14.08.2026
Foto: dbn
Während in Deutschland, der Schweiz und Italien IQOS-Nutzer schon seit Jahren die neueste Generation von Tabakerhitzern und günstigere Stick-Alternativen wie Delia genießen, blieb Österreich bis vor wenigen Tagen ein digitales und regulatorisches Entwicklungsland. Erst am 4. August 2026 durften Philip Morris endlich die ILUMA-Geräte und TEREA-Sticks in den Trafiken verkaufen. Die preiswertere Delia-Linie, die in Nachbarländern bereits als Einstiegsangebot positioniert ist, fehlt jedoch weiterhin vollständig. Ein Lehrstück österreichischer Beharrungskraft – auf Kosten der Konsumenten und des Staatshaushalts.
Jahrelang erklärte das Unternehmen auf seiner österreichischen Website, eine Einführung von ILUMA sei „derzeit nicht geplant“. Der eigentliche Grund lag weniger in technischen Hürden als in einem veralteten Zulassungssystem. Österreichs Tabakgesetzgebung war auf die neue Induktions-Technologie und die zugehörigen Sticks schlicht nicht vorbereitet. Steuerliche Einstufungen, Verpackungsvorschriften und behördliche Genehmigungen mussten erst mühsam an europäische Standards angepasst werden. Parallel dazu verzögerte die Umsetzung der EU-Aroma-Regeln den Prozess zusätzlich.
Das Ergebnis: Österreich hinkte hinterher, während Millionen Packungen im Ausland gekauft wurden.
Philip Morris selbst schätzt den dadurch entgangenen Steuerbetrag auf 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr. Für den Fiskus eine bittere Rechnung. Für die Nutzer eine Zumutung: Wer die moderneren Geräte und Sticks wollte, musste über die Grenze fahren oder online bestellen – mit allen Unsicherheiten und Mengenbeschränkungen. Gleichzeitig dominierte der Konzern den heimischen Markt der Tabakerhitzer lange nahezu unangefochten. Erst als Konkurrenten nachdrängten und der gesetzliche Rahmen gelockert wurde, kam Bewegung in die Sache.
Besonders ärgerlich ist, dass selbst nach dem offiziellen Start am 4. August die günstigere Delia-Linie in Österreich weiterhin nicht erhältlich ist. Während TEREA nun zum Preis von 6,30 Euro pro Packung in den Trafiken steht, bleiben die drei klassischen Delia-Sorten (Red, Gold und Green), die in Deutschland und anderen Ländern als preiswertere Alternative angeboten werden, den österreichischen Verbrauchern weiter verwehrt. Einige Fachberichte hatten Delia ausdrücklich für denselben Termin angekündigt – doch in den offiziellen Preiskundmachungen, auf der österreichischen IQOS-Seite und in den Trafiken ist davon bislang keine Spur.
Kritiker sehen darin mehr als nur schleppende Verwaltung. Die lange Schutzfrist für bestehende Produkte und die hohen Einstiegshürden wirkten wie ein indirekter Wettbewerbsschutz. Während andere EU-Länder Innovationen zügig zuließen, blieb Österreich in einer Art regulatorischer Warteschleife stecken. Dass Delia trotz Ankündigungen bis heute fehlt, verstärkt den Eindruck einer unvollständigen und zögerlichen Markteinführung – als wolle man den Konsumenten den günstigeren Einstieg in die neue Generation möglichst lange vorenthalten.
Die Trafiken und Konsumenten zahlen den Preis für diese Verzögerung. Moderne, weniger geruchsintensive Alternativen kamen später und teurer an als nötig. Der Staat verzichtete auf Steuereinnahmen. Und die Botschaft an die Industrie lautet: In Österreich dauert es einfach länger.
Die Einführung von ILUMA und TEREA ist ein längst überfälliger Schritt. Dass Delia-Sticks aber auch zehn Tage nach dem offiziellen Start weiterhin nicht verfügbar sind, bleibt ein kritischer Kommentar zur österreichischen Regulierungsgeschwindigkeit – und zur Frage, wessen Interessen hier eigentlich im Vordergrund standen.