15.09.2026
Foto: dbn ki-generiert
Ab 1. Oktober 2026 gelten Fahrzeuge der Klasse L1e-B – umgangssprachlich E-Mopeds – in Österreich nicht mehr als Fahrrad, sondern als zweirädrige Kleinkrafträder. Zulassung, Haftpflichtversicherung, Prüfplakette, Führerschein und Helm werden Pflicht. Gleichzeitig dürfen die Geräte nicht mehr auf Radwegen fahren. Der ÖAMTC spricht von einem faktischen Verbot für Tausende bisher völlig legale Fahrzeuge.
Eine praktikable Möglichkeit, die neuen Auflagen zu erfüllen und die Geräte rasch zuzulassen, gibt es laut Club in vielen Fällen nicht. Die Fahrzeuge drohen damit über Nacht wertlos zu werden.
Besonders betroffen sind gewerbliche Nutzer, vor allem Lieferdienste in den Städten. Viele von ihnen wollen bereits auf E-Bikes und andere Fahrzeuge umsteigen. Daneben sitzen zahlreiche Privatleute in der Falle: ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität, die das E-Moped für den Alltag nutzen. Der ÖAMTC geht von mindestens 20.000 privaten Nutzern aus, deren bisher legales Fahrzeug demnächst praktisch unverkäuflich und unbrauchbar wird.
„Die Komplexität des Themas wurde von der Politik offensichtlich unterschätzt“, sagt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Der Club fordert deshalb eine rasche Zulassungsmöglichkeit für bereits vorhandene E-Mopeds. „Wir erneuern unseren Vorschlag, bei einem runden Tisch gemeinsam nach Lösungen im Sinne der Konsumenten zu suchen. Es braucht klare Regeln, die alle Interessen berücksichtigen – und keine weiteren Schnellschüsse.“
Aus Sicht des ÖAMTC fehlt bei Kleinfahrzeugen ohnehin der Blick aufs Ganze. Immer wieder würden Einzelmaßnahmen gesetzt, eine breite Diskussion über Mikromobilität und die dazugehörigen Verhaltensregeln bleibe aus.
Die Forderungen des ÖAMTC im Überblick:
- eine „Zulassung light“ für bestehende L1e-B-Fahrzeuge
- Rechtssicherheit für die Betroffenen
- Verhinderung des Wertverlusts bereits legal genutzter Fahrzeuge
- ein runder Tisch zu Mikromobilität mit Politik, Behörden, Herstellern und Interessenvertretungen