenlagebericht und Einschätzungen der Experten beachten und die klassische Lawinenausrüstung immer mitführen. Neben einem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (auch LVS-Gerät oder Lawinenpieps genannt), einer Lawinenschaufel, Lawinen-Sonde, Handy und Erste Hilfe Packet gehört idealerweise auch ein Lawinen-Airbag zur Ausrüstung, um für den Notfall gerüstet zu sein. „Falsche Bequemlichkeit verbunden mit geringer Erfahrung, mangelnder Planung einer Tour, schlechter Ausrüstung und fehlenden Suchstrategien hat völlig umsonst so manches Menschenleben gefordert. Professionelle Tourengeher oder Variantenfahrer sind niemals alleine unterwegs und überqueren Hänge in größeren Abständen. Außerdem zeichnet sie die Bereitschaft zur Umkehr aus“, so Gabl.

Wussten Sie, dass...

... sich durchschnittlich rund 44.300 Skifahrer und 11.900 Snowboarder auf Österreichs Pisten so schwer verletzen, dass sie im Spital behandelt werden müssen.

... rund 93 Prozent aller Wintersportunfälle aus Alleinunfällen resultieren.

… nicht schlechte Pistenabsicherungen oder schwierige Witterungsverhältnisse der Grund für die große Anzahl von Unfallopfern sind, sondern meist Selbstüberschätzung und mangelnde körperliche Fitness.

... durch einfache Maßnahmen viele Wintersport-Unfälle bereits im Vorfeld verhindert werden können: jährliche Kontrolle von Ski bzw. Snowboard durch ein Fachgeschäft, körperliche Fitness, regelmäßige Pausen, geeignete Ausrüstung und Verzicht auf Alkohol.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht von dbn .. / Foto: dbn
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