zurück zu den regulären Ausgaben von dbn.at
dbn Sonderthema: Fast 300 Millionen für Bauvorhaben im Burgenland
dbn Sonderthema: Fast 300 Millionen für Bauvorhaben im Burgenland

LR Dorner: Impulse für die regionale Wirtschaft von großer Bedeutung

„Auch im Jahr 2022 wird im Burgenland umfassend in den Ausbau und die Instandhaltung unserer Infrastruktur investiert“, sagte Landesrat Heinrich Dorner heute, 1. April 2022, bei der Präsentation der Bauvorhaben 2022 im Burgenland gemeinsam mit Baudirektor Wolfgang Heckenast und Gerald Goger von den Landesimmobilien Burgenland. „In den letzten beiden Jahren waren die Investitionen vor allem ein wichtiges Instrument, um bestmöglich durch die Wirtschaftskrise, die uns die Corona-Pandemie beschert hat, zu kommen. Und auch jetzt sind die Impulse für die regionale Wirtschaft umso mehr von Bedeutung, um damit negativen Erscheinungen wie den hohen Energie- und Spritpreisen – die durch den Ukraine-Krieg noch verschärft werden – entgegenwirken zu können“ unterstrich der Landesrat.  

Nachdem 2021 eine Rekordsumme von über 300 Millionen Euro in die Infrastruktur des Burgenlandes geflossen sei, werde 2022 mit 292 Millionen Euro fast genau so viel investiert, erklärte Dorner. „Dieses Geld hat einen mehrfachen Nutzen, weil es den Wirtschaftsmotor ankurbelt. Lokale Betriebe profitieren, Arbeitsplätze werden gesichert und geschaffen. Es wird mit der Modernisierung von Straßen oder der Umsetzung von Hochwasserschutzprojekten für mehr Sicherheit gesorgt, und die Lebensqualität der Burgenländerinnen und Burgenländer wird erhöht.“ 
Zu den hohen Energie- und Spritpreisen sagte der Landesrat: „Diese machen in der Bauwirtschaft Planungen und Kalkulationen schwierig und können dazu führen, dass sich bei manchen Projekten die Kosten noch ändern. Aber was die Umsetzung betrifft, sollen die Bauvorhaben, die wir heute präsentieren, verwirklicht werden.“  

Burgenland zum Radland Nummer 1 machen!

In den kommenden fünf Jahren werden 25 Millionen Euro in die Attraktivierung der Radwege investiert: Im Jahr 2022 werden 19 Projekte realisiert. Die Bauinvestition dafür betragen rund 6,7 Millionen Euro. 
Das Leuchtturmprojekt ist der überregionaler Radweg Süd auf dem ehemaligen Damm der Eisenbahnlinie Südburgenländischen Regionalbahn (SRB). Bei diesem Projekt wird es einen kombinierten Geh- und Radweg geben. Diese Route hat eine überregionale Bedeutung und ist eine wichtige Ergänzung zum regionalen Radbasisnetz. Die Gesamtlänge beträgt zirka 7,15 Kilometer für den Teil von Oberschützen nach Oberwart und zirka 14,8 Kilometer für den Abschnitt von Großpetersdorf nach Rechnitz. Die Gesamtkosten betragen für die Strecke Oberschützen – Oberwart zirka 1,3 Millionen Euro und zirka 2,1 Millionen Euro für die Trasse von Großpetersdorf nach Rechnitz. Baubeginn war bereits im Frühjahr 2021, geplantes Bauende ist im Sommer 2022.
Im Jahr 2022 werden 16 Alltagsradwege neu errichtet. Die Investitionen für diese Projekte betragen rund 2,7 Millionen Euro. Bei vier touristischen Radwegen werden Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt, beziehungsweise ein Neuausbau gemacht. Das Investitionsvolumen dafür beträgt rund 320.000 Euro.

Sicherheit mit Hochwasserschutz

2022 werden rund 13,7 Millionen Euro in Bauvorhaben und Instandhaltungsmaßnahmen für den Hochwasserschutz investiert. Im Jahr 2022 befinden sich neben den Instandhaltungsmaßnahmen rund zwölf Bauvorhaben - Rückhaltebecken und lineare Maßnahmen - in der aktiven Bauphase.
„Die Überflutungen der letzten Jahre haben in vielen Regionen Österreichs die zerstörerische Kraft des Wassers mehr als deutlich gezeigt. Beim Hochwasserschutz geht es um den Schutz der Bevölkerung“, unterstrich Dorner. „Sie zeigen auch, wie wichtig unsere Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren sind. Seit 2010 sind über 160 Millionen Euro in Bauvorhaben und Instandhaltungsmaßnahmen für den Hochwasserschutz geflossen. Diese Bauprojekte der letzten Jahre haben ihren Zweck voll und ganz erfüllt: die Schäden minimieren und die Bevölkerung und Infrastruktureinrichtungen in den betroffenen Gemeinden bestmöglich vor Hochwasser schützen.“

Landesimmobilien Burgenland (LIB)

Aktuell werden 80 Gebäude von der LIB im Burgenland bewirtschaftet. Für die Instandsetzung und Instandhaltung bestehender Gebäude werden 2022 7,5 Millionen Euro, für Um- und Neubauten 31,5 Millionen Euro investiert. Die Investitionssumme 2022 beträgt gesamt 39 Millionen Euro.  

PEB: Mehr Service für die Gemeinden

Die Projektentwicklung Burgenland (PEB) berät Gemeinden und andere öffentliche Auftraggeber bei ihren Bauprojekten, sie ist Partner für die Entwicklung, die Organisation sowie Planung und Finanzierung von Projekten. In der PEB arbeiten Fachleute an der Seite der Bauherren und unterstützen sie bei der Realisierung von Projekten. „Generell gibt es ein positives Feedback von den Gemeinden für die Umsetzung der Projekte. Es ist notwendig, dass das Land den Kommunen bei Bauvorhaben zur Seite steht“, sagte Dorner. 

Die wichtigsten Kennzahlen der PEP: 

Projektvolumen für die Jahre 2021 bis 2023: 108 Millionen Euro 
Projektvolumen für das Jahr 2022: 37 Millionen Euro
Insgesamt gemeldete Projekte: 136
Projektumsetzung für die Jahre 2021 und 2022: 21
Projekte vor Umsetzung in den Jahren 2022 bis 2024: 46

Baudirektion: Insgesamt 450 Einzelprojekte in diesem Jahr 

„An rund 450 Projekten, die in diesem Jahr im Burgenland umgesetzt werden, sind die elf Standorte der Baudirektion beteiligt“, sagte Baudirektor Wolfgang Heckenast. 10 Millionen Euro fließen in 40 Radwegeprojekte, gut 150 Projekte werden im Bereich der ländlichen Struktur - hauptsächlich Güterwegeprojekte – realisiert. Ein großes Vorhaben im Bereich der Landesstraßen sei der neue Kreisverkehr an der B 50 zwischen Winden und Breitenbrunn. Mit diesem neuen Kreisverkehr sollen auch Radfahrer die B 50 sicher queren können, die Unfallgefahr werde minimiert, erklärte Heckenast. Im Bereich Schutzwasserwirtschaft werden gut 60 Millionen Euro investiert. Diese Projekte kommen stark den burgenländischen Gemeinden zu Gute, so der Baudirektor. 

LIB und PEB: Proaktiver Player am burgenländischen Baumarkt

Die Landesimmobilien Burgenland (LIB) und die Projektentwicklung Burgenland (PEB) seinen zu proaktiven Playern am burgenländischen Baumarkt geworden, erklärte Geschäftsführer Gerald Goger. Es wurde eine neue Planungsabteilung gegründet, welche innovative Konzepte entwickelt. 80 Gebäude werden von der LIB bewirtschaftet. Für Neubauten seien 31,5 Millionen Euro für das Jahr 2022 budgetiert. Die größten Projekte 2022 sind das Kulturzentrum Mattersburg, die Erweiterungen des Joseph Haydn Konservatoriums und des FH-Campus in Pinkafeld oder der Kontrollplatz am Grenzübergang Nickelsdorf für Schwerkraftfahrzeuge. Kommunalprojekte wie das Feuerwehrhaus in Zurndorf oder das neue Gemeindezentrum in Grafenschachen werden in Abstimmung mit den Gemeinden realisiert. „Die Projektentwicklung Burgenland hat sich zu einem Servicebetrieb für die Gemeinden etabliert. Wir schaffen Räume und eröffnen Chancen“, erklärte Goger die Aufgabe der PEB. 

Glasfaserturbo zündet im südlichen Burgenland

Landesrat Leonhard Schneemann: „In den nächsten zwei Jahren sollen die Gemeinden Kemeten, Loipersdorf/Kitzladen, Markt Allhau und Wolfau großflächig mit Glasfasernetzen versorgt werden!“

Das Burgenland treibt den Glasfaserausbau voran und hat dafür, unter anderem, eine eigene Gesellschaft, die „Green Technology“, als Tochter der Energie Burgenland eingerichtet. Nach der Erarbeitung einer Breitbandstrategie wird derzeit der Masterplan, der die konkreten Ausbauprojekte definiert, ausgearbeitet und fertig gestellt. Darüber hinaus gibt es weitere Investoren und Projektpartner, die ebenso an einem Glasfaserausbau interessiert sind, wie die öGiG – die Österreichische Glasfaser-Infrastrukturgesellschaft, die nun mit einem ersten Projekt im Südburgenland in Umsetzung geht.

In den nächsten zwei Jahren sollen die Gemeinden Kemeten, Loipersdorf/Kitzladen, Markt Allhau und Wolfau großflächig mit Glasfasernetzen versorgt werden. „Damit kommen wir unserem Ziel, bis 2030 eine flächendeckende Gigabit-Versorgung des Burgenlands zu erreichen, ein großes Stück näher,“ sagt Landesrat Leonhard Schneemann.
 
„Der Breitbandausbau ist wichtig für die Gesellschaft, aber auch für den Wirtschaftsstandort generell. Darum freut es mich, dass wir die flächige Glasfaserversorgung für diese vier Gemeinden ankündigen können,“ freut sich der Landesrat. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine leistungsfähige Infrastruktur Wachstum und Arbeitsplätze sichert und das Burgenland auch als Firmenstandort, aber auch als Wohnstandort aufwertet.

„Für unsere Gemeinden ist es heute der Startschuss für unser Zukunftsprojekt. Wir sind überzeugt, dass sich die Errichtung von FTTH-Glasfasernetzen positiv auf das Leben und Wirtschaften in unseren Gemeinden auswirken wird,“ ergänzt Wolfgang Koller, Bürgermeister von Kemeten, im Namen der vier Gemeinden.

„Wir haben jetzt die Möglichkeit, etwas zu schaffen, was wir den nächsten Generationen hinterlassen können,“ weißt Markt Allhau-Bürgermeister Joachim Raser abschließend auf die Zukunftsfähigkeit von FTTH-Glasfasernetzen hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Foto (v.r.n.l.): Baudirektor DI (FH) Wolfgang Heckenast, Infrastrukturlandesrat Mag. Heinrich Dorner und DI Dr. Gerald Goger, Geschäftsführer der Landesimmobilien Burgenland

Die Investitionen teilen sich in:

·    216 Millionen Euro für Projekte mit Einbindung der Baudirektion 
·    39 Millionen Euro mit Bezug zur Landesimmobiliengesellschaft (LIB)
·    37 Millionen Euro für Initiativen der Projektentwicklung Burgenland (PEB) 

Die Kosten bei Projekten mit Einbindung der Baudirektion: 

·    Landesstraßen: 13,6 Millionen Euro
·    Ländliche Struktur: 20,0 Millionen Euro
·    Bundesstraßen: 133 Millionen Euro
·    Wasser- und Umweltwirtschaft: 49,6 Millionen Euro

Sichere Straßen und mehr Lebensqualität

Im Oktober 2021 wurde der Bau der Lärmschutzwand entlang der A 3 bei Großhöflein finalisiert. „Mit der Lärmschutzwand wurde die Lebensqualität von rund 800 Anrainerinnen und Anrainer deutlich erhöht“, sagte Dorner. „Aktuell läuft die Generalerneuerung der A 3 zwischen Hornstein und dem Knoten Eisenstadt.“ Auf den knapp neun Kilometern der A 3 werden bis 2023 in drei Bauabschnitten die Fahrbahn, die Auf- und Abfahrten und die insgesamt 13 Brücken saniert. Entlang des gesamten Siedlungsgebietes von Müllendorf bis zum Knoten Eisenstadt auf einer Länge von fünf Kilometern kommt ein lärmmindernder Fahrbahnbelag zum Einsatz“, kündigte der Landesrat an.

Mit Ende 2021 wurde der Sicherheitsausbau der S 31 zwischen Mattersburg und Weppersdorf/St. Martin abgeschlossen. „Durch die bauliche Trennung der Richtungsfahrbahnen und auch breiteren Fahrspuren wurde das Unfallrisiko deutlich gesenkt und die Verkehrssicherheit für unsere Pendlerinnen und Pendler deutlich erhöht“, sagte der Landesrat zu den Effekten dieser Maßnahme. Der Neubau der Talübergänge bei Sieggraben startet mit Ende des kommenden Jahres und wird voraussichtlich 2025 abgeschlossen sein.
Auf Hochtouren läuft auch der Bau der S 7 Fürstenfelder Schnellstraße. „Ende 2023 soll der erste Teil der neuen Schnellstraße für den Verkehr freigegeben werden, Ende 2024 dann der Rest“, kündigte Dorner an.

Zusätzlich mehr als 260 Millionen Euro für Ausbau der Schiene bis 2027

„Wir investieren aber nicht nur in die Straße, sondern auch in den Ausbau der Schiene: Mehr als 260 Millionen Euro fließen bis 2027 in Maßnahmen für die Bahnzukunft des Burgenlands“, unterstrich Dorner. „Davon kommen 29 Millionen vom Land Burgenland. Das Paket ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen zwischen Land Burgenland, Klimaschutzministerium und ÖBB. Gemeinsames Ziel ist es, den Eisenbahnnah- und Regionalverkehr im Burgenland für Bahnkunden attraktiver zu machen und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs gesamthaft zu steigern.“ Besonders wichtig für den Landesrat ist, dass die Tickets für die Öffi-Nutzer günstig bleiben, wie beispielsweise mit dem neuen Klimaticket. 

 

 

/ Werbung / Fotos Land Burgenland