Ausgabe 2026/07

14.07.2026

Mietwohnungen werden kleiner – und trotzdem teurer

Foto: dbn

Mietwohnungen werden kleiner – und trotzdem teurer

Österreichs gefragteste Mietwohnungen kosten im Schnitt 859 Euro pro Monat. Eine Analyse von ImmoScout24 zeigt: Wohnungssuchende akzeptieren höhere Preise, nehmen dafür aber weniger Wohnfläche in Kauf.
Wer derzeit auf Wohnungssuche ist, hat oft nur begrenzten Spielraum. Gefragt ist nicht unbedingt die Traumwohnung, sondern ein Angebot, das Lage, Preis und Größe möglichst gut miteinander verbindet. Eine neue Datenanalyse von ImmoScout24 zeigt nun, welche Mietwohnungen in Österreich besonders stark nachgefragt werden.


Ausgewertet wurden jene zehn Prozent der Mietwohnungsinserate, die im Jahr 2026 die meisten Anfragen erhielten. Diese Angebote waren deutlich erfolgreicher als die übrigen 90 Prozent am Markt. Das Ergebnis: Besonders gefragte Mietwohnungen kosten österreichweit im Durchschnitt 859 Euro brutto pro Monat – um 41 Euro mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Wohnfläche von 60 auf 57 Quadratmeter gesunken. Die Zahl der Zimmer bleibt mit durchschnittlich 2,3 Räumen unverändert.

„Die Daten zeigen, dass Wohnungssuchende ihre Erwartungen an die Realität des Marktes anpassen. Die begehrtesten Mietwohnungen werden kleiner, gleichzeitig steigt das akzeptierte Mietniveau. Wer heute eine leistbare Wohnung sucht, ist bereit, bei der Wohnfläche Kompromisse einzugehen – entscheidend bleibt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Preis und Größe“, sagt Joseph Obiegbu, Geschäftsführer von ImmoScout24 in Österreich.

Im Westen sind die Mieten am höchsten
Besonders hoch sind die Preise in den westlichen Bundesländern. In Vorarlberg kostet eine der meistgesuchten Mietwohnungen durchschnittlich 1.096 Euro pro Monat und liegt damit an der Spitze des Bundesländervergleichs. Dahinter folgen Tirol mit 1.082 Euro und Salzburg mit 1.046 Euro. In allen drei Bundesländern überschreiten die beliebtesten Mietwohnungen bereits die Marke von 1.000 Euro.
Die hohen Preise gehen vielerorts mit kleineren Wohnflächen einher. Die kompaktesten der meistgesuchten Mietwohnungen finden sich in Salzburg mit durchschnittlich 52 Quadratmetern und in Tirol mit 53 Quadratmetern. In Vorarlberg liegt die Wohnungsgröße trotz Spitzenmiete bei durchschnittlich 60 Quadratmetern.

Wien und Niederösterreich werden teurer
Auch in Wien und Niederösterreich ziehen die Preise spürbar an. In der Bundeshauptstadt stieg die durchschnittliche Miete der meistgesuchten Wohnungen von 877 auf 944 Euro. In Niederösterreich kletterte sie von 805 auf 867 Euro.

Bei der Wohnfläche zeigen sich Unterschiede: In Wien liegen die begehrtesten Wohnungen mit 56 Quadratmetern leicht unter dem Österreich-Schnitt von 57 Quadratmetern. In Niederösterreich sind die meistgesuchten Wohnungen mit durchschnittlich 63 Quadratmetern vergleichsweise groß.

Vergleichsweise günstig bleiben die begehrtesten Mietwohnungen in der Steiermark mit durchschnittlich 722 Euro und 55 Quadratmetern. Es folgen Kärnten mit 768 Euro und 54 Quadratmetern, Oberösterreich mit 770 Euro und 56 Quadratmetern sowie das Burgenland mit 788 Euro und 67 Quadratmetern.

Deutliche regionale Unterschiede
Die regionalen Preisunterschiede am österreichischen Mietmarkt bleiben damit erheblich. Zwischen der Steiermark als günstigstem und Vorarlberg als teuerstem Bundesland liegen bei den meistgesuchten Mietwohnungen durchschnittlich 374 Euro pro Monat. Die Analyse macht deutlich: Leistbarer Wohnraum bleibt gefragt, doch immer häufiger müssen Suchende bei der Größe Abstriche machen.

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