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Sonderthema Oktober / November 2022: Oberösterreich legt Fokus auf Baukultur
Sonderthema Oktober / November 2022: Oberösterreich legt Fokus auf Baukultur

Oberösterreich ist Lebensraum für mehr als 1,4 Millionen Menschen. Natur und Landschaft prägen das Land. Ein Fokus auf Baukultur sorgt dafür, die Gestaltung unseres Lebensraumes nachhaltig zu prägen. Ziel ist es, das „Gesicht“ Oberösterreichs nachhaltig und zukunftsfit zu gestalten.
 
Baukultur ist ein Querschnittsthema, das viele Lebensbereiche unmittelbar betrifft. Daher ist die Strategie des Landes, sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit diesem Bereich zu befassen.

  • Die Grundlagen aus kulturpolitischer Sicht wurden im Diskussionsprozess für das OÖ. Kulturleitbild gelegt, in das erstmals das Thema Baukultur explizit Eingang gefunden hat: „Die Förderung des Bewusstseins für räumliche Zusammenhänge ist zu unterstützen, vor allem auch im Hinblick auf Fragen der Baukultur“, ist Teil der im OÖ. Kulturleitbild neu definierten strategischen Handlungsfelder. 
  • Der nächste Schritt in Richtung Konkretisierung wurde im Landeskulturbeirat und seinen Fachbeiräten gesetzt. Das Bekenntnis zu den baukulturellen Leitlinien des Bundes und die Schaffung eines Lehrstuhles für Baukultur sind Teil des aktuellen Vorschlagspakets des Landeskulturbeirats, das am 4. Februar 2022 beschlossen wurde.
     
    Die nächsten konkreten Schritte:
  • Das Land Oberösterreich bekennt sich zu den baukulturellen Leitlinien des Bundes. Entsprechende Beschlüsse werden in der Oö. Landesregierung (19. September 2022) und in der Folge im Oö. Landtag gefasst.
  • Fokussierung des Themenbereichs Baukultur in der Abteilung Raumordnung des Amtes der Oö. Landesregierung als Grundlage für die weitere Umsetzung (Ist-Erhebung, Bewusstseinsbildung, Entwicklung von Handlungsfeldern).
  • Schaffung eines Lehrstuhles für Baukultur in einer Zusammenarbeit von Kunstuniversität Linz und Katholischer Privatuniversität. Die „Plattform für Baukultur“ bündelt Kräfte für sparsamen Flächenverbrauch und nachhaltiges Bauen
     
    „Unser Ziel ist es, Oberösterreich in jeder Hinsicht bestmöglich und im Sinne der Menschen weiterzuentwickeln. Mit den baukulturellen Leitlinien wollen wir die sichtbaren Formen unseres Zusammenlebens, unseren Lebensraum und damit die
    Zukunft nachhaltig und qualitätvoll gestalten“, erklärt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. „Der Bogen spannt sich hierbei von lebendigeren Ortskernen über allgemein nachhaltiges Bauen von sparsamer Flächennutzung über die Pflege unseres baukulturellen Erbes bis hin zu Förderung von hochwertigen öffentlichen Räumen. Die neue Plattform sowie der eigene Lehrstuhl unterstreichen die besondere Bedeutung dieses Bereichs für und in Oberösterreich.“  

„Plattform für Baukultur“ bündelt Kräfte für sparsamen Flächenverbrauch und nachhaltiges Bauen

„Baukulturelle Leitlinien finden in Oberösterreich gerade auch in der Raumordnungspolitik bereits Anwendung: Unsere OÖ. Raumordnungsstrategie und das OÖ. Raumordnungsgesetz haben insbesondere den sparsamen Flächenverbrauch durch Revitalisierung von Leerständen und der gezielten Belebung von Orts- und Stadtkernen als vorrangiges Ziel. Zugleich wird innovatives und nachhaltiges Bauen in Oberösterreich vor allem durch den Building Innovation Cluster unserer OÖ.

Standortagentur Business Upper Austria vorangetrieben. Die Einrichtung eines eigenen Lehrstuhls für Baukultur in einer Zusammenarbeit von Kunstuniversität Linz und Katholischer Privatuniversität Linz ist hier ein weiterer wesentlicher Schritt: Mit dieser neuen ‚Plattform Baukultur‘ kann die Expertise in den Bereichen Raumordnung, Architektur und Nachhaltigkeit sowie baukulturelles Erbe am Standort OÖ gebündelt und gemeinsam genutzt werden“, unterstreicht Wirtschafts- und Wissenschafts-Landesrat Markus Achleitner.

Der neue Lehrstuhl für Baukultur wird durch eine Anschubfinanzierung des Wissenschaftsressorts des Landes OÖ ermöglicht.
Dr. Josef Stockinger, der Vorsitzende des Landeskulturbeirats, ist froh, dass es zügig gelungen ist, eine zentrale Forderung des aktuellen Vorschlagspakets umzusetzen: „Schon in der Diskussion um das Kulturleitbild war Baukultur eines der Themen, die den Mitgliedern des Landeskulturbeirats ein großes Anliegen waren. Es ist eine Anerkennung unserer Arbeit, wenn dieser Vorschlag so rasch aufgegriffen und realisiert wird.“
 
Die Zielsetzungen der künftigen „Plattform für Baukultur“:
 
Innovation im Bauen ist ein hochaktuelles Thema: Gerade auch im Bauwesen gibt es viele innovative Entwicklungen, von der Digitalisierung bis zu neuen Baumethoden und Baumaterialien. Gegenwärtig ist der Innovationsbedarf in der Baukultur besonders hoch. Dabei geht es um nachhaltige Bauweisen und Abläufe, um Methoden, wie man die Siedlungsstruktur verdichten kann, um verbesserte Vorgangsweisen für Sanierung und Nutzbarmachung von Bestand und Leerständen, also um den „Systemwandel“ im Bauwesen.

„Daher investieren wir ganz bewusst in baukulturelle Forschung und Entwicklung sowie Baukulturvermittlung, um die Innovationskraft der Baukultur nutzbar zu machen. Zugleich soll so die Balance zwischen Tradition und Technologie gefunden werden“, erläutert Landesrat
Achleitner.

  • Durch die Einrichtung der Plattform Baukultur soll weiters das Landschaftsbild beforscht werden und daraus Handlungsableitungen entwickelt werden.
  • Baukultur betrifft jede und jeden von uns. Daher ist es wichtig, das baukulturelle Verständnis auf allen Ebenen der Planung, Entwicklung und Ausführung zu schärfen und zu vertiefen. Wir wollen eine positive Weiterentwicklung durch eine bewusste Baukultur vorantreiben: So soll der Bodenverbrauch durch Bewusstseinsbildung, durch Musterbeispiele und Pilotprojekte sowie durch Anreize verringert werden.
  • Der Begriff Baukultur umfasst daher nicht nur gebaute Objekte, sondern auch die damit zusammenhängenden Abläufe: Beginnend über die Auswahl des Standortes und der Abwägung, ob neu gebaut wird oder bestehende Bauten revitalisiert werden. Baukultur betrifft auch Planung und Bau, wie etwa die Frage, wie das beste Architekturprojekt gefunden werden kann, oder auch, ob bei Bauaufträgen regionale Unternehmen zum Zug kommen.

 Zusammenarbeit mit dem Building Innovation Cluster:
„Durch die Zusammenarbeit mit dem Building Innovation Cluster unserer OÖ. Standortagentur Business Upper Austria hat die Plattform auch eine Strahlkraft über den wissenschaftlichen Bereich hinaus in die Wirtschaft“, hebt Landesrat Achleitner hervor:

  • Das ermöglicht die regionale Vernetzung und die Einbeziehung von Unternehmen der baukulturellen Kerngebiete (Architektur, Design, Bau- und Baunebengewerbe, Möbel- und Holzbau).
  • Mit der im heurigen Jahr 2022 umgesetzten Neuausrichtung des Building Innovation Clusters (BIC) und seinen Schwerpunkten zur Stärkung und Vernetzung aller an Bau und Produktion Beteiligten wird die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bereits jetzt unterstützt. Der BIC ist in den Bereichen Architektur und Design, Bau- und Baunebengewerbe sowie Holzbau aktiv.
  • Entscheidend für die baukulturelle Qualität ist nicht zuletzt der Beitrag der mit dem Bauen verbundenen Wirtschaft: des Handwerks, der

Baumaterialienhersteller und vieler anderer. Für gute Bauten braucht es nicht nur gute Planung, sondern auch hohe handwerkliche Qualität, sowie neue Technologien und Prozesse.

„Die Zusammenarbeit mit der Praxis wird sich besonders spannend gestalten.“

„Der Ruf der Architekturabteilung der Kunstuniversität Linz geht weit über Österreich hinaus: hier wird nachhaltige und sozial verantwortliche Architektur gelehrt und gelebt. Die Fragen der Baukultur waren hier immer schon profilbildend. Einen entsprechenden Lehrstuhl hier zu implementieren ist logisch und richtig. Und besonders spannend wird sich die Zusammenarbeit mit der Praxis gestalten. Reale Projekte sollen entwickelt und begleitet werden. Für die Professur gilt es, eine Vermittlerposition einzunehmen und kommunikativ partizipative Prozesse im Sinne von Baukultur in Gang zu setzen und zu moderieren. Einen besonderen Stellenwert hat die Zusammenarbeit mit der Katholischen Privatuniversität. Hier wird Baukultur mit der historischen Dimension der Geschichte der Kulturlandschaft und der Architektur verbunden. Wir danken dem Land Oberösterreich sehr herzlich für die Finanzierung. Die Inspiration, die von diesem Lehrstuhl für Baukultur ausgeht, werden wir alle in unserem Umfeld sehen und spüren, eine Kultur des Bauens, die unserem Leben guttut und verantwortlich mit den Ressourcen unserer Erde umgeht“, erklärt Mag.a Brigitte Hütter, Rektorin der Kunstuniversität Linz.
 
„Es braucht beim Bauen neben technischer und finanzieller Machbarkeit vor allem auch ästhetische Konzepte, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Werte.“

 „Baukultur steht für die Gestalt und Qualität der Räume und Landschaften, in denen wir leben: Deshalb braucht es beim Bauen neben technischer und finanzieller Machbarkeit vor allem auch ästhetische Konzepte, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Werte. Wir leben in identitätsstiftenden historischen Kulturlandschaften, die es wert sind, respektvoll weiterentwickelt zu werden“, so Univ.-Prof. Dr. Christoph Niemand, Rektor der Katholische Privat-Universität Linz.  
„Auf Initiative des Landes OÖ wird an den beiden Linzer Universitäten, die eine je spezifische Expertise für Architektur einbringen können, ein Zentrum geschaffen, das gleichermaßen praxisorientiert und theoriebasiert arbeiten wird und im deutschsprachigen Raum bislang einmalig ist. Vermehrte baukulturelle Bildung wird gefördert in den Studien und Ausbildungen, die diese beiden Universitäten – je für sich und z.T. auch gemeinsam – bereits anbieten. Darüber hinaus entsteht aber für alle Personen, Betriebe und Institutionen, die auf privater, wirtschaftlicher und politischer Ebene mit Bauen befasst sind, eine Plattform für Weiterbildung, Beratung, Kompetenzaufbau und Service.

Vielfach sind unsere Kulturlandschaften von Kirchen und kirchlichen Gebäudeensembles (mit)geprägt. Diese nicht nur zu erhalten, sondern denkmalpflegerisch qualitätvoll und hinsichtlich der Nutzung kreativ weiterzuentwickeln, ist eine große Herausforderung. Im Verbund mit diözesanen Fachstellen besteht dafür an der Katholischen Privat-Universität Linz - insbesondere am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, geleitet von Univ.Prof.in Dr.in Anna Minta - eine hohe Kompetenz. Diese Expertise wurde bei der Konzeption des Lehrstuhls Baukultur eingebracht, wird im Zusammenspiel mit diesem noch gefördert und kann so auch für die Neu- und Nachnutzung ziviler historischer Repräsentationsbauten einen Beitrag leisten.

Die KU Linz freut sich, bei diesem international richtungsweisenden Projekt mitzuwirken. Wir danken dem Land OÖ für den Gründungsimpuls und für die Startfinanzierung. Unsere schon bisher gute Kooperation mit der Linzer Kunstuniversität wird durch die Plattform Baukultur einen echten "boost" bekommen“, so Niemand.

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LH-Stv. Dr. Haimbuchner: Wege zum Eigentum nicht unmöglich machen

Konferenz der Wohnbaureferenten fordert Ausnahmen von der Kreditinstitute- Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung für geförderte Eigenheime

Neben vielen anderen Punkten betreffend die allgemeine Teuerung, Leistbarkeit im Wohnbau, die Wiedereinführung der steuerlichen Absetzbarkeit für Wohnraumschaffung und eine nachhaltige ökologische Bauweise, legte die heutige Konferenz der Wohnbaureferentinnen und Wohnbaureferenten einen ihrer Schwerpunkte auf die Finanzierbarkeit von Eigenheimen.

Die mit 1. August 2022 in Kraft getretenen neuen Regelungen zu Kreditvergaben erschweren den Erwerb und das Schaffen von Eigenheimen erheblich. Insbesondere die hohe Eigenmittelquote von 20%, stellt eine massive Schwelle für viele junge Familien dar, zumal ein lastenfreies Grundstück oder auch bereits bestehendes Wohnungseigentum nicht als Eigenmittel angerechnet werden. Aus Kreditinstituten heißt es, dass Schätzungen zufolge der Großteil der Österreicher/innen nicht mehr kreditwürdig sein wird. 

„Die neuen Regelungen sind eigentumsfeindlich und treffen vor allem junge Familien, die sich etwas aufbauen wollen und das ab sofort kaum mehr können. Junge Menschen, die jeden Tag hart arbeiten, um sich und ihren Kindern Eigentum und damit Sicherheit für die Zukunft zu schaffen, werden von vornherein ausgeschlossen und enttäuscht. Natürlich sind ehrliche Angaben der Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer sowie sorgfältige Überprüfungen der Kreditgeber notwendig, damit es im Einzelfall nicht zu einer Privatinsolvenz kommt.

Das war in der Vergangenheit glücklicherweise nur sehr selten der Fall. Gerade mit der finanziellen Unterstützung, welche die Wohnbauförderung bietet, werden die zusätzlich benötigten Finanzmittel weniger. Mit der Wohnbauförderung ist man also auf der sicheren Seite“, unterstreicht der Wohnbaureferent Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner.

Um den Zugang zum gefördert errichteten Eigenheim in Österreich aber weiterhin möglich zu machen, fordert die Konferenz der Wohnbaureferentinnen und -referenten den Finanzminister und die Finanzmarktaufsichtsbehörde auf, zu prüfen, ob Finanzierungen sowie Vor- und Zwischenfinanzierungen im Rahmen der Wohnbauförderung und Finanzierungen von wohnbaugeförderten Objekten von der KIM-V ausgenommen werden können.

„Es ist ein zentrales Anliegen der Wohnbaupolitik in Österreich, in allen Lebenslagen und Wohnsituationen für soziale Sicherheit zu sorgen. Jungen Leistungsträgern den Traum vom Eigenheime und somit ein Stück Unabhängigkeit und Sicherheit  zu ermöglichen, ist ein wesentlicher Teil dessen. Eigentum ist der beste Schutz vor Altersarmut. Es kann nicht in unserem Interesse sein, dass dieser Selbstschutz einem Großteil der Menschen in Österreich jetzt verunmöglicht wird. Bei aller notwendigen Sorgfalt muss es weiter möglich sein, sich mit Fleiß und Leistung eine Perspektive für die Zukunft zu erarbeiten.

Ich appelliere daher gemeinsam mit meinen Amtskolleginnen und -kollegen an den Bundesminister für Finanzen und die Finanzmarktaufsicht, unser „Anliegen prioritär zu behandeln und eine Lösung im Sinne der Österreicherinnen und Osterreicher zu finden“, so Haimbuchner abschließend.

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Fotos: zVg / dbn / Land OÖ / Denise Stinglmayer