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Sonderthema Dezember 2020 / Jänner 2021: Tiroler Monitoringausschuss: Nicht barrierefrei bauen – eine vertane Chance
Sonderthema Dezember 2020 / Jänner 2021: Tiroler Monitoringausschuss: Nicht barrierefrei bauen – eine vertane Chance

„Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Ein wesentlicher Aspekt der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist es daher, bedarfsgerechten Wohnraum für ein selbstbestimmtes Leben bereitzustellen“, betont Isolde Kafka, Vorsitzende des Tiroler Monitoringausschusses zur Überwachung der Rechte von Menschen mit Behinderungen und verweist in diesem Zusammenhang auf die Behindertenrechtskonvention. Dort ist im Artikel 19 das Recht von Menschen mit Behinderungen auf unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft verankert. „Jeder Mensch hat das Recht auf einen uneingeschränkten Zugang zu allen gestalteten Lebensbereichen – unabhängig von seiner persönlichen Lebenslage, körperlichen Verfassung oder seines Alters. Barrierefreiheit ermöglicht allen Menschen gleichberechtigt, selbstbestimmt und ohne fremde Hilfe zu leben“, erläutert Kafka.

Gemeinsam mit dem MCI-Studiengang Nonprofit- /Sozial- und Gesundheitsmanagement hat sich der Tiroler Monitoringausschuss intensiv mit dem Thema barrierefreies Bauen und Wohnen befasst. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein Podcast, in dem der Experte Volker Schönwiese über die Herausforderungen im barrierefreien Wohnen umfassend Auskunft gibt und erläutert, warum barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen ein Thema für alle Menschen ist. Abrufbar ist der Podcast unter www.tirol.gv.at/monitoringausschuss-aktuelles

„Nicht barrierefrei zu bauen bedeutet, nicht zukunftsweisend zu bauen und ist eine vertane Chance“, stellt Kafka klar. Denn: „Von Barrierefreiheit profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen. Auch Seniorinnen und Senioren möchten möglichst lange selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben – ohne Hindernisse und Stolperfallen. Ohne Hilfe eine Tür passieren oder problemlos ein schweres Fenster öffnen ist dann nicht mehr selbstverständlich. Schwellenfreie Eingänge und breite Türen erleichtern den Alltag von Menschen mit Behinderungen, alten Menschen oder Personen mit Gehhilfen, Familien mit Kinderwagen oder Reisenden mit schwerem Gepäck. Auf den Punkt gebracht: Barrierefreiheit bedeutet Komfort und hohe Lebensqualität für alle. Für Menschen mit Behinderungen ist es ein Menschenrecht.“, weiß Kafka.

Konkrete Maßnahmen für Barrierefreiheit

Gebäude und Wohnraum müssen daher planerisch und baulich so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen ohne fremde Hilfe und ohne Einschränkung genutzt werden können. In einer umfassenden Stellungnahme schlägt der Tiroler Monitoringausschuss daher auch konkrete Maßnahmen vor, um barrierefreies Wohnen voranzutreiben. „Bei Bauvorhaben ab vier Wohneinheiten sollte es wieder eine gesetzliche Verpflichtung zu barrierefreiem Bauen geben“, fordert die Vorsitzende. Schon ab der Planungsphase sollten umfangreiche Beratungen für PlanerInnen und Bauherren bzw. Bauherrinnen angeboten werden. Gleichzeitig sollte Barrierefreiheit schon in der Ausbildung von ArchitektInnen und allen im Baubereich Tätigen verpflichtend im Lehrplan stehen. „Barrierefreiheit ist ein wesentlicher Aspekt sinnvoller Planung und trägt langfristig zu einer Kostensenkung bei. Dies sollte in der Ausbildung nicht vernachlässigt werden“, ist Kafka überzeugt, die auch gemeinsam mit dem Monitoringausschuss eine Erhöhung der finanziellen Anreize für barrierefreies Bauen fordert. Um Fehler schon im Vorfeld zu vermeiden, sollten in den Bauverfahren Sachverständige für barrierefreies Bauen verpflichtend miteinbezogen werden.

Schlosserei Löffler

Stückholzer Innsbruck Dachdecker

Dara Kleinbagger Galtür

Jordan Zimmerei Sellrain

 

Erdbau Bunner

Hundegger Bau GmbH Innsbruck

Mietpreise in den ersten drei Quartalen um 4,6 Prozent angestiegen

Mietpreise in den ersten drei Quartalen um 4,6 Prozent angestiegen

Die Mietpreise für Wohnungen sind in Österreich in den ersten drei Quartalen 2020 um 4,6 Prozent angestiegen. Für eine 70 qm-Wohnungen bezahlen Mieter im Österreich-Schnitt derzeit 968 Euro. In Innsbruck muss man für eine Wohnung in dieser Größe 1.329 Euro rechnen und auch in Vorarlberg, Salzburg und Wien müssen Mieter mehr als 1.000 Euro für 70 Quadratmeter parat halten. Das zeigt die Auswertung der Angebote von Wohnungen auf der Immobilienplattform ImmoScout24.

Österreichweit sind die Mietpreise für Wohnungen in den ersten drei Quartalen 2020 um 4,6 Prozent im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2019 angestiegen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreise liegt bei 13,8 Euro. Für eine 70 qm-Wohnung müssen Mieter also im Schnitt 968 Euro rechnen.

Höchste Steigerung in Westösterreich

Am günstigsten wohnt man nach wie vor im Burgenland. Für eine Wohnung im östlichsten Bundesland zahlen Mieter durchschnittlich 9,2 Euro. Am teuersten ist das Mieten im Tourismusland Tirol mit einem Quadratmeterpreis von 16,1 Euro, gefolgt von der Bundeshauptstadt Wien mit 15,7 Euro.

Aber auch in Vorarlberg muss man im Schnitt für eine Mietwohnung mit 15 Euro verhältnismäßig tief in die Tasche greifen, ebenso wie in Salzburg mit durchschnittlich 14,8 Euro pro Quadratmeter.

Während im Burgenland (-4,6 Prozent und Niederösterreich (-0,9 Prozent) die Preise rückläufig sind, verzeichneten Tirol, Vorarlberg und Wien Preissteigerungen zwischen 4 und 6 Prozent. „Österreichweit sind die Preise für Mietwohnungen etwas angezogen. Der Immobilienmarkt ist immer ein regionaler Markt.

Die Unterschiede bei den Mieten zwischen dem günstigsten Bundesland Burgenland und Tirol, das die höchsten Mietpreise aufweist, liegen aber inzwischen bereits bei knapp 7 Euro“, so Markus Dejmek, Österreich-Chef von ImmoScout24.

Betrachtet man die Mietpreise für Wohnungen in den Bundeshauptstädten, so liegt Innsbruck mit einem Quadratmeterpreis von 19 Euro klar an der Spitze, gefolgt von Salzburg mit 16,3 Euro pro Quadratmeter.

Am günstigsten wohnt man in Eisenstadt und Linz (10,1 Euro/qm). In der ehemaligen Kaiserstadt Wien müssen Mieter im Durchschnitt mit 15,7 Euro rechnen. Wer eine neue Bleibe von 70 Quadratmeter sucht, zahlt demnach in Linz und Eisenstadt rund 700 Euro, in Wien 1.102 Euro, in Innsbruck 1.329 Euro und in Bregenz 1.077 Euro.

Die letztgenannten Städte haben auch den stärksten Anstieg bei den Mietpreisen für Wohnungen im Jahr 2020 verzeichnet: in Bregenz legten die Preise um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, in Innsbruck plus 5,4 Prozent. Vergleichsweise günstig sind Wohnungen auch in Klagenfurt mit 10,9 Euro, St. Pölten mit 12 Euro sowie Graz mit 12,3 Euro pro Quadratmeter.

„Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt. Dennoch ist und bleibt Wohnen ein Grundbedürfnis und sollte für jeden leistbar bleiben,“ so Markus Dejmek.

Über die Immobilien-Mietpreisanalyse: Die Datengrundlage für die ImmoScout24 Preisanalyse umfasst 336.250 Datenpunkte der auf ImmoScout24.at veröffentlichten Angebotsdaten. Die aktuelle Analyse vergleicht Daten der ersten drei Quartale 2020 mit jenen aus den ersten drei Quartalen 2019. Basis sind Bruttomieten, das heißt die Nettomiete plus Betriebskosten, exklusive Heiz- und Stromkosten sowie etwaige Steuern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Fotos: dbn / Quelle: Landesregierung Tirol