Ausgabe 2026/10

14.10.2026

Zwei Meter fürs Militär, kaum sichtbar für Frauen: SJ stellt Budgetprioritäten vor dem Kanzleramt in Frage

Foto: Sozialistischen Jugend Österreich

Zwei Meter fürs Militär, kaum sichtbar für Frauen: SJ stellt Budgetprioritäten vor dem Kanzleramt in Frage

Mit einer überdimensionalen Budgetskala vor dem Bundeskanzleramt hat die Sozialistische Jugend Österreich (SJ) die finanziellen Schwerpunkte der Bundesregierung drastisch sichtbar gemacht. Fünf Milliarden Euro entsprechen auf der Skala zwei Metern – ein Maßstab, der die Unterschiede zwischen den einzelnen Posten unübersehbar macht.

Während sich die Kartons für das Militärbudget von 5,2 Milliarden Euro mehr als zwei Meter hoch stapeln, erreicht das Gesundheitsbudget etwas mehr als einen Meter. Das Klimabudget bleibt unter 40 Zentimetern, das Frauenbudget von gerade einmal 55 Millionen Euro ist im direkten Vergleich kaum noch erkennbar.

„Während die Bundesregierung bei den Menschen den Sparstift ansetzt, fließen immer mehr Milliarden in Aufrüstung“, kritisierte Larissa Zivkovic, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreich. „5,2 Milliarden Euro für das Militär stehen weniger als einer Milliarde für Klima und gerade einmal 55 Millionen Euro für Frauenpolitik gegenüber. Diese Zahlen zeigen, welche Prioritäten diese Bundesregierung setzt.“

Für die SJ ist das keine Frage der Haushaltszwänge. „Wenn Milliarden für Aufrüstung bereitgestellt werden, während gleichzeitig bei Klima, Gesundheit und anderen Bereichen gespart wird, ist das keine finanzielle Notwendigkeit, sondern eine Frage politischer Prioritäten“, so Zivkovic. „Statt immer mehr Geld in militärische Aufrüstung zu stecken, muss die Bundesregierung in ein gutes Leben für die Menschen investieren.“

Die zwei Meter hohe Skala soll genau das leisten, was bei abstrakten Milliardenbeträgen oft verloren geht: Sichtbarkeit. „Was bei Milliardenbeträgen oft abstrakt bleibt, wird hier sichtbar. Während für das Militär 5,2 Milliarden Euro vorgesehen sind, bleiben für Klima und Frauenpolitik deutlich kleinere Beträge. Das darf so nicht bleiben. Öffentliche Gelder sollen wieder dort eingesetzt werden, wo sie das Leben der Menschen konkret verbessern“, betonte Zivkovic.

Die Aktion ist Teil des Herbstschwerpunktes „Geld für Menschen statt für Waffen!“. Im Rahmen des Schwerpunktes sammelt die SJ Unterschriften für ein Verbot von Waffen- und Dual-Use-Exporten in Kriegs- und Krisengebiete sowie für mehr Transparenz bei österreichischen Rüstungsexporten.

„Österreich darf nicht länger an Kriegen mitverdienen“, sagte Zivkovic abschließend. „Mit unserer Petition fordern wir die Bundesregierung auf, Waffenexporte in Kriegs- und Krisengebiete zu stoppen und endlich für vollständige Transparenz zu sorgen.“

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