14.04.2026
Foto: dbn
Der Fachverband Energiehandel sieht in temporären Steuersenkungen den wirksameren Weg gegen hohe Kraftstoffpreise. Das jüngste Vorgehen Deutschlands wird dabei als Vorbild für Österreich genannt.
Angesichts weiter steigender Preise an den Zapfsäulen spricht sich der Fachverband Energiehandel in der Wirtschaftskammer Österreich klar für steuerliche Entlastungen aus. Direkt in den Markt einzugreifen, etwa durch regulierte Margen oder Preisvorgaben, sei aus Sicht des Verbandes deutlich weniger effizient als eine gezielte Senkung von Abgaben.
Konkret verweist der Verband auf den jüngst angekündigten Schritt der deutschen Bundesregierung, die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel zeitlich befristet zu senken. In Deutschland ist eine Reduktion um rund 17 Cent pro Liter vorgesehen, um Konsumentinnen und Konsumenten rasch und transparent zu entlasten. Mehrere europäische Staaten verfolgen damit einen ähnlichen Ansatz, der auf steuerliche Maßnahmen statt auf direkte Markteingriffe setzt.
„Der deutsche Ansatz ist bemerkenswert pragmatisch, weil er einfach umsetzbar, leicht nachvollziehbar und unmittelbar wirksam ist“, betont Jürgen Roth, Obmann des Fachverbandes Energiehandel. Eine Steuersenkung komme direkt bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an – ohne bürokratische Hürden oder zusätzliche Eingriffe in den Wettbewerb.
In Österreich wurde hingegen zuletzt das Preisgesetz geändert, um eine befristete Margenbegrenzung im Kraftstoffbereich zu ermöglichen. Dieser Schritt wurde mit knapper Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament beschlossen, stößt jedoch weiterhin auf Kritik. Vor allem die Auswirkungen auf den Wettbewerb und die rechtliche Umsetzung seien problematisch.
Roth warnt insbesondere vor negativen Folgen für kleinere Tankstellen. Eingriffe in die Preisbildung seien rechtlich und wirtschaftlich anspruchsvoll und könnten funktionierende Marktmechanismen schwächen. Bereits jetzt sei in bestimmten Regionen eine Unterversorgung spürbar.
Der Fachverband appelliert daher an die österreichische Bundesregierung, die Entwicklungen in Deutschland und anderen EU-Staaten zum Anlass zu nehmen, die eigene Strategie zu überdenken. Vorgeschlagen wird eine temporäre Senkung entweder der Mineralölsteuer oder der CO₂-Steuer sowie ein Auslaufen der aktuellen Margenbegrenzung.
„Das würde rasch Entlastung bringen, die Versorgungssicherheit für kleine Tankstellen erhöhen, den Wettbewerb beleben und gleichzeitig die Rechtssicherheit stärken“, so Roth abschließend.
Quelle: Wirtschaftskammer Österreich