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Sonderthema Februar 2020: Weil Klimaschutz essentiell ist: Kärntner Wohnbauförderungsbeirat beschließt nachhaltige Förderrichtlinien
Weil Klimaschutz essentiell ist: Wohnbauförderungsbeirat beschließt nachhaltige Förderrichtlinien

Weil Klimaschutz essentiell ist: Wohnbauförderungsbeirat beschließt nachhaltige Förderrichtlinien


LHStv.in Schaunig: Wohnbauförderungsrichtlinien 2020 entsprechen den Anforderungen der Zukunft – Leistbares Wohnen steht weiterhin im Fokus der Richtlinien – Klimafreundlichkeit wurde verstärkt in den Richtlinien 2020 verankert


Die überarbeiteten Richtlinien der Kärntner Wohnbauförderung für 2020 haben es in sich: Umwelt- und Klimaschutz leistbar machen, lautet die engagierte Devise der Neuaufstellung: „Wohnen muss zukunftsfit bleiben. Das schaffen wir nur, wenn wir die Förderrichtlinien so adaptieren, dass umweltfreundliches Wohnen auch finanzierbar ist“, erklärt Wohnbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig im Rahmen der Pressekonferenz zu den vom Wohnbauförderungsbeirat beschlossenen Wohnbauförderungsrichtlinien 2020.

Als besonderes Zuckerl des Richtlinienpakets kann die Ausweitung des Häuslbauerbonus auf Zu-, Auf-, Um- und Einbauten gewertet werden: immerhin gelte es, so Schaunig, Nachverdichtung statt graue Energie, Zersiedelung und Grünflächenverbauung zu fokussieren.


Der Wohnbaureferentin gilt leistbares Wohnen als eines der wichtigsten Anliegen. „Aktuelle Erhebungen der Arbeiterkammer Kärnten zeigen einmal mehr deutlich, dass das Mietensenkungsprogramm im gemeinnützigen Wohnbau Wirkung zeigt. Schließlich sanken die Mieten am gemeinnützigen Sektor in Kärnten um minus 6 Prozent.“, hält die Kärntner Wohnbaureferentin zufrieden fest. Damit das Grundrecht „Leistbares Wohnen“ nachhaltig am Kärntner Wohnungsmarkt verankert bleibt, ermöglichen die überarbeiteten Richtlinien die Schaffung von besonders günstigen Mietwohnungen mit maximal 50 Quadratmeter inklusive einer essentiellen, zeitgemäßen technischen Ausstattung. Damit werden Mieten auch für Personen mit Niedrigsteinkommen bezahlbar.


Auch die Berechnung der förderbaren Nutzfläche in den Sanierungs- und Neubaurichtlinien für 2020 führt zu höheren Förderungen für die Antragsstellerinnen und Antragssteller. Bei Haushalten mit bis zu fünf Personen gelten Flächen bis 130 Quadratmeter als förderbar, bei Haushalten mit mehr als fünf Personen sogar 150 Quadratmeter. „Nicht nur die förderbare Nutzfläche wurde angehoben, sondern auch die Förderhöhe pro Quadratmeter, nämlich von 300 Euro auf 400 Euro. Wenn eine dreiköpfige Familie nun eine Wohnung im Dachgeschoss errichten möchte, bedeutet das, dass sich der Förderungskredit von bisher 22.500 Euro auf 52.000 Euro erhöht. Damit bietet die Kärntner Wohnbauförderung eine wesentlich schlagkräftigere Unterstützung“, erklärt Herwig Seiser, Vorsitzender des Wohnbauförderungsbeirats.


Weil Klimaschutz alle angeht und alle Bereiche des Lebens durchzieht, ermöglichen die neuen Richtlinien nun auch Boni für Nachverdichtungsmaßnahmen im Bereich Neubauförderung, die Förderung von Wallboxen für Elektromobilität sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. „Die Begrünung hilft, abgesehen von ihren positiven Umwelteffekten, vor allem auch gegen sommerliche Überhitzung“, begründet Seiser die Wichtigkeit von Maßnahmen, die den Klimawandelauswirkungen nachhaltig entgegensteuern. Förderungen für Dach- und Fassadenbegrünungen gelten ebenso für den mehrgeschossigen Wohnbau, der besonders von sommerlicher Überhitzung betroffen ist.


Für alle Kärntnerinnen und Kärntner, die noch nicht umgestiegen sind, wird der Weg „Raus aus fossilen Brennstoffen“ auch im kommenden Jahr gefördert möglich sein. Das Impulsprogramm, das den Umstieg auf erneuerbare Energieträger finanziell unterstützt, findet sich weiterhin im Bereich der Sanierungsoffensiven und kann ab 2020 erstmals auch für Wohnnutzflächen über 200 Quadratmeter beantragt werden.

Neu ist auch das Impulsprogramm „Sanierungsoffensive 2020“ für Außenwanddämmung inklusive Fenstersanierung. „Nur aufeinander abgestimmte Maßnahmen und Schwerpunktsetzungen ermöglichen zielgerichtete, nachhaltig klimafreundliche Sanierungen. Dem Land Kärnten ist es besonders wichtig, im Bereich des Gebäudesektors möglichst rasch die „mission 2030“-Klimaziele zur Umsetzung zu bringen. Schließlich lebt man nur gut, wenn man auch sorgenfrei wohnt“, erklärt Schaunig den Zugang des Landes Kärnten.


Die neuen sozialökologischen Richtlinien stellen darüber hinaus einen wichtigen Impuls für die Kärntner Bauwirtschaft dar. „Sanierungen können im Winter gleichermaßen durchgeführt werden, was sich in den Beschäftigungszahlen der Baubranche niederschlägt und konsequent saisonal bedingter Arbeitslosigkeit entgegenwirkt“, so Schaunig und Seiser.

Auch die Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur Schaffung und Sicherung einer zeitgemäßen und leistbaren Wohnversorgung konzentrieren sich ganz auf zukunftsfittes, leistbares, qualitativ hochwertiges Wohnen: so müssen Reconstructing-Projekte am Leitfaden „Quartier und Wir – Entwicklung bestehender Wohnquartiere“ ausgerichtet und Sozialraumkonzepte gefördert werden, die für ein gutes Auskommen miteinander sorgen. „Denn gute Nachbarschaft ist schließlich das, was eine Wohnung zum Zuhause macht“, betont die Wohnbaureferentin.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:

Die neuen Richtlinien der Wohnbauförderung 2020

Bereich Neubauförderung:
Richtlinie für die Förderung der Errichtung von Wohnraum im Eigentum:

  • Erweiterung des Häuslbauerbonus auf Zu-, Auf-, Um- und Einbauten
    • Häuslbauerbonus: 12.000 bis 15.000 Euro
    • Bonus für Nachverdichtung zwischen 3.000 Euro und 7.000 Euro
    • Bonus für Abbruchkosten im Rahmen der Nachverdichtung: 5000 bis 10.000 Euro
  • Bonus für Elektromobilität in Höhe von 700 Euro (Anschaffung einer Wallbox)
  • Bonus Dachbegrünung - Förderhöhe 50 Euro/ m² begrünter Fläche maximal 5.000 Euro

Richtlinie für die Förderung des Ersterwerbs von Wohnraum:

  • Positives Mikroklima – Klimawandelanpassung: Bauträger haben nachweislich Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas zu setzen
  • Bonus für Elektromobilität in Höhe von 700 Euro (Anschaffung einer Wallbox)
  • Ergänzung zur Klimawandelanpassung: Vermeidung sommerlicher Überwärmung

Richtlinie für die Förderung von Mietwohnungen und Wohnheimen im mehrgeschossigen Wohnbau:

  • Errichtung leistbarer Kleinwohnungen von maximal 50m² für Haushalte mit niedrigen Einkommen (bis zu zwei Drittel des höchstzulässigen Jahreseinkommens)
  • Erhöhung der angemessenen Gesamtbaukosten um 3 %.
  • Senkung der Zinsen von 1% auf 0,7 % für die ersten 15 Jahre
  • Positives Mikroklima – Klimawandelanpassung: Bauträger haben nachweislich Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas zu setzen
  • Förderung einer Dach- und Fassadenbegrünung:
    • extensive Dachbegrünung: maximal 50 Euro/ m2
    • intensive Dachbegrünung: maximal 100 Euro pro/ m2
    • Fassadenbegrünung: maximal 1,5 Prozent der Gesamtbaukosten

Bereich Sanierungsförderung:

Richtlinie für barrierefreie Maßnahmen für Menschen mit Behinderung oder vorbeugende Maßnahmen für altersgerechtes Wohnen:

  • Erhöhung förderbare Kosten beim erstmaligen Einbau von Aufzügen von 150.000 Euro auf 300.000 Euro

Richtlinie für die Sanierung von Eigenheimen, sonstigen Gebäuden und Wohnhäusern im mehrgeschossigen Wohnbau (außer Wohnhäuser im (Mit)Eigentum von gemeinnützigen Bauvereinigungen und Gemeinden):

  • Sanierungsoffensive 2020 für die thermische Sanierung:
    • Fassade/Vollwärmeschutz: Förderung bis zu 10.000 Euro
    • Fenstersanierung bzw. Fenstertausch (nunmehr auch im Zuge der Dämmung der Fassade und nicht mehr wie bisher nur bei umfassender Sanierung): Förderung bis 3.300 Euro.
    • Erhöhung des Zuschlags bei Verwendung nachwachsender Rohstoffe bei Fassadendämmung von 2.500 Euro auf 5.000 Euro
    • Erhöhung der Förderung bei klima:aktiv Silber von 500 Euro/ m2 auf 700 Euro/ m2
  • Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas wie z.B. Bauwerksbegrünungen (Gründächer, Dachgärten, begrünte Fassaden), gezielte Bepflanzungen im Außenraum u.a.:
    • Förderung extensive Dachbegrünung mit 50 Euro/ m² begrünter Fläche
    • Förderung intensive Dachbegrünung mit 100 Euro/ m² begrünter Fläche
    • Förderung Fassadenbepflanzung mit maximal 20.000 Euro
  • Förderung Sanierungscoach nunmehr bei allen energetischen Sanierungsmaßnahmen und nicht wie bisher nur bei umfassender Sanierung; Erhöhung der Förderung von 70 auf 80 Prozent der Kosten

Richtlinie für die Sanierung von Wohnhäusern und Wohnheimen gemeinnütziger Bauvereinigungen und Gemeinden:

  • Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas wie z.B. Bauwerksbegrünungen (Gründächer, Dachgärten, begrünte Fassaden), gezielte Bepflanzungen im Außenraum und dergleichen:
    • Förderung extensive Dachbegrünung mit 50 Euro/ m² begrünter Fläche
    • Förderung intensive Dachbegrünung mit 100 Euro/ m² begrünter Fläche
    • Förderung Fassadenbepflanzung mit maximal 20.000 Euro
  • Erhöhung der Förderung bei klima:aktiv Silber von 500Euro/ m2 auf 700 Euro/ m2

Richtlinie für die Schaffung von Wohnraum in Bestandsobjekten und Erwerb von Bestandsobjekten in Siedlungsschwerpunkten:

  • Änderung förderbare Nutzfläche – bis 5 Personen 130 m², ab 5 Personen 150 m² anstelle der Staffelung nach Haushaltsgröße
  • Förderung der Projektentwicklung - Einmalzuschuss bis maximal 1.200 Euro
  • Erhöhung: Förderhöhe beim Erwerb von Bestandsobjekten von 300 Euro/ m² auf 400 Euro/ m² förderbarer Nutzfläche bis maximal 50 Prozent des Kaufpreises laut Kaufvertrag (Grund und Gebäude)
  • Erhöhung: Förderung für die Schaffung von Wohnraum in Bestandsobjekten von 300 Euro/ m² auf 400 Euro/ m² förderbarer Nutzfläche
  • Erhöhung: Einmalzuschuss beim Erwerb von Bestandsobjekten in Orts- und Siedlungskernen von 12.000 Euro auf 15.000 Euro
  • Aufnahme der Nichtzulässigkeit von Heizsystemen auf Basis fossiler Brennstoffe (Kohle; Heizöl; Gas; Allesbrenner) sowie Einführung von CO2SK-Maximalwert bei Elektro- oder Infrarotheizungen (maximal 30 kg/ m²) – Austausch innerhalb von einem Jahr ab Beantragung der Förderung möglich

Impulsprogramm „Raus aus fossilen Brennstoffen“:

  • Gefördert wird der Heizungsanlagentausch von Heizungssystemen auf Basis fossiler Brennstoffe auf erneuerbare Energien in Eigenheimen im Ausmaß von
    • 35 Prozent der förderbaren Sanierungskosten bzw.
    • bis zu 6000 Euro

SID Heizung

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Sanitär Sumann

 

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Erdbau Scheiflinger

Zerkratztes Parkett oder unerwünschte Haustiere: Gut jeder 8. Mieter zofft sich mit dem Vermieter

Kratzer im Parkett, hohe Nebenkosten oder die Haltung von Haustieren: Das Potenzial für Konflikte zwischen Vermietern und Mietern ist groß. Eine repräsentative Studie von immowelt.at bestätigt: Gut jeder 8. Mieter (13 Prozent) hatte schon ernsthaften Streit mit seinem Vermieter. Knapp die Hälfte davon (6 Prozent) sogar mehrfach.

Am häufigsten führen Schäden an der Wohnung zu Konflikten zwischen beiden Parteien. Das können vom Mieter verursachte Schäden wie Bohrlöcher in Fliesen oder tiefe Kratzer im Parkett sein. Aber auch Verschleißerscheinungen wie ein tropfender Wasserhahn oder ein undichtes Fenster führen gerne zu Diskussionen, wer für Kosten und Reparatur aufkommt. Schimmel, eine defekte Heizung und andere Mängel in der Wohnung, die der Vermieter eigentlich beseitigen sollte, sorgen zudem für schlechte Stimmung zwischen Vermieter und Mieter. Vor allem dann, wenn der Bewohner bereits die Miete gekürzt hat. Auch die Haltung von Haustieren hat hohes Streitpotenzial. Denn oftmals leben Hund oder Katze gegen den Willen des Vermieters in der Wohnung.


Streitpunkt Kinder

Besonders dicke Luft herrscht häufig, wenn Kinder im Spiel sind. In mehr als jedem 5. Haushalt mit Kindern (23 Prozent) streiten sich die Eltern mit dem Eigentümer. Zum Vergleich: Nur in 6 Prozent der Singlehaushalte gab es schon mal Stress mit dem Vermieter. Neben dem erhöhten Lärmpegel steigt durch den Nachwuchs das Risiko von Schäden in der Wohnung. Bemalte Wände oder Dellen in den Fliesen sieht kein Vermieter gerne - der Streit mit den Eltern ist vorprogrammiert.


Harmonie bei den meisten Österreichern

Obwohl es in vielen Hausfluren schon mal kracht, können die meisten Österreicher ihre Probleme friedlich lösen. 87 Prozent der Mieter gaben an, dass sie sich noch kein einziges Mal mit dem Vermieter gestritten haben.


Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

Hatten Sie schon einmal ernsthaften Streit mit Ihrem Vermieter? (Teilmenge: Mieter)


Ja, einmal: 7 Prozent
- Singlehaushalte: 1 ProzentHaus
- halte mit Kindern: 15 Prozent

Ja, mehrfach: 6 Prozent
- Singlehaushalte: 5 Prozent
- Haushalte mit Kindern: 8 Prozent

Nein, wir konnten alle Probleme/Unstimmigkeiten immer friedlich lösen: 87 Prozent
- Singlehaushalte: 94 Prozent
- Haushalte mit Kindern: 77 Prozent

Für die von immowelt.at beauftragte repräsentative Studie "Wohnen und Leben 2019" wurden im Februar 2019 österreichweit 500 Personen (Online-Nutzer) ab 18 Jahren befragt.

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Fotos: Land Kärnten / rico kühnel  / pixelio.de / zVg / dbn.at