14.04.2026
Foto: dbn
Bundesweite Kampagne „Her mit Leer II“ soll Sicherheit erhöhen und Sammelquote steigern
Kabellose Kopfhörer, elektrische Zahnbürsten oder singende Grußkarten sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Was viele dabei übersehen: In zahlreichen dieser Produkte stecken leistungsstarke Lithium-Akkus. Werden sie falsch entsorgt, können sie schwere Brände auslösen. Allein im Jahr 2025 kam es in Österreich zu rund 36 größeren Brandereignissen in Entsorgungsanlagen, bei denen falsch entsorgte Batterien als Ursache vermutet werden.
Um diese Gefahr zu reduzieren und gleichzeitig die Sammelquote zu erhöhen, haben die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle, das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, der Österreichische Gemeindebund und die Wirtschaftskammer Österreich den Startschuss für die Informationskampagne „Her mit Leer II“ gegeben. Sie ist die Fortsetzung der erfolgreichen ersten Kampagnenphase und wird österreichweit ausgerollt.
Mehr Bewusstsein für richtige Entsorgung
Lithium-Akkus gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende, bergen aber bei unsachgemäßer Entsorgung erhebliche Risiken. „Wenn Sie Akkus im Restmüll entsorgen oder beschädigt in Sammelfraktionen geraten, können sie Brände auslösen“, warnt Bundesminister Norbert Totschnig. Solche Brände gefährden nicht nur Menschen, die in Entsorgungsbetrieben arbeiten, sondern können ganze Anlagen lahmlegen.
Die Kampagne setzt daher auf Aufklärung und klare Botschaften: Sie sollen erkennen, welche Alltagsprodukte Akkus enthalten, und diese konsequent an den richtigen Sammelstellen abgeben. Ihr Beitrag zählt – jede korrekt entsorgte Batterie erhöht die Sicherheit und schont wertvolle Ressourcen.
Gemeinden unter Druck durch Brandereignisse
Auch die Gemeinden schlagen Alarm. Fast täglich kommt es österreichweit zu Bränden in Müllbehandlungsanlagen, ausgelöst durch Batterien, die im falschen Abfall landen. Der Österreichische Gemeindebund verweist darauf, dass es bereits mehr als 2.000 Sammelstellen gibt, an denen Sie Batterien unkompliziert abgeben können. Ziel ist es, das Brandrisiko deutlich zu senken und die kommunale Entsorgungsinfrastruktur zu schützen.
EU-Vorgaben erhöhen Handlungsdruck
Zusätzlichen Druck bringen neue europäische Vorgaben. Zwar liegt Österreich mit einer Sammelquote von 53 Prozent derzeit über den geltenden EU-Zielen, doch die Anforderungen steigen deutlich: Ab 2028 sind 63 Prozent vorgeschrieben, bis 2031 sogar 73 Prozent. Nach Ansicht der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle reicht eine reine Quotenanhebung jedoch nicht aus. Entscheidend ist, dass Sie Ihr Entsorgungsverhalten ändern und Akkus konsequent getrennt sammeln.
Handel als wichtiger Rücknahmepartner
Eine zentrale Rolle spielt dabei der stationäre Fachhandel. Elektro- und Einrichtungshändler nehmen Altbatterien kostenlos zurück – selbst dann, wenn sie aus Onlinekäufen aus dem Ausland stammen. Für den Handel ist dies eine aufwendige und nicht ungefährliche Zusatzleistung. Dennoch appellieren die Vertreter der Branche an Sie, Akkus nicht zu Hause zu lagern oder im Hausmüll zu entsorgen, sondern die Rückgabe beim nächsten Einkauf zu nutzen.
Klare Bilder, klare Botschaft
Visuell setzt die Kampagne auf die bekannten Figuren „Hermit“ und sein Gegenstück „Li-Zifer“. Sie zeigen plakativ, wie aus einem sicheren Alltagsprodukt durch falsches Handeln eine gefährliche Zündquelle werden kann. Der Slogan „Sei kein Zündler“ richtet sich bewusst direkt an Sie: Brände entstehen nicht zufällig, sondern durch falsch entsorgte Batterien.
Start im April – Laufzeit drei Jahre
Die Kampagne startet im April 2026 und ist auf drei Jahre angelegt. Geplant sind Radiospots, Fernsehwerbung, digitale Formate sowie Plakat- und Verkehrsmittelwerbung. Ergänzt wird dies durch Aktivitäten in sozialen Medien und Online-Kanälen. Ziel ist es, Sie im Alltag zu erreichen und die sichere Rückgabe von Batterien genauso selbstverständlich zu machen wie den Neukauf.
Die Botschaft ist klar: Wenn Sie Akkus richtig entsorgen, schützen Sie Menschen, Umwelt und die Entsorgungsinfrastruktur – und leisten einen aktiven Beitrag zu einer sicheren Kreislaufwirtschaft.
Quelle: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft