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Sonderthema April 2020: Niederösterreich: Umfangreiches Entlastungspaket für Wohnbau
Sonderthema April 2020: Niederösterreich: Umfangreiches Entlastungspaket für Wohnbau

Die aktuelle Situation bedeutet Herausforderungen für viele Lebensbereiche. Das Land Niederösterreich erweitert daher die Unterstützung beim Wohnzuschuss, öffnet die Abänderung der Förderung auch für Selbstständige und ermöglicht die Stundung von Wohnbauförderungsdarlehen.

„In Niederösterreich helfen wir rasch und unbürokratisch. Denn unser Ziel ist es, dass alle Menschen in Niederösterreich leistbar wohnen können. Das gilt besonders in herausfordernden Zeiten. Deshalb stellen wir zusätzliche vier Millionen Euro zur Verfügung, um das bisherige Wohnzuschuss-Paket im geförderten Wohnbau zu erweitern und das Budget für die rasche Hilfe aufzustocken. Ebenso ist der Wohnzuschuss erstmals auch für Selbstständige auf Basis der aktuellen Einkommenssituation möglich. Und wir wollen auch jenen Menschen helfen, die sich einen geförderten Kredit für ihr Eigenheim aufgenommen haben“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Bisher war eine Änderung des Antrages auf Wohnzuschuss erst bei einer Einkommenseinbuße von 30 Prozent möglich. „Wir senken diese Einkommenseinbuße auf zehn Prozent herab. Damit wollen wir jenen Menschen helfen, die aufgrund der aktuellen Situation besondere Probleme mit den Wohnkosten haben“, führt Wohnbau-Landesrat Martin Eichtinger aus.

Zudem können erstmals Selbstständige auf Basis der aktuellen Einkommenssituation den Wohnzuschuss des Landes beziehen: „Einkommenseinbußen von Selbstständigen werden in einer einfachen Form berücksichtigt, etwa durch die Vorlage eines Antrages um Unterstützung nach Rechtsgrundlagen im Zusammenhang mit der COVID-19 Epidemie“, erklärt Landesrat Eichtinger.

Aufgrund dieses Angebotes „rechnen wir mit etwa 3.000 zusätzlichen Anträgen. Im Normalbetrieb sind es etwa 30.000 Anträge jährlich. Die durchschnittliche Höhe des Wohnzuschusses beläuft sich auf rund 1.700 Euro pro Haushalt“, so Helmut Frank, Leiter der Abteilung Wohnbauförderung des Landes Niederösterreich.

Die neue Förderung betreffend Wohnzuschuss ist bis 31. Dezember 2020 befristet.

Eine Erleichterung für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher gibt es auch bei den Wohnbauförderungsdarlehen. „Wir wollen die Kreditrückzahlungen erleichtern, um eine zusätzliche Belastung für die Menschen weiter zu verringern. Die Rückzahlung der Wohnbauförderungsdarlehen kann bis zu sechs Monate pausiert werden“, so Mikl-Leitner und Eichtinger. „Bei Zahlungsschwierigkeiten aufgrund der derzeitigen Situation wird die aktuelle Halbjahresfälligkeit des Wohnbauförderungsdarlehen unbürokratisch gestundet“, so Helmut Frank.

Die Anträge auf Stundung können an folgende Emailadresse wohnbau@noel.gv.at oder per Fax an 02742/9005-14030 gesendet werden.

Weitere Infos unter www.noe-wohnbau.at oder der NÖ Wohnbau-Hotline 02742/22133.

Sand Schotter Hintersteiner

Franz Kruppi

Homeoffice Corona

Wohnen in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise beeinflusst auch die Wohnbedürfnisse der Österreicherinnen und Österreicher. In kleinen Immobilien fehlt es an Platz für Homeoffice und Workout, Städter überlegen vermehrt aufs Land zu ziehen, und drei Viertel wünscht sich eine Fortsetzung der Homeoffice-Tätigkeit auch nach der Krise. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Raiffeisen Immobilien, Österreichs größter Verbundmakler-Organisation.

Getreu dem Unternehmensmotto „Ganz bei Ihnen“ hat Raiffeisen Immobilien, die Immobilienmakler-Organisation der Raiffeisen Bankengruppe, in einer repräsentativen Befragung die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wohnsituation der Österreicherinnen und Österreicher erhoben. Auch während der Corona-Krise zeigt sich laut Umfrage die Mehrheit der heimischen Bevölkerung mit der Größe ihres Wohnraumes zufrieden. Nur 8% sind demnach unzufriedener als vor der Krise. Deutlich auf die Wohnzufriedenheit drückt die Krise jedoch bei Bewohnern kleiner Einheiten mit bis zu 60 m2 Wohnfläche: Hier ist jeder Fünfte unzufriedener als vor der Pandemie. Die Unzufriedenen klagen vor allem über zu wenig Platz (33%) und geben an dass ihnen häufig „die Decke auf den Kopf fällt“ (34%). Wenig verwunderlich daher dass sich von dieser Bevölkerungsgruppe rund ein Drittel eine neue Immobilie wünscht.

In der Krise lebt es sich besser am Land

Mehr Platz, ein Garten zum Entspannen und die Natur vor der Haustüre: Drei Viertel der Österreicher sind der Meinung dass es während der Krise besser ist, in einem ländlichen Gebiet zu leben. Diese Bewertung verläuft analog zur Größe des eigenen Wohnortes. So sind in Orten bis zu 5000 Einwohnern 93% von den Vorteilen der ländlichen Region überzeugt, in der Großstadt Wien nur 55% - aber immer noch eine Mehrheit. 33% jener Städter, die das Landleben in der Krise für vorteilhafter halten, überlegen folglich aufs Land zu ziehen, 9% haben bereits ganz konkrete Pläne dafür. „Wien und unsere Landeshauptstädte haben alle ihre besonderen Wohnqualitäten, aber der Sehnsuchtsort der Österreicherinnen und Österreicher ist eindeutig das "Glücksdorf" auf dem Land.“ resümiert Mag. Nikolaus Lallitsch, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Steiermark und Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich. Für Übersiedelungswilligen aus Stadt und Land hat Raiffeisen Immobilien auch in Zeiten von Corona den geeigneten Service: Mittels 360-Grad-Online-Besichtigungen lassen sich Immobilien sicher und bequem von zu Hause aus erkunden. Auf Wunsch führen die Raiffeisen Makler Interessenten dabei auch telefonisch durch die Online-Tour. Rund 260 solcher Online-Touren sind aktuell auf www.raiffeisen-immobilien.at verfügbar. „Damit erhält man einen realistischen ersten Eindruck der Immobilie, kann Fragen stellen und bei Gefallen auch gleich einen Termin für eine Besichtigung vor Ort vereinbaren.“, fasst Ing. Mag. (FH) Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland und Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich die Vorteile zusammen. Seit 14. April führt Raiffeisen Immobilien auch wieder persönliche Besichtigungen in leerstehenden Objekten durch.

Drei Viertel wünschen sich auch in Zukunft Homeoffice

Laut Umfrage arbeiten derzeit 45% der berufstätigen Österreicherinnen und Österreicher aufgrund der Krise im Homeoffice. 28% hatten Schwierigkeiten für diese Tätigkeit zu Hause Platz zu schaffen. In kleineren Immobilien bis 60 m2 Wohnfläche gab es erwartungsgemäß häufiger Platzprobleme (42%). Dennoch: Fast drei Viertel (74%) derer, die im Homeoffice arbeiten wünscht sich das auch für die Zeit nach Corona. Nikolaus Lallitsch: „Sollte dieser Wunsch nach Homeoffice von den Arbeitgebern aufgegriffen werden, könnte dies mittel- bis langfristig zu einer Verkleinerung von Büro-Immobilien sowie neuen Anforderungen im Wohnbau führen. Flexiblere Grundrisse werden dann noch gefragter sein.“

Kaum Angst vor Wertverfall von Immobilien

In der Bevölkerung erst teilweise angekommen sind die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bereiche Wohnen und Immobilien. 18% haben Bedenken, für eine Immobilie in Zukunft keine Finanzierung zu erhalten. 17% befürchten Miete oder Kreditraten für Haus oder Wohnung nicht mehr aufbringen zu können und 16% sorgen sich, notwendige Renovierungsmaßnahmen nicht finanzieren zu können. Einen Wertverfall ihrer Immobilie befürchten nur 8%. Auch die Experten von Raiffeisen Immobilien rechnen bei Wohnimmobilien nicht mit Preisrückgängen. „Die Ungewissheit über die Dauer der Einschränkungen macht eine Prognose schwierig. Da Wohnen ein Grundbedürfnis ist und bleibt, hoffen wir bei Kauf-Objekten auf eine rasche Erholung des Marktes nach Ende des Shutdown.“ erläutert Peter Weinberger. In bestimmten Segmenten wie z.B. Kleinwohnungen ist trotz Krise weiterhin mit Preissteigerungen zu rechnen. Hier machen sich die Vorzüge von Immobilieninvestments bemerkbar: Sicherheit und Wertbeständigkeit.

 

 

Baugenossenschaft Mödling

MABA Kirchdorfer

Architekt Haiden

 

„Derzeit kein spürbarer Preisrückgang bei Immobilien zu beobachten“

Die Diskussionen über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie erreichen nun auch die Immobilienbranche. „Niemand weiß wirklich, wie es weitergeht“, erklärt Mario Deuschl, Geschäftsführer des auf Wohnimmobilien ausgerichteten Bauträgers wert.bau. „Jedenfalls müssen Unterscheidungen getroffen werden, weil die verschiedenen Segmente des Immobilienmarkts nicht alle über einen Kamm geschert werden dürfen.

“ Bei den Projektentwicklungen und im Bau beobachtet Deuschl bis jetzt keine gravierenden Einschränkungen und derzeit sieht es bei den wert.bau-Vorhaben nicht nach wesentlichen Verzögerungen aus. „Fakt ist, im Wohnimmobilienmarkt wird viel davon abhängen, wie sich die Einkommen in der Bevölkerung entwickeln“, ergänzt Wolfgang Stabauer, Geschäftsführer des Immobilieninvestment-Vertriebs Öko-Wohnbau, „darüber hinaus ist die Bauwirtschaft ein wichtiger Konjunkturtreiber – die Arbeitsplätze erhält und entstehen lässt.“

Leistbares Wohnen noch stärker gefragt

„Zu erwarten ist auch, dass der Wohnsektor aller Voraussicht nach deutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen wird als die Gewerbeimmobilien“, analysieren Deuschl und Stabauer. „Das liegt in erster Linie daran, dass Wohnen ein menschliches Grundbedürfnis ist, das durch eine Pandemie nicht abnimmt.

Deshalb hat die Nachfrage nach neuen Wohnungen nicht nachgelassen, insbesondere an Standorten, an denen es ohnehin schon eine Unterversorgung gab.“ Allerdings sei bereits zu spüren, dass das Thema „Leistbares Wohnen“ wegen der wirtschaftlichen Unsicherheiten bei den Mietern und Investoren an Bedeutung gewonnen hat.

„Unser all-in99-Konzept ist zurzeit besonders gefragt, weil wir in der Lage sind, schnell und günstig leistbaren Wohnraum zu schaffen“, so Deuschl.

125 neue all-in99-Vorsorgewohnungen in Planung

wert.bau errichtet österreichweit standardisierte Wohnimmobilien auf Grundstücken, die nach dem österreichischen Baurechtsgesetz für 99 Jahre gepachtet werden. Die Gebäude werden umweltfreundlich mit Massivholz gebaut und vermitteln den Mietern ein angenehmes Wohngefühl.

Durch die konzeptionell günstigen Gestehungskosten können die Wohnungen im Vergleich zu den ortsüblichen Marktmieten um bis zu 25 Prozent günstiger vermietet werden. In diesem Jahr plant das Unternehmen weitere sechs Wohnhäuser mit dem „all-in99“-Konzept zu errichten.

Dabei entstehen rund 125 Wohnungen, die der exklusive Vertriebspartner Öko-Wohnbau als Vorsorgewohnungen an private Investoren verkauft. Aktuell befindet sich das „Projekt Perg I“ in Oberösterreich mit 21 Wohnungen in der Platzierung. Ein Drittel davon ist bereits abgesetzt.

Immobilien sind stabiler als Wertpapiere

„Für viele Käufer ist die Immobilie völlig zurecht ein sicherer Anlagehafen“, meint Stabauer. „An den Aktienmärkten haben die Investoren in den vergangenen Wochen heftige Verluste erlitten – und das, obwohl der wirtschaftliche Schaden der Pandemie und des Lockdowns noch nicht einmal zu beziffern sind.

Das kann Anlegern mit Wohnimmobilien nicht passieren“, ist Stabauer überzeugt. Es sei zwar anzunehmen, dass viele Bürger künftig auf ihre Wohnkosten achten, aber auf den Wohnungsmarkt habe das mit Ausnahme der überdurchschnittlich teuren Wohnungen vermutlich keine Auswirkungen. Stabauer begründet das so: „Eine Wohnimmobilie ist eine solide und langfristige Kapitalanlage, wenn sie professionell geplant, kalkuliert und gebaut wird und zu marktgerechten Preisen auf den Markt kommt.

Wenn sich die Menschen die Miete auch in Krisenzeiten leisten können, hat der Anleger ein stabiles Investment, auf das er sich verlassen kann.“ Im Moment ist bei österreichischen Wohnimmobilien laut Stabauer kein spürbarer Preisrückgang zu beobachten.

Martin Stricker Fenster

Ulm Haustechnik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: zVg / dbn / NLK Burchhart