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Sonderreportage Oktober / November 2021: Rekordnachfrage bei steirischer Heizungstausch-Förderung

Sonderreportage Oktober / November 2021: Rekordnachfrage bei steirischer Heizungstausch-Förderung

Die Folgen des Klimawandels werden in der Steiermark immer spürbarer: Laut dem steirischen Klimabarometer leiden bereits heute viele Steirerinnen und Steirer unter den Auswirkungen. Um dem entgegenzuwirken, hat Klimaschutzlandesrätin Ursula Lackner am Beginn des Jahres die Mittel für den Heizungstausch und die zugehörige Energieberatung massiv aufgestockt. Die Bilanz bis September 2021 zeigt: Mit Erfolg. Im Vergleich zu 2020 gibt es mit einem Plus von 54 Prozent einen massiven Anstieg an Förderanträgen.

„Wenn wir die Steiermark lebenswert erhalten wollen, müssen wir weg von fossilen Energieträgern!“, erklärt Ursula Lackner und ergänzt: „Deshalb unterstützen wir die Steirerinnen und Steirer bei dieser Herausforderung. Und die aktuellen Zahlen zeigen: Unsere Bemühungen wirken“.

Konkret heißt das für den Zeitraum von Jänner bis Ende September 2021:

  • 3.899 Förderungsanträge für den Heizungstausch wurden gestellt
    ⇒ Das entspricht einem Plus von 54 Prozent an Förderungsanträgen im Vergleich zum Jahr 2020
  • 2.859 Heizungstauschförderungen im Volumen von 6,73 Millionen Euro wurden abgewickelt und zur Auszahlung (6,73 Mio. Euro) freigegeben
    ⇒ Das Entspricht einer Steigerung von 30 Prozent an ausbezahlten Förderfällen
  • Weitere 560 Förderungsfälle sind in Bearbeitung und stehen direkt vor Auszahlung

Eine ebenso erfreuliche Zahl: Mit Anfang September 2021 kommt rund ein Viertel der österreichweit ausbezahlten Förderansuchen, die bekanntlich mit der steirischen „Raus aus Öl - Förderung“ kombiniert werden kann, aus der Steiermark. „Jede vierte Förderung, die aus dem bundesweiten Programm ausgeschüttet wird, fließt in die Steiermark. Unsere Bemühungen zahlen sich aus: Wenn es um den Umstieg auf klimafreundliches Heizen geht, sind wir Spitzenreiter“, zeigt sich Lackner erfreut.

Das ist auch an den positiven Auswirkungen des steirischen Förderprogrammes erkennbar: Alleine durch die von Jänner bis September 2021 getauschten Heizungen werden 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Das entspricht einer Menge von 11,3 Millionen Liter Heizöl.

Beratungsangebot als Schlüssel zum Erfolg - Aufstockung bereits beschlossen
Vom Förderprozess bis hin zur Beratung, welche Heizung in Frage kommt: Bei Fragen und Unklarheiten stehen die Energieberaterinnen und -berater im ganzen Bundesland in jeder Region unterstützend zur Seite. Für Lackner, auf deren Antrag die Mittel für die Energieberatung kürzlich um weitere 500.000 Euro erhöht wurden, ein wesentlicher Erfolgsfaktor. „Die große Nachfrage in diesem Jahr beweist es: Unser Beratungsangebot kommt gut an. Deswegen haben wir die Mittel dafür nun nochmals aufgestockt“, so die Landesrätin.

Ursula Lackner, Landesrätin für Klimaschutz und Umwelt: „Unser breites Angebot vom Rekordfördertopf bis hin zu unserer Ich-tu's Initiative wirkt: Noch nie haben die Steirerinnen und Steirer unsere Förderungen und die Energieberatung so gut angenommen. Damit machen wir einen großen Schritt im Kampf gegen den Klimawandel und für eine lebenswerte Steiermark.“

Andrea Gössinger-Wieser, Klimaschutzkoordinatorin Land Steiermark: „Gute Information und Beratung sind die Basis dafür, dass man vom Wissen ins Tun kommt. Die seit nun mehr als 10 Jahren kontinuierliche Bewusstseinsbildung, im Rahmen der ich tu`s Klima- und Energie Initiative des Landes Steiermark, trägt nun Früchte. Der Andrang an Energieberatung ist weiterhin ungebrochen und im Bildungsbereich steigt die Nachfrage zu den ich tu`s Klimaangeboten. Das Klimathema ist in der Steiermark angekommen! Beleg dafür ist auch das im Juli veröffentlichte Klimabarometer, demnach das Klimathema höchste Priorität hat und an die 80 Prozent der Befragten die Beratungs- und Förderangebote wie z.B. für Heizungsumstellung kennen.“

Julia Karimi-Auer, Leiterin des Referats Sanierung & Ökoförderung: „Unser oberstes Ziel ist es, die Steirer*innen tatkräftig beim Ausstieg aus fossilen Energien zu unterstützen. Mit den Mitteln des Umweltlandesfonds fördern wir auch heuer wieder den Heizungstausch. Förderungswerber*innen erhalten bei uns eine umfassende Unterstützung, wie sie ihre Förderung von bis zu 3.700 Euro rasch ausbezahlt bekommen. Unter  wohnbau.steiermark/oekofoerderungen ist unser übersichtliches Förderungsangebot abrufbar und dort können auch Förderungsanträge gestellt werden. Die stark gestiegene Nachfrage nach unseren Förderungen zeigt den Erfolg unseres Angebots.“

https://www.erdbauhofer.at/

https://www.list-malerei.at/

http://www.malerrauch.at/

https://www.erdbau-henninger.at/

 

http://www.artika.at

https://www.elektrotausendsassa.at/

https://happyworkers.at/

Trend zu Singlehaushalten setzt sich fort

Die Zahl der Einpersonenhaushalte hat sich in der Steiermark von 1961 bis 2020 mehr als verdreifacht und die Zahl der Zweipersonenhaushalte mehr als verdoppelt. Der damit einhergehende Anstieg der Haushalte ist ein wesentlicher Faktor für den Wohnbau. Zwischen 2017 und 2019 wurden in der Steiermark jährlich im Schnitt 10.100 Wohnungen fertiggestellt. Dies zeigt der neue Bericht der Landesstatistik zum Thema „Entwicklung des Wohnbaus“.

Die steirische Wohnbevölkerung wuchs von 1961 bis 2020 von 1,138 Millionen auf 1,247 Millionen (+9,6 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl der Haushalte steiermarkweit um zwei Drittel und liegt im Jahr 2020 bei 555.700. Dieser Wert wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Für das Jahr 2050 werden 583.890 Haushalte für die Steiermark prognostiziert. Ausschlaggebend für die Zunahme ist der starke Anstieg der Einpersonenhaushalte.

Martin Mayer (Landesstatistik): „Während die durchschnittliche Haushaltsgröße 1961 noch 3,37 betrug, ist sie in der Zwischenzeit um ein Drittel auf 2,21 gesunken, was auch der Grund dafür ist, dass der Zuwachs an Haushalten etwa sieben Mal so groß wie der Bevölkerungszuwachs innerhalb der letzten sechs Jahrzehnte war.“

Mehr als jeder dritte Haushalt umfasst nur eine Person
Die Zahl der Einpersonenhaushalte ist in den Jahren 1961 bis 2020 auf fast das Vierfache gestiegen und betrug im Jahr 2020 absolut 204.130. Damit machen „Singlewohnungen“ mehr als ein Drittel aller Haushalte aus. Laut Landesstatistik wird die Anzahl weiterhin wachsen und 2050 werden sie rund zwei Fünftel aller Haushalte ausmachen. Ebenso verzeichnen die Zweipersonenhaushalte einen Anstieg. Von 1961 bis 2020 haben sie sich von 76.719 auf 173.468 weit mehr als verdoppelt.

Mehr Wohnungsbedarf in kleineren Einheiten
Ein anderes Bild zeigt sich bei den Haushalten mit mehreren Personen. Vierpersonenhaushalte gehen steiermarkweit kontinuierlich zurück und der Rückgang wird bis zum Jahr 2050 rund -6,1 Prozent betragen. Fünf- und Mehrpersonenhaushalte sind generell seltener anzutreffen und der Rückgang wird bis zum Jahr 2050 rund -17,8 Prozent betragen. Aufgrund dieser Entwicklungen steigt der Wohnungsbedarf in kleineren Einheiten. Im Blickfeld sollte man dabei auch die zukünftige Altersstruktur der Bevölkerung haben. Da der Anteil der älteren Personen (65 und mehr Jahre) in der Steiermark von 20,4 Prozent im Jahr 2019 auf 30,1 Prozent im Jahr 2050 zunehmen wird, wird auch das Thema Wohnen für Ältere und deren Bedürfnisse immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Steiermark bei Wohnungsbau sehr aktiv
Zwischen 2017 und 2019 wurden in der Steiermark jährlich im Schnitt 10.100 Wohnungen fertiggestellt. Damit war sie im Bundesländervergleich beim Wohnungsbau sehr aktiv. Die meisten Wohnungen (70 Prozent) befinden sich in Mehrparteienhäusern und haben durchschnittlich eine Nutzfläche von 60 und unter 90 m2.  Im Jahr 2019 war nur jede achte fertiggestellte Wohnung kleiner als 45m2 und jede dritte ist kleiner als 60 m2.

https://www.vm-elektrotechnik.at/

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Fotos: Land Steiermark/Purgstaller / zVg / dbn.at