14.07.2026
Foto: dbn
Eine fünfmonatige Sicherheitsanalyse der DJI Air 3S und DJI Matrice 4E durch das US-Cybersicherheitsunternehmen OnDefend hat nach Angaben der Prüfer keine kritischen, hohen oder mittleren Risiken ergeben. Untersucht wurden nicht nur Drohnen und Fernsteuerungen, sondern auch Apps, Funkverbindungen, Firmware, Netzwerkverkehr und Lieferkettenintegrität.
Die Ergebnisse der Untersuchung fallen für den Hersteller deutlich positiv aus: Im abgegrenzten Prüfzeitraum fanden die Sicherheitsforscher keine Hinweise auf versteckte Hintertüren, keine Datenübertragungen außerhalb der USA, keine unerklärten Funkemissionen und keine manipulierten Bauteile. Auch ein praktisch nutzbarer Weg zur Übernahme oder missbräuchlichen Manipulation der Drohnensysteme wurde demnach nicht festgestellt.
Besonders im Fokus standen dabei neben den Fluggeräten selbst auch die Fernsteuerungen, die mobilen Anwendungen DJI Fly und DJI Pilot 2 sowie technische Komponenten wie Platinen, Bauteile und Firmware. Laut Bericht hielten die Fernsteuerungen zudem den durchgeführten Jailbreak- und Firmware-Manipulationsversuchen stand.
Völlig frei von Schwachstellen waren die Systeme dennoch nicht. OnDefend dokumentierte zehn Schwachstellen mit niedrigem Risiko sowie 13 zusätzliche Beobachtungen. Diese betrafen vor allem Anwendungskonfigurationen, Sitzungsverwaltung, WLAN-Härtung, ältere Protokolle und einzelne lokal erreichbare Funktionen.
Nach Einschätzung der Prüfer stellte keiner dieser Punkte ein realistisches Risiko für den sicheren Drohnenbetrieb oder eine großflächige Offenlegung vertraulicher Daten dar. Die festgestellten Mängel seien demnach eher als technische Verbesserungsfelder denn als akute Sicherheitsbedrohungen einzuordnen.
Für private Nutzer, Unternehmen, Behörden, BOS-Einheiten und Betreiber sensibler Drohnenflotten liefert der Bericht damit eine wichtige Grundlage zur Risikobewertung. Zugleich zeigt die Untersuchung, wie umfassend moderne Drohnensysteme sicherheitstechnisch geprüft werden müssen: von der Software über die Funkkommunikation bis hin zur Integrität der Lieferkette.
Die Veröffentlichung dürfte insbesondere in sicherheitskritischen Einsatzbereichen Beachtung finden. Sie ersetzt zwar keine laufende Bewertung im praktischen Betrieb, deutet aber darauf hin, dass die untersuchten DJI-Modelle im Rahmen der Prüfung keine gravierenden sicherheitstechnischen Auffälligkeiten zeigten.